Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x08

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Die Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Many Heads, One Tale verknüpft endlich einige Handlungsstränge zu einem großen Ganzen. Nebenbei machen einige Figuren auch reinen Tisch miteinander. Außerdem: Wer zieht im Hintergrund wirklich die Fäden?

Szenenfoto aus der Episode „Many Heads, One Tale“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „Many Heads, One Tale“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

Im bisherigen Verlauf der dritten Staffel von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. konnte man häufig den Handlungsbogen rund um Wards (Brett Dalton) Neuaufbau von Hydra kritisieren. Dies ist in der Episode Many Heads, One Tale nicht mehr der Fall, denn plötzlich nimmt dieser Episodenteil durch das Hinzufügen von Malick (Powers Boothe) völlig neuen Schwung auf.

Über den geheimnisvollen Malick, der in der letzten Episode auch mit Rosalind (Constance Zimmer) in Verbindung stand, erfahren wir in der neuen Folge einiges Neues - dazu tischt er Ward symbolisch frischen Oktopus auf. Malick ist einer der letzten Übriggebliebenen der alten Garde von Hydra, der weiß, was Ward plant, aber findet, dass das zu kurzsichtig ist. Ein alter Tresorraum der Von Struckers gilt dabei als das Ziel, da in diesem das Geheimnis hinter der Macht von Hydra steckt. Malick hält Ward nicht unbedingt für denjenigen, der Hydra anführen sollte und versucht, ihn mithilfe einiger Männer umzubringen, doch die erledigt Ward mit links. Von den Überlebenden holt er sich dann Informationen zum Tresorraum.

Zu diesem kommt er auch über den Umweg eines Flugzeugs, aus dem er sich während des Flugs heraussprengt - einfach, weil er es kann und damit Angst und Schrecken verbreitet.

Rosalind bei S.H.I.E.L.D. - Operation Spotlight

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Many Heads; One Tale%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Nachdem Andrew aka Lash (Blair Underwood) in der vorigen Episode eingefangen wurde, besucht Rosalind nun zum ersten Mal das S.H.I.E.L.D.-Hauptquartier, wobei Coulson (Clark Gregg) diverse Schritte unternimmt, damit sie nichts über den Standort weiß. Dazu gehört die technische Störung des Handys und stundenlanges Im-Kreis-Fliegen.

Zudem kommt es in der Episode endlich zu etwas, worauf ich schon lange warte: Mack (Henry Simmons) hinterfragt nämlich, ob Coulson noch Herr seiner Sinne ist oder sich von seinen Hormonen steuern lässt. Coulsons Verhalten in dieser dritten Staffel kann man als ungewöhnlich charakterisieren, denn das offensive Flirten mit Rosalind hätte man dem Coulson aus Staffel eins nicht zugetraut, ebenso wenig wie jemandem das Vertrauen zu schenken, ohne drei Notfallpläne in der Hinterhand zu haben. Mack erledigt seine ihm übertragene Aufgabe als Kontrollorgan also vorbildlich. Sein Bullshitdetektor schlägt aus und er bringt seine Bedenken offen zur Sprache.

Doch Coulson macht durch eine Ansprache vor versammelter Mannschaft deutlich, dass man die ATCU auf Herz und Nieren prüfen will und das natürlich, ohne dass die Mitarbeiter dies merken. Rosalind wird von Coulson persönlich befragt, das ist Chefsache.

Während Bobbi (Adrianne Palicki) und Hunter (Nick Blood) sich bei der IT-Abteilung einschmuggeln und prüfen wollen, wie viele Inhumans die ATCU versteckt, geben Daisy (Chloe Bennet) und Mack Techsupport und May (Ming-Na) und Lincoln (Luke Mitchell) sind das Backupteam, falls etwas schiefgeht.

Secret Origin of Coulson

In dieser Episode erfahren wir auch, dass Coulson direkt vom College zu S.H.I.E.L.D. geholt wurde, weil der Geschichtsstudent herausgefunden hatte, wie sehr die Geheimdienstorganisation mit der Weltgeschichte verbunden ist. Aus Rosalinds Mund heraus gibt es einige schöne und auch zutreffende Analysen rund um Coulson. Dieser ist trotz all der Technik, mit der er täglich umgeben ist, ein analoger Typ, der das haptische Gefühl wertschätzt. Allerdings ist er auch eiskalt und rational, wenn er sich auf ein Thema eingeschossen hat, wie etwa der Frage, was Rosalind vor ihm verbirgt oder ob sie insgeheim zu Hydra gehört. Wie schon zuletzt stimmt die Chemie zwischen den beiden und das verbale sparring ist wieder einmal Gold wert.

