Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x02

Purpose in the Machine, die zweite Episode der mittlerweile dritten Staffel von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D., ist ein passender Begleiter zum Staffelauftakt, der die fehlenden Protagonisten der Serie wieder aufs Spielfeld bringt.
Mays Traum von einem normalen Leben
May (Ming-Na Wen) hat sich einige Monate Urlaub von S.H.I.E.L.D. genommen. Eigentlich, um zu schauen, ob die Beziehung zu Andrew Garner (Blaire Underwood) noch eine zweite Chance hat. Doch Garner meldet sich vor ihr wieder zum Dienst, während sie sich bisher kaum bei den Teamkollegen gemeldet hat. Offiziell, um sich um ihren Vater William (James Hong) zu kümmern, der Opfer eines Autounfalls wurde. Doch, wie sich in ihrer Interaktion mit ihm herausstellt, sie möchte sehen, inwiefern sie ein normales Leben abseits der Spionage führen kann. Die Antwort scheint klar zu sein: Nein. Denn selbst offengelassene Fenster machen sie paranoid und als jemand um das Haus schleicht, der sich als Hunter (Nick Blood) herausstellt, wird dieser mit einem Messer an der Kehle begrüßt.
Er will sie für seine Mission rekrutieren, denn er will sich bei Wards (Brett Dalton) neuem Hydra einschleusen und die Organisation unterwandern, um schließlich den neuen Boss eigenhändig zu killen - hauptsächlich für das, was er mit Bobbi (Adrianne Palicki) gemacht hat, aber auch insgesamt für seine Taten. Zunächst lehnt May ab, doch im Endeffekt willigt sie ein und die beiden knüpfen sich gemeinsam Hydra 2.0 (oder ist es vielleicht schon 3.0?) vor. Oder hatte Ward etwas mit dem Unfall ihres Vaters zu tun?
Wards Nachwuchs-Hydra

Wenn man schon vom Teufel spricht: Ward arbeitet daran, die Hydra-Mitglieder auf Herz und Nieren zu prüfen und unnötigen Ballast abzuwerfen. Auf einer Yacht nimmt er dafür einen jungen Mann in Gewahrsam, von dem er zunächst Geld und Informationen erpressen möchte und ihn foltern lässt. Der schwächlich wirkende Knabe stellt sich als Werner von Strucker (Spencer Treat Clark) heraus, Sohn von Wolfgang von Strucker (Thomas Kretschmann, „The Avengers 2: Age of Ultron“).
Ward wollte schauen, wie durchsetzungsfähig er unter Stress ist. Er hält seine Folter aus und kann sich an seinem Peiniger rächen. Ward belohnt das mit Tacos und der Aufnahme in den inneren Kreis der New-Hydra-Organisation. Am Episodenende finden wir auch heraus, wofür er eingesetzt werden soll: Als neuer Psychologiestudent in einem von Andrews Seminaren soll er in die Nähe von Mays Exmann gebracht werden, sicherlich, um ihm bei Bedarf wehtun zu können. Ein weiteres Indiz dafür, dass Ward sukzessive die „Mörder“ und ihre Angehörigen schaden will.
Death by Punishment?

Die Episode beginnt mit einem netten kleinen Flashback ins England des Jahres 1839, wo einige Herren auslosen, wer sich dem Monolith der Kree stellen muss. Dort heißt es auch, dass bisher niemals jemand zurückgekehrt ist, was natürlich die Dramatik erhöht, wenn es um Simmons' (Elizabeth Henstridge) Rückkehr geht. Fitz (Iain De Caestecker) hat die Hoffnung nicht aufgegeben, ist aber törichterweise in den Raum eingedrungen, wo der Monolith weggesperrt wurde. Erst, als Mack (Henry Simmons), Hunter und Daisy (Chloe Bennet) dazukommen, regt sich der Stein und zeigt sich in seiner flüssigen Gestalt.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und so findet Fitz nach der Panik, die seine Kollegen kriegen, weil er sich in die unmittelbare Gefahr begibt, Sandrückstände, die Milliarden Jahre alt sind und entsprechend nicht von der Erde stammen können. Natürlich wird nicht lange überlegt, ob man die Suche nach Simmons aufnimmt, sondern, wie man es macht. Also wird Portalexperte Professor Elliot Randolph (Peter MacNicol) in seiner Zelle besucht und zur Zusammenarbeit erpresst - obwohl er sich dort eigentlich ziemlich sicher fühlt, so unbehelligt von seinen asgardischen Kameraden und Feinden. Denn, wie wir sehen, hätte er, wenn er gewollt hätte, spielend aus seiner Gefangenschaft ausbrechen können.
Als Randolph den Monolith mit eigenen Augen sieht, fragt er sich natürlich, ob man gewisse Muster erkennen kann und woher er kommt. Coulson vermutet bekanntlich die Kree und als dem Professor das zugehörige Schriftstück präsentiert wird, klingelt es bei ihm. „To the plane!“ Es geht nach England, genauer gesagt zu dem Ort, den wir im Intro sehen.

