Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x19

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x19

In der Episode The Dirty Half Dozen der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. kommt es zum Team-up, das man vor einigen Wochen noch nicht für möglich hielt. Ansonsten sollte man sich auf einige Querverweise zu Avengers 2 - Age of Ultron gefasst machen.

Szenenfoto aus der Episode „The Dirty Half Dozen“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „The Dirty Half Dozen“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
© (c) ABC

Wie schon beim US-Kinostart von „Captain America 2: The Return Of the First Avenger“ nimmt die ABC-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. in der Episode mit dem schönen Episodentitel The Dirty Half Dozen besonderen Bezug auf die Ereignisse aus dem Marvel-Cinematic-Universe. Sie weist ganz stark auf die Handlung des von Joss Whedon inszenierten Blockbusters „The Avengers 2: Age of Ultron“ hin ( Filmkritik hier lesen) hin. Dieser startet in den USA in derselben Woche, in der die Ausstrahlung dieser Folge stattfindet.

Rainas Visionen

Raina (Ruth Negga) hat erneut einen Albtraum, der sich jedoch als Vision entpuppt. Sie sieht das, was unmittelbar bevorsteht. Cal (Kyle MacLachlan) macht derweil im afterlife eine Szene und untergräbt damit Jiayings (Dichen Lachman) Anführerposition, da er die Aufmerksamkeit der anderen Besucher auf sich zieht. Die sehr auf Kontrolle bedachte Anführerin kann Cal gerade noch beschwichtigen, Ruhe zu geben. Da taucht auch schon Gordon (Jamie Harris) auf, jedoch ohne Lincoln (Luke Mitchell), der somit in die Hydra-Klauen gerät.

Rainas Vision wird wahr. Beim Versuch, Lincoln zu retten, trägt Gordon eine Verletzung davon. Es liegt in Skyes Natur, sich für die Rettung anderer einzusetzen, doch ihre Mutter spricht sich dagegen aus, weil das ein zu großes Risiko wäre. Denn Hydra kennt sie durch die Narben, die sie tagtäglich mit sich herumtragen muss, nur allzu gut. Von Alleingängen hat sich Skye aber noch nie entmutigen lassen und so erfährt sie von Raina, dass sie diejenige ist, die Lincoln befreien wird und ihn von seinen Qualen erlöst. Auch wenn das bedeutet, sich gegen den Willen ihrer Mutter durchzusetzen.

Skye zweifelt kurz an ihren Fähigkeiten und ihrer Intention, doch als sie den Namen Ward (Brett Dalton) ins Spiel bringt, der mit Coulson (Clark Gregg) für diesen Einsatz verbündet ist, ist sie überzeugt, dass die nebulöse Inhumans-Frau die Wahrheit sagt. Allerdings soll Gordon, dessen Schritte Hydra beobachtet, sie nicht in die Höhle des Löwens bringen, sondern an einen vertrauten Ort: Die S.H.I.E.L.D.-Basis.

Coulson und Gonzales

Coulson hat sich Gonzales (Edward James Olmos) gestellt und teilt ihm seinen Plan (oder zumindest einen Teil davon mit). Denn er observiert schon eine Weile Strucker (Thomas Kretschmann) und Dr. List (Henry Goodman) und möchte Hydra endlich zu Fall bringen, dafür hat er einen Mann im Inneren: Mike Peterson aka Deathlok (J. August Richards), der mit seiner kybernetischen Ausstattung die Situation filmen kann, darüber hinaus hat er Ward, der sich bei Hydra und deren Vorgehensweise auskennt.

Auch wenn Gonzales genervt davon ist, dass Deathlok im geheimen für Coulson arbeitet, kriegt der Direktor ihn, durch zwei Dinge: Hydra experimentiert an Superwesen und Coulson weiß um das Geheimnis aus dem Cargo-Raum, das mit seinem Kubus gelöst werden könnte. Zugriff auf diesen verspricht er ihm im Austausch gegen das grüne Licht für die Mission. Bekanntlich basiert the real S.H.I.E.L.D. auf einer Basisdemokratie und so wird darüber abgestimmt. Ausgerechnet May (Ming-Na) hat die entscheidende Stimme.

