Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x14

© zenenfoto aus der âMarvel's Agents of S.H.I.E.L.D.â-Episode âThe Man Behind the Shieldâ / (c) ABC
The Man Behind the Shield, die neue Episode der ABC-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. ist eine dieser Episoden, die ĂŒber lange Zeit relativ normal und unspektakulĂ€r daherkommen. Dann aber wird sie mit einer Wendung versehen, die allerhand auf den Kopf stellt. Ich war schon versucht die Folge als âeher nettâ und kleinen DurchhĂ€nger abzuschreiben und ich stehe dazu, dass ich sie als die womöglich vermeintlich langweiligste dieses LMD-Arcs empfinde, doch das Ende hat es wieder einmal in sich.
Sparring im Framework

Die Agenten erhalten diesmal jeweils eine Tour in Fitz' (Iain De Caestecker) Version des Frameworks, dem virtuellen Trainingsprogramm fĂŒr S.H.I.E.L.D., wo Coulson (Clark Gregg) und Daisy (Chloe Bennet) sich auf die Nase geben. Da man dort auch Schmerz fĂŒhlen kann, verhindert Fitz, dass Coulson die volle Quake-Power spĂŒrt. Radcliffe (John Hannah) hat eine viel weitreichendere und mĂ€chtigere Version dieser virtuellen Welt gebaut, die das Team nun aufspĂŒren möchte, um die enfĂŒhrte May (Ming-Na Wen) zu finden. Director Mace (Jason O'Mara) wurde derweil nach Alaska geschafft, wo sich der Superior Anton Ivanov (Zach McGowan) um sein âWohlâ kĂŒmmert, wĂ€hrend Coulson dessen Serienkillerwand mit den typischen roten PfĂ€den vorfindet, die ihm gewidmet ist und ihn an eine alte Mission erinnern soll.
Der Superior plant offenbar ein groĂes Ding, wofĂŒr er Radcliffes volle Aufmerksamkeit braucht und keine AusflĂŒchte in die Fantasywelt, in der er seine Ex-Freundin Agnes (Mallory Jansen), die Vorlage fĂŒr Aida, digital verewigt hat. Aida ist zwar damit instruiert fĂŒr ihn zu sprechen, doch der altmodische Russe will Radcliffe sprechen, der ihm aber versichert, dass alles nach Plan lĂ€uft, nĂ€mlich nach seinem, wie sich noch herausstellen soll.
Not quite a superior aka cool origin story, bro