Skye ist derweil frustriert, weil Andrew sehr kritisch ist, was die neuen Inhumans angeht. Den Neuankömmling Joey hält er für wenig geeignet, Teil des Teams zu werden, da sich die Gefahr nicht richtig einschätzen lasse und immer die Möglichkeit besteht, dass sich jemand als Monster entpuppen möchte. Doch Skye/Daisy möchte Wesen - wie sie selbst eines ist - helfen und nicht ständig auf dem Trockenen sitzen. Allerdings gilt bei Andrew Eile mit Weile, denn wenn Joey schon beim Anfassen eines Türknaufs Probleme hat, dann wird er auch in anderen Situationen Probleme bereiten.
Die Schriftrolle hat nicht nur eine mögliche Übersetzung, wie der Professor mitteilt, sie kann nämlich auch mit „Bestrafung“ übersetzt werden und dennoch schauen sie, was sie im Geheimgang erwartet. Die Maschine, die Fitz und Co vorfinden, stellt sie vor Rätsel. Als Skye jedoch unter Kopfschmerzen, Nasenbluten und Unbehagen leidet, fällt bei Fitz der Groschen.
Die Konstruktion, die das Team in England vorfindet, wird nach einem ersten Versuch mit einem gigantischen Subwoofer verglichen. Trifft man die richtige Frequenz, öffnet sich das Portal, sofern der Monolith vor Ort ist, was Coulson durch Mack veranlasst. Da die Maschine kaputtgeht, müssen Daisys Kräfte zur Hilfe gezogen werden. Damit soll eigentlich eine Drohne zum Auskundschaften rübergeschickt werden, doch Fitz springt einfach selbst rein und findet tatsächlich Simmons.

Es spielen sich hochdramatische Szenen ab, bei denen es aussieht, als würden sie einander nicht erreichen können, denn die Prozedur verlangt auch von Mack und Daisy auf der anderen Seite wahnsinnige Kraftanstrengungen. Es sieht schon so aus, als müsse Fitz allein zurückkehren, denn der Monolith zerspringt in kleinste Einzelteile, doch irgendwie hat es Gemma geschafft, mit ihm durchs Portal zu reisen.
Wie geht es weiter mit Simmons?
Dass ein mehrmonatiger Aufenthalt in einer fremden Welt (?) Simmons verändert, dürfte klar sein. Die Gute scheint tief traumatisiert zu sein und erwacht urplötzlich aus ihrem leichten Schlaf, bereit, jemanden zu erstechen. Das erinnert mich in gewisser Weise an Fred (Amy Acker), die in Angel allerdings sogar jahrelang im Exil war und sich erst wieder an die Erde gewöhnen musste. Ob es neben den psychologischen Veränderungen auch noch körperliche Folgen gibt, wird sich dann zeigen.
Warum das Artefakt gerade bei ihr zugeschlagen hat, müssen uns die Autoren ebenso noch erklären wie die Antwort auf die Frage, welche Bedeutung genau der Stein im Besitz der Inhumans rund um Daisys Mutter hatte. Nachdem Fitz nun jedenfalls wieder relativ klar bei Verstand zu sein scheint, ist nun also Simmons diejenige, die zu leiden hat. Ich bin gespannt, wie es hier weitergeht.
Die Szene, als sie sich nach dem Aufwachen auf die Knie von Fitz legt, geht jedenfalls schon einmal ans Herz. Werden die beiden endlich ein Paar oder revidiert ihre gemachte Erfahrung den Schritt, den die beiden gehen wollten?
Erklärungen sind bald fällig, vielleicht kann der Professor bei einem erneuten Auftritt noch etwas Licht ins Dunkel bringen, denn er scheint mit dem Konzept der Inhumans natürlich vertraut zu sein und hatte überdies noch großes Interesse daran, das Portal zu verschließen.
Zwischen May und Andrew scheint es, wie der Anruf des Psychologen zur Rückkehr von Simmons verdeutlicht, auch böses Blut gegeben zu haben. Er bittet sie um eine Rückkehr zu S.H.I.E.L.D., doch das kann sie offenbar nicht und entschließt sich stattdessen eher dafür, auf die Partnermission mit Hunter zu gehen.
Überhaupt sind die neuen Konstellationen bisher interessant: Mack und Daisy, Fitz und Bobbi und Hunter und May haben wir zuvor eher selten im Einklang miteinander gesehen. Nun muss sich zeigen, ob Simmons schon wieder einsatzfähig ist oder doch noch geschützt werden muss.
Fazit

Wie schon zu Beginn angedeutet fühlt sich Purpose in the Machine wie eine thematische Ergänzung zum Staffelauftakt an und macht diesen erst so richtig komplett. Die Story rund um FitzSimmons gefällt mir dabei am besten. Die Szenen bei Simmons' Rettung und die kurzen emotionalen Augenblicke danach konnten voll punkten. Die neue Seite von May ist auch interessant und die Art, wie sich diese in ihrer Mission mit Hunter ausdrückt, könnte für spannende Konflikte sorgen. Hat sie das Zeug dazu, Ward zu töten, wenn sich die Chance ergibt?
Wards Story rund um den Strucker-Nachwuchs hingegen wollte diesmal gar nicht zünden. Bei Ward wird mir momentan nicht klar, warum er glaubt, dass sein Hydra es mit der alten Garde aufnehmen kann. Allerdings könnte es sein, dass hier so etwas wie die Reverse-Secret-Warriors aufgebaut werden. In der Comicvorlage werden die Kinder von Superschurken und -helden rekrutiert, weil man diese noch formen und heranziehen kann, um aus ihnen verlässliche und unbelastete Teammitglieder zu machen. Ähnlich verfährt hier auch Ward. Und wer weiß - vielleicht ist auch Joey der Sohn eines Schurken, den wir schon im MCU oder bei den Agents of S.H.I.E.L.D. gesehen haben: Crusher Creel, der Absorbing Man.
Demnächst werden sicherlich wieder Daisys Bemühungen rund um die Zuflucht für die Inhumans in den Fokus rücken und hier dürfte die ATCU auch wieder ein Wörtchen mitzureden haben. Ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung der „Secret Warriors“. Immerhin ist der Name ja in dieser Episode schon gefallen.
Trailer zur Episode A Wanted (Inhu)Man (3x03):
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 7. Oktober 2015Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x02 Trailer
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Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x02
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