Doch Coulson muss auf sein Bauchgefühl setzen und jeden Stein umdrehen, um sicherzugehen, dass er nicht wieder betrogen wird, wie es etwa bei Ward oder Garrett schon der Fall war.

Damn the Yanks

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Many Heads; One Tale%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Ich frage mich langsam, ob Hunter tatsächlich einer der unfähigeren Agenten im Dienste S.H.I.E.L.D.s ist, zumindest aber ist er einer der wenig subtilen. Er muss als wandelndes Englandklischee wieder einmal als comic relief herhalten und spielt einen Hacker, der kaum mit einem Keyboard umgehen kann. Wäre da nicht Daisy am anderen Ende, die Souffleuse spielt, würde das Team wohl sehr früh schon auffliegen. Dennoch schaffen sie es, den Auftrag zu erfüllen und Bobbi kann zur „Enhanced Specimen Control“ durchdringen, wo überraschend jedoch keine Inhumans gelagert werden, sondern sich ein Labor befindet. Dort wird das Fischöl offenbar an die Mitarbeiter verteilt. Es scheint, als ob da jemand eine Inhuman-Armee aufbauen will.

Rosalind als Spielball einer höheren Macht?

Als Coulson Rosalind in die Zelle sperrt, sieht es zunächst so aus, als wäre sie ihm gegenüber nicht aufrichtig. Doch sie versichert immer wieder aufs Neue, dass sie keine weiteren Geheimnisse verbirgt. Erst als sie von dem Labor hört, fällt der Groschen, denn dazu hat sie keinen Zugang. Doch was der genau treibt, hat sie offenbar bisher noch nie richtig hinterfragt, obwohl sie ihrem Vorgesetzten Malick wöchentlichen Bericht erstattet. Coulson kennt ihn als Mitglied des Sicherheitsrats (siehe „Marvel's The Avengers“) und er ist auch derjenige, der Rosalind die Information über Coulsons Wiederbelebung und Projekt T.A.H.I.T.I. zugespielt hat. Hoffentlich kann man nun wirklich endgültig damit abschließen, dass Rosalind Dreck am Stecken hat, dennoch ist sie eine Art Marionette für den Scharlatan, der ein letztes Überbleibsel von Hydra ist.

Bobbi kann mithilfe ihrer neuen „Boomerang“-batons in einer schön gestalteten Actionszene gegen ihren Inhuman-Gegner (Mark Dacascos) mit den telekinetischen Fähigkeiten sowie dem Eingreifen Hunters die Oberhand gewinnen. Im Anschluss ist ihnen Luther Banks, also Rosalinds rechte Hand, bei der Flucht zu May und Lincoln behilflich.

Mays Zusammenarbeit mit Lincoln beschränkt sich zunächst darauf, dass sie ihn anschweigt, bis sie sich bei ihm für Andrews Taten gegenüber seinen Inhuman-Freunden entschuldigt. Er ist allerdings auch ihr für die Hilfe dankbar. Lincoln hat in der Folge sonst wenig zu tun, die Autoren erinnern uns aber an seine Liebelei mit Skye, die wohl auch in Zukunft weiterbehandelt wird, obwohl sie bislang eher erzwungen wirkt.

You dove through a hole in the universe for me

Die wöchentliche Portion Rezensentenliebe erhalten wieder einmal die Szenen rund um Fitz (Iain De Caestecker) und Simmons (Elizabeth Henstridge), die endlich Klartext miteinander reden, wobei diesmal Simmons diejenige ist, die den Mund aufmacht. Sie fragt sich, wieso Fitz trotz seiner Kenntnis über Will so hilfsbereit und gut zu ihr ist, statt sie zu verdammen oder fertigzumachen. Die Recherche ergibt, dass hinter dem vermeintlichen NASA-Projekt ein Blutopfer steht, weswegen Simmons auch die Suche aufgeben möchte.

