Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x06

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x06

Die Episode A Fractured House der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. bietet Hochspannung pur. Das Team von Coulson kämpft an allen Fronten und muss nach einem Vorfall bei der UN den eigenen Namen wieder reinwaschen.

Szenenfoto aus der Episode „A Fractured House“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „A Fractured House“ der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

Die Episode A Fractured House ist ein wahres Staffelhighlight und so spannend und wendungsreich, dass einem schnell der Atem stockt.

Terror bei der UN

Alles fängt damit an, dass bei einer Rede von Glenn Talbot (Adrian Pasdar) vor der UN eine Gruppe von bewaffneten Terroristen, die sich in S.H.I.E.L.D.-Uniformen kleidet, einen tödlichen Anschlag verübt, bei dem mindestens sechs Menschen sterben und ein Dutzend verletzt wird, darunter Talbot selbst. Benutzt wird dabei eine Splitterbombe, die ihre Opfer desintegriert und natürlich von Hydra stammt. Als Coulson (Clark Gregg) und Co davon erfahren, erhält das Reinwaschen des eigenen Namens natürlich höchste Priorität und Skyes (Chloe Bennet) Suche nach ihrem mörderischen Vater und die Recherche zur Alienschrift wird erst einmal hinten angestellt.

Bobbi Morse (Adrianne Palicki) soll gemeinsam mit ihrem Ex Lance Hunter (Nick Blood) nach Japan reisen, um dort nach Hinweisen zu suchen. May (Ming-Na) schließt sich den beiden an.

Wem kann man trauen?

Glenn Talbot trifft sich unterdessen mit dem Senator, der seine Hatz auf S.H.I.E.L.D. finanziert. Es handelt sich dabei um Christian Ward (Tim DeKay, White Collar), der laut seinem kleinen Bruder Grant (Brett Dalton) reichlich zwielichtig ist und eventuell noch mehr Dreck am Stecken hat als er selbst. Mit dieser Dynamik spielt diese Episode ganz fantastisch, was sie besonders sehenswert macht, weil man bis zuletzt nicht weiß, ob oder welchem der Brüder man über den Weg trauen sollte.

Christian Ward plant die Gründung einer militärischen Organisation, die nach dem UN-Anschlag weltweit S.H.I.E.L.D. und dessen Angehörige jagt und sie in letzter Konsequenz zerstören soll, was Coulson und Co natürlich verhindern wollen.

Skye befragt Grant Ward in dessen Zelle - über dessen Bruder, ihren Vater und die Situation. Hier erfährt sie mehr von ihrem Vater und ihren Ursprüngen. Etwa, dass die Menschen, die beim Massaker in China damals umgekommen sind, allesamt Hydra-Agenten - und nicht Dorfbewohner - waren, dass Skyes Mutter nicht mehr lebt und dass das Ereignis ihren Vater (Kyle MacLachlan) zum Durchdrehen und zum Massenmord gebracht hat. Was genau ihr Vater ist, bleibt aber weiter geheim.

Beim Gespräch mit dem psychopathischen Ward kann man die Spannung förmlich mit dem Messer schneiden. Bis zum letzten Moment bleibt offen, ob Skye dem Hydra-Verräter glaubt und aus Eigeninteresse befragt oder ob Coulson wieder einen seiner Pläne verfolgt. An einer Stelle mahnt Coulson die junge Agentin zur Vorsicht und bringt sie wieder auf die Spur, das Missionsziel zu verfolgen.

Aus dem ersten Gespräch erfährt Coulson, dass Wards großer Bruder wohl nicht weiß, wo Grant steckt. Das macht er sich zum taktischen Vorteil und besucht den Senator zu seinen Bedingungen - sowie den möglichen Vorkehrungen - und macht ein Angebot. Später werden in einer fantastisch inszenierten und spannenden Parallelmontage Coulson bei der Befragung von Christian und Skye im erneuten Gespräch mit Grant Ward gezeigt.

Beide Wards schieben sich ständig den schwarzen Peter zu. Dabei wird von Christian beispielsweise der Vorfall mit dem Brunnen (aus der Episode The Well) angesprochen, der vielleicht gar kein Brunnen war. Außerdem berichtet Christian von einer weiteren Episode rund um einen Schraubenzieher, mit dem der kleine Bruder von Ward bedroht wird. Vertraut man den Worten des Senators, hat sich Grant ein großes Lügengebäude aufgebaut, bei dem es schwer ist, andere vom Gegenteil zu überzeugen. Doch welchem Bruder glaubt man nun? Der Senator hat zumindest bisher keine Menschen umgebracht, von denen wir wissen.

