Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x10

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x10

Mit der Episode Maveth verabschiedet sich Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. in den USA in die mehrmonatige Winterpause. Dabei gibt es den Abschluss einer Storyline, der aber gleichzeitig viele neue Fragen aufwirft.

Szenenfoto aus der„Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Episode „Maveth“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der„Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Episode „Maveth“ / (c) ABC

Die Episode Maveth der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. widmet sich dem Ausflug auf dem Planeten, auf dem Simmons (Elizabeth Henstridge) schon Monate verbracht hat. Im Auftrag von Hydra und dem Obermotz Malick (Powers Boothe) soll das dort heimische ĂŒbermĂ€chtige Wesen auf die Erde gebracht werden. Dazu wurde ein Team zusammengestellt, zu dem auch Ward (Brett Dalton) und Fitz (Iain De Caestecker) gehören.

Portal

Eigentlich ist es eine simple Rein-Raus-Mission. Das weiterhin namenlose „It“, das alle Besucher, die einen Fuß auf den Planeten gesetzt haben, eliminiert, soll auf die Erde kommen. Um dort... Ja was eigentlich? Ebenfalls alle Menschen zu töten? Das Ziel ist nicht ganz klar. Außer vielleicht, dass Hydra sich irgendeinen Machtvorsprung vorstellt. Sechs Stunden haben Fitz und Co Zeit, das Portal aufzuspĂŒren. Der S.H.I.E.L.D.-Agent will außerdem Will (Dillion Casey) ausfindig machen und ihn wieder mit Simmons vereinen. Fast ein wenig aus Zufall kann er sein unterirdisches Zuhause finden und mit MĂŒhe und Not Ward davon abhalten, ihn auf der Stelle zu erschießen. Dabei soll der ortskundige Will als FĂŒhrer fungieren, der den Weg zum großen Obermufti kennt.

Coulson (Clark Gregg), der von seiner kĂŒrzlich ermordeten Liebe Rosalind (Constance Zimmer) trĂ€umt, hat derweil ein Ziel: Rache an Ward. Doch dazu muss er erst einmal den Sturm ĂŒberstehen, der sich zusammenbraut. Zum GlĂŒck ist er ja auf Tatooine... Da haben sich die Macher eine schöne Star-Wars-Referenz erlaubt. Allerdings wissen wir nach dieser Folge weder genau, wo im Marvel-Universum wir wirklich sind, noch, was die wahre IdentitĂ€t des Feindes ist.

Director Mack macht die Ansagen

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Bei S.H.I.E.L.D. fragt sich der amtierende Director Mack (Henry Simmons), warum Bobbi (Adrianne Palicki) und Hunter (Nick Blood) daran gescheitert sind, Coulson von seinem waghalsigen Sprung durchs Portal aufzuhalten. Doch es brennt an allen Fronten: Im Strucker-Schloss befinden sich zahlreiche Inhumans, Malick und seine MĂ€nner sind ausreichend bewaffnet, um den S.H.I.E.L.D.-Flieger vom Himmel zu holen und außerdem befindet sich noch Simmons als Gefangene in der Gewalt der Terroristen. Also gilt Infiltration statt blinder Sturm. Mit dabei sind auch Lincoln (Luke Mitchell) und Joey (Juan Pablo Raba), letzterer in seiner ersten richtigen Mission, bei der er beispielsweise Stahltore aufschmelzen darf und an einer Stelle auch auf Daisy (Chloe Bennet) abgefeuerte Kugeln durch seine Kraft aufhalten kann.

Mit ein bisschen Teamwork lĂ€uft allerdings das meiste ohnehin wie am SchnĂŒrchen. Simmons kann sich aus ihren Handschellen befreien und lĂ€sst sich dabei von Andrew (Blair Underwood) einlullen. Denn er verspricht ihr, sie vor Hydra zu schĂŒtzen, wenn sie ihn freilĂ€sst, was er auch tut, indem er die Angreifer ausschaltet. Erst dann kommen auch May (Ming-Na Wen) und S.H.I.E.L.D. dazu, doch dann scheint es bereits zu spĂ€t zu sein, denn so einfach lĂ€sst sich Lash nicht mehr einsperren.

Lash auf freiem Fuß

Der Inhumankiller Lash ist somit wieder frei und tut, was er auch zuletzt getan hat. Alle anderen Inhumans töten, die ihm begegnen, auch wenn sie eigentlich neutralisiert und eingesperrt sind. Indirekt trĂ€gt also Simmons eine Mitschuld daran, da sie sich dazu entschließt, seinem Wort trotz ihres Vorwissens zu trauen.

