Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x07

Nach sieben Episoden löst die US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. ein zentrales RĂ€tsel auf, das in der ersten Staffel eingefĂŒhrt worden war. The Writing on the Wall klĂ€rt darĂŒber auf, was es mit den Einkerbungen, die mehrere Personen in allerhand OberflĂ€chen verewigen, auf sich hat.
Tattoo Man
Mit dem tÀtowierten Carver/Sebastian Derik (Brian Van Holt) taucht jemand auf, der es auf alle S.H.I.E.L.D.-Agenten abgesehen hat, die mit dem Projekt T.A.H.I.T.I. In Verbindung standen.
Das wird jedoch erst herausgefunden, nachdem Phil Coulson (Clark Gregg sich selbst noch einmal dem schmerzhaften Prozess des Erinnerns aussetzen lÀsst, der verrÀt, dass es insgesamt sechs Patienten gab, die dem Alienserum GH-325 ausgesetzt wurden.
Alle Patienten zeigten nach einiger Zeit VerĂ€nderungen, die sich in stillem Wahnsinn bis hin zu lautstarken Ausrastern und - im Fall von Derik - Mordlust Ă€uĂern. Ihm reicht es nĂ€mlich nicht, die Alienbotschaft in WĂ€nde zu ritzen. Er muss Menschen nutzen, um den Zwang zu befriedigen. Coulson lĂ€sst es sich in diesem Fall nicht nehmen, selbst die Verfolgung aufzunehmen und schubst sogar Skye in das fĂŒr Ward bestimmte GefĂ€ngnis, indem sie auf Mays Befehl eigentlich Coulson sperren soll. Nach und nach hat Derik sich der Mitpatienten erledigt und nur noch Hank Thompson (Joel Gretsch) ĂŒbrig gelassen, der sich jedoch nicht an die Behandlung erinnert. Wie auch, wenn ihm alle Erinnerungen geraubt wurden und ihm eine neue IdentitĂ€t verpasst wurde? Da waren die fragwĂŒrdigen Methoden von S.H.I.E.L.D. also besonders wirksam.
FĂŒr Coulson muss eine AufklĂ€rung her, denn mittlerweile steigert sich die Frequenz seines Zwangs auf einen tĂ€glichen Rhythmus, was auch dazu fĂŒhrt, dass er nicht mehr schlĂ€ft. Dazu kommt die Neugierde, um was es sich bei dem auĂerirdischen Muster handelt. Bevor Coulson Derik die Luft vollends abschnĂŒrt, erfahren wir es: Anders als Skye zuvor angenommen hat, ist es keine Landkarte, sondern eine Blaupause fĂŒr eine Stadt. Doch was genau fĂŒr eine? Ein TeilrĂ€tsel ist gelöst, ein neues wird geschaffen. So war es schon in der ersten Staffel rund um die Frage nach Coulsons Wiedergeburt. Es heiĂt also geduldig bleiben und abwarten. Meine Theorie: Es hat etwas mit einem Film aus Phase drei des Marvel-Cinematic-Universe zu tun. Aber wer weiĂ?
Ward auf der Flucht
Der zweite groĂe Handlungsbogen dieser Episode dreht sich um die Flucht von Grant Ward (Brett Dalton), der dabei alle Register zieht. NatĂŒrlich rechnet er damit, dass Coulson ihn beobachten lĂ€sst. So deckt er sich mit Geld, Reisedokumenten, Telefon und auch einem sogenannten âDead Man's Switchâ ein. Dieser ist mit seinen Vitalsignalen verbunden und wĂŒrde eine Bombe explodieren lassen, die viele Unschuldige oder Agenten um ihn herum mit ins Verderben reiĂen wĂŒrde.
Sowohl die Beschattung durch Triplett (B. J. Britt) als auch die im Bus nach Dallas platzierte Bobbi Morse (Adrianne Palicki) kann er als VerbĂŒndete von Coulson ausmachen. So wechselt er im letzten Moment noch den Bus, wo dann aber Hunter (Nick Blood) ein Auge auf ihn wirft. Dennoch hĂ€lt das Team, das bei dieser Mission von May (Ming-Na) angefĂŒhrt wird, einen Eingriff fĂŒr zu heikel und lĂ€sst ihn zunĂ€chst ziehen.
In einem Pub in Boston trifft Ward sich dann mit Bakshi (Simon Kassianides), der rechten Hand von Whitehall. Interessant ist dabei, dass wir eine schöne Referenz zum „Cinematic Universe“ erhalten und dabei geklĂ€rt wird, dass Baron von Strucker (Thomas Kretschmann, zu sehen in der Post-Credit-Szene von „Return of the First Avengers“ „58792“) das Sagen bei Hydra hat, sich aber um andere Dinge klĂ€ren muss. Das ist die erneute BestĂ€tigung, dass Whitehall also nur einer von mehreren Köpfen der Hydra-Organisation ist.
