Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x07

Ohne große Ausflüchte setzt die Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Chaos Theory die Handlung rund um den Inhumanmörder Lash, der in der letzten Ausgabe als Andrew (Blair Underwood) geoutet wurde, fort. Direkt zu Beginn sehen wir per Flashback zum gemeinsamen Urlaub mit May, wie es zur Wandlung kam. Beide wollen eine gemeinsame Zukunft versuchen, doch es kommt anders, als Andrew einen Blick in Jiayings (Dichen Lachman) Verzeichnis der Inhumans wirft. Denn das hat sie mit einer Art der Terrigen-Kristalle bedeckt, die jeden neugierigen Menschen ohne Aliengen sofort töten würde. Andrew hatte also Glück im Unglück und wurde zur instinktgesteuerten Killermaschine.
Die Präsentation der origin story von Lash geht dabei völlig in Ordnung und der Tragikfaktor bezüglich der Beziehung mit May, der offenbar einfach kein Glück vergönnt ist, landet auch den richtigen emotionalen Punch.
Treffen mit POTUS
Coulson (Clark Gregg) will sich derweil bereitmachen für ein Treffen mit dem US-Präsidenten, das Rosalind (Constance Zimmer) organisiert hat. Da S.H.I.E.L.D. im Geheimen agiert, soll er als Berater der ATCU vorgestellt werden. Denn es gilt, die Frage rund um die Behandlung der Inhumans zu klären. Pfercht man sie in Stasiskäfige ein, wie es bei der ATCU der Fall ist, bis man eine Heilung hat oder trainiert man die Kräfte so, dass eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft möglich ist? Joey (Juan Pablo Raba) soll dabei als mögliches Positivbeispiel herangezogen werden und Daisy soll Rosalind die große Tour durch das Hauptquartier geben. Andrew schaut sich daher seinen Fortschritt an, ob er dafür grünes Licht erteilt.
Der Neuinhuman mit der Metallverformungsfähigkeit hat seit seinem letzten Auftritt immense Fortschritte gemacht und kann nun etwa einen Schrank nach seiner Vorstellung zurechtformen und fühlt sich angespornt, diese Kräfte sinnvoll einzusetzen. Allerdings sieht Andrew auch das Zerstörungspotential und steht kurz davor, ihn aus dem Weg zu räumen (und tut das auch in einer überraschenden Traumsequenz). Doch in Wirklichkeit kommt May ihm zuvor, die ihn mit ihrem Wissen und zusätzlicher Recherche über ihn (Flüge und seine Nähe zu den Opfern) zur Rede stellt.
Lash scheint, was seine Verwandlung angeht, dem Hulk gar nicht so unähnlich, denn er muss sich ob der Anschuldigungen Mays sichtlich zusammenreißen, um nicht the other guy zu entfesseln. Dafür iced er May und bringt sie an einen verlassenen Ort an seiner Universität. Er hat demnach schon oft überlegt, sie einzuweihen, doch sich dagegen entschieden, um sie zu beschützen. Wir erfahren, dass er nicht wirklich Herr seiner Sinne ist, sobald Lash erscheint, und dass er sie nach wie vor liebt. In gewisser Weise ist er ein Opfer seiner Umstände.
Was weiß Lincoln?
Lincoln (Luke Mitchell) kontaktiert derweil Mack, weil er selbst ein wenig rund um Lash geforscht hat, als er in Kontakt mit seinen Bekannten aus dem Afterlife treten wollte. Diese gelten entweder als tot oder vermisst, was ihn zum Schluss führt, dass jemand bei S.H.I.E.L.D. über sie Bescheid wissen muss - und dort ist Andrew der Hauptverdächtige, wie er dann auch Rosalind und Coulson erzählt. Die schalten schnell und schmieden einen Plan, um May zu finden und Andrew aufzuhalten. Idealerweise per Aufenthalt in der S.H.I.E.L.D.-Kräftedämmungszelle.
Als Insider hat Lincoln außerdem noch die Information parat, dass es bei den Inhumans keine halben Sachen gibt und sich Andrew demzufolge in einer Transitionsphase befindet. Irgendwann wird Lash ihn komplett übernehmen und der altbekannte Psychiater wird dann verschwinden.
Volle Kraft gegen Lash

Andrew leistet sich ein ziemliches Foul, als er die Ereignisse von Bahrain erwähnt, wo May Vergleichbares getan hat, was sie allerdings noch Jahre später jeden Tag bereut. Zudem versucht er Lincoln zu diskreditieren und meint, dass dieser eine dunkle Seite versteckt. Er versucht, sie davon zu überzeugen, ihn nicht aufzugeben und just, als sich sich küssen, taucht Coulson auf der Bildfläche auf, der ein komplettes Aufgebot an Rückendeckung mitgebracht hat: Mack, die ATCU, Daisy (Chloe Bennet) und auch Lincoln. Wobei Sparkplug seine eigene Agenda verfolgt und Lash heraufbeschwört, weil der seine Freunde auf dem Gewissen hat.
Lash ist allerdings auch schwer beizukommen, denn Kugeln und auch Lincolns Kräfte können ihm kaum etwas anhaben. Zudem muss Daisy Rosalind retten, nachdem Lash sie im Würgegriff hat und über das Geländer wirft. Daisy entdeckt also eine neue passive Seite ihrer Kräfte, die sicherlich auch in Zukunft noch nützlich sein können. Erst Mays Einschreiten bringt ihn zur Rückwandlung, die sie allerdings eiskalt nutzt, um ihn per Icer in die Zelle zu manövrieren. Dabei war sie offenbar sogar bereit, ihn umzubringen, denn sie selbst ist überrascht, dass es geklappt hat.