Bobbi ist im Kampf gegen Hydra natĂŒrlich etwas gnĂ€diger und nimmt die Gefangenen fest. Als wieder einmal der telekinetisch begabte Mr. Giyera (Mark Dacascos) zuschlagen will, schalten Lincoln und Daisy ihn aus, wobei Lincoln auch den nĂ€chsten Schritt noch gehen möchte, woran ihn nur Daisy hindert. In dem Fall könnte man sicherlich eine Ausnahme machen, da er den Mord an Banks zu verantworten hat und sicherlich auch noch öfter zuschlagen könnte.

Zerstören oder erhalten?

Das S.H.I.E.L.D.-Team diskutiert derweil, ob man das Risiko eingehen sollte, das Hydra-Monster auf die Erde zu holen. Vor allem Lincoln ist gewillt, das gesamte Portalkonstrukt zu zerstören, doch der Rest will zunĂ€chst abwarten, bis die Freunde und Kollegen ihr Ziel erreicht haben. Mack will jedenfalls bis zur letzten Sekunde dableiben und zur Not sich selbst opfern, wenn es sein muss. Daisy beschließt, an seiner Seite zu verharren, wo sie das Portal entweder offenhalten oder womöglich ihre KrĂ€fte zur EindĂ€mmung nutzen kann. Malick gibt seinen MĂ€nnern derweil den Befehl zum RĂŒckschlag, worauf May und Co jedoch ebenfalls vorbereitet sind und die Basis spĂ€ter per Raketen plattmachen.

Ward und Will

Ward und Will, die sich meiner Meinung nach zumindest optisch sehr Ă€hneln, sind auf dem Portalplaneten derweil jeweils mit einer Begleitung unterwegs. WĂ€hrend Fitz und Will die Gunst der Stunde nutzen und das Team in die gefĂ€hrliche No-Fly-Zone locken können, kann Coulson Ward zu seiner persönlichen Geisel machen. Eine pikante Szene, die vorher noch heraussticht, ist die Beobachtung Wards bezĂŒglich des zweiten Bettes, wo er Fitz in Versuchung fĂŒhrt, bei Will selbst den Abzug zu drĂŒcken. Allerdings lĂ€sst sich Fitz wohl nie wieder auf seine Provokationen ein und rĂ€t ihm zum Erwachsenwerden.

Ward hat gegenĂŒber Coulson derweil den taktischen Vorteil, dass er die Missionsparameter kennt und beispielsweise weiß, wann das Portal wieder erscheint und wie man Fitz finden kann. Außerdem meint er, dass ihn dieser Planet verĂ€ndert und er seine Rachegedanken abgelegt habe. Wie viel davon allerdings bereits der Einfluss des bösen Wesens ist und wie viel tatsĂ€chlich auf eigenen Gedanken basiert, werden wir vorerst nicht erfahren. Seine Einsicht lautet, dass er Teil eines grĂ¶ĂŸeren Plans ist. Was genau das bedeutet, soll am Episodenende deutlicher werden.

Auch bei Will und Fitz ist lĂ€ngst nicht alles, wie es scheint. Denn Will bringt Wards Begleiter nach und nach um und benimmt sich auch sonst fragwĂŒrdig. SpĂ€testens, als er von den neun ehemaligen StĂ€dten des Planeten redet, die sich einen heftigen BĂŒrgerkrieg geliefert und sich somit gegenseitig zerstört haben, was er ja eigentlich nicht wissen können dĂŒrfte, verhĂ€rtet sich der Verdacht, dass es nicht der echte Will ist. Vielmehr hatte es Fitz die ganze Zeit ĂŒber mit der Inkarnation des „It“, also des großen Hydra-AnfĂŒhrers, zu tun. Will ist tot, seitdem Simmons den Planeten verlassen konnte.

Die „MAOS“-Autoren haben so eine Lösung fĂŒr die Liebesbredouille gefunden, in die sie Fitz und Simmons verwickelt haben. Fitz und Simmons können theoretisch zueinander finden, auch wenn es weiterhin eine große Portion Herzschmerz zu verarbeiten gibt, weil Will es nicht geschafft und sich heroisch geopfert hat. Die Dramatik bleibt also bei Bedarf erhalten, denn (ungewollte) Vergleiche mit Will sind möglich, auch wenn Fitz eigentlich alles fĂŒr Simmons in die Waagschale geworfen und sein Leben riskiert hat.

Game over fĂŒr Ward?

Als das Portal dann endlich da ist, macht Coulson zudem offenbar kurzen Prozess mit Ward, den er zuvor bereits zwei Mal angeschossen hatte. Was weder May noch Hunter oder Bobbi geschafft haben, bringt Coulson also fertig. Mit seiner Cyborghand beendet er das Leben Wards. Nach zweieinhalb Staffeln scheint es das also gewesen zu sein und irgendwie fĂŒhlt sich dieser Tod unbefriedigend an.

