Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x13

Es ist die große Bobbi- (Adrianne Palicki) und Hunter- (Nick Blood) -Revue, die die Autoren und Macher von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. uns in der Episode Parting Shot präsentieren - und das aus gutem Grund, wie man am Ende der Episode merkt.
Dabei verschachteln die Autoren die Episode mit Flashforwards und Flashbacks, die die Verhöre der beiden in russischer Gefangenschaft bei Interpol in Moskau zeigen. Es geht darum, dass drei ranghohe russische Politiker durch die Aktionen der beiden zu Tode gekommen sind. Natürlich ist der wahre Hintergrund aber sehr viel komplizierter.
Aus Bobbi und Hunter lässt sich jedoch die längste Zeit nichts herausholen, außer Essensbestellungen und Rezepte
Was macht Malick in Russland?
Das Zurückspulen auf Anfang zeigt uns, dass die beiden Malicks (Powers Boothe) Konvoy im Auge behalten, der zum Treffen mit dem Russen fährt, weil das russische Angebot im Raum steht, den Inhumans einen zentralen und angeblich sicheren Zufluchtsort zu ermöglichen. Dafür wird ein großes Waldareal plattgemacht, was verdeutlicht, wie riesig das Gelände ist. Malick hat natürlich Hintergedanken und bereits angedroht, dass er eine Inhumanarmee aufbauen will.
Bei der Beobachtung fragt Hunter seine Bobbi, ob die beiden jemals fernab von Missionen Urlaub gemacht haben, denn alles, was sie ihm erwidert, hatte irgendwie mit der Arbeit zu tun. Doch an Urlaub ist nicht zu denken, als sie erwischt werden und dann kurz so tun, als seien sie verirrte Touristen, nur um sich dann der Wachen zu entledigen.
Das S.H.I.E.L.D.-Team sammelt die beiden ein und die Teams werden neu aufgeteilt. Bobbi arbeitet mit Mack (Henry Simmons) und Daisy (Chloe Bennet) zusammen, während May (Ming-Na Wen) Hunter im Auge behält, weil sie ihm gegenüber immer noch Vorbehalte hat wegen der Sache rund um Andrew/Lash.

Die Mission wird sehr schnell sehr politisch, denn May und Hunter finden den Attaché des russischen Premierministers, was die Sache zum diplomatischen Alptraum machen kann. Vom Diplomaten aus der letzten Episode erfahren wir dann in dessen Hilfsgesuch an Malick, dass der Premierminister gegen den Zufluchtsort ist und dass der Verteidigungsminister selbst ein Inhuman ist und mit ihm im Clinch steht. Sehr interessant ist dabei der Aspekt, dass wir es mit dem ersten Politikerinhuman zu tun haben und Malick bei gewissen Verschleierungen und „Überzeugungsarbeiten“ helfen soll.
Greater Good?
Hunter und May haben unterschiedliche Auffassungen, was die Loyalität zur Organisation angeht, während May in größeren Dimensionen - und an das große Ganze - denkt, geht es Hunter um individuelle Loyalität und Vertrauen zu Freunden. Dabei ist ihm egal, ob auch S.H.I.E.L.D. auf der Verpackung steht. Darum weiß er auch nicht, ob er May wegen ihrer Interpretation bemitleiden oder deswegen traurig sein sollte.
Hohe Tiere
Tatsächlich kommt auch der russische Premierminister persönlich vorbei, wobei jedoch eine nicht näher definierte Inhumangefahr im Raum schwebt. Bald sieht das S.H.I.E.L.D.-Team aus erster Hand, worum es hier geht, denn der General kann eine Art Doppelgänger aus dunkler Energie erzeugen (Grüße an Marvel's Agent Carter) und sich so in den Schatten verbergen und sowohl den Attacken von Daisy als auch Bobbi entziehen. Man muss wohl nicht erst betonen, dass auch Mack da chancenlos ist, während selbst FitzSimmons diesmal keine Strategie haben.
Tricktechnisch gesehen kommen dabei einige schöne Actionszenen heraus, die ein wenig an den Spider-Man-Bösewicht Sandman erinnern.