Grant Ward wiederholt seine Beschwichtigungen gegenüber Skye: Er ist immer ehrlich und will ihr nur helfen. Außerdem gibt er Neues zu ihrem Vater preis. Als er hört, dass man ihm seinen Bruder übergeben will, sieht man zudem Angst in seinen Augen. Wovor fürchtet sich der Exagent? Nachdem man alle benötigten Informationen aus Grant Ward geholt hat, lässt es sich Coulson nicht nehmen, selbst mit ihm zu sprechen. Das Exteammitglied Ward glaubt nämlich, dass er eine Chance auf Rehabilitation hat und sieht sich selbst noch als Teil des Teams. Doch für Coulson ist er nur Informationslieferant, dem er nach wie vor verübelt, was er dem Team und insbesondere auch FitzSimmons durch seinen Verrat angetan hat.

Mit den gesammelten Informationen wird ein Plan Coulsons in Gang gesetzt. Es wird nämlich die Verlegung des Mörders in die Wege geleitet, damit Senator Ward seine Position zur Zerschlagung von Coulsons Organisation umkehrt und ihn nun in seine Obhut nehmen kann. Coulson mahnt zwar zur Vorsicht und sagt, dass man Grant Ward keine Freiheiten lassen sollte. Dennoch gelingt es ihm, sich aus seinen Handschellen zu befreien, seine Wachen zu überwältigen und wahrscheinlich weitere Leichen zu hinterlassen. Christian Ward outet unterdessen auf einer Pressekonferenz seinen eigenen Bruder als Hydra-Agenten und verspricht, dass er ihn persönlich zur Rechenschaft ziehen wird.

Die Vorgehensweise der Autoren ist deswegen fabelhaft, weil es sich so anfühlt, als würden sich die Truppen in Stellung bringen. Zuletzt haben wir Skyes Vater bei Hydra anklopfen sehen, nun tun sich Politik, Militär und S.H.I.E.L.D. auf der anderen Seite zusammen. Oder es macht zumindest den Anschein, dass sie es tun. So ganz Vertrauen kann man Senator Ward doch nicht, oder? In Bezug auf Grant Wards Gefährlichkeit gibt er einen wichtigen Hinweis, denn bei der Situation rund um den jüngsten Ward-Bruder spricht er davon, dass sich Ward bisweilen kurzzeitig verändert, was man auch kurz vor der Befreiung aus den Handschellen sieht. Wie geht es weiter? Wir erfahren es in der nächsten Folge.

The Exes

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Wie erwartet dürfen Bobbi Morse und Lance Hunter gemeinsam auf eine Mission gehen und dort streiten, was das Zeug hält. Ihre Dynamik ist ebenfalls eines der Highlights der Episode, besonders weil May als straight woman dazwischengeschaltet wird. Sie muss sich also Hunters Sprüche anhören, obwohl sie ihn nicht leiden kann. Hier erfahren wir auch, dass May wohl schon einmal verheiratet war, sie mit ihrem Ex aber nicht mehr spricht - wie ja eigentlich mit kaum jemandem, denn die Unterhaltung zwischen Bobbi und ihr verläuft von Mays Seite aus wieder nonverbal.

Statt Mays Taktik des Frontalangriffs in Japan zu nutzen, entscheidet man sich, Bobbis Hydra-Identität aufrechtzuerhalten und ihren alten Kontakt Toshiro Mori (Brian Tee) auszuhorchen. Bobbi nutzt unkonventionelle Mittel, wie Küsse und die Kenntnis der japanische Sprache, um sich Informationen zu den Bomben zu holen, die beim Anschlag auf die UN genutzt werden. Sie fliegt bald allerdings auf, denn es spricht sich doch schneller rum, dass sie eine S.H.I.E.L.D.-Agentin ist, was Hunter zum Handeln zwingt, bevor sie droht erschossen zu werden.

Gleich mehrfach rettet Hunter ihr beim Einsatz das Leben. Auch in Belgien, wohin dieser Teil des Teams im Anschluss reist und dort einen Hydraschergen in die Flugbahn einer Splitterbombe schubsen kann. Hier wird der Fall um die Bomben dann auch gelöst.

Die Szenen mit den beiden Ex sind natürlich durch die Dialoge, die daraus folgen, sehr sehenswert. Hunter mausert sich zu einem neuen Favoriten, etwa dadurch, wie nonchalant er die Hydra-Agenten in Belgien (jaja, „Hail Hydra“) begrüßt oder leicht neidisch darauf ist, wie schnell seine Ex Sprachen lernt oder nichts vergisst. Dazu kommt, dass die Kampfszenen des Trios, vor allem die mit Morse und May, diesmal exzellent sind. Der Fight mit Marcus Scarlotti (Falk Hentschel) etwa muss sich hinter denen in Arrow nicht verstecken. Das Gleiche gilt für den Kampf in Japan mit der Tischdecke und dem Doppelschuss auf Mori, während die beiden Streithähne diskutieren. Auch die Desintegrationseffekte durch die Bomben gefallen mir in dieser Episode ausgesprochen gut.

Nach dem erledigten Auftrag überlegt Hunter, S.H.I.E.L.D seiner Ex zuliebe zu verlassen. Doch trotz aller Kabbeleien will Bobbi, dass er beim Team bleibt - der Rezensent inzwischen auch.

