Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x21

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Im Staffelfinale von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. heißt es S.H.I.E.L.D. versus Inhumans, und dieser Konflikt wird in zwei vollgepackten Episoden präsentiert, die es absolut in sich haben. Die Reviews sind dabei zweigeteilt und hier findet ihr die Gedanken zum zweitem Teil.
Doch zunächst zu S.O.S. Part One:
In der vorherigen Folge merkten die Zuschauer bereits, dass Jiaying (Dichen Lachman) etwas im Schilde führt. Sie erledigte Gonzales mit einem Inhumans-Kristall und behauptete öffentlich, dass er einen Angriff provoziert hätte, während sie sich selbst durch seine Pistole verletzte.
Schon früh wird deutlich, dass Coulsons vereintes S.H.I.E.L.D.-Team bemerkt, dass es Feuer an mehreren Stellen zu löschen gibt. Bobbi (Adrienne Palicki) gilt als vermisst, und auch von Gonzales haben sie bereits Wind bekommen. Um die Illusion noch glaubhafter zu machen, kapern Gordon (Jamie Harris) und namenlose Inhumans-Gehilfen einen S.H.I.E.L.D.-Flieger und attackieren den Tempel. Somit wird Rainas (Ruth Negga) Vision wahr, auch wenn die Hintergründe andere sind, als es oberflächlich den Anschein machte.
Skye ahnt von der ganzen Sache noch nichts. Sie verhindert, dass sie selbst angegriffen wird und entwaffnet einen echten S.H.I.E.L.D.-Agenten mit ihren Kräften. Die verwirrte Skye greift überdies May (Ming-Na) an, da sie tatsächlich glaubt, dass ihre alten Kollegen hinter den Angriffen stecken. Auch hier müssen ihre Kräfte bemüht werden, was für May natürlich ein doppelter Schlag ins Gesicht ist - genauso wie die Bemerkung, dass sie nicht in Afterlife willkommen sei, was sie aber ohnehin nicht hört.
Mack (Henry Simmons) ist derweil dabei, seine Sachen zu packen und zu gehen. Eigentlich steht diese Entscheidung ziemlich unumstößlich fest und er überlegt, was seine nächsten Schritte sind - doch es kommt natürlich anders.
Die wieder erwachte May teilt derweil mit, was vorgefallen ist, während Weaver bestätigt, dass Gonzales unschuldig sein muss (warum sonst die Mühe mit dem Geschenk?). Coulson hat auch schon eine Idee, wie man mehr herausfinden kann. Denn der quasi als Geschenk verpackte Cal (wieder einmal wunderbar überzogen gespielt von Kyle MacLachlan) könnte eine wertvolle Intel-Quelle sein.
Jiaying jedenfalls geht in den abschließenden Episoden voll in der Schurkenrolle auf und wird fast schon zu einem Bwahaha-Bösewicht. Ihre Begründung ist okay, ihre Methoden nicht. Sie will das Volk beschützen - vor denen, die Experimente ausführen und katalogisieren wollen, denn aus der Vergangenheit weiß sie, dass das passieren kann und wird.
Zu ihrer nach außen hin fast perfekten Jugend erfahren wir ebenfalls mehr: Es ist keine Selbstheilungskraft, über die sie verfügt, sondern eine Art Absorptiongabe, wie ein Egel oder Parasit, der sich von der Lebenskraft anderer nährt. Um sich am Leben zu halten, muss sie also andere opfern und in den Tod reißen, was sie auch mit einem S.H.I.E.L.D.-Anhänger tut, um nach der Selbstverletzung wieder auf den Damm zu kommen.
Hunter (Nick Blood) und Fitz (Iain De Caestecker) sind derweil damit beschäftigt, Bobbi zu finden, und lassen dabei nichts unversucht. Das Team funktioniert auch ziemlich gut - so gut, dass Fitz Hunters Sätze beendet. Er ist wieder on fire, nachdem er eine halbe Staffel so leiden musste.
Skye (Chloe Bennet) trifft derweil auf Raina, die möchte, dass die beiden ihre bewegte Geschichte vergessen und begraben, da ihre beiden Schicksale untrennbar miteinander verbunden sind. Raina selbst hat ihr Schicksal in einer neuen Vision gesehen und glaubt, dass Skye ihr ohnehin nicht glauben würde, wenn sie sie einweiht. Die passende Metapher ist schnell gefunden: Sie ist der Dorn, der die Rose/Gänseblümchen (Daisy, das englische Wort für Gänseblümchen, ist bekanntlich Skyes echter Name) beschützt. Die beiden Folgen sind voll mit guten Onelinern, so auch hier: „Your mother is not leading, she is misleading!“ Skye ist für die Anführerschaft bestimmt, denn selbst in der Dunkelheit sieht sie die Wahrheit. Gänsehaut stellt sich ein.