Bevor sie das jedoch entscheidet, will sie eine Aussprache mit Coulson, wegen seines Verhaltens in letzter Zeit. Doch wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. May hatte selbst lange Zeit eine geheime Abmachung mit Fury bezüglich Coulsons Alien-Aktivitäten und ist nun sauer, dass er ihr gegenüber Geheimnisse bewahrt hat. Besonders die Zusammenarbeit mit ihrem Exmann Andrew macht ihr dabei wohl schwer zu schaffen.

Doch Coulson hat sich nur für persönlichen Rat an ihn gewendet und seine Therapie in Anspruch genommen, um mit seinen Alien-Schnitzereien abzuschließen. Das ist sicherlich ein Teil der Wahrheit und die ausführliche Entschuldigung soll später folgen. Oder ist das wirklich alles, was zwischen den beiden stand? Der Episodenabschluss bringt da noch andere Dinge ins Spiel.

Born different and made different

Lincoln und Mike befinden sich in der Hydragefangenschaft und wollen sich nach den Startschwierigkeiten gegen ihre Fänger verbünden. Sie werden in benachbarten Zellen gefangen gehalten, doch Deathloks Arm wurde ausgeschaltet und beide werden durch die Experimentierprofis von Hydra mit einer Apparatur schnell ohnmächtig gemacht.

Somit werden sie für List und den eingeschleusten und fremdkontrollierten Bakshi (Simon Kassianides) zu neuen Testobjekten, denn bisher war dieses Unterfangen eines voller Fehlschläge.

Nur ein gewisses Zwillingspaar aus Sokovia - gemeint sind Scarlet Witch und Quicksilver - wurde bisher erfolgreich mit Alien-DNA behandelt. Das ist nur eine von zahlreichen Anspielungen auf „Age of Ultron“, die sich durch diese Episode ziehen.

Nicht nur an Lincoln wird experimentiert, auch Mike muss zwangsweise unter das Messer. Als Vorsichtsmaßnahme wird ihm etwa sein Kameraauge entfernt, aber auch ein Bein wird ihm abgenommen, sodass er wieder einmal einiges über sich ergehen lassen muss. Hilfe wird hier also dringend benötigt.

Das dreckige halbe Dutzend

Spannend ist die Frage, wer auf die Mission geschickt werden soll. Coulson hat natürlich seine Vorstellungen. Leute müssen her, denen er vertraut - auch wenn das nicht bei allen möglich ist. Hunter (Nick Blood) ist angeschossen und kommt nicht in Frage, dafür bietet sich Simmons (Elizabeth Henstridge) allerdings an, die sich um Mikes Gesundheit kümmern will und eine eigene Agenda verfolgt. Denn sie hat einen Satz Granaten im Gepäck, bei der auf einer davon der Name Ward draufstehen soll.

Überraschend taucht auch Skye auf und will, wie in alten Zeiten mitmischen. Das Team besteht also aus der Crew aus der ersten Staffel, bevor Ward sich als mieser Hydra-Verräter zu erkennen gegeben hat und es kommt ein wenig old school flair herüber, da man dieses Team in seiner Gesamtheit schon so lange nicht mehr gesehen hat.

Das kurze Geplänkel, in dem Ward versucht sich zu erklären ist dabei eines der Highlights der Episode.

Insgesamt sind die meisten Szenen mit dem Originalteam allerdings ziemlich sehenswert. Die Mischung aus scheinheiliger Ernsthaftigkeit Wards und den Witzen, die Fitz (Iain De Caestecker und seine „By You“-Ergänzung), Simmons und Skye reißen, sind wunderbar und typisch Marvel. Während Ward versucht sein Trauma mit seiner kaputten Familie zu erklären, können May und Skye darüber nur müde lächeln und weder Skye noch Simmons bereuen ihre Anschläge oder Drohungen auf ihn und sein Leben. Dabei scheint es Ward vielleicht, aber auch nur vielleicht, wirklich ernsthaft wiedergutmachen zu wollen. Trotzdem wird ihm von Coulson der Mund verboten, denn mit Worten jonglieren kann der Wolf im Hydra-Pelz ziemlich gut.