FitzSimmonsMac

Die Dynamik zwischen Fitz (Iain De Caestecker) und Simmons (Elizabeth Henstridge) ist nach der Rückkehr von ihrem Undercovereinsatz bei Hydra nicht mehr so, wie sie war. Die beiden sollen versuchen mithilfe der entwendeten Festplatte Informationen zum Gegner und dessen Waffen zu beschaffen. Das gelingt aber eher schleppend. Mit der eingebildeten Simmons harmonierte Fitz sehr viel besser, denn die echte, kurzhaarige Gemma, scheint in der Interaktion kaum Geduld aufbringen zu können und nicht mit dem Wissenschaftler auf einer Wellenlänge zu sein.

Dazu kommt, dass Fitz gekränkt ist und glaubt, dass sie ihn verlassen hatte, als er sie am meisten brauchte - als Freundin, als Helferin und vielleicht auch als Partnerin. Doch die Vorwürfe, die er äußert - also etwa, dass sie gegangen ist, weil er ihr ihre Gefühle gestanden hat -, kann sie so nicht hinnehmen und geht. Aber sie bleibt ihm den echten Grund schuldig.

Es ist wieder Mac (Henry Simmons), der eine frische Perspektive bringt, denn der Mechaniker kennt Fitz nur so, wie er jetzt ist. Das bedeutet: leicht merkwürdig, beschädigt und hilfebedürftig. Doch Simmons muss noch lernen, was es heißt, mit dieser Version ihres guten Freundes zusammenzuarbeiten, was vielleicht nicht so leicht wird. Gegenüber Mac meint sie jedenfalls mit Tränen in den Augen, dass sie gegangen ist, weil ihre Anwesenheit Fitz mehr geschadet als geholfen hat.

Ansonsten zeigt Simmons eine härtere Seite von sich. Gegenüber Skye gibt sie zu verstehen, dass sie beim Hydra-Einsatz mehrfach nur knapp dem Tod entronnen ist. Als Ward abgeführt wird und er versucht, Skye direkt anzusprechen, droht Simmons, ihn umzubringen, wenn sie ihn je wieder sieht. Diese Begegnung ist gleichzeitig auch die erste in Angesicht zu Angesicht seit dem Vorfall in der Arrestzelle.

Warum immer Frauen?

Auch wenn ich mich wiederhole: Warum trifft die härteste Gewalt in der Serie immer Frauen? Aufseiten von S.H.I.E.L.D. trifft eine der Desintegrationsbomben die belgische Agentin. Bin ich zu sensibel und achte ich zu penibel darauf? Ist das nur Zufall oder ein großer Plan? Ich hoffe, dass ich nur übersensibel bin. Betrachtet man das große Ganze, verlieren in dieser Episode nämlich durchaus einige Menschen ihr Leben durch Hydra. Bei der UN sechs und in Belgien laut May ebenfalls noch einmal sechs, was zu einem Handschlag und einer Annäherung (?) mit Talbot führt.

The Man with the Alien Tattoo

Die Abschlussszene zeigt einen Mann, gespielt von Brian van Holt (Cougar Town), der sich bei einem Tätowierer einfindet und trotz dessen Warnung mit seinem Motiv weitermachen will. Als er sein Shirt auszieht, sieht man, dass es sich um die Alienschrift handelt, die Coulson zu jeder Gelegenheit in Oberflächen kerbt, die bereits Garett in den Wahnsinn getrieben hat und die Skye als eine Art Landkarte bezeichnet hat. Doch wie steht dieser Unbekannte damit in Verbindung?

Fazit

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Die Entwicklung der zweiten Staffel von Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. kann nur begrüßt werden. Der gesamte Handlungsbogen um die Ward-Brüder ist hochgradig spannend und reichlich undurchsichtig, deswegen aber äußerst sehenswert.

Ausgeglichen wird die Schwere dieser Handlung durch Bobbi und Hunter, die durch ihr Geschnatter und ihre Querelen für Unterhaltung sorgen und dabei noch einige tolle Kampfszenen liefern dürfen. Die Beziehung zwischen den ehemals so harmonischen und perfekten FitzSimmons bleibt weiterhin kompliziert und bricht immer wieder das Herz der Fans dieser Paarung - und genau deswegen interessiert man sich für die Figuren. Wie oft wurde in den frühen Reviews zur ersten Staffel bemängelt, wie perfekt alles abläuft und wie glatt die Figuren sind? Das alles ist längst Vergangenheit und ist einer sehenswerten Dramatik gewichen, die hervorragend funktioniert.

Videovorschau auf die Episode The Writing on the Wall (2x07) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 29. Oktober 2014

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x06 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 6
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x06)
Deutscher Titel der Episode
Das Böse, das uns nahe steht
Titel der Episode im Original
A Fractured House
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 28. Oktober 2014 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 17. Juli 2015
Autoren
Rafe Judkins, Lauren LeFranc
Regisseur
Ron Underwood

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x06

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