Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x14

Nachdem sich Bobbi und Hunter in der letzten Episode von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. verabschieden mussten, stehen in der Folge Watchdogs nun einige Dinge auf dem Prüfstand.
Bro-Timeout
Mack (Henry Simmons) nimmt sich eine kleine Auszeit, um sich um seinen Bruder Ruben (Gaius Charles) zu kümmern, der über den Beruf seines großen Bruders, den er mit seinem Kosenamen Alphie anspricht, ebenso wenig weiß, wie der über dessen private Probleme. Zeit also für eine längst überfällig Aussprache. Mack hilft ihm bei der Reparatur seines Motorrads und es tut ihm leid, dass er seinen Job verloren hat. Er lässt sich etwas darüber aus, dass auf der Arbeit ständig neue Gesichter erscheinen und Vertraute dafür verschwinden. Im Herzen ist Mack eben doch ein kleiner Konservativer, aber keiner, der nicht von neuen Ideen überzeugt werden könnte. Sein Bruder sitzt auf dem Trockenen - und zwar auf mehreren Ebenen. Kein Job, keine Perspektive und die Hypothek belastet ihn zusätzlich. Vielleicht sollte er also, wie Mack es vorschlägt, das Hobby zum Beruf machen und eine Karriere als Koch anstreben.
Der Urlaub wird jäh unterbrochen, als eine militante Hackergruppierung namens „Watchdogs“ eine ATCU-Einrichtung angreift und zum Implodieren bringt. Aufgrund des Abgangs von Bobbi und Hunter muss Mack also ran. Daisy (Chloe Bennet) kennt besagte Gruppe auch, so hasserfüllt wurden sie aber erst nach den Ereignissen in New York und Sokovia aus „Avengers 1“ und „Avengers 2“. Passend zum neuen Auftrag erscheint auch Lincoln wieder, der von S.H.I.E.L.D. evaluiert wurde. Statt aber mit Daisy ins Feld zu gehen, schickt Coulson (Clark Gregg) sie und Fitz (Iain De Caestecker) los.
Am Tatort angekommen findet Fitz heraus, dass das explosive/implosive Material - Nitromine - S.H.I.E.L.D. sehr geläufig ist (Zuschauer von Marvel's Agent Carter kennen es natürlich auch), während Daisy - so wie wahrscheinlich der Gelegenheitszuschauer - nur noch Bahnhof versteht, als Mack und Fitz zum Technobabble wechseln. Thank you, Nerd-Herd und danke für diese kleine Chuck-Anspielung, liebe Autoren. Bald schon wird der Mann dahinter offenbart: Felix Blake (Titus Welliver), den Deathlok (J. August Richards) damals schwer verletzt hat. Er scheint sich nun gegen S.H.I.E.L.D. zu stellen.

Um mehr zu den Absichten der Watchdogs zu erfahren, möchte Daisy einen davon ordentlich mit ihren Kräften einschüchtern. Das findet Mack aber gar nicht so gut und macht schnell einen Nazi-Vergleich. Man merkt, dass, je näher „The First Avenger: Civil War“ kommt, auch bei „MAoS“ die Lager gespalten werden. Oft ist dabei Daisy als Inhuman im Mittelpunkt, die ihr Volk verteidigen und schützen will. Da Mack diese Möglichkeit nicht hat und es sich wahrscheinlich um Normalos handelt, will er damit vorerst nichts zu tun haben, während Fitz von Daisy ungefragt involviert wird.
Mack ertappt kurz danach seinen Bruder, der Trost im Alkoholkonsum sucht und aufgrund seiner anhaltenden Schicksalsschläge prädestiniert für die Propaganda der Watchdogs oder ähnlicher Gruppierungen ist, die so ihre Unterstützer um sich sammeln. Genau das will Mack verhindern, ohne ihm aber je offenzulegen, was er eigentlich selbst beruflich macht. Später lässt Mack auch ihn allein, hinterlässt aber alle wichtigen Teile, um das Motorrad fertigzustellen.
Heilung oder Tod?

