Lucifer 2x13

Lucifer 2x13

In A Good Day to Die, der letzten Lucifer-Episode vor der Winterpause, muss unser titelgebender Höllenfürst versuchen, das Leben von Detective Decker zu retten. Doch die dazu notwendige Rückkehr in sein altes Reich stellt das gesamte Team vor Herausforderungen.

Lucifer (Tom Ellis) und Amenadiel (DB Woodside) / (c) FOX
Lucifer (Tom Ellis) und Amenadiel (DB Woodside) / (c) FOX
© ucifer (Tom Ellis) und Amenadiel (DB Woodside) / (c) FOX

Das war's dann also erst einmal: Lucifer geht schon wieder in die Winterpause. Somit ist A Good Day To Die zumindest ein kleines Halbstaffelfinale, bevor die Serie am 2. Mai mit der Episode Candy Morningstar wieder zurückkehrt. Und auch wenn wir dafür in dieser Woche viel klassische Lucifer-Kost serviert bekommen und so ziemlich all unsere liebgewonnenen Charaktere noch einmal einen Auftritt hinlegen dürfen, hat diese Episode auch ein paar Schwächen.

Heaven sent

Bereits zum Ende der letzten Episode - und durch das zahlreiche Promomaterial zur Folge in dieser Woche - war klar, wo es für Lucifer (Tom Ellis) hingehen muss, um Chloe (Lauren German) zu retten: zurück in die Hölle. Denn dort schmort Professor Carlisle (Tim DeKay), der es zuletzt kurz vor seinem unrühmlichen Selbstmord noch schaffte, Detective Decker zu vergiften. Und da nur er die Formel kennt, mit der sich das Gegenmittel herstellen lässt, und der Berg partout nicht zum Propheten kommen möchte, dürfen wir mal wieder einen Blick in Lucifers altes Reich werfen.

Das Outfit der Woche hat definitiv Ella (Aimee Garcia) an.
Das Outfit der Woche hat definitiv Ella (Aimee Garcia) an. - © FOX

Etwas nervig ist es leider, dass er selbst nicht so schnell auf diese Idee kommt wie der Zuschauer. Denn zunächst will die sterbenskranke Chloe selbst auf der Suche nach dem Gegenmittel helfen, was allerdings, von der netten Verhörszene mit Lucifer abgesehen, eher Zeit kostet, als wirklich unterhaltsam zu sein. Und gerade in einer so vollgepackten Episode hätte man zumindest diesen kleinen Ausflug streichen können.

Doch wer nun dachte, dass all die Detektivarbeit in dieser Episode eher fad sein würde, der wird durch den Auftritt von Detective Douche (Kevin Alejandro) und Lucifer als Dreamteam eines Besseren belehrt. Vor allem, als zweiterer versteht, dass es sich bei der gemeinsamen Gefangennahme nicht um einen komplizierten Plan von Dan handelt und einmal wieder richtig badass werden darf, ist das ein Anblick für die Götter.

Doch alle guten Dinge enden einmal und so muss auch Team Douchifer (TM) schon bald wieder getrennte Wege gehen. Von nun an versucht das irdische Team, bestehend aus Douche und Ella, die Zutaten für das Gegengift zusammenzusuchen, während das himmlische Team und Linda (Rachael Harris) versuchen, die genaue Formel aus den Händen des verstorbenen Professor Carlisle zu befreien.

Celestial planning session

Der schwächere Handlungsstrang ist dabei leider ganz klar der um Ella und Douche: Hier entscheiden die Autoren, den Hintergrund Ellas etwas mehr auszuleuchten, was an sich natürlich eine gute Idee ist. Doch leider kann hier kaum etwas überraschen, denn die junge Gerichtsmedizinerin ist genau das, was sie bereits vorher war: quirlig und badass. Sie kann Schlösser knacken, Autos stehlen und der Besitzer einer notwendigen Substanz ist ihr Bruder. Und Klingonisch spricht sie auch, wie wir bereits wissen. Hier sollten die Autoren irgendwann einmal etwas substantiellere Infos über den Charakter geben, der momentan einfach zu geschliffen ist.

Der Plan, Lucifer umzubringen erfreut sich erstaunlicher Beliebtheit.
Der Plan, Lucifer umzubringen erfreut sich erstaunlicher Beliebtheit. - © FOX

So schwach Team Erde auch ist: Die Planung im Hause Lucifer liefert eine herrliche Szene nach der anderen. Besonders, als nach den Streitereien zwischen den Himmlischen auf einmal die Anwesenheit von Dr. Martin aufgeklärt wird, musste ich laut lachen. Auch die überraschende Bereitschaft mehrerer Anwesender, Lucifer umzubringen, ist mehr als amüsant, doch hier verdrücke ich auch eine Träne: Wie schön wäre es für Detective Douche gewesen, wenn er diese Gelegenheit bekommen hätte!

