Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x03

A Wanted (Inhu)man, die dritte Episode der dritten Staffel von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. kann leider nicht ganz so ĂŒberzeugen wie die Folge zuvor. Es werden zwar einige zentrale Charakterkonflikte angeschoben, besonders aufregend oder spannend ist das Resultat aber leider nicht.
Wanted: Lincoln
Die ATCU hat es in dieser Folge auf Lincoln (Luke Mitchell) abgesehen. Doch der Inhuman mit den ElektrokrĂ€ften kann sie an einem Strommast abwimmeln und mit seinen KrĂ€ften einschĂŒchtern. Daisy (Chloe Bennet) will ihn zu S.H.I.E.L.D. holen, wo er der Verfolgung entgehen könnte. Dabei muss sie feststellen, dass Coulson ihn bereits im Auge hat und jederzeit weiĂ, wo er sich befindet. Bei der letzten Begegnung mit Mack (Henry Simmons) und Daisy wurde ihm unbemerkt ein Peilsender verpasst.
Er beschlieĂt, sich deswegen auf eigene Faust durchzuschlagen und taucht bei seinem Kumpel John (Daniel Roebuck) auf, von dem er das Auto abkaufen will. Der ahnungslose Bekannte willigt ein, sieht aber bald im Fernsehen, dass Lincoln ein Alien ist und ruft die Hotline, die der ATCU verrĂ€t, wo er sich aufhĂ€lt. Der verĂ€ngstige John versucht, ihn mit einem BaseballschlĂ€ger aufzuhalten, der ihm jedoch durch einen Schub ElektrizitĂ€t aus den HĂ€nden befördert wird. Die Kraftdemonstration ist zu viel fĂŒr ihn und er bricht zusammen. Lincoln versucht zwar die Wiederbelebung, ist dabei allerdings nicht erfolgreich. AuĂerdem steht die ATCU schon vor der TĂŒr.
Also wendet er sich doch an S.H.I.E.L.D. und Mack und Daisy sollen ihm aus der Patsche helfen. Daisy liegt etwas daran, ihm zu helfen, weil er damals, als sie ihre KrĂ€fte bekommen hat, derjenige war, der ihr diese neue Situation so angenehm wie möglich gemacht hat. AuĂerdem scheint sie GefĂŒhle fĂŒr ihn zu hegen, denn die beiden kĂŒssen sich.

Diese Komponente kommt sicherlich nicht aus dem Nichts, dennoch bin ich noch nicht wirklich von den beiden als Paar ĂŒberzeugt. Daisys Motivation ist verstĂ€ndlich und sie will sich nur revanchieren, was wir im Ăbrigen auch noch einmal bei Simmons (Elizabeth Henstridge) und Fitz (Iain De Caestecker) sehen. Warum allerdings Lincoln kritisch gegenĂŒber S.H.I.E.L.D. ist, ist bis zu einem gewissen Punkt in der Episode nicht klar. Der Story um Lincoln fehlt meiner Meinung nach, wie auch anderen HandlungsstrĂ€ngen in dieser Episode, etwas Pepp.
Coulson und Rosalind
Coulson (Clark Gregg) nimmt derweil wieder Kontakt zu Rosalind (Constance Zimmer) auf, indem er sich als US-PrĂ€sident ausgibt. Das Treffen der beiden ist aufgrund des Charmes und der Chemie beider Schauspieler miteinander durchaus sehenswert und vielleicht könnte es ja im weiteren Verlauf womöglich noch auf romantischer Ebene knistern. Schön ist auch das Detail rund um ihr schwarzes Auto, das ihrer Meinung nach wie eine mĂ€nnliche âLolaâ wirkt.