Coulsons Plan sieht dabei vor, das eigentlich Flugzeug, das sich im Tarnmodus befindet, abschießen zu lassen, um Hydra in dem Glauben zu lassen, dass sie sich der Bedrohung entledigt haben. In Wirklichkeit jedoch bringt May ein kleines Flugzeug mehr oder minder sanft zu Boden, sodass das Überraschungsmoment wieder auf der Seite von Coulsons Team ist. Dort empfängt Bakshi sie schon, der sie mit allen nötigen Infos versorgt und wie ein treuer Schoßhund agiert. Bis Gonzales eingreift haben sie nun also 15 Minuten, um Deathlok und Lincoln zu befreien und vielleicht noch ein paar neue Informationen zu sammeln.

Third-Person-Shooter

Besonders hervorragend wird dabei der Moment eingesetzt, als Skye ihre Kräfte in Anwesenheit Wards einsetzt und es bei ihm Klick macht. Nun weiß er, was sich in Puerto Rico zugetragen hat, was sie vorher noch vor ihm Geheim halten wollte. Die Teams teilen sich in Ward, Bakshi, Simmons mit Skye und Coulson, sowie May und Fitz auf. Doch zunächst gibt es die vielleicht beste Actionsequenz in der bisherigen Geschichte von „Agents of S.H.I.E.LD.“ in einer wundervollen Third-Person-Sequenz, die an einen Cover-Shooter erinnert und die wie aus einem Guß aussieht, zerlegt Skye ein ganzes Hydra-Bataillon. Irre! Das ist ein Moment, den man sich wieder und wieder anschauen kann und der das enorme Wachstum von ihr als Agentin verdeutlicht. Skyes Team findet und kümmert sich um die Verletzten, die beide in schlechter Verfassung sind.

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Im Fall von Lincoln ist es fast schon zu spät, denn sein Herz hat ausgesetzt, doch durch ihren mutigen Kräfteeinsatz kann Skye es wieder zum Schlagen bringen. Simmons will derweil die Gunst der Stunde nutzen und sich Wards entledigen, doch das kriegt Bakshi spitz und wirft sich dazwischen. Wir erinnern uns: Als Ward in Handschellen abgeführt wurde, war es Simmons, die ihm ins Gesicht sagte, dass sie ihn umbringen wird, für das was er dem Team und insbesondere Fitz und Ihr angetan hat. Nun war sie sehr knapp davor. Simmons hat sich ebenso stark verändert, auch wenn ihre Veränderung in eine düstere Richtung zeigt.

Schlage einen Kopf ab...

Coulsons Geheimniskrämerei geht weiter und in der Hydra-Basis holt er sich noch etwas an einem der PCs, was wohl sein eigentliches Ziel war. Das bringt May auf die Palme, doch wie fast alles, was Coulson macht, gehört dies zu einem größeren Plan, der sich kurz danach offenbart. Zunächst wird Gonzales jedoch benachrichtigt, dass die Mission geglückt ist und keine weiteren schweren Geschütze mehr aufgefahren werden müssen.

Der Erfolg der Mission hat aber auch eine Nebenwirkung: Ward kommt (vorerst) ungestraft und ohne mit nach T.A.H.I.T.I. zu müssen, davon. Eine gute Tat hat er vorher noch vollbracht, denn er hat Agent 33 aka Kara (Maja Stojan) in die Obhut von S.H.I.E.L.D. gegeben, wo sie hingehört und wo man sich um ihren emotionalen und körperlichen Heilungsprozess kümmern wird. Auch wenn Ward tatsächlich sehr nett zu ihr war und ihr selbst versucht hat zu helfen, so meint er doch, dass er nicht gut genug ist, um sie glücklich und vollständig zu machen. Das bricht Kara sicherlich das Herz.

