Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x04

Die Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Devils You Know kann dem leichten qualitativen Abwärtstrend der Serie nicht entgegensteuern. Auch wenn die zweite Hälfte der Episode ein paar Höhepunkte hatte, fehlt das gewisse Etwas im Moment weiterhin.
Alte Schwächen kehren zurück
In dieser mittlerweile dritten Staffel von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. lassen sich momentan ein paar Schwächen erkennen, die durch die zweite Staffel eigentlich beseitigt schienen. Durch die Inhumans-der-Woche, deren Namen und Kräfte aber nachrangig sind, da sie nur Randrollen spielen und man als Zuschauer keinerlei Bindung zu ihnen aufbaut, fehlt es diesem Episodenteil an Nachdruck. Ja, wir haben „Multiple Girl“ Alisha (Alicia Vela-Bailey) schon im Staffelfinale auf der Gegnerseite gesehen, aber auch da war sie bereits eher Kanonenfutter denn komplexe Figur. Diesmal darf sie das Team auf die Fährte von Lash (Matthew Willig) bringen, der den IT-Spezialisten Dwight Frye nutzt, um Mails an seine potentiellen Opfer zu schicken und sie dann für immer aus dem Verkehr zu ziehen.
Die interessanteste Entwicklung dieser Storyline ist die Offenbarung, dass Lash nicht immer in seiner gigantischen Form durch die Gegend wandelt, sondern ähnlich wie ein Hulk sich auch in eine menschliche Form verwandeln kann.
Die Zusammenarbeit von Coulson (Clark Gregg) und der ATCU und ihrer Anführerin Rosalind Price (Constance Zimmer) hat noch einige Startschwierigkeiten, aber es wäre ja auch zu einfach, wenn sich beide sofort bedingungslos vertrauen würden. Coulson und Price sind dabei so harmonisch, dass es fast wieder unheimlich ist. Da wird sicherlich noch ein gewaltiger Stolperstein folgen. Klar ist jetzt schon, dass Rosalind gewisse Dinge nicht offen anspricht.
Daisy (Chloe Bennet) jedenfalls ist und bleibt skeptisch und besteht darauf, im Falle Frye mit zum Verhör zu fahren. Mit ihr kommt der frischgebackene Inhuman aber gar nicht klar, so dass Price und Coulson (mit superstarker Ersatzhand) hier die Ansprechpartner seiner Wahl sind. Beim Abtransport kommt es dann zum Überfall von Lash, der seinen Helfer auch tötet, ehe Skye sehen kann, dass er eben nicht nur eine inhumane Gestalt hat.
Zum Ende des Reviews spekuliere ich noch ein bisschen, wer der echte Lash sein könnte, denn diese Episode präsentiert mehrere mögliche Kandidaten dafür...
Mack (Henry Simmons) holt sich beim Vorfall rund um Lashs Angriff eine Gehirnerschütterung und eine Schulterverletzung. Muss er nun erst einmal pausieren und Daisy sich einen neuen Partner suchen? Demnächst dürfte jedenfalls Bobbi (Adrianne Palicki) wieder fit sein. Etwas Abwechslung in der Teamzusammensetzung würde jedenfalls wieder einmal frischen Wind bringen.
Rückkehrplan

Während Bobbi sich erholt, erfährt sie bei ihrer Labortätigkeit Näheres zum Innenleben von Fitz (Iain De Caestecker) sowie Simmons (Elizabeth Henstridge). Dabei spielt sie ein bisschen stille Post zwischen den beiden. Bei Fitz eckt Bobbi wegen seines Ordnungssystems an, das er gemeinsam mit Jemma entwickelt hat und eigentlich nur für die beiden logisch erscheint. Später sieht er im Labor, dass seine gute Freundin insgeheim daran arbeitet, zu ihrem Exilplaneten zurückzukehren, indem sie das Portal wiederherstellen möchte. Das hatte Bobbi schon in der letzten Folge erfahren, es aber fairerweise Jemma überlassen, andere davon einzuweihen.
Zum Episodenende will sie nun also Fitz auch einweihen und fordert sogar seine Hilfe an. In den vorherigen Episoden waren die Storys rund um FitzSimmons meine Lieblingselemente dieser Staffel, diesmal fühlt es sich ein wenig an, dass man auf der Stelle tretet oder höchstens minimal vorankommt. Dafür muss die nächste Episode nun bitte auch wirklich mal auspacken, was Simmons widerfahren ist.
Hydra Jr.