Während der eine Teamteil sich um den Gegner kümmert, bringt Hunter den Prime Minister in Sicherheit und von den Kämpfern kann sich nur Bobbi auf den Beinen halten, die aber die richtige, wenn auch riskante und folgenreiche Idee hat: Sie erschießt den General und schaltet somit auch den Inhuman aus.
Internationaler Zwischenfall

Aufgrund der prekären Lage - immerhin wurden mehrere oppositionelle russische Politiker erschossen - und der inoffiziellen Tätigkeit von S.H.I.E.L.D. gibt es durch den Druck von ganz oben für Hunter und Bobbi keine andere Wahl, als die Konsequenzen zu tragen.
Das ruft selbst US-Präsident Ellis (William Sadler) auf den Plan, der nun in informellen diplomatischen Gesprächen mit seinem russischen Kollegen versucht, die Wogen zu glätten. Doch: Wie soll man der Öffentlichkeit erklären, was hier vorgefallen ist? Der russische PM ist uneinsichtig, so dass Coulson (Clark Gregg), der als ATCU-Berater vorgestellt wird, ein gutes Wort einzulegen versucht und bereits einen Fluchtplan schmiedet, der die beiden aus der Gefangenschaft boxt. Doch die sperren sich dagegen und akzeptieren das Schicksal, dass sie als offizielle S.H.I.E.L.D.-Mitglieder abdanken müssen und die volle Verantwortung tragen.
A Spy's Goodbye aka Parting Shot
Das war es dann also für Bobbi und Hunter - und prinzipiell könnten sie nun ihren Urlaub nachholen. Aufmerksame Fans der Serie wissen jedoch
Emotional findet jedenfalls der Abschied in der Bar statt, bei dem jedes Teammitglied wortlos einen Drink auf sie bestellt und sie dann tränenreich verabschiedet, zuletzt der Weggefährte Mack und dann Director Coulson. Sicherlich eine traurige Szene, die in aller schnulzigen Bandbreite einiges an Spielzeit eingeräumt bekommt.
Auf sich allein gestellt ist das eine schöne, bewegende Szene, wenn die Episode nicht irgendwie langatmig und unspektakulär wäre. Habe ich Bobbi und Hunter bei ihrer Einführung noch sehr wertgeschätzt, bin ich mittlerweile fast ein wenig froh, wenn sie wieder ihr eigenes Süppchen kochen. Denn die gewollte Emotionalität des Abschieds und vor allem die Gründe dafür konnten bei mir nicht ins Schwarze treffen. Formal verstehe ich sämtliche gezogene Konsequenzen, aber mein Herz wurde nicht berührt.
Malick Jr.
In der letzten Szene der Episode sehen wir dann Malicks Tochter Stephanie (Bethany Joy Lenz, One Tree Hill), die dazukommt, als ihr Vater ein paar Tontauben schießt. Sie weiß, dass ihr Papa in Russland nicht das bekommt, was er wollte. Ist aber auch über seine Geheimwaffe in Kenntnis gesetzt und freut sich schon darauf, It/Hive/Ex-Ward kennenzulernen. Liegt die böse Ader also in der Familie?
Fazit
Parting Shot will zwar eine große, emotionale und tränenreiche Episode von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. sein, schafft es aber bei mir nicht, den gewünschten Effekt zu erzielen. Wie das geht, wissen die Serienmacher eigentlich (vergleiche 4 oder viele FitzSimmons-Momente der jüngeren Vergangenheit). Diesen Status haben Bobbi und Hunter einfach in meinen Augen nicht erreicht. Auch sonst ist die Folge eher Mittelmaß, da kann auch der coole Kampf mit dem Inhuman nicht großartig viel herausreißen. Immerhin ist die stark politisch geprägte Komponente eine gelungene Abwechslung zum sonst eher heiteren Ton.
Trailer zur Episode Watchdogs (3x14) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 23. März 2016Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x13 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x13)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x13
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