Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x09

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x09

Die Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Closure hat einige Kracher zu bieten und fordert Coulsons Team auf heftige Weise heraus. Können sie zu ihren Feinden aufschließen oder sind sie ihnen wieder voraus?

Szenenfoto aus der Episode „Closure“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „Closure“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

Mit der Episode Closure liefern die Serienmacher von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. noch vor dem Mid Season-Finale eine ziemliche Highlightepisode ab, die einige Überraschungen parat hält. Denn es wird wieder einmal sehr persönlich zwischen Coulson (Clark Gregg) und Ward (Brett Dalton).

Wie du mir, so ich dir...

Nach dem Schock für Rosalind (Constance Zimmer), dass sie insgeheim für eine Hydra-Abteilung gearbeitet hat, besprechen sie und ihr Lover Coulson die weitere Vorgehensweise, während sie endlich ein Dinerdate mit Burgern zelebrieren. Rosalind möchte wieder zurück ins Bienennest der ATCU, um dort im Geheimen nachzuforschen. Doch dann der Schock! Ein Schuss fällt und das kurze Liebesglück ist vorbei. Rosalind ist tot. Ward hat seine Rache und erschießt die taffe Rosalind aus großer Distanz. Zweifel darüber, ob sie tot sein könnte, gibt es diesmal keine, denn wir sehen Coulsons Rettungsversuche, viel, viel Blut und auch noch die leblose Leiche.

Das ist der größte Schockmoment der Episode und es sind kaum zehn Minuten vergangen - der letzte soll es aber nicht bleiben. Die Autoren haben mich jedenfalls eiskalt erwischt, auch wenn man im Rückblick natürlich damit hätte rechnen können oder müssen. Über diese Staffelhälfte hat man ihre Figur zu einer nicht immer durchschaubaren, aber durchaus sympathischen Zeitgenossin aufgebaut, die so gut wie auf Augenhöhe zu Coulson funktioniert hat.

Dazu kommt, dass der Charakter durch Coulsons anschließende Reaktion - also nach der Schikane, die Ward ihm noch durch die Angreifer in den Weg legt und sich natürlich genüsslich zum Anschlag bekennt - auf eine angemessene Weise gewürdigt wird. Coulsons Trauer (die Streichhölzer!), seine Wut, die Reaktion des Teams, das sind für mich große Momente, die auch Gänsehaut ausgelöst haben.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Closure%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Umso entschlossener ist Coulson dann aber auch, Ward endlich dranzukriegen. Auch die taktischen Besprechungen mit May und die Befragungen des Originalteams nach Wards Schwächen sind sehenswert geschrieben und inszeniert - auch wenn es eigentlich „nur“ klassische Verhörszenen sind. Im Endeffekt rührt bei Ward - und wenn wir mal ehrlich sind auch bei vielen anderen Marvel-Schurken des Cinematic Universe - das Trauma aus der schlimmen Kindheit.

Überraschend ist dabei, dass Daisy (Chloe Bennet) durch ihre Zeit als elternloses Pflegekind sogar nachvollziehen kann, was er durchgemacht hat und warum er nach einer neuen Vaterfigur gesucht hatte. Denn Ähnliches hat Daisy auch getan - sogar mit Erfolg, allerdings hatte sie bei Coulson einfach mehr Glück und fand positiven Halt. Nebenbei werden wir auch noch an andere Schlüsselmomente aus der ersten Staffel erinnert. Denn Ward hatte beispielsweise Simmons (Elizabeth Henstridge) das Leben gerettet, als sie aus dem Flugzeug gesprungen war, und auch das Verhältnis von Fitz (Iain De Caestecker) war vor der Offenbarung seines Doppelagentenstatus freundschaftlich.

Kill Ward 2.0

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Nach dem Mord an Rosalind Price erscheint auch ihre rechte Hand Banks bei S.H.I.E.L.D. und bietet seine Hilfe an. Er wurde in etwa zur gleichen Zeit für das Fake-NASA-Projekt, das Gideon Malick (Powers Boothe) finanziert, angeheuert.