Ward verspricht Bakshi, die Möglichkeit von Angesicht zu Angesicht mit Coulson besprechen zu können. Dabei wird hier noch nicht ganz klar, ob das „VerprĂŒgeln-und-als-Geschenk-Abliefern“ als Falle oder als verkappte nette Geste Wards zu werten ist. In der letzten Szene der Episode vergleicht Skye (Chloe Bennet) Wards Verhalten mit dem einer Katze, die dem Herrchen als Tribut tote Tiere bringt.
Gleichzeitig macht die Szene am Schluss deutlich, dass Ward auf jeden Fall eine eigene Agenda verfolgt, denn, wie es scheint, sucht er Rache an seinem Bruder. Oder ist auch das eine falsche FĂ€hrte? Das Schöne ist: Man weiĂ es nicht und genau daraus zieht diese zweite Staffel von âMAoSâ ihre Spannung. Ward ist inzwischen so undurchschaubar und zwischen Gut und Böse angesiedelt, dass man seine PlĂ€ne tatsĂ€chlich kaum abschĂ€tzen kann. Dazu ist er wirklich ein kompetenter und tödlicher Agent, den man nicht unterschĂ€tzen sollte. Der Vergleich mag hinken, aber in gewisser Weise erinnert er an einen gut organisierten und geschulten Joker in Agentenform, ein Agent des Chaos.
Sollte er Hydra wirklich in den RĂŒcken gefallen sein, dann stellt Ward nĂ€mlich eine enorme Wildcard zwischen den beiden Fronten S.H.I.E.L.D./MilitĂ€r/Senator auf der einen und Hydra/Skyes Vater auf der anderen Seite dar, die die Balance beliebig verschieben könnte. Dass seine LoyalitĂ€t nicht unbedingt bei Hydra, sondern vielmehr bei seinem Mentor Garrett lag, hat er bereits gegenĂŒber Skye zu Protokoll gegeben. Dazu kommt seine merkwĂŒrdige und unerwiderte Liebe zu Skye und der verkappte Glauben, dass er immer noch Teil von Coulsons Team ist.
Plot ĂŒber Charaktermomente
In den vorhergehenden Episoden dieser zweiten Staffel hatten wir eindeutig mehr Charaktermomente, die in dieser Episode dem Vorantreiben der RĂ€tsellösung und des Plots weichen. NatĂŒrlich ist diese Episode stark auf Coulson und Ward zentriert, aber dennoch wird vor allem die Handlung vorangebracht und nur wenig das Innenleben der Figuren thematisiert, was der Abwechslung aber durchaus zutrĂ€glich ist. FitzSimmons bleiben etwa fast komplett auĂen vor. Auch Morse und Hunter haben diesmal nur minimalen banter, dafĂŒr gibt es mehr rund um die S.H.I.E.L.D.-Altlast Projekt T.A.H.I.T.I. zu erfahren.
Als Coulson mit seinen GefĂ€hrten die Suche nach der Stadt aus den Kritzeleien bespricht, verdeutlicht eine Szene, wie groĂ das Team inzwischen geworden ist. So verwundert es auch nicht, dass Mack (Henry Simmons) und Triplett zwar kurze Auftritte haben, aber weiterhin reichlich stiefmĂŒtterlich behandelt werden. Die abschlieĂende Szene der Episode mit dem Telefonat zwischen Ward und Skye legt darum einen Verdacht nahe: Kommt es bald zu Wards Rache und damit der Verkleinerung des Teams? Aufgrund des bald anstehenden Mid Season-Finals bietet sich die Möglichkeit fĂŒr einen Schocker an, der die US-Zuschauer in die mehrmonatige und ungewisse Pause entlĂ€sst.
Fazit

Die Episode The Writing on the Wall ist eine klassische „Aufbauepisode“, die das anstehende Halbstaffelfinale in Stellung bringt und die PuzzlestĂŒcke, die wir bisher in der zweiten Staffel erhalten haben, zumindest teilweise zusammensetzt. Ein groĂes Mysterium ist geklĂ€rt, wenngleich weiterhin vieles dazu offen bleibt. Dazu wird Ward, wie man es erwarten konnte, in eine neue spannende und fĂŒr das Team Ă€uĂerst gefĂ€hrliche Position gebracht.
Auch wenn mancher Charakter vielleicht diesmal etwas zu kurz kommt, stimmt das VerhĂ€ltnis zwischen EnthĂŒllungen und neuen RĂ€tseln und man kann wieder einmal gespannt auf den weiteren Verlauf der Serie sein.
Videovorschau auf die Episode The Things We Bury Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 12. November 2014(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x07)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x07
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?