Und auch die Tatsache, dass Simmons offen und ehrlich sagt, dass sie Gefühle für Will hegt, landet mitten im Herz der Zuschauer und von Fitz, genauso wie die Feststellung, dass das Universum gegen die Verbindung der beiden sein muss, so oft wie es schon dazwischengefunkt hat. Was die beiden Schauspieler in dieser Staffel abliefern, ist auf jeden Fall immer wieder ein bewegendes Highlight, da tut der lang überfällige und leidenschaftliche Kuss der beiden dem geschundenen Fanherz auch unglaublich gut.

Secret Origin of Hydra

Ein weiteres Highlight der Episode ist das Ende rund um Malick und Ward, die - unabhängig voneinander - in Von Struckers Tresorraum vorgedrungen sind. Wie Ward könnte man als Zuschauer glauben, dass es nur ein Test von Malick war, um zu sehen, ob Ward würdig ist.

Plötzlich wird Ward entmachtet und soll sich mit seiner Position als Nummer zwei unter Malick anfreunden, der die geheime Geschichte von Hydra erzählt, das nämlich tausende Jahre vor dem Red Skull bereits gegründet wurde. Eine Schlüsselrolle spielt dabei ein kleines Stück des Monolithen, welcher bekanntlich ein Portal zu anderen Welten darstellt und als Tribut für den obersten Anführer auf der anderen Seite fungiert (etwa die Gefahr, von der Will gesprochen hat?). Malick bietet Ward an, seine Rache und noch viel mehr zu kriegen, doch dazu gilt es herauszufinden, wie S.H.I.E.L.D. etwas schaffen konnte, was Hydra seit Bestehen nicht gelungen ist: jemanden von drüben wieder zurückzuholen.

Darüber hinaus erfahren wir, dass Rosalind in ihrer Zeit bei NASA von Malick rekrutiert wurde und dass sich das Erscheinungsbild von Hydra im Laufe der Zeit deutlich verändert hat, bis es irgendwann zum bekannten Oktopusantlitz wurde.

Auf spannende Art und Weise werden also die Geschichte rund um Simmons' Exil und der bisher dahinplätschernde Ward-Plot sowie der ATCU-Handlungsstrang miteinander verbunden und der Geschichte ein neuer Spin verpasst, der passend zum bald anstehenden Mid Season-Finale noch einmal neuen Schwung in die Geschichte bringen wird. Bisher können wir nur erahnen, welche Ressourcen Malick hat, aber sein Einfluss in der Politik scheint weit zu führen, da er sogar präsidentieller Berater ist und Kontakt ins All hat. Zudem ist es eine vielversprechendere Ausgangslage als Wards billige Rachephantasien.

Der eingesperrte Andrew wird derweil ebenfalls zum Spielball der neuen Hydra-Bosse. Während Malick mit Worten versucht, Informationen von Andrew zu erhalten, behilft sich Ward mit Senfgas und versucht, das Monster aus ihm herauszukitzeln. Doch damit entfesseln sie potentiell einen Agenten des Chaos - oder haben sie Mittel, ihn zu kontrollieren? Natürlich kann es auch sein, dass man mit einem freigelassenen Lash S.H.I.E.L.D. auch einfach nur ablenken oder beschäftigen will, um mehr über den Monolith in Erfahrung zu bringen.

Fazit

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Die Episode Many Heads, One Tale ist neben der Einzelepisode zu Simmons das bisherige Staffelhighlight dieser dritten Staffel. Die Verwirrung rund um die Loyalität Rosalinds wird genutzt, um Malick als Schurken in Stellung zu bringen und Hydra ein kleines Reboot und ein neues Ziel zu verpassen, während man gleichzeitig die losen Handlungsbögen geschickt und meiner Meinung nach auch bestmöglich verbindet. Sofort möchte ich eigentlich wissen, wie es nun in der kommenden Episode weitergehen wird.

Eine Schwachstelle bleibt leider Hunter, während die Paarung mit Action-Bobbi ihn als Figur zumindest ein Stück weit aufwertet. Auch die Relevanz von Lincoln als Figur müssen die Autoren noch besser herausstellen.

Serientrailer zur Episode Closure (3x09) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 18. November 2015

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x08 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 8
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x08)
Deutscher Titel der Episode
Hydras Geschichte
Titel der Episode im Original
Many Heads, One Tale
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 17. November 2015 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 26. August 2016
Autoren
Daniel J. Doyle, Jed Whedon
Regisseur
Garry A. Brown

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x08

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