Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x05

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x05

Die Episode 4,722 Hours der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. ist ungewöhnlich. Über weite Teile der Folge geht es nur um das Schicksal einer Figur und dem, was ihr zwischen Staffel zwei und drei widerfahren ist.

Szenenfoto aus der Episode „4,722 Hours“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „4,722 Hours“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

Ungewöhnlich. So kann man die Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode 4,722 Hours mit einem Wort beschrieben. In dieser Episode erfahren die Zuschauer, was mit Jemma Simmons (Elizabeth Henstridge) während ihres durch den Monolith verschuldeten Exils auf einer fremden Welt geschehen ist.

Wir erinnern uns, dass sie in der letzten Episode Devils You Know und auch schon in der Folge zuvor trotz Traumas zurückkehren wollte. Die Autoren verpacken das Ganze so, dass Simmons ihre Geschichte Fitz (Iain De Caestecker) erzählt.

Simmons allein auf dem blauen Planeten

Über 4000 Stunden hat Simmons also auf diesem ihr fremden Planeten verbracht, dessen Luft man zwar atmen kann und dessen Schwerkraft sich auch nur gering von der der Erde unterscheidet, wo jedoch die Nächte unglaublich lang sind. So lang, dass Simmons deswegen durchzudrehen droht. Doch das ist nur eine ihrer vielen Sorgen: Wo soll sie Essen und Trinken herbekommen? Sie weiß, dass sie drei Wochen ohne Essen auskommt, aber das fehlende Wasser wird schon nach 100 Stunden zum Problem.

Zunächst handelt Simmons nach den ihr bekannten Notfallprotokollen und verharrt dort, wo sie angekommen ist, in der Hoffnung, dass Fitz und Co sie finden, doch etwa nach 100 Stunden macht ihr ein Sturm einen Strich durch die Rechnung und sie geht auf Erkundungstour. Außerdem findet sie tatsächlich Wasser und im Wasser auch eine etwaige Nahrungsquelle, die sie allerdings auch angreift und verspeisen möchte, als sie ein Bad im kleinen Teich nimmt. Doch Simmons ist im Überlebensmodus - auch wenn es 492 Stunden dauert - und bereit dafür, diese Monsterpflanze zu bekämpfen, wenn sie dadurch etwas Nahrhaftes im Bauch hat. Ihr Smartphone und die darauf gespeicherten Fotos und Videos helfen ihr dabei, nicht den Verstand zu verlieren. Doch nach 761 Stunden muss sie feststellen, dass der Planet nicht so verlassen ist, wie sie dachte.

Plötzlich findet sie sich in einer Falle wieder und verbringt dort weitere knapp 100 Stunden in Isolation in einem Käfig. Der Fänger jedenfalls ist der englischen Sprache mächtig, versorgt sie mit Nahrung, lässt sich aber nur selten blicken. Eine Stippvisite macht sie sich zunutze, um ihm nun vorzutäuschen, dass es ihr schlecht geht und ihn dann mit ihrem Teller zu verletzen.

Wie sich herausstellt, ist diese Person selbst schon so lange dort, dass er anzweifelt, dass Simmons real ist und nicht nur ein Hirngespinst. Beim Fluchtversuch verletzt sich Simmons und ihr Entführer kommt ihr zur Hilfe, denn er ist davon überzeugt, dass auf dem Planeten eine böse Macht wütet, die Blut riechen kann. Statt ihn Hand anlegen zu lassen, will Simmons ihre Wunde lieber selbst versorgen, denn sie weiß ja nicht, ob sie ihm vertrauen kann.

Will the last man

Ihr Leidensgenosse stellt sich als Will (Dillon Casey) vor, bei dem es sich um einen Astronauten im Dienste der NASA handelt und der schon seit 2001, also seit 14 Jahren auf diesem Planeten überlebt. Seine Crew wurde durch das Böse - oder vielleicht doch ihn selbst? - nach und nach dahingerafft. Die NASA wollte den Monolithen erforschen und hatte die Mission auf ein Jahr angesetzt, doch dabei voll auf Solarenergie gesetzt, mit der die Crew arbeiten sollte. Doch: Wo keine Sonne ist, kann auch kein Strom fließen.

Das Equipment für einen Fluchtplan ist also da, nun liegt es an Simmons, einen Weg zu finden, mit der Erde Kontakt aufzunehmen. Und so arrangieren sich die beiden und versuchen, zu kooperieren und verbringen hunderte von Stunden zusammen. Will und seinem Team war es gelungen, das Areal zu kartografieren, wobei gewisse Zonen als zu gefährlich eingestuft wurden. Doch die wissenschaftliche Neugier in Simmons obsiegt und sie muss mit eigenen Augen nachforschen, ob da draußen wirklich noch etwas ist, auch wenn das Lebensgefahr bedeutet. Immerhin bringt die Todesangst den rettenden Einfall.

Ein riskanter Fluchtplan

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;4;722 Hours%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Mithilfe der Sterne soll berechnet werden, wann und wo das Portal sich öffnen wird, denn bald kann Simmons die Monde als Faktoren dafür ausmachen. Jemma und Will kratzen also alle NASA-Technologie und den Rest der Handybatterie zusammen, um das Projekt umzusetzen. Das bedeutet aber auch, dass sie das Bild von Fitz und das Video des Teams, das ihr ein emotionaler Anker war, bald nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die Bauaktion erinnert ein wenig an „Iron Man“, wo Tony Stark auch aus wenig seinen Rüstungsprototyp macht. Das Rechenergebnis bringt jedoch eine riskante Mission zutage: Es dauert 40 Stunden, bis man zu Fuß dorthin kommt, wo das Portal sich öffnen soll, dann muss man noch einen tiefen Graben überwinden und das Ganze befindet sich auch noch in der No-Fly-Zone, also dem gefährlichsten Ort auf dem Planeten. Simmons denkt sich zudem einen guten Notfallplan aus, falls sie selbst in der kurzen Zeit nicht durch das Portal kommen. Per Flaschenpost will sie Fitz mit den wichtigsten Infos versorgen. Der zu überwindende Canyon ist viel größer, als sich die beiden gedacht haben - nämlich 100 statt 30 Meter - und so muss improvisiert werden. Mit einem Haken, an dem sie sich eigentlich über der Grube abseilen wollten, schießen sie die Flaschenpost auf das Portal, das sich aber just in dem Moment wieder schließt und die Hoffnung fürs Erste zunichtemacht.

Verständlicherweise bricht Simmons zusammen, weil sie ihre beste Chance auf die Heimkehr nicht nutzen konnten. Wann und ob es eine nächste Chance gibt, kann nun nicht mehr berechnet werden, da die Computer aufgrund des fehlenden Stroms nicht mehr verfügbar sind. Aus Simmons Warte sind die beiden also gefangen.

NixSimmons?

Für Fans von FitzSimmons folgt dann eine schockierende Entwicklung, die sich die Autoren gekonnt aufgespart haben, denn Simmons und Will küssen sich. 3000 Stunden lang hat sich Simmons an die Hoffnung geklammert, dass Fitz sie finden kann, doch nun besteht begründeter Anlass, diese Hoffnung aufzugeben. Da Will die einzige Person auf dem Planeten ist und die beiden durch ihr Exil eng zusammengeschweißt wurden, ist es nachvollziehbar, dass sie Gefühle füreinander entwickeln. Das sieht man auch an den zusammengeschobenen Betten und weiteren Küssen. Nun kann man auch Simmons emotionale Distanz beim Date aus der letzten Episode verstehen.

Viele weitere Stunden später steht endlich einer der raren Sonnenaufgänge an, den die beiden sich nicht entgehen lassen wollen, da er nur alle 18 Jahre zu beobachten ist. Doch dazu kommt es vorerst nicht. Die nicht näher definierte Gefahr gibt sich als Kollege Wills aus und gleichzeitig sehen wir die Leuchtrakete, die Fitz durch das Portal geschickt hat und Simmons wieder Hoffnung gibt.

Allerdings verliert Simmons Will aus den Augen und kann sich mit Mühe durch einen Sturm durchkämpfen und zu Fitz gelangen. Will bleibt jedoch allein zurück und erlebt in einem bittersüßen Moment den Sonnenaufgang.

Als Fitz die ganze Geschichte erfährt, könnte man meinen, dass er erbost davonstürmt, doch stattdessen zeigt er Simmons seine Recherchen zum Portal und verspricht ihr, Will zu befreien. Hat eigentlich schon jemand Coulson (Clark Gregg) gefragt?

Der Schritt der Autoren, FitzSimmons weitere Stolpersteine in den Weg zu legen, stößt bei mir auf gemischte Gefühle. Ich kann nachvollziehen, wenn man die beiden jetzt noch nicht zum tatsächlichen Liebespaar machen möchte und die emotionale Achterbahnfahrt, die Simmons auf dem Planeten durchgemacht hat, ist ein hinreichende Begründung dafür, dass da jemand anderes ist, der sich in Simmons Herz gespielt hat. Dennoch muss ich als Fan sagen: „Give them a break!“ Die beiden Figuren kriegen einfach keine Verschnaufpause und einem von beiden muss immer ein großes Trauma passieren. Ich bin gespannt, was der große Masterplan ist und ob Will über kurz oder lang ebenfalls zu einem S.H.I.E.L.D.-Mitglied werden könnte. Erneut muss ich mir den Vergleich zu Angel erlauben, wo eine ähnliche Storyline rund um die Figur Fred stattgefunden hat. Wobei im Verlauf auch ein Konkurrent für Angel eingeführt wurde.

Was wir trotz des Fokus auf Simmons und ihr Exil nicht erfahren, ist, um welchen Planeten es sich hier überhaupt handelt. Aber die beiden Protagonisten wissen das momentan selbst nicht. Ob die Autoren sich für die Antwort überhaupt interessieren, muss die Zukunft zeigen. Viel wichtiger ist die Charakterentwicklung und die emotionale Verbindung, die durch den unfreiwilligen Aufenthalt aufgebaut wird, so dass sie bereit ist, dorthin zurückzukehren. Ebenso ist wichtig, was das für die Beziehung zwischen ihr und Simmons und dem Rest des Teams bedeuten wird.

Fazit

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Die Episode 4,722 Hours liefert eine One-Woman-Show, die überrascht. Es ist DIE große Episode für Elizabeth Henstridge, die in der ersten Hälfte beweisen darf, dass sie auch ganz allein eine große Show abliefern kann. Im Zusammenspiel mit Will zeigt sie außerdem eine ganz andere Seite, die wir so auch noch nicht gesehen haben: Sie ist eine selbstbewusste und taffe Persönlichkeit. Zudem ist die Episode durch die Begrenzung auf drei zentrale Figuren einmal etwas ganz anderes und für mich eine willkommene Überraschung.

Für die Zuschauer ist das Kammerspiel auf einem fremden Planeten eine ebensolche Achterbahnfahrt wie für Simmons selbst und ein bisheriges kleines Staffelhighlight.

Der Trailer zur Episode Among Us Hide? (3x06) der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 28. Oktober 2015

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x05 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 5
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x05)
Deutscher Titel der Episode
4.722 Stunden
Titel der Episode im Original
4,722 Hours
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 27. Oktober 2015 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 5. August 2016
Autor
Craig Titley
Regisseur
Jesse Bochco

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 3x05

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