Als Figur wird Rosalind auf Augenhöhe mit Coulson prĂ€sentiert, wenn nicht sogar in manchen Belangen ihm ĂŒberlegen, so dass die Treffen der beiden bisher wie taktische Manöver oder kleine Pokerpartien daherkommen. Coulson glaubt, dass es der falsche Ansatz ist, die Ăffentlichkeit zu involvieren, weil man so eine gefĂ€hrliche Panik auslösen könnte. Doch Rosalind steht unter dem Druck des PrĂ€sidenten und muss Erfolge liefern. Dabei ist Lincoln gar nicht unbedingt das Wunschziel. Viel eher scheint man bei der ATCU an Daisy interessiert zu sein, deren Hintergrund fĂŒr die Organisation ein RĂ€tsel ist. Doch die will Coulson natĂŒrlich nicht eintauschen.
Lincoln zu opfern, kommt fĂŒr ihn schon eher infrage und so kommt Mack zu Daisy und dem elektrisierenden Inhuman und verkĂŒndet Coulsons Befehl. Allerdings lĂ€sst Lincoln sich nicht darauf ein und flieht. Also weicht die ATCU auf das eigentliche Ziel Daisy aus, was den Widerstand von Mack und ihr selbst nach sich zieht. Im Endeffekt können sich Rosalind und Coulson auf eine andere Lösung einigen und die Truppen ziehen sich zurĂŒck.
Coulson hat Rosalind eine Kooperation vorgeschlagen, denn nach den Auseinandersetzungen mit Real S.H.I.E.L.D. oder dem MilitĂ€r von Talbot versucht er nun, einen anderen Weg einzuschlagen. UneingeschrĂ€nktes Vertrauen schenkt er seinem GegenĂŒber nicht, will aber versuchen, als Berater seine Expertise einzubringen und so die Neu-Inhumans zu beschĂŒtzen. Rosalind jedenfalls prĂŒft direkt, ob seine Nummer echt war oder das Ganze nur eine Finte. Wir werden sehen, ob und wie die Zusammenarbeit gelingt.
Allein der Abwechslung wegen ist es gut, dass Coulson versucht, neue Wege zu gehen, denn mit Wards Hydra und dem herumlungernden Lash gibt es auch andere Gefahren, die noch im Hintergrund schweben. Wie bereits erwÀhnt, lassen sich aus der neckischen Chemie der beiden auch sicher noch einige schöne Szenen spinnen.
Willkommen im Fight Club

Die schwĂ€chste Storyline der Episode ist fĂŒr mich allerdings die um Hunter (Nick Blood) und May (Ming-Na Wen). ZunĂ€chst besuchen die beiden einen Pub, um Interesse an einem Waffendeal zu signalisieren, dann werden sie von Hunters Kontaktmann, den er von frĂŒher kennt und sich mit ihm besĂ€uft, zu einer Art Hydra-Fight-Club eingeladen. Hier steigt Hunter mit dem âKumpelâ in den Ring und wird nach Strich und Faden verprĂŒgelt, bis er mit einem Schlagring dafĂŒr sorgt, dass er nie wieder aufsteht. May bekommt es derweil mit drei MĂ€nnern zu tun, die sie auch mĂŒhelos ausschaltet. Mays Actionszene wirkt dabei wie eine Alibikampfszene, die keinen gröĂeren Wert fĂŒr die Handlung hat, auĂer sie von Hunter zu entfernen und zu zeigen, zu welchen Schritten er bereit ist, um an Ward zu kommen.
Eine Kerninformation, die dabei zur Sprache kommt, ist die Tatsache, dass es wohl nicht May war, die mit Andrew Schluss gemacht hat - was ihr verĂ€ndertes Verhalten erklĂ€ren könnte. Denn offenbar war sie fĂŒr eine Beziehung und eine Aufgabe ihres Agentenstatus bereit.