May (Ming-Na Wen) besucht Simmons (Elizabeth Henstridge) beim Schusstraining, denn die plagt immer noch Schuldgefühle, weil sie Lash/Andrew rausgelassen hat, um zu überleben - nur kostete das einige Inhumans das Leben. Doch May zufolge ist das nicht ihre Schuld.
Gemeinsam wollen sie den flüchtigen Inhuman suchen, doch Mays Strategie ist zu spionagelastig, wie Simmons ihr versichert, agiert Lash doch instinktgetrieben, weswegen man hier anders handeln muss als sonst. Stellt sich noch die Frage, was May mit ihrem Ex tun möchte, wenn sie ihn findet. Ohne groß zu überlegen antwortet sie, dass sie ihn diesmal endgültig töten möchte. Doch Simmons gibt ihr die Option der Heilung, denn Lash/Andrew (Blair Underwood) befindet sich noch in der Übergangsphase zwischen Mensch und Inhuman, wie man an seinen Verwandlungen sehen kann. Deswegen könnte auch das Heilmittel, das aus Creels Blut entwickelt werden konnte, eventuell bei ihm anschlagen. Doch May möchte diese Hoffnung gar nicht als Option haben - noch nicht zumindest. Denn wenn die Autoren so etwas so früh einbringen, kann man fast davon ausgehen, dass es im weiteren Verlauf noch eine Rolle spielen wird.
Coulsons Test
Coulson nimmt Lincoln (Luke Mitchell) persönlich unter seine Fittiche, denn er möchte sehen, ob die Evaluation Recht hat, die besagt, dass er eher für Daisy als für die Sache dabei ist, weswegen sein Engagement bei S.H.I.E.L.D. hinterfragt wird. Problematisch sind auch seine Kontrollverluste, seine Tendenz zu Wutausbrüchen, seine Befehlsverweigerung und seine Alleingänge. Eigentlich eine ziemlich lange Liste, die Coulson da im Einsatz testen will, also verfolgen auch die beiden eine Spur zu Blake. Bislang hat Coulson alle Agenten eigenhändig geprüft, bis auf ihn, wobei er natürlich auch nicht unfehlbar ist - siehe Ward. Aber nun, wo das Ausscheiden von Bobbi und Hunter dem Team in den Knochen steckt, will er keine unnötigen Risiken wagen.
Die beiden kriegen Blake auch tatsächlich zu Gesicht, doch Coulson ahnt, dass etwas nicht stimmt, denn es ist üblicherweise nicht sein Stil, Zeit zu schinden. Dabei wird Lincolns Geduld und Toleranz arg auf die Probe gestellt, denn Blakes Welt ist seit seiner Verletzung komplett verändert: Aliens, Killerroboter und Superwesen überall. Früh hatte ich den Verdacht, dass hier mit einem Hologramm gearbeitet wird - und das stellt sich auch als richtig heraus, als Lincoln den ultimativen Test von Coulson, nämlich die Killorder, erhält. Aber Lincoln zögert und versichert sich noch einmal, ob er es ernst meint, nur um dann mit halber Kraft zu attackieren, weil sein Gegner eben ein Mensch und nicht Lash ist. Test also bestanden.
Der naive Little Mack