Malick ist über die Tatsache, dass Ward versucht hat, Coulson umbringen zu lassen, gar nicht amüsiert, weil er ein Mann für das große Ganze ist und sich nicht von persönlicher Rache treiben lässt, wie er ihm deutlich zu verstehen gibt. Seine Pläne für die Zukunft sind ambitioniert, denn es ist gelungen, gleich fünf Teile des Monolithen zu versammeln, die eigentlich unter den Hydra-Oberen verteilt werden sollen. Warum Coulson für ihre Pläne so wichtig ist, wird allerdings nicht im Detail erläutert. Dafür glaubt Ward, seinen ehemaligen Boss besser zu kennen als er sich selbst, weswegen er noch einmal mit dem Leben davongekommen war und den Verlust einer geliebten Person am eigenen Leib erfahren musste.

Dennoch bestand das Risiko, dass Coulson es nicht schafft. Wäre seine Rache dann nicht einfach verpufft? So eine Situation hatte Cal (Kyle McLachlan) in der zweiten Staffel erleben müssen, als Coulson Whitehall einfach so getötet hatte.

Für Coulson steht jedenfalls fest, dass man Ward wahrscheinlich nur töten kann, wenn man Grenzen überschreitet, die S.H.I.E.L.D. normalerweise einhält. So rekrutiert er Hunter (Nick Blood) und Bobbi (Adrianne Palicki). Hunter erhält nach seinem Versagen also eine zweite Chance, wobei Coulson glaubt, selbst für das Problem Ward verantwortlich zu sein, weil er ihn ursprünglich ins Team geholt hatte. Außerdem wird Mack (Henry Simmons) zum acting director ernannt, weil er die einzige Person im Kernteam ist, die keine persönliche Vendetta mit Ward hat und weil May durch die Andrew-Situation dafür nicht die Richtige wäre. Das ist ein großer Vertrauensbeweis von Coulson und ein weiteres kleines Highlight der Episode. Mack macht sich und stellt sich oft als sichere Bank heraus. Auch sein Bauchgefühl ist besser geworden und er lässt sich kritische Anmerkungen nicht verbieten.

FitzSimmons sind derweil mit Banks auf einem Einsatz, der aber von Mr. Giyera (Mark Dacascos) jäh unterbrochen wird. Denn der telekinetisch begabte Inhuman zwingt Banks, sich selbst zu erschießen. Damit dürfte sich die ATCU womöglich erledigt haben, denn beide Schlüsselfiguren scheiden in der gleichen Episode aus. Dahinter stecken natürlich Malick und Ward, die sie wegen ihrer Expertise rund um das Portal entführen und Informationen aus ihnen herauspressen wollen.

Vor Mack bleibt das nicht lange verborgen und er weiht Coulson auch schnellstmöglich darüber ein, doch der wird nur bestärkt, seine Black-Ops-Mission auszuführen. Das Ziel: Thomas (Tyler Ritter), der kleine Bruder Wards. Die ausgemachte Schwachstelle Wards ist also die Familie und das eine Mitglied, das wir bisher noch nicht kennengelernt haben. Der ist auch derjenige, der aus seiner Familie noch am ehesten mit dem psychopathischen Familienmitglied auskommt, aber nach dessen Elternmord den Kontakt abgebrochen und sogar seinen Namen geändert hatte.

Mithilfe Thomas' wird Ward nun also von Coulson in Zugzwang und aus der Fassung gebracht, lässt aber selbst Simmons von Giyera foltern und bearbeitet Fitz mit Psychospielen. Jemma versucht, standhaft und wehrhaft zu bleiben, doch Fitz lenkt irgendwann ein und bietet an, statt ihrer durch das Portal zu gehen, um Malicks Auftrag zu erledigen.

