Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x15

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x15

Die Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Self Control schließt das LMD-Kapitel der Serie ab, löst aber noch nicht alle Handlungsstränge auf. Wer wurde dabei wirklich ausgetauscht und wie bekämpft man eine Androidenflotte?

Szenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
© zenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

Der LMD-Arc in Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. kommt mit der Episode Self Control zu seinem vorläufigen Abschluss, auch wenn das Episodenende nicht jedes Handlungselement abschließt, sondern ganz im Gegenteil vieles offen bleibt und die Zuschauer neugierig macht. In der US-Ausstrahlung findet hier nun erst einmal eine mehrwöchige Pause statt, die für manche zur Qual werden könnte.

Der schwerverletzte Superior (Zach McGowan) wird von Aida (Mallory Jansen) für ihre Zwecke umgestaltet. Dazu gehört auch, dass die Säge angesetzt wird, denn ihr oberstes Ziel ist es, das Framework zu beschützen. Da hilft es auch nicht, dass der Russe sagt, dass er genau das nicht möchte.

Secret Invastion of the Body Snatchers

Fitz (Iain De Caestecker) und Simmons (Elizabeth Henstridge) überlegen derweil, wie sie am besten gegen die LMD-Plage vorgehen. Denn sie wissen, dass vier ihrer Kollegen durch Androiden ausgetauscht wurden. Bisher ist die Annahme, dass Coulson (Clark Gregg), Mace (Jason O'Mara), Mack (Henry Simmons) und Daisy (Chloe Bennet) betroffen sind und vor allem Coulson, Mace und Mack benehmen sich auffällig. Simmons fällt zurück in alte Muster, weil sie gestresst ist, einem Menschen würde das auffallen, dem plump programmierten Androiden allerdings nicht. Dennoch herrscht eine gruselige und paranoide Atmosphäre. Zum einen ist der Plan alle Inhumans zu S.H.I.E.L.D. zu bringen (und sie zu töten), zum anderen geht der Detektor wieder los und Simmons zweifelt an sich und ihrem Partner, denn einer von beiden ist ebenfalls eine AI.

Die Anspannung ist förmlich zu spüren. Hat man am Ende der vorherigen Episode noch geglaubt, dass der Kampf FitzSimmons gegen den Rest lauten wird, präsentiert man uns hier einen Twist, der so gut funktioniert, weil wir die beiden Wissenschaftler inzwischen so sehr ins Herz geschlossen haben.

Allerdings ist die LMD-Programmierung auf emotionaler Ebene so gut, dass es schwer fällt zu erkennen, wer echt ist und wer aus Metall und Schaltkreisen besteht. Simmons kommt auf die richtige Idee und möchte, dass Fitz sich mit einem Messer schneidet und auch dafür präsentieren die Autoren eine überraschende Auflösung, denn das Modell hat sehr wohl Blut, ist aber dennoch ein Android, der allerdings auch mit mancher Schwäche von Fitz daher kommt. Er kann sie nämlich nicht besonders gut fesseln und will ihr auch nicht weh tun. Was diese LMDs sagen, muss man mit Vorsicht genießen, denn die Modelle sind, wie wir noch erfahren, keineswegs so fortgeschritten wie LMayD, darum ist auch fraglich, ob Fake-Fitz' Anmerkung zum gemeinsam Alt werden und Heiraten für voll genommen werden sollte.

Simmons jedenfalls hat genug und schafft es den Angreifer zu überraschen und brutal auszuschalten. Brutal vor allem, wenn man bedenkt, dass sie die Gefühle für den echten Fitz ausblenden kann, als sie Robo-Fitz in den Hals sticht. Wie schon vorher angemerkt, nehmen die Parallelen zum Marvel-Crossover „Secret Invasion“ zu, denn auch dort konnte man nur mit Sicherheit wissen, dass jemand ein Doppelgänger ist, wenn der Gegner tot war.