Ich habe leider nicht mehr konkret jede Sekunde der Serie in Erinnerung, frage mich jedoch, inwiefern es Sinn ergibt, dass sich die beiden undercover einschmuggeln. Ward kennt Mays Gesicht auf jeden Fall. Bei Hunter grĂŒbele ich die ganze Zeit, ob es je zum Treffen in Angesicht zu Angesicht kam. Das Ă€ndert aber nichts an der Tatsache, dass ich ihre Szenen in dieser Episode etwas trĂ€ge fand. Im Endeffekt sind sie ihrem Ziel nun schon ziemlich nah. Doch was dann? Hunter scheint eher bereit fĂŒr Rache zu sein als May. Dazu kommt, dass sich Bobbi, das Opfer von Wards (Brett Dalton) Folter, momentan anstrengt, um gesundheitlich wieder auf den Damm zu kommen, wird dabei allerdings auch von Hunter belogen, was den Missionsstatus angeht. Mal sehen, was das fĂŒr die Beziehung der beiden bedeutet und ob Ward das nicht vielleicht noch gegen sie verwenden kann.
Die super sensible Simmons
Nach ihrer RĂŒckkehr vom noch nicht nĂ€her bestimmten Alienplaneten ist Simmons noch hypersensibel, was jegliche plötzlichen GerĂ€usche angeht und muss sich nach ihrem wochenlangen Exil erst einmal wieder an die normale Welt des Luxus gewöhnen - sowohl körperlich als auch geistig. Ihr Gesundheitszustand soll beobachtet und auch Dr. Garber soll herangezogen werden.
Simmons muss zudem erst einmal wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden, weil sie auch die Ausbreitung des Terrigen nicht mitbekommen hat. Das Kurzbriefing ĂŒbernimmt Daisy, die passenderweise GĂ€nseblĂŒmchen mitgebracht hat.
Nach einem GesprÀch mit Bobbi, die Fitz rÀt, einen Neustart mit Simmons zu wagen, folgt eine wunderschöne Szene, in der die beiden ihr Date, das im zweiten Staffelfinale ausgemacht wurde, nachholen.
DafĂŒr hat Fitz das ganze Restaurant gemietet und sorgt dafĂŒr, dass sie dort unbehelligt sind. Den reservierten Tisch hat er die ganze Zeit ĂŒber freihalten lassen. Was fĂŒr ein toller Kerl! Fitz will ihr bei der Akklimatisierung beistehen, doch Simmons wird von ihren GefĂŒhlen ĂŒbermannt und lĂ€sst ihnen an seiner Seite freien Lauf.
Obwohl sie traumatisiert ist, untersucht Simmons insgeheim die Monolith-Ăberreste und prĂŒft, ob sich das Portal wiederherstellen lĂ€sst. Das sieht auch Bobbi, die sie dabei erwischt. Ihr letzter Satz ist eine kleine Lost-Referenz, denn aus noch ungeklĂ€rtem Grund muss sie wieder zurĂŒck („I have to go back!“).
Fazit

Die Episode A Wanted (Inhu)man konnte mich leider bei weitem nicht so fesseln wie ihre beiden VorgĂ€nger. Bis auf ein paar nette Momente ist die hier abgelieferte Handlung darum fĂŒr mich leider nur durchschnittlich unterhaltsam gewesen. Das bedeutet nicht, dass ich nicht neugierig bin. Klar möchte ich wissen, wie die Zusammenarbeit zwischen Coulson und der ATCU klappt und auch warum genau Simmons zurĂŒck möchte, doch das, was mit Lincoln passiert oder wie es mit der Hydra-Geschichte weitergeht, finde ich zu diesem Zeitpunkt nicht besonders spannend.
Ja, Hydra und Lash sind irgendwo da drauĂen, aber momentan zu wenig prĂ€sent, um eine echte Herausforderung oder Gefahr fĂŒr S.H.I.E.L.D. darzustellen, weswegen das Mitfiebern bei dieser Episode nicht so recht gelingen wollte.
Der Serientrailer zur Episode Devils You Know (3x04) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 14. Oktober 2015Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x03 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x03)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x03
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