Outlander 3x11

© aitriona Balfe in „Outlander“ (c) Starz
Wie schon im letzten Review zu „Heaven & Earth“ angemerkt: Wirklich logisch ist das Über-Bord-Gehen von Claire (Caitriona Balfe) jetzt nicht. Mal ehrlich, irgendwo ins Wasser zu springen und zu hoffen, dass man eine bestimmte Insel erreicht, ist eher naiv... Tatsächlich kommt unsere Heldin nicht, wie erhofft, auf Grand Turk an, sondern auf einer Insel namens Saint Dominque. Aber nur, weil sie wieder festen Boden unter den Füßen hat, bedeutet das nicht, dass sie in Sicherheit ist. Sie hat weder Trinken noch Essen noch irgendwie anders geartetes Equipment, um in der Wildnis zu überleben. Daher versucht sie, sich zu einer Siedlung durchzuschlagen. Mindestens drei Tage und zwei Nächte lang. Gefühlt ein Drittel der Episode.
Die grüne Hölle hat einen Namen
Das ist denn auch der langweiligste Teil der Folge Uncharted, wobei sicherlich das Detail mit den Ameisen nett und auch die Schlange toll ist. Aber man ist dann doch froh, dass Claire nicht noch eine Nacht draußen im Busch verbringen muss - wer weiß, was an Getier noch alles so auftauchen würde... So aber wird sie im Hause eines abtrünnigen, Hasch konsumierenden Pfarrers, der mit der Mutter seiner toten Frau und einer Kokosnuss zusammenlebt, gesund gepflegt. Father Fogden (Nick Fletcher) schwankt sehr zwischen freundlichem Geistlichen und jemandem, dem der Tod seiner Frau partiell den Verstand geraubt hat. Ebenso wie er kommt seine Schwiegermutter Mamacita (Vivi Lepori) nicht über den Verlust ihrer Tochter hinweg und sieht in Claire einen Eindringling, der den Platz ihrer geliebten Tochter einnehmen will.
Nichts liegt Claire ferner, sie will in die nächste Siedlung, um irgendwie ein Schiff in das drei Tage entfernte Jamaika anzuheuern. Doch während sich Father Fogden dagegen sträubt, kann Mamacita Claire nicht schnell genug loswerden - was auch daran liegt, dass sie Claires Mieder mit Reißverschluss entdeckt hat und sie fortan nicht nur als Hure betrachtet, sondern auch mit sehr viel Misstrauen. Dennoch zieht Claire alle Register, um endlich in dieses Dorf zu kommen - eine der besten Szenen der gesamten Folge, als sie mit Mister Coco redet, um die Kokosnuss davon zu überzeugen, dass sie jetzt dann doch bitte los müsse.

Eine gebratene Ziege als Rettung
In diesen fantastischen „Dialog“ platzt Mamacita mit der Nachricht herein, dass jemand die Lieblingsziege des Paters getötet und verspeist hat. Dadurch erfährt Claire nicht nur, dass es in der Nähe eine Höhle namens Abandaway gibt, in der Menschen spurlos verschwinden sollen, was Claire von der angeblich geisterskranken Magret Campell in Edinburgh als Schicksal prophezeit wurde, und in welcher bösartige Schaben leben. Braucht jemand eine Vorschau mit dem Holzhammer? Hier ist eine! Aber immerhin erfährt sie auch, dass ein chinesischer Matrose das Tier getötet hat. Das wiederum kann nur eins bedeuten: Jamie (Sam Heughan) ist auf der Insel.
Nun könnte man sich zu Recht fragen, wie Mr. Willoughby (Gary Young) an das Tier herangekommen ist, leben die Viecher doch in einem Pflock in unmittelbarer Nähe des Hauses. Das bedeutet, dass der Chinese also sehr dicht ans Haus gekommen ist. Man könnte somit annehmen, dass er das Jamie meldet und die schiffbrüchige Mannschaft dort vielleicht um Vorräte angefragt hat. Außerdem bedeutet das, dass das Haus nicht so weit vom Strand entfernt ist, was dadurch unterstützt wird, dass Claire ihren Weg rennend in halbwegs vernünftiger Zeit dorthin findet. Auf dem Hinweg hat sie jedoch besagte drei Tage gebraucht.

Natürlich muss eine Geschichte um Zeitreisende nicht in allem geschlossen und logisch sein, aber so ein klein wenig Mühe könnte man sich doch geben, birgt der Stoff doch so viel Spannendes. Man kann sogar über die Tatsache hinwegsehen, dass ein Mann, der notorisch seekrank wird und auch nicht so viel Erfahrung auf See hat, plötzlich Kapitän wird, ist Jamie doch die geborene Führungspersönlichkeit. Aber es wäre halt nett, wenn man darauf achten würde, dass die ganz offensichtlichen Ungereimtheiten nicht vorkommen. So betrachtet sind die Leuchtsignale, die Claire Jamie gibt, fast eine gute strategische Idee und so steht der Wiedervereinigung der beiden nichts im Wege. Doch nicht nur an Jamie und Claire wurde gedacht, nein, auch Fergus (Cesar Domboy) und Marsali (Lauren Lyle) kommen zu ihrem Recht - da gerade ein Pfarrer zumindest körperlich anwesend ist, kann die von Jamie versprochene Trauung stattfinden. Gut, ob es nun die romantischste ist, mag dahingestellt sein, aber das war die von Jamie und Claire ja damals auch nicht. Wenigstens ist die hier witzig und lässt Marsali Raum zu zeigen, was in ihr steckt.
Eine Hochzeit findet statt
Romantik gibt es übrigens trotzdem - nicht zwischen den Brautleuten, sondern als Jamie Fergus ganz offiziell seinen Namen gibt, damit dieser ordentlich verheiratet werden kann. Das ist tatsächlich sehr berührend. Aber auch das Gespräch unter Frauen zum Thema Sex und Verhütung zwischen Marsali und Claire zeigt, dass ihre Beziehung Fortschritte macht - wer weiß, vielleicht lernen die beiden sogar noch, sich zu mögen... Bleibt noch die Sexszene, in der Claire Jamie fiebrig und sehr betrunken von einer Schildkrötensuppe verführt, die statt sexy eher sehr lustig ist, was aber nicht von Nachteil sein muss, denn selbst Outlander verträgt nur eine endliche Menge an Sex.

Fazit
Alles in allem befindet sich die Serie wieder auf dem aufsteigenden Ast, zwar entfernt man sich immer weiter vom Buch, aber das ist zu erwarten gewesen. Was immer noch die Stärke von „Outlander“ ist, sind diese wunderbaren kleinen Nebencharaktere, die immer wieder an den Stellen aufblitzen, an denen es gerade langweilig zu werden droht. Es wäre einfach nur gut, wenn diese offensichtlichen Ungereimtheiten abgestellt würden, als Zuschauer kommt man sich bei so was immer leicht verschaukelt vor...
Verfasser: Sabine Stevenson am Montag, 27. November 2017Outlander 3x11 Trailer
(Outlander 3x11)
Schauspieler in der Episode Outlander 3x11
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