LMayD - Feind oder Verbündete

Szenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.“
Szenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.“ - © ABC

LMD-Coulson versucht derweil die reaktivierte Roboter-May auf die Seite der Machinen zu holen. Doch die erkennt, dass die Programmierung sich unterscheidet, während der vom Framework beeinflusste Coulson das Es seines Vorbilds abbildet, dass sich wünscht, dass die größte Verfehlung in seinem Leben aus dem Weg geräumt werden könnte. Interessanterweise handelt es sich dabei um die Rekrutierung durch S.H.I.E.L.D. Ich werde das Gefühl nicht los, dass das etwas out of character für den Superhelden-Fanboy Coulson ist, der sein Leben lang an nichts mehr interessiert war und beispielsweise Captain America verehrt, wie keinen zweiten. Zwar mag das nur ein tief verborgenen unterschwelliger Wunsch sein, aber dennoch wirkt das nicht ganz passend, womöglich aber nur ein weiterer Hinweis auf die Programmierung, die zu wünschen übrig lässt. Was würde Coulson schon als Zivilist machen? Die Antwort erhalten wir wahrscheinlich früher als gedacht.

LM Nee doch nicht

Da Fitz der vierte LMD ist, ist schnell klar, dass Daisy doch nicht ausgetauscht wurde, wobei man für einen kleinen Moment auch bei Mack zweifelt, weil er in der ersten Offenbarungsszene, in der Fitz geoutet wird, nicht zu sehen ist. Daisy steht noch auf der Most-Wanted-Liste und schon bald sehen wir, dass eine ganze Klonarmee bereit steht, als sie die Zellen für die Inhumans checkt, die zu S.H.I.E.L.D. kommen sollen. Logischerweise wollen die Androiden Yo-Yo (Natalia Cordova-Buckley) zuerst aus dem Verkehr ziehen, weil sie dafür bekannt ist Widerstand zu leisten und ihre Kräfte auch eine gewisse Gefahr für den Plan bedeuten.

Daisy erfährt durch die Videoüberwachung schnell, was Sache ist und sieht außerdem wie rücksichtslos die LMD-Kollegen agieren, besonders, wenn sie auffliegen. Also muss ein Plan her. Wie es der Zufall so will, trifft sie bald auf die völlig verängstige und zu recht paranoide Simmons, die sie überzeugen muss, dass nicht auch sie eine Maschine ist. Eine Umarmung mit anschließender Flucht später und sie ist überzeugt. Eigentlich sollte es auch eine kleine Kräftedemonstration tun, aber so hätte Quake wohl einen Alarm ausgelöst.

Programmierparadox - Realität gleich Wahrnehmung

Was sich lange angedeutet und abgezeichnet hat, triff in dieser Episode ein. Aida hinterfragt die Logiklücken und Widersprüche in den Befehlen Radcliffes (John Hannah). Denn Aida soll das Framework beschützen, aber auch unbedingt das Leben ihres Erschaffers. Doch die größte Gefahr für das Gedeihen der virtuellen Realiät ist der er selbst und seine emotionalen Widersprüche und sein Klammern an das echte Leben. Durch die unbedachte Wahl seiner Worte gibt er Aida genau das, was sie hören will: Sein Leben ist ihm nicht so wichtig wie sein Projekt und schon bald schlitzt sie seine Pulsadern durch und speist ihn in seine Kreation ein.

Girlpower gegen ruchlose Machinen

Szenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.“
Szenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.“ - © ABC

Die Fake-Mace und Fake-Coulson versuchen der normalen Belegschaft weiszumachen, dass Daisy und Simmons für Fitz' „Tod“ verantwortlich sind und die Fahndung nach ihnen soll starten, doch dabei unterschätzen sie den Ideenreichtum der beiden Powerfrauen. Die kommen auf den brillanten Einfall Schlafgas zu verwenden um die Menschen unbeschadet auszuschalten, um dann die Roboter anzugreifen. Dabei erinnern die beiden S.H.I.E.L.D.-Agentinnen stellenweise an große Actionvorbilder wie Ripley und Sarah Connor aus dem Alien- respektive Terminator-Franchise.

Let us download you, before you bleed out

Daisy muss etwa gegen Robo-Mace ran, wobei ich mich kurz wundere, warum sie nicht sofort ihre Kräfte einsetzt, aber dann würden wir nicht den schönen Fight sehen, der am Ende doch noch durch den Kräfteboost aufgewertet wird und mit einem Quake-Finisher endet, der die Angreifer in ihre Einzelteile zerlegt. Wunderbar! Simmons weiht derweil einige Agenten ein, was nun wirklich Sache ist und auch Yo-Yo wird involviert. Man könnte meinen, dass May der finale Boss dieser Schlacht mit den LMDs wird, doch wie sich abzeichnet, verfügt dieser Doppelgänger über sämtliche Erinnerungen und lässt sich auf ihre Seite ziehen. Fake-Coulson, der völlig falsch programmiert ist, kriegt das auch zu spüren und beide fliegen gemeinsam in die Luft, während der Rest mit der Zephyr fortfliegt.

Szenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.“
Szenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.“ - © ABC

Hack into the Framework

So sind zwar die 4 LMDs besiegt, Radcliffe aus dem Verkehr gezogen, aber weiterhin bleibt einiges offen. May und Co befinden sich in der Gewalt von Aida, die sich den Superior zu ihrer persönlichen Marionette gemacht hat (eine kleine Inversion von Ultron und Jocasta aus den Comics) und mit der Hilfe des Darkhold ihren großen Plan verfolgt, die S.H.I.E.L.D.-Agenten und vielleicht irgendwann die ganze Menschheit in einer Art Framework-Matrix zu versklaven.

Für Simmons und Daisy steht fest, dass sie ihre Freunde nur retten können, wenn sie selbst in die virtuelle Welt einsteigen, denn irgendwann versagen die Körper der „Eingespeisten“.

Scary New World

Doch die Welt, die sie dort vorfinden, stellt sich als Herausforderung dar, die schwer zu knacken sein dürfte. Daisy führt ein glückliches Leben mit ihrem Freund. Und nein, es ist nicht Lincoln, sondern Ward (Brett Dalton), der so wieder in die Serie geschrieben wird. Coulson ist ein Lehrer, der nun ein Leben als Zivilist hat und dabei genau anders herum tickt, als zuvor, denn er propagiert, dass Inhumans eine Gefahr sind. Fitz scheint eine große Nummer zu sein und ist mit einer geheimnisvolle Dame (Aida?) zusammen ist, während Simmons Tod ist. Kann sie dann überhaupt noch ins Framework oder schicken sie Daisy zunächst allein? Und May scheint glücklich zu sein als hohes Tier oder Anführerin von... Hydra?

Was ist denn hier los? Fragen über Fragen, die erst im April im dritten Arc beantwortet werden.

Fazit

Szenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.“
Szenenfoto aus der Episode „Self Control“ von „Marvel%26#039,s Agents of S.H.I.E.L.D.“ - © ABC

Die Episode Self Control ist eine der besten dieser vierten Staffel und des LMD-Handlungsbogens und präsentiert auf kurzweilige, spannende und unterhaltsame Weise eine Teilauflösung des Aida-Plot, hinterlässt aber gleichzeitig sehr viele offene Fragen, deren Antwort man am liebsten sofort erfahren möchte. So funktioniert ein guter Cliffhanger.

Man kann geteilter Meinung sein über das Comeback von Hydra und Ward und manche wünschen sich sicherlich, dass beides endlich mal zu den Akten gelegt wird. Doch ich bin zunächst optimistisch und denke auch an einen neuen Kontext in dem wir beides sehen werden. Gespannt kann man sein, wie lange das „Was wäre, wenn“ durchgezogen wird. Sicherlich nicht die kompletten verbleibenden Episoden der Staffel. Ob es darüber hinaus noch mit der Serie weitergehen wird, muss sich ebenfalls noch zeigen. Die Quoten entwickeln sich in besorgniserregende Regionen und mit Inhumans hätte man einen potentiellen Marvel-Nachfolger bei ABC in den Startlöchern. Aber warten wir erst einmal ab, bevor wir Mephisto an die Wand malen. Vielleicht taucht der Teufel durch die VR-Welt gemeinsam mit dem Ghost Rider noch einmal auf. Im letzten Arc der Staffel scheint alles möglich.

Teaser zur nächstes Folge und dem Arc „Agents of Hydra“. Diesmal allerdings nur zur Figurenrückkehr:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 22. Februar 2017

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x15 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 15
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x15)
Deutscher Titel der Episode
Kontrolle
Titel der Episode im Original
Self Control
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 21. Februar 2017 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 20. Oktober 2017
Autor
Jed Whedon
Regisseur
Jed Whedon

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x15

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?