Daisy konfrontiert einen Watchdog-Sympathisanten mit ihren Kräften und versucht so an weitere Informationen zu kommen. Gemeinsam mit Fitz nimmt sie ihn dann als Geisel. Dabei demonstriert sie ihm, dass auch unscheinbare Frauen mit immensen Kräften ausgestattet sein können.
Als es dann ernst wird, versaut Little Mack mit seinem lauten Motorrad fast den Plan, weswegen der echte Mack auch vorschlägt sich zurückzuziehen, weil es zu viele Angreifer sind. Doch Daisy hält davon wenig und will trotzdem ihr Glück versuchen und Blake finden. Bauen die Autoren hier ein Muster auf, dass Inhumans allgemein hitzköpfig und impulsiv sind? Lincoln, Daisy und ja auch Lash handeln teilweise sehr spontan oder aggressiv und müssen eher zur Rücksicht genötigt werden. Mal sehen, ob das ein Muster bleibt oder nur hier so sehr betont wird.
Daisys Handlung sorgt dafür, dass Fitz von der Sprengstoffkomponente erwischt wird, die von Blake verändert wurde. In der S.H.I.E.L.D.-Zelle versucht Daisy dann also ihr Möglichstes, um ihren Kollegen zu befreien, wobei auch die Geisel zum Sprechen gebracht werden soll, indem ihr mit dem Passivtod durch Implosion gedroht wird. Durch ein kleines semantisches Detail kommt Fitz auf die Lösung seines Problems.
Mithilfe Eissprays wird der Wissenschaftler behandelt und, siehe da, es klappt. Das Hologramm ist nur eine Ablenkung, genauso wie der Sympathisant, denn die Watchdogs greifen bei Macks Bruder an. Daraus ergibt sich auch meine Lieblingsszene der Episode: die beiden Macks gegen die Angreifer. Ich schreibe dabei ganz bewusst „Lieblingsszene“ und nicht etwa „beste Szene“, weil der Aufbau stellenweise etwas merkwürdig erscheint. Ruben übernimmt nämlich die Perspektive des Zuschauers und fragt naiv nach, was Big Mack die ganze Zeit tut. Das ist deswegen okay, weil der kleine Bruder immer noch nicht den geringsten Schimmer hat, womit der Big Bro eigentlich sein Geld verdient. Allerdings gefällt mir das taktische Vorgehen des Agenten, der sich auf seine Ausbildung verlässt, obwohl er eigentlich hauptberuflich Mechaniker ist. Das Ganze wirkt im positiven Sinne wie ein Videospieltutorial und das Teamwork, das sich darin entwickelt, weiß auch zu gefallen.

Mack glaubt etwa, den Vorteil auf seiner Seite zu haben, als er zwei Angreifer draußen sieht, wird aber doch angeschossen, nur um durch seine Improvisationsfähigkeiten zu glänzen (Stichwort: Shotgun Axe!). Und alle so: „Yeah!“ Ruben erfährt durch Daisy, dass er Teil von S.H.I.E.L.D. ist und plötzlich wird ihm einiges klarer. Außerdem versorgt er Daisy mit Spitznameninsidern, womit die ihren Partner, wenn er wieder aufwacht, aufziehen kann.
Alles nur eine Ablenkung
Schlussendlich entpuppt sich die gesamte Attacke nur als weitere Ablenkung von Malick, der über seinen Inhumanhelfer eine Rakete abtransportieren lässt und dabei derjenige ist, der mit Blake kooperiert. Allerdings sitzt der im Rollstuhl und will sich eine Armee aufbauen - jedoch eine menschliche. Ob Hydra, Inhumans und die militanten Menschengruppen wirklich für ein größeres Ziel zusammenarbeiten werden, muss sich zeigen. S.H.I.E.L.D. wird aber alles tun, um die Pläne zu vereiteln.
Fazit
Watchdogs beleuchtet Macks Privatleben einmal näher, was durchaus erfrischend ist, auch wenn sein Bruder reichlich naiv dargestellt wird. Ich hätte den Autoren auch über weite Teile der Episode zugetraut, ihn als einen Teilnehmer oder Drahtzieher hinter dem Anschlag zu offenbaren. Ich bin freudig überrascht, dass man sich anders entschieden hat. Als Gaststar taugen sowohl Welliver als auch Gaius Charles sehr gut. Beide können gerne bald wieder reaktiviert werden.
Der Test von Lincoln ist ebenfalls ein netter Nebenstrang, der zeigt, dass man sich wohl doch auf seine Loyalität verlassen kann und diese nicht nur Daisy gilt. Wenngleich er noch nicht vor die explizite Wahl gestellt wurde... Was wäre also, wenn Daisy sich aus irgendeinem Grund vom Team trennt und ihr eigenes Unterteam bildet?
Auch das Team Simmons und May sorgt für einen soliden Nebenstrang, der das unvermeidliche Comeback von Lash vorbereitet und vielleicht auch ein Schlüssel gegen den Kampf mit Hive sein könnte.
Trailer zur nächsten Episode, Spacetime (3x15), der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 30. März 2016Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x14 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x14)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x14
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