Der trojanische Mr. Hyde?
Cal wird derweil bei Coulson abgegeben, und natürlich vermutet sein Team, allen voran Simmons (Elizabeth Henstridge), dass das Ganze eine Falle sein könnte und dass Skyes Vater so etwas wie ein trojanisches Pferd sein soll, das vom Inneren Schaden anrichtet. Darum werden die Reste seines Mittels auch genauestens von Simmons untersucht und er selbst in eine sichere Zelle gesperrt. Nebenbei wird die Temperatur noch ordentlich runtergefahren und man behält seine Biosignale stets im Auge, um sicherzugehen, dass er nichts Dummes anstellt.
Sein Mittel selbst ist eine ziemlich krude Mischung aus Steroiden, Gorilla-Testosteron und weiteren gefährlichen Substanzen, die von einer Prise Pfefferminz abgerundet werden. Simmons attestiert: ein normaler Mensch wäre nach der Einnahme tot, doch Cal hat gleich drei Portionen genommen und steht noch.
Er bittet um Wasser, was er jedoch nur über sich kippt und dann nach mehr fragt, um es zu trinken. Sein Plan lautete, so viele Agenten wie möglich ins Verderben zu reißen. Doch eigentlich hatte Cal schon seine Rache. Whitehall ist tot, Hydra war eigentlich für seine Misere verantwortlich und Skye befindet sich in Gefahr, wenn er nicht kooperiert. Coulsons Worte zu Jiaying will er zunächst nicht glauben, als er aber an seine Vaterinstinkte appelliert, zeigt er sich (fast) einsichtig.
Trotzdem bleibt Cal unberechenbar, und die Nebenwirkungen des Mittels schlagen an. Cal kollabiert und muss wiederbelebt werden. Eine Dosis Adrenalin scheint die fatale Komponente zu sein, die noch gefehlt hat, denn plötzlich ähnelt Cal seinem Comicpendant Mr. Hyde so sehr wie noch nie. Kurzzeitig musste ich an die Eigenart von Shonen-Anime denken, wo Gegner noch gar nicht ihre finale Form offenbart haben und damit dann groß aufzutrumpfen versuchen.
Außerdem beginnt damit das noch viel grandiosere Overacting und Scenery Chewing des tollen MacLachlan, bei dem ich sehr viel Spaß hatte. Plötzlich ist er nicht nur megastark, sondern auch so deformiert wie Quasimodo in „Der Glöckner von Notre Dame“. Nun stehen Fitz, Simmons und Coulson also in der direkten Gefahrenzone, und auch einige Schuss aus dem Icer machen kaum einen Unterschied. Erst als Coulson mit Vollgas mit einem Auto auf ihn zufährt und ihn so an die Wand nagelt (und später noch Zusatzgewicht holt), können die beiden unter vier Augen reden und schauen, ob sie ihre Differenzen nicht endlich begraben können.
Bobbi in den Fängen des Psychopaars
Bobbi wurde von Kara (Maya Stojan) und Ward (Brett Dalton) gefangen genommen und soll nun stellvertretend für die Leute bei Hydra dafür Buße tun, damit Kara/Agent 33 mit ihrer schrecklichen Vergangenheit abschließen kann.
Später finden wir heraus, dass es eine Entscheidung Bobbis war - hierzu muss man ein vergleichsweise gutes Gedächtnis haben: Während diese undercover bei Hydra war, stellte die sie vor die Wahl, entweder ein Safe House zu verraten oder ihr eigenes Cover in Gefahr zu bringen. Sie hat sich für die Version entschieden, bei der im Endeffekt mehr Menschenleben gerettet werden - und das führte dazu, dass Kara umgedreht wurde. Allerdings ist es ganz richtig, was Bobbi anmerkt: Ward ist äußerst scheinheilig. Denn er selbst hat sein Team verraten, hatzahllose Agenten und sogar Familienmitglieder umgebracht. Und das im Grunde aus freien Stücken.
Bobbi, die Wonder Woman!