Der Superior ist nĂ€mlich nur ein Mittel zum Zweck, das zwar groĂe Reden schwingen darf, aber insgesamt eine ganz kleine Nummer ist und sich in Rachefantasien und Verschwörungstheorien flĂŒchtet. So kommt auch seine Obsession mit Coulson zustande, die in Flashbacks zu einem Einsatz erzĂ€hlt wird, bei dem Coulson noch ein Agent Level 4 war und May Level 3. FĂŒr Coulson ist das nur einer von vielen EinsĂ€tzen, der aber im Kontext der Episode zweifach an Bedeutung gewinnt: einerseits, weil es die âtraurige Herkunftsgeschichte des Superiorâ ist, die Autoren uns aber andererseits auch die ersten Flirtversuche zwischen Coulson und May per Retcon zeigen.
Wer sich gewundert hat, wie es zu diesem Paar ĂŒberhaupt kommen konnte, das vor Staffel vier noch nicht als solches prĂ€sentiert wurde, kriegt also nun eine Rekontexualisierung, die zeigt, dass die Flirtereien offenbar schon parallel zu ihrem Beziehungsbeginn mit Andrew (Blair Underwood) stattgefunden haben. Das kann man so machen, ist aber nicht immer unbedingt elegant und wirkt im schlimmsten Fall erzwungen. Aber was haben die Kreativen in Staffel vier noch groĂ zu verlieren? Zumal Philanda eigentlich ganz gut als Paar passen wĂŒrde, wenn sie das denn auch sein dĂŒrften und man nicht Roboter zwischen sie kommen lieĂe.
Das Problem am Superior wird von Coulson ziemlich treffend und humoristisch zusammengefasst: Er ist ein Niemand, den Coulson bald wieder vergessen wird, weil er eben nur gröĂenwahnsinnige Anwandlungen hat und ein Red Shirt ist. Anders verhĂ€lt es sich bei Daisy, die die Wild Dogs, deren Drahtzieher er ist, schon seit Monaten verfolgt. Wie sich nun herausstellt, handelt es sich dabei nur um verwirrte Rassisten, die der Superior fĂŒr seine Zwecke einspannt und so nebenbei die Intoleranz gegen die Inhumans schĂŒrt. Demnach macht Daisy auch recht schnell kurzen Prozess mit ihm und begrĂ€bt ihn unter Gestein, wobei man sich schon wundert, warum er dort einfach liegen gelassen und nicht mitgenommen wird. Doch die ErklĂ€rung folgt spĂ€ter.
Mace sprengt die Ketten
Ein wenig nit picking möchte ich an dieser Stelle auch bei Mace betreiben, denn ein so muskulöser Typ wie er, der seine Ketten sprengen kann, wird vom Superior so leicht ĂŒberrumpelt? Klar, er ist wahrscheinlich durch Folter und Schlafentzug noch angeschlagen, aber dann hĂ€tte man vielleicht nicht seinen muskulösen Astralkörper so sehr zur Schau stellen sollen, denn er ist ganz sicherlich kein HĂ€nfling wie ein Fitz.
Ein anderer Bulle, Mack (Henry Simmons) nĂ€mlich, spielt wieder einmal den kritischen Skeptiker, der selbst einmal das Framework probiert und gleich Fitz den schwarzen Peter in die Schuhe schiebt. Dabei kommen Argumente zum Einsatz, die auch Tony Stark wegen Ultron zu hören bekommen hat und die Fitz entsprechend nachdenklich stimmen, wobei er sich versucht zu rechtfertigen, weil man bei Erfindungen nie weiĂ, welches Schindluder spĂ€ter damit betrieben werden kann - er nennt ElektrizitĂ€t und den elektrischen Stuhl als Beispiel. SpĂ€ter versucht Freundin Jemma Simmons (Elizabeth Henstridge) in seinem Sinne zu argumentieren und hĂ€lt eine flammende Ansprache, die ihn dazu motiviert, seine Schandtaten ungeschehen zu machen.
Als Mace sich weigert S.H.I.E.L.D. abzuschwören, lĂ€sst der Superior Mace frei, damit sich seine Kameraden um ihn kĂŒmmern. Der bullige Mack kommt glĂŒcklicherweise nach einiger Zeit hinzu um ihn zu retten und wird von Coulson unterstĂŒtzt. Es sieht so aus, als könnten die drei gemeinsam entkommen, doch der Schein trĂŒgt gewaltig.
LMD-Alarm
Fitz und Simmons versuchen derweil mehr ĂŒber Radcliffes Framework herauszufinden, es lĂ€sst sich aber nicht so ohne Weiteres verorten und wechselt dank Darkhold-Kraft zudem von GerĂ€t zu GerĂ€t, je nachdem, wo es benötigt wird.
Kurzzeitig sieht es so aus, als wĂ€re die Mission erfolgreich, auch wenn May nicht aufgespĂŒrt werden konnte, doch dann bemerkt Simmons, dass mit dem zeitlichen Ablauf der Mission etwas nicht stimmt, denn es gibt Ungereimtheiten mit der Teamerreichbarkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt. AuĂerdem wurde der LMD-Alarm abgeschaltet und ein Report gelöscht - und zwar von Coulson. Offenbar wurde wĂ€hrend der Mission das gesamte Quartett durch LMDs ersetzt und nur Fitz und Simmons sind da, um etwas dagegen zu tun (wie genau, mĂŒssen wir noch sehen). Gleichzeitig erweckt der Fake-Coulson die Fake-May aus ihrem Stand-By-Modus.

Durch diesen Twist erinnert die Story gerade ein wenig an das Marvel-Crossover âSecret Invasionâ, wobei dort einige Figuren aus dem Marvel-Universum durch die gestaltwandlerischen Aliens namens Skrulls ausgetauscht wurden.
Wie Aida gegenĂŒber dem schwer verletzten Superior andeutet, der auch nur eine weitere Marionette im groĂen Plan ist, haben sie und Radcliffe nun die FĂŒhrungsriege von S.H.I.E.L.D. komplett in ihrer Gewalt, was sie auf politischer Ebene schon einmal sehr mĂ€chtig macht. Was genau ihr Plan ist, erfahren wir wohl in der kommenden Folge, die wahrscheinlich diesen Handlungsbogen abschlieĂt, weil die Serie dann eine lĂ€ngere Pause einlegt.
Fazit

So ĂŒberlegen war der Superior also doch nicht. Er ist insgesamt wieder nur ein sekundĂ€rer Schurke, mit dem kurzer Prozess gemacht wird. Immerhin ĂŒberschattet er so nicht die ohnehin faszinierendere Aida-und-Radcliffe-AI-Kombo, die bald ihren groĂen Plan mit den ausgetauschten S.H.I.E.L.D.-AnfĂŒhrern umsetzen möchten.
Wirklich vielversprechend ist die Tatsache, dass FitzSimmons nun damit beauftragt werden, den Tag zu retten. Vielleicht gibt es ja UnterstĂŒtzung von Yo-Yo oder Joey oder einigen anderen Inhumans, die wir schon lĂ€nger nicht mehr gesehen haben.
Trailer zur Episode Self Control der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (4x15):
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 15. Februar 2017Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x14 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x14)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x14
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