Doch was tun? Hier kocht die Diskussion auf, die vorher Rosalind und Skye geführt haben. Rosalind schlägt die Stasiskammer als Aufbewahrungsort vor, die die unmenschlichere Variante darstellt. Im Falle einer Gefahr wie Lash ist sie aber sicherlich nicht die schlechteste Option. May entscheidet sich nach Skyes Input dann auch dafür, denn so besteht womöglich die Chance auf Heilung. Dass die Story rund um Lash schon vorbei ist, kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Besonders auch mit Blick auf die abschließende Szene der Episode.
Lincoln entscheidet sich derweil dazu, es bei S.H.I.E.L.D. zu versuchen, da er nun auch nicht mehr fliehen muss, während Rosalind Coulson auf einen Drink einlädt.
Coulson in love?
Rosalind und Coulson arbeiten immer besser zusammen und er erzählt ihr auch annäherungsweise die Geschichte, wie es zum Verlust seiner Hand gekommen ist, während sie ihm in der Episode die Krawatte binden darf. Nach der erfolgreichen Mission, die ebenfalls vergleichsweise harmonisch verläuft, gehen die beiden nicht nur etwas trinken, sondern landen auch im Bett.
Die Autoren haben es bis nun ausgereizt, dass man Rosalind - wie Coulson es tut - ins Herz schließt, nur, um jetzt doch zu offenbaren, dass sie Dreck am Stecken hat - und zwar durch den Kontakt zu Malick (Powers Boothe) -, wobei hier nicht unbedingt klar ist, ob er nicht nur ein Spiel mit Ward (Brett Dalton) treibt. Ward hat es direkt auf Coulson abgesehen, denn er glaubt, dass S.H.I.E.L.D. ohne ihn nicht wieder zusammenwachsen kann. Warum genau Von Strucker ihm allerdings noch zur Gefahr werden kann, erschließt sich mir nicht. Die wichtigsten Informationen hat er May ohnehin schon verraten.
Hunter hat noch nicht genug
Hunter (Nick Blood) will nun, dass Bobbi (Adrianne Palicki), da sie wieder auf dem Damm ist und Andrew überlebt hat, mit ihm auf den Rachefeldzug geht. Doch die findet die Idee, dass einer von den beiden weiterhin auf die Hydra-Mission geht, nicht überzeugend. Sie fürchtet sich davor, dass er wegen seines Rachedurstes irgendwann einmal selbst so ein Monster wie Ward werden könnte. So wie Hunter zuletzt präsentiert wurde, scheint das gar nicht so abwegig zu sein.
FitzSimmons und die SIM-Karte
Fitz (Iain De Caestecker) kümmert sich derweil um die SIM-Karte, die Simmons (Elizabeth Henstridge) bei ihrem unfreiwilligem Exil dabei hatte und ihre Beobachtungen und Kommentare festgehalten hat. Was er dabei sieht verärgert ihn zunächst, da er sich etwa das Selfie mit Will anschaut. Doch die Sprachnachrichten, die sich vor allem in der ersten Zeit fast ausschließlich um ihn drehen, verdeutlichen ihm, wie sehr Simmons gekämpft hat und dass er dabei stets eine Motivation in der schwierigen Zeit war. Im Prinzip muss er Will auch dankbar sein, denn er ermöglichte ihr das weitere Überleben, weswegen er seine Nachforschungen intensiviert. Besonders ihre Nachricht zum Ort des ersten Dates ist einer der Momente, die zeigen, dass diese Storyline in dieser dritten Staffel eine der stärksten ist. Die Emotionen zwischen FitzSimmons sind echt und nach wie vor vorhanden, auch wenn das Trauma nicht völlig überwunden ist.
Fitz' heißeste Spur ist das Logo der NASA-Mission, die er für etwas Weitreichenderes hält. Was also ist Pathfinder in Wirklichkeit? Statt es mit Simmons jedoch zu überstürzen, schauen sich die beiden zunächst den Sonnenaufgang an, während Fitz die Gewissheit hat, dass sie alles so meinte, wie sie es gesagt hat. Awwwww!
Fazit

Die Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Chaos Theory punktet diesmal durch mehrere Handlungsstränge, die emotionale Geschichten präsentieren, wobei auch die Action nicht zu kurz kommt. Sowohl Coulson/Rosalind als auch May/Andrew sowie Fitz/Simmons erhalten Momente, die bewegen, wobei mir besonders die leisen Töne zwischen FitzSimmons wie schon in den Wochen davor am besten gefallen. Die Action rund um Lash ist aber ebenfalls sehenswert.
Begrüßenswert finde ich zudem, dass man die Offenbarung rund um Andrew so schnell thematisiert und auch andere darüber einweiht. Allerdings kann ich mir momentan nicht vorstellen, wie es hier weitergehen wird.
Einzig Bobbi und Hunter - besonders Hunter - sind weiterhin etwas beschäftigungs- und ziellos. Das kann und wird sich aber sicherlich schon im nächsten Kapitel ändern.
Der Trailer zur nächsten Episode, Many Heads, One Tale (3x08), der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (3x08):
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 11. November 2015Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x07 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x07)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x07
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