Obwohl Hunter (Nick Blood) nicht den Hauch eines Plans hat und in dieser Episode sogar von May (Ming-Na Wen) explizit bestätigt wird, dass Ward (Brett Dalton) sein Gesicht kennt, will dieser mit seinem Undercoverplan fortfahren. Immerhin hinterlässt „Ritchie“ mit seiner Waffenlieferung an Ward Eindruck und verdient sich somit offenbar schon ein Treffen mit dem „Director“.
May mahnt Hunter zur Vorsicht und versucht, ihm Vernunft einzureden, doch er will Ward ausschalten, ehe Bobbi fit ist und sie es selbst versucht. Dennoch sichert May ihm ihre Unterstützung zu, wenn er Fortschritte macht und Konkretes weiß. Wie riskant May Hunters Plan findet, sieht man daran, dass sie nach Wochen der Funkstille zu Coulson zurückkehrt und ihn von Hunters „Plan“ erzählt. Die Rückendeckung von S.H.I.E.L.D. ist sicherlich nicht die schlechteste Idee, die Ressourcen und die Zeit sind jedoch knapp, weswegen es keine unmittelbare Hilfe gibt.
Auf der persönlichen Ebene möchte Coulson klären, warum May bezüglich einer Rückkehr zögert und ist sogar bereit, Andrew (Blair Underwood) zu ersetzen, doch May versichert ihm, dass die Trennung nichts mit der Arbeit zu tun hatte. Im Vier-Augen-Gespräch erfahren wir dann, dass Andrew May einfach ohne Erklärung verlassen hat, was sie zwar auch schon getan hat, für sie aber wohl ein Grund ist, auf Distanz zu gehen. May ist bereit, das als Fehlversuch zu verbuchen und auf professioneller Ebene fortzufahren, doch so einfach scheint das nicht zu sein.
Nach einer Fahrt im Kofferraum hat es Ritchie alias Hunter tatsächlich bereits geschafft, seinem Ziel zum Greifen nahezukommen. Er soll dem Director vorgestellt werden und aufgrund fehlender taktischer Optionen wählt er den Frontalangriff durch die Waffen, die er selbst eingeschleust hat. Gemeinsam mit der dazukommenden May können die beiden die Reihen von Wards Organisation vor Ort bereits halbieren. Coulsons Team braucht aber noch 20 Minuten. Wäre Hunter alleine gewesen, hätte er vielleicht sogar Erfolg haben können, doch durch Wards Vorsichtsmaßnahmen droht der Plan zu scheitern. Er hat bekanntlich Werner von Strucker (Spencer Clark) damit beauftragt, sich als Student von Andrew zu tarnen, um so im Ernstfall ein Druckmittel zu haben. Per Livefeed zeigt Ward nun May also, dass seine Männer ihn beobachten und umstellt haben. Während May ins Zögern kommt, sieht Hunter die Chance, Ward umzubringen und fährt damit fort, wohlwissend, dass Andrew sterben könnte.
Im Endeffekt kann Ward aus dem Fenster springen und per Auto fliehen, zieht sich aber eine Kugel in die Schulter zu, während Andrew im Laden womöglich in die Luft fliegt. Wir sehen zwar eine Blutlache, dunkle Schuhe und eine dunkle Hose, aber nicht sein Gesicht, weswegen man den Psychiater wohl noch nicht für Tod erklären sollte. Außerdem ist der Gesichtsausdruck von von Strucker angsterfüllt und sieht nicht nach überlegenem Sieg aus.
Wer ist Lash?

Einige Hinweise in dieser Episode legen den Verdacht nahe, dass es sich bei Lash um Andrew handeln könnte. Seine plötzliche Abwesenheit beim gemeinsamen Urlaub mit May etwa oder seine Kenntnis über die Inhumans, die das Team sucht und die er evaluiert, seine Unterhaltung mit Coulson über Alisha, aber auch die bewusste Entscheidung der Macher, Umwege zu nehmen, als der Laden kurz vor der Explosion steht, gepaart mit Werners Gesichtsausdruck... All diese Dinge könnte man als Hinweise auf sein Alter Ego deuten.
Ich könnte mir also gut vorstellen, dass er die Explosion deswegen überlebt. Wenn man dieses Mysterium nun aufbaut, dann muss es im Prinzip auch jemand sein, den die Zuschauer kennen.
Andere heiße Kandidaten wären sonst Rosalind selbst - wegen der Tatsache, dass sie diejenige ist, die bei Mack und Daisy reinplatzt, als es darum geht, dass jeder Lash sein könnte oder aber ihre rechte Hand, die jeden ihrer Befehle ausführt. Diese Person war beim Transport nämlich zufällig auch nicht im LKW...
Andrew bleibt für mich aber der Hauptverdächtige.
Fazit

Obwohl mich die Frage rund um die Identität von Lash durchaus zum Grübeln und Spekulieren anregt, ist die Episode Devils You Know leider ein schwächerer Vertreter der bisherigen Staffel. Einige alte narrative Fehler lassen sich hier erneut ausmachen und der Spannungsfaktor war auch schon einmal höher. Zudem gibt es einige Szenen, die sich anfühlen, als würden wir auf der Stelle treten und das Gleiche in leichten Variationen erneut sehen.
Das Tempo kann gerne wieder etwas angezogen werden, wobei es hier nicht nur um Action geht, sondern auch bedeutende zwischenmenschliche Momente und doch wieder etwas mehr Varianz. Das Team aus Mack und Daisy zeigt beispielsweise für mich bereits erste Abnutzungserscheinungen, die Storyline rund um Hunter hat bei mir von vornherein keine Begeisterungstürme ausgelöst und auch von Rosalind/Coulson und FitzSimmons muss etwas mehr kommen, um mich wieder richtig abzuholen. Hoffen wir, dass es sich nur um einem kurzzeitigen Durchhänger handelt und das Autorenteam bald wieder eine Schippe drauflegt.
Momentan fühlt sich die Serie fast wieder an wie in der Anfangsphase, als man noch die eigene Identität finden musste.
Der Serientrailer zur Episode 4,722 Hours (3x05) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 21. Oktober 2015Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x04 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x04)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x04
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