Dass Coulson derjenige ist, der die Befriedigung erhĂ€lt, das passt. Und da wir es mit einem von Körper zu Körper springenden Alienwesen zu tun haben - und auch in der finalen Szene sehen -, dass zumindest die körperliche HĂŒlle Wards weiterhin eine Rolle spielen wird, kann man davon ausgehen, dass wir ihn noch öfter sehen werden. Sehr wahrscheinlich wird es zudem noch irgendeine Form von Transformation oder IdentitĂ€tsoffenbarung geben, so war es ja auch bei Cal (Mr. Hyde) oder Garett (Deathlok).

Übrig bleibt Malick, der wieder einmal davonkommt und die Möglichkeit, dass dies tatsĂ€chlich Wards letzte Staffel sein könnte. Obwohl der Abgang hinter den Erwartungen zurĂŒckbleibt, fĂŒhlt sich die Figur in manchen Belangen zu Ende erzĂ€hlt an. Vielleicht kann diese VerĂ€nderung noch mal etwas frischen Wind mitbringen. Eine Heilung mit anschließender Rehabilitation will wohl kaum einer sehen. Will jedenfalls wurde ĂŒberdeutlich ĂŒber den Jordan geschickt. Es hĂ€tte im Prinzip schon gereicht, ihn mit Kugeln zu durchlöchern und sein unappetitliches Bein zu zeigen. Stattdessen geht man noch einen Schritt weiter und lĂ€sst seine Leiche verkohlen. Damit wird er wohl, außer als emotionale Erinnerung, nicht noch einmal wiederkehren.

Die abschließende Musikmontage sorgt dann fĂŒr ein schönes Bild und das vorlĂ€ufige Happy End, auch wenn Fragen offenbleiben. Neben der wahren IdentitĂ€t des Hydra-Monsters steht dabei klar die Frage im Raum, wo Andrew sich nun herumtreibt, ob die ATCU nun wirklich Geschichte ist und was nun Malicks großer Plan ist.

Im Falle Andrews könnte ich mir eine Àhnlich aufgebaute Geschichte wie bei Cal in der zweiten Staffel vorstellen, wobei ich mir eigentlich etwas mehr KreativitÀt erhoffe. Zudem muss in der zweiten StaffelhÀlfte der Secret-Warriors-Handlungsstrang endlich deutlich vorangetrieben werden, der in der ersten HÀlfte allerhöchstens angedeutet worden war.

Fazit

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Insgesamt fĂ€llt mir ein Urteil zu Maveth, dem dritten Halbstaffelfinale zur Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. schwer. So packend wie etwa die vorherige Episode fand ich es nicht. Ein Staffelhighlight wĂŒrde ich es auch nicht unbedingt nennen. Ich finde sogar, dass auf den Sequenzen auf dem Planeten Potential verschenkt wurde, weil sich zu lange Zeit genommen und nicht genĂŒgend Informationen oder zumindest Teaser vermittelt wurden. Somit gibt es nicht viel, worĂŒber man spekulieren oder rĂ€tseln kann.

Ein schöner Einfall ist der Einsatz von Joeys KrĂ€ften zum Schutz von Skye, bei dem ich kurz dachte, dass er schon wieder als Kanonenfutter herhalten muss. Außerdem ist die Bahn frei fĂŒr das nĂ€chste Kapitel im Leben von FitzSimmons, wĂ€hrend Coulson Genugtuung fĂŒr die letzten opferreichen Jahre erhĂ€lt.

Nicht ganz so befriedigend wie erhofft wurde das Ward-Problem beendet und auch die Actionszenen wirkten normal bis durchschnittlich. Was ebenfalls gar nicht ging: Die Herzschmerzreunion von Daisy und Lincoln sowie der Kuss, die nicht im Geringsten verdient sind, sondern aufgezwungen wirken. Als Figur ist Daisy in dieser dritten Staffel ohnehin diejenige, die vielleicht am meisten von ihrer Faszination und auch ihrer Stellung eingebĂŒĂŸt hat. Sie war dafĂŒr zwar in den beiden VorgĂ€ngerstaffeln prĂ€senter, wenn nicht sogar omniprĂ€sent. Momentan ist sie aber weniger interessant als beispielsweise FitzSimmons.

Meine Erwartungen auf die letzte Folge vor der Pause sind also nicht unbedingt erfĂŒllt worden. Etwas weniger Happy End und etwas mehr „Wie wird es weitergehen?“ hĂ€tte mir besser gefallen.

„Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ geht am 8. MĂ€rz bei ABC weiter:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 9. Dezember 2015

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x10 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 10
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x10)
Titel der Episode im Original
Maveth
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 8. Dezember 2015 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 9. September 2016
Autor
Jeffrey Bell
Regisseur
Vincent Misiano

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x10

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