Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x19

© zenenfoto aus derâMarvel's Agents of S.H.I.E.L.D.â-Episode âFailed Experimentsâ / (c) ABC
Der Endspurt von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. zeigt wieder einmal, welche Reserven und kreative HöhenflĂŒge die Autoren aus der Serie herausholen können, wenn sie denn wollen und man sich auf das Staffelende zubewegt. Da kann man einige leichte AusfĂ€lle nach unten im Mittelteil der Staffel durchaus einmal verschmerzen. Failed Experiments ist wieder einmal ein Highlight, das zudem eine neue Partei in die Schlacht ziehen lĂ€sst, die ich persönlich fĂŒr kinoexklusiv gehalten habe.
Origin of Hive
Die Eröffnungsszene erzĂ€hlt dabei, wie aus Hive sein spĂ€teres böses Ich werden konnte. Geschickt fĂŒhren die Autoren die Comickenner hier an der Nase herum, da man aufgrund des in den USA startenden „The First Avenger: Civil War“ annehmen könnte, dass es sich hier um einen jungen T'Challa handeln könnte. Doch vielmehr sehen wir den von einem primitiven Volk stammenden jungen Hive, der von den Kree entfĂŒhrt und fĂŒr ihre Experimente missbraucht wird. Die erste Terriginese erinnert dabei ein wenig an die Qualen des Anakin Skywalker bei seiner Darth-Vader-Werdung oder aber, um im Marvel-Cinematic-Universe zu bleiben, an Projekt T.A.H.I.T.I und Phil Coulson (Clark Gregg).
Dabei war er nur einer von vielen, die durch den Prozess gingen. Nun will er den Hydra-Rest auch âbelohnenâ und sie zu seinesgleichen machen. DafĂŒr hat er bekanntlich eine ganze Stadt und Dr. Radcliffe eingekauft. Doch wie sich herausstellt, ist genau dieser oder seine Handlungsfreude der Grund, warum das Experiment fehlschlĂ€gt. Man braucht fĂŒr die Prozedur nĂ€mlich Blut eines lebendigen Kree und das von Hive/Ward ist dafĂŒr nicht geeignet. Ergo: Hydra-Bosse tot. Das sorgt dafĂŒr, dass der Schurke bald zu einem Notfallplan greift und seine alten Ăngste konfrontiert.

LebensmĂŒder Lincoln
Lincoln (Luke Mitchell) ist nicht nur blind vor Liebe, sondern auch bereit sein Leben zu riskieren, um Daisy (Chloe Bennet) aus den FÀngen Hives zu holen. Doch dabei vergisst er, dass das S.H.I.E.L.D.-Team ganz Àhnlich tickt und sie alle die Ex-Skye sogar noch lÀnger und inniger kennen als er. Der Gegner ist zudem unberechenbar und gefÀhrlich, weswegen AlleingÀnge tragisch enden könnten. May (Ming-Na Wen) macht ihm das unmissverstÀndlich klar und setzt ihn auf die Ersatzbank.
Fitz (Iain De Caestecker) und Simmons (Elizabeth Henstridge) diskutieren derweil ĂŒber ihr Mittel, um Inhumans von Hives Einfluss zu heilen, doch sie brauchen dazu einen lebendigen Inhuman als Versuchskaninchen - Lincoln springt sofort auf und meldet sich freiwillig. Dabei erhĂ€lt er jedoch massiven Gegenwind von Coulson und auch von Simmons, wĂ€hrend Fitz eine Chance sieht.
Der in Ăberwachungsaufnahmen vertiefte Coulson entdeckt Daisy bald in South Wyoming und findet heraus, das sich Malick und Hive dort eingekauft haben. Mack (Henry Simmons) möchte die Gelegenheit sofort beim Schopfe packen, doch Coulson, der schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, sich von seinen Emotionen treiben zu lassen, fordert ihm Geduld ab. Mack glaubt nĂ€mlich, dass das ein Zeichen von Daisy ist, die gerettet werden will, doch gegenĂŒber Fitz hat sie schon mehr als deutlich gemacht, dass sie es ernst meint und in Ruhe gelassen werden will. Die Good Guys wĂ€ren aber nicht die Good Guys, wenn sie es nicht versuchen wĂŒrden. Darum möchte Coulson lieber einen direkten Kill Strike versuchen, wobei allerdings nicht feststeht, ob die Waffenmittel dazu reichen.
Die Schwarmphilosophie
Hive (Brett Dalton) schwadroniert gegenĂŒber seiner Helferin/Dienerin Daisy darĂŒber, dass er den Kriegsapparat eigentlich ablehnt, fĂŒr den S.H.I.E.L.D. in seinen Augen steht. Vielmehr möchte er eine kollektivere Philosophie leben, die sich nicht um die gegenseitige Verstörung, sondern wohl eher um eine Assimilierungspolitik dreht, vergleichbar mit den Borg in Star Trek: The Next Generation. Das „Namedropping“ des Civil War und von Iron Man und Captain America dĂŒrfte nicht umsonst sein, steht doch bald noch eine Art Crossover zwischen Film und Serie an. Aber auf diese Individualisten steht Hive ja ohnehin nicht, wie es bisher scheint. Allerdings sehen wir, dass die kontrollierten Inhumans zwar seiner Direktive folgen, aber immer noch ihre eigenen Charaktereigenschaften haben, wenn auch in etwas extremerer FĂ€rbung (siehe Daisy und James in dieser Folge).