Mack muss sich derweil entscheiden, ob er Unterstützung sendet und berät sich dafür mit May. Er entschließt sich zu unkonventionellen Mitteln: Joey (Juan Pablo Raba) und Lincoln (Luke Mitchell) sowie May und Skye sollen sich bereitmachen. Besonders bei Lincoln wird noch einmal hinterfragt, ob man ihm vertrauen sollte, denn Andrews Beurteilung wird erneut erwähnt. Was sicherlich einen Hintergrund hat... Allerdings wäre ein böser Lincoln aus mehreren Gründen lahm: Daisy würde sich wieder mal in den bad boy verlieben, seine Inhumanverbündeten waren ohnehin böse und warum hat er dann zuvor S.H.I.E.L.D. ausgeholfen? Wir werden sehen. Bei der Figur Joey gibt es auch noch Nachholbedarf von Autorenseite. Denn ihre zweieinhalb Auftritte haben uns den Inhuman bisher nicht ordentlich nähergebracht. Oder ist er ohnehin nur weiteres Kanonenfutter?

Portal-Party

Malick versucht, Ward weiterhin von seiner persönlichen Rache abzubringen und stattdessen für das bigger picture zu begeistern. Er soll die Hydra-Truppe auf dem Planeten anführen. Ein bisschen MCU-Namedropping darf dabei nicht fehlen, das Malick zu einem größeren Player macht. Sowohl Pierce (Robert Redford) als auch Garett (Bill Paxton) haben sich wegen ihrer individuellen Schwächen als falsche Partner erwiesen, doch Ward soll angeblich perfekt sein. Kann man Malick trauen oder ist das nur das nächste Opfer, was dem unbekannten Hydra-Kopf dargeboten werden soll? Malick und Co gelingt es, das Portal scharf zu schalten und Ward lässt sich überreden, da ihm Großes Versprochen wird.

Simmons versucht, Fitz noch einmal abzuhalten und bietet stattdessen eine Selbstopferung an, doch der alte Romantiker kann sich nicht vorstellen, in einer Welt ohne sie zu leben und verspricht ihr, Will rüberzuholen. Ich komme nicht umhin, die Möglichkeit zu bedenken, dass Will und der große weise man behind the portal vielleicht über einen Twist sich als ein und dieselbe Person herausstellen. Doch das könnte auch nur eine fixe Idee sein.

Coulsons Team konnte durch Thomas' Anruf die Position des Portals bestimmen und ist auf dem Weg dorthin, doch die Zeit rennt und Coulson, dessen Superkraft wohl ist, Ward an seiner Wärmesignatur zu erkennen, schnallt sich den Fallschirm um und springt den Männern durch das Portal hinterher. Während die normal landen, erleidet der Director allerdings eine Bruchlandung und verliert sein Bewusstsein. Wenn wir etwas aus 4,722 Hours gelernt haben, dann, dass das auf diesem Planeten den Tod bedeuten kann...

Fazit

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Closure ist eine starke, eine emotionale, eine actionreiche Episode von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D., die die Vorfreude auf das Mid Season-Finale steigert. Die Erwartungen an den neuen Trip durch das Portal sind jedenfalls groß.

Mit dem Verlust von Rosalind und Banks hält die Folge gleich zwei Paukenschläge bereit und Coulsons offenes Schicksal sowie der Einsatz von ungeübten Agenten versprechen, spannend zu werden.

Neben der fantastischen Aufarbeitung der Trauer Coulsons wird Ward auf einen Schlag als Schurke wieder zur ernsten Bedrohung, während Malick ebenfalls an bedrohlicher Glaubwürdigkeit gewinnt. Zudem sind die wenigen Szenen mit FitzSimmons wieder genau nach meinem Geschmack und bringen etwas Pathos mit, der ans Herz geht.

Trailer zur Episode Maveth (3x10) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 2. Dezember 2015

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x09 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 9
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x09)
Deutscher Titel der Episode
Der Anschlag
Titel der Episode im Original
Closure
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 1. Dezember 2015 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 2. September 2016
Autor
Brent Fletcher
Regisseur
Kate Woods

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x09

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