Doch nachdem auch die Frage des Mörders geklärt ist, wird das Team aufgeteilt: Dr. Martin und Mazikeen (Lesley-Ann Brandt) wachen an Lucifers Bett und versuchen, ihn nach einer Minute zurückzuholen (Keine Angst: Die Zeit in Träum... äh... der Hölle vergeht langsamer als auf der Erde!), während Amenadiel verhindert, dass Chloe aus dem Zimmer geschafft wird. Und ja, Maze: Auch in Krankenhausklamotten siehst du noch umwerfend aus, keine Angst.

All I need to do is die

Und damit kommen wir zur zweiten Schwäche der Episode, auf die ich mich eigentlich am meisten gefreut hatte: Lucifers Rückkehr in die Hölle. Denn leider bekommen wir hier nicht mehr zu sehen als im Finale der ersten Staffel. Zugegeben, der Look ist immer noch gut, aber er nutzt sich auch schnell ab, da die mysteriöse Aura sehr schnell nachlässt. Da hatte ich doch auf etwas mehr als einen grauen Gang mit Türen gehofft. Gerade im Vergleich zum Comic schwächelt diese Darstellung.

Und auch Carlisles persönliche Hölle ist sehr offensichtlich: Er muss den Unfall, der ihn in Ungnade fallen ließ, immer und immer wieder durchleben. Das ist zwar eine nette Idee, aber hier geht mir einiges zu schnell. Denn der zwar verzweifelte, aber nicht wirklich ich-bin-in-der-Hölle-und-komme-nie-wieder-raus-verzweifelte Professor gibt dem ehemaligen Herrscher der Hölle quasi sofort die Rezeptur für das Gegenmittel.

Darf auch mal wieder „badass“ sein: Amenadiel
Darf auch mal wieder „badass“ sein: Amenadiel - © FOX

Dafür kommt Lucifer dann noch an seiner ganz persönlichen Hölle vorbei, in der er Uriel (Michael Imperioli) immer und immer wieder erstechen muss, der ihm dafür einen Hinweis zum vermutlichen MacGuffin der zweiten Staffelhälfte gibt: „The Piece is here.“ Leider können wir auch hier nicht mit Lucifer mitleiden, denn der Tod Uriels war für den Zuschauer bei weitem nicht so schlimm wie für seinen Mörder. So verpufft die mit reichlich Dramatik gewürzte Szene etwas, auch als Charlotte (Tricia Helfer), ewiger Schwachpunkt der zweiten Staffel, hinzukommt. Das Weinen um den Sohn, mit dem sie zuvor nicht eine Sekunde Screentime hatte, verpufft leider.

Deutlich emotionaler ist da die irdische Handlung, in der Trixie (Scarlett Estevez) und Amenadiel sich kennenlernen und wir einige herzerwärmende Mutter-Tochter-Momente zu Gesicht bekommen. Unterbrochen wird das Ganze von einer plötzlichen Verschlechterung von Chloes Gesundheitszustand, wodurch dann auch Amenadiel seinen badass-Moment bekommt und wie ein Stein in der Brandung Wellen von Sicherheitspersonal von sich abprallen lässt. Leider ist Trixie zu dem Zeitpunkt nicht mehr im Raum, denn durch ihr Unverständnis über die Situation und das scheinbare Verhindern der Rettung ihrer Mutter durch Amenadiel hätte die Szene noch einmal mehr emotionale Wucht entfalten können.

I'm not playing anymore

Schließlich ist aber natürlich alles in Ordnung und Chloe wird gerettet. Doch ist wirklich alles in Ordnung? Lucifer fällt nämlich mit einem Mal wieder ein, dass er ja nicht mehr das Spiel seines Vaters und seiner Mutter mitspielen möchte und verschwindet augenscheinlich aus der Stadt, womit wir leider bei der größten Schwäche der Episode sind: ihrem Ende.

Normalerweise funktioniert das so: Person eins ist sauer und verschwindet, bis ihr durch einen Notfall bei Person zwei klarwird, dass sie doch noch Gefühle hat. Die Lucifer-Autoren haben dieses Prinzip scheinbar umgedreht. Lucifer ist wortwörtlich durch die Hölle gegangen, um Chloe zu retten, gibt sein Glück jetzt aber mit der faden Ausrede auf, nicht mehr mitspielen zu wollen. So gut die Macher auch teilweise Klischees genutzt haben: Diese Situation fühlt sich nur noch nach Verzögerungstaktik an. So fehlt dann auch leider nach der finalen Szene