Auch Dr. List ist noch einmal davon gekommen, doch mit ihm wird es noch ein Wiedersehen in „Avengers 2“ geben - so viel sei an dieser Stelle verraten. Gonzales hat derweil, was er wollte und klingt dabei gar nicht so anders, als die Hydra-Wissenschaftler. Denn er möchte Skye, Lincoln und Mike dort behalten, was aber sicherlich kein Dauerzustand sein wird. Bobbi will das zur Diskussion stellen und man merkt, dass dies ihre Standpunkte sich immer weiter voneinander rückt. Just in dem Moment kommt Coulson dazu und hält sein Versprechen rund um den Würfel ein, doch da Fury - Spoileralarm - ohnehin wieder kommt, nützt ihm das Ding wahrscheinlich sowieso kaum.

Das Theta-Protokoll - Ready to bring in the Avengers

Maria Hill (Cobie Smulders) schaut via Videoanruf ebenfalls vorbei und befragt Coulson zu einigen streng geheimen Dingen. So kommt nun heraus, dass es Coulsons Vorarbeit ist, die die Avengers auf die Spur von Strucker und dem magischen Zepter Lokis bringt, welches die Helden zu Beginn des Films suchen. Das nennt man wohl perfekte Cross-Promotion.

Dazu kommt außerdem, dass die Suche nach dem Zepter etwas zutiefst persönliches für Coulson ist, denn es ist die Mordwaffe, die ihn außer Gefecht gesetzt hat und das ganze Team erst ermöglicht hat, während Gonzales wohl einfach darüber hätte abstimmen lassen und ein Nein durchaus im Bereich des Möglichen lag.

Darüber hinaus ist das Zepter auch Teil der Schaffung Ultrons (James Spader) und Inhalt einer Vision, die Raina durchlebt. Dabei spürt sie das Leid und die Zerstörung, die noch folgen werden und womöglich die Inhumans und S.H.I.E.L.D. auf Konfrontationskurs bringen.

Kurz bevor sie die Vision hat, will Raina noch Jiayings Anführerschaft herausfordern, doch das ändert sich dann schlagartig. Jiaying klärt die Fronten und sagt, dass sie Inhalte zukünftiger Visionen nur mit ihr bespricht. Ob das sich so durchsetzen lässt? Von ihrem Exgatten Cal erfährt sie in dieser Episode, dass Raina gefährlich und manipulierend sein kann, doch ihre Warnungen und Visionen zeugen von Ehrlichkeit.

Fazit

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Was für eine picke-packe volle Episode The Dirty Half Dozen doch ist. Dabei gelingt es trotzdem jeder wichtigen Figur zumindest eine kurze Szene zuzugestehen (auch Mack darf sich etwa bei Hunter für sein Verhalten entschuldigen).

Die Action, besonders Skyes herausragend tolle Szene, kann sich sehen lassen, die Dialoge und die Charakterarbeit sind vorzüglich, der auflockernde Humor kommt nicht zu kurz, das Crossover mit den Avengers wird wunderbar passend vorbereitet und sinnvoll in die fortlaufende Serienhandlung eingebunden. Es könnte kaum besser sein, außer vielleicht mit einem weiteren Avengers-Gastauftritt. So macht „Agents of S.H.I.E.L.D.“ Spaß und ich blicke freudig auf die verbleibenden drei Episoden der Staffel.

Videopromo zur kommenden Episode Scars (2x20):

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 29. April 2015

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x19 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 19
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x19)
Deutscher Titel der Episode
Die glorreichen Sechs
Titel der Episode im Original
The Dirty Half Dozen
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 28. April 2015 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 16. Oktober 2015
Autoren
Brent Fletcher, Drew Z. Greenberg
Regisseur
Kevin Tancharoen

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x19

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