Radcliffe will nach dem schiefgegangenen ersten Experiment unbedingt derjenige sein, der es erfolgreich ĂŒber die BĂŒhne bringt und bittet den wĂŒtenden Hive damit fortfĂŒhren zu dĂŒrfen. Somit wird der Wissenschaftler nun endgĂŒltig zum verrĂŒckten Professor.
Schwarmangriff
S.H.I.E.L.D. macht derweil die Red Shirts startklar, die gemeinsam mit May und Mack in die Schlacht ziehen sollen und wohl aufgrund fehlender Alternativen zum Einsatz kommen. Immerhin - so viel kann man schon hier sagen - stirbt keiner von ihnen als Kanonenfutter, stattdessen nutzt man sie aber, um sie geschockt auf die Ankunft gewisser anderer Wesen reagieren zu lassen. Mack brieft das Team und gibt ihnen das beste, was S.H.I.E.L.D. im Gadget- und Waffenbereich zu bieten hat, ist aber selbst emotionsgesteuert und will seine Partnerin versuchen zu bekehren. Er glaubt nĂ€mlich, dass er etwas hĂ€tte merken mĂŒssen, als seine Partnerin von Hive ĂŒbernommen wurde und will das nun wiedergutmachen. May könnte einen Friseursalon eröffnen, so oft wie sie den MĂ€nnern der Serie in letzter Zeit in Punkto Daisy die Köpfe waschen muss. Nach Coulson, Lincoln und nun auch noch Mack.
Simmons glaubt hingegen, dass Daisy gar nicht wollen wĂŒrde, dass jemand sein Leben so fahrlĂ€ssig fĂŒr sie aufs Spiel setzt. Aber ist das nicht gerade, was das Team immer wieder aufs Neue fĂŒr die Kameraden macht? Und was vor allem Fitz und Coulson auch fĂŒr Gemma auf Maveth getan haben?
Lincoln jedenfalls hat genug von den Bevormundungen und Diskussionen und spritzt sich kurzerhand das experimentelle Heilmittel, wobei er ein paar Computer röstet und wieder mal viel zu unĂŒberlegt handelt. Zwar hat er auch medizinische Expertise, ist aber nicht Fachmann genug, wie Simmons, um das Mittel zu verstehen respektive bemĂŒht sich unzulĂ€nglich um Nachfragen. Er grillt nĂ€mlich nicht nur das Equipment, sondern auch sein Immunsystem. Simmons hĂ€tte nĂ€mlich in seinem Kopf nachbohren mĂŒssen, um dort Proben zu entnehmen.
50 Shades of Dark Daisy

Dass Daisy nicht ganz von Hive vereinnahmt ist, merkt der Zuschauer beim AbhĂ€ngen in der Bar, wo James sie anflirtet, ihre GefĂŒhle zu Lincoln aber durchscheinen. Wollen die Autoren vielleicht auf eine Disney-Lösung hinsteuern, bei der die Liebe eine Heilung fĂŒr den âZauberâ des Schurken darstellt? Die Inhuman-Dame bleibt in gewissen Punkten allerdings aktuell unheilbar verblendet. Beispielsweise bringt sie das GesprĂ€ch mit James dazu die Kollegen auch zu Inhumans machen zu wollen.
James erweist sich als Plappertasche und verrÀt May als sie in der Bar erscheint, mehr als er sagen sollte. ZunÀchst hatte ich kurz den Eindruck, dass er ein bewusst eingeschmuggelter S.H.I.E.L.D.-Spitzel ist, doch dieser Verdacht verwÀssert bald und wird vom geheimen Angriffteam bestmöglich ausgenutzt.
Daisy wird bald von Hive herausgefordert und soll nun beweisen, ob sie ihrem alten Team noch treu ist oder nicht. Sie scheint bereit ihnen das Herz auszureiĂen, doch Hive hat ganz andere PlĂ€ne. Er hat das aktiviert, was sein Untergang sein kann und das stellt sich als Notfallsignal an die Kree-Reaper heraus, auf deren Blut er es nun abgesehen hat und denen er sogar ein paar Artgenossen opfern wĂŒrde.
The Kree are coming
Die Kree-Krieger kommen also tatsĂ€chlich auf die Erde und wollen weitere Testobjekte sammeln, um aus diesen Soldaten zu machen. Dabei handelt es sich um Hives gröĂte Angst und eine harte Probe fĂŒr seine gesammelte Macht. Dass nicht jeder ihnen gewachsen ist, stellen wir fest, als Alisha (Alicia Vela-Bailey) dem blauen Krieger zum Opfer fĂ€llt - oder zumindest zwei Versionen von ihr.
Dieser Alienbedrohnung ist das S.H.I.E.L.D.-Team nicht gewachsen, weswegen das eine Inhuman-Angelegenheit ist und Coulson den Befehl gibt auf Distanz zu bleiben. Doch das beachtet Mack nicht und will Daisy suchen. Ihr Kree stellt sie kurzzeitig vor eine Herausforderung, deren Knochen und WirbelsÀule sie aber zerschmettert. Man kann darauf gespannt sein, ob und wie Daisy nach diesem mörderischen Schurkenexkurs je rehabilitiert werden kann oder ob sich das Autorenteam tatsÀchlich traut sie sterben zu lassen.
Vielleicht ist es aber auch der Tod, der den Hive-Einfluss erst kappt. Mack versucht kurz danach sie mit Vernunft zu ĂŒberzeugen, doch sie kontert alles was er sagt auf ziemlich fiese und gehĂ€ssige, aber teils auch sehr treffende Weise. Der Tiefschlag ĂŒberhaupt ist dabei die ErwĂ€hnung von Bobbys Abgang und noch viel hĂ€rter: der Big-Bro-Kommentar. Mack rĂ€cht sich damit, dass er den erlegten und angezapften Kree desintegrieren lĂ€sst, womit Hive und Co wieder am Anfang stehen.
Hive ist ebenfalls mit einem Kree zugange, der auch gut mithalten kann, vielleicht aus dem 1.000 Jahre alten Respekt und der ZurĂŒckhaltung Hives, der ĂŒberlegt hat, wie er seinen Peinigern das zurĂŒckzahlen sollte. Im Endeffekt blĂŒht dem Kree das gleiche Schicksal wie dem menschlichen GegenĂŒber und Hive saugt dessen Lebensenergie aus. May muss feststellen, dass konventionelle Schusswaffen und auch schwerere GeschĂŒtze ihm nichts ausmachen, weil er sich davon durch seine Selbstheilungskraft in wenigen Sekunden erholen kann. Somit sollten sie Coulsons Ratschlag beherzigen und rennen was das Zeug hĂ€lt.
Drain Me
Daisy prĂŒgelt wĂ€hrenddessen Mack windelweich und macht keinen Halt, ehe May auch hier eingreift und eine fliegende Fluchtzelle von S.H.I.E.L.D. anfordert, wĂ€hrend sich Hive um die lĂ€dierte Daisy kĂŒmmert. Die Hoffnung auf ein Mittel gegen Hive sinkt kontinuierlich, denn laut Simmons hilft auch das von ihr entwickelte Mittel nicht, da es nicht funktioniert.
Hive selbst ist angefressen, wie sich die Situation entwickelt hat, S.H.I.E.L.D. haben die Kree-Körper eliminiert und Daisy wirkte ihm zu weich und zurĂŒckhaltend, doch dann fĂ€llt ihr ein, dass sie selbst Kree-Blut in ihrem Körper hat und bietet ihm nun diese Möglichkeit an, um seinen Plan umzusetzen. Ward erinnert sich daran. Das heiĂt aber auch, dass es bei Coulson Ă€hnlich sein muss. Vielleicht ist er also auf Seiten S.H.I.E.L.D. die Lösung, um das Heilmittel doch noch zu reparieren. Fest steht, dass S.H.I.E.L.D. aktuell sonst die Optionen auszugehen drohen, wobei eine noch in einer Zelle schlummern sollte...
Fazit

Seit ein paar Folgen, genauer gesagt der 17. der Staffel, ist bei Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. ein nun fast typisches PhĂ€nomen zu beobachten, dass so auch schon bei Staffel 2 und 3 aufgetreten ist. Im letzten Staffeldrittel dreht die Serie komplett auf und prĂ€sentiert eine Reihe von Folgen, die spannend, actionreich, dĂŒster und dramatisch sind. Selbst der sonst ĂŒbliche Humor wird ein wenig zurĂŒckgefahren.
Ich habe langsam den Eindruck, dass das ein normaler Prozess ist, wenn die Macher die Serie ĂŒber 22 Folgen erzĂ€hlen mĂŒssen, denn dann scheint es nicht unĂŒblich zu sein, dass ab und an auch mal ein paar FĂŒllerepisoden oder HĂ€nger passieren (in dieser Staffel beispielsweise ein paar Handlungsbögen rund um Hunter). Failed Experiments ist fĂŒr mich hingegen wieder eine sehenswerte und faszinierende Episode mit einer starken Chloe Bennet und einem tollen Brett Dalton, die den anderen die Show stehlen.
Serientrailer zur Episode Emancipation der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (3x20):
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 4. Mai 2016Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x19 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x19)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x19
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?