Trotzdem setzt er bei Bobbi auf Foltermethoden und nutzt ihre Angst vor Nadeln. Dabei verabreicht er ihr ein Mittel, das sie paralysieren, und eines, das ihr den Schmerz nehmen soll. Denn ähnlich hat sich auch Kara gefühlt, als sie von der Hydra-Hirnwäsche befreit wurde: Die Erinnerungen kamen wieder und mit ihnen der Schmerz. Kara reagiert nicht auf Bobbis Versuche, sie zur Vernunft zu bringen, sondern scheint Ward einfach verfallen zu sein.
Später nutzt Ward - wie es aussieht - die gleichen Instrumente, die auch bei Karla Faye Gideon (Drea DeMatteo) in der Episode One of Us zum Einsatz kommen und dort auch geblieben sind. Bobbi scheint eine Art Superfrau zu sein, denn ihr gelingt es trotz Folter, sich zu befreien und den Psycholovern kurzzeitig Paroli zu bieten.
Gemeinsam übermannt sie sie, doch Ward bricht ihr beherzt ein Bein. Dann geht die Qual weiter und sie denken sich eine besondere Falle für sie aus. Sie wird an einen Stuhl gefesselt und geknebelt und in einen Raum gestellt, auf dessen Eingangstür eine Selbstschussanlage gerichtet ist. Ihr Retter könnte also sterben, und es scheint sehr wahrscheinlich, dass das Hunter sein wird, denn mithilfe ihres Handys bestimmt er ihre Position. Gemeinsam mit May macht er sich nun auf.
Inhuman Mom
Es gibt im Handlungsbogen rund um Skye und ihre Mutter einige tolle Momente. Skye ist sicherlich stutzig, als sie nach dem Gespräch mit Raina zu ihrer Mutter geht und sich über die Wunderheilung erkundigt. Schließlich erwähnt sie mit keinem Wort den Inhalt von Rainas Hinweisen. Spätestens, als sie S.H.I.E.L.D. den Kampf ansagt, sie man, wie die junge Frau mit sich hadert.
Später trifft sich die Anführerin dieser Inhumans mit Raina, die immer davon geträumt hat, zu führen. Nun will sie die anderen Menschen einfach nur erleuchten und informieren, auch wenn das bedeutet, dass sie zum wahrhaftigen Engel und Märtyrer wird. Die inzwischen eiskalte und skrupellose Jiaying tötet sie schließlich, während Skye mit dem Amulett sie als Baby beschützen sollte zu ihr kommen will und dabei nur ihre schreckliche Tate beobachtet. Nun fällt der Groschen bei ihr, auch in Bezug auf Gonzales - doch da ist es fast zu spät. Jiaying glaubt, dass zum Überleben die Zerstörung von S.H.I.E.L.D. notwendig ist, was Skye natürlich nicht zulassen kann. Der wortlose Helfer erscheint, schaltet sie aus und nimmt sie gefangen.
Auf dem S.H.I.E.L.D.-Flugzeugträger
Mack hört von dem Plan seiner Kollegen, die Inhumans anzugreifen, doch Coulson erbittet sich etwas Zeit. Dem Director werden drei Stunden gewährt, um weitere Informationen zu sammeln (und sich eine Alternative einfallen zu lassen). Mack überlegt sich seinen Abgang also noch einmal und steht endlich auf Coulsons Seite. Gleichzeitig soll der Mechaniker Mack das Schiff angriffsbereit machen, wenn es zum Schlimmsten kommen sollte. Und das tut es auch, denn die bösen Inhumans kommen mit der Hilfe von Gordon an Bord und übernehmen bald das Kommando.
Mack bleibt zunächst ungesehen und kann einen Plan schmieden, während eine Frau mit der Fähigkeit, weitere Versionen von sich selbst zu schaffen, die Agenten auf Zack hält.
Überall brennt es also: FitzSimmons und Coulson haben mit Cal zu tun, Mack mit den Inhuman-Invasoren und der Rest mit Multi-Girl, Gordon und Jiaying, die außerdem die Transformationskristalle im Schlepptau hat.
Fazit
S.O.S. Part One ist eine tolle erste Staffelfinalhälfte, die dafür sorgt, dass man mit Spannung dem zweiten Teil entgegenfiebert. Die Gefahr fühlt sich real an. Mit Raina geht eine Figur verloren, die mir zumindest sehr ans Herz gewachsen ist. Kyle MacLachlan und so mancher One-Liner haben mich zum Lachen gebracht, und sein Overacting ist einfach wunderbar überzogen. Dass seine Figur außerdem doch noch den Bogen spannt und so sympathisch wird, hätte ich anfangs nicht gedacht.
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 13. Mai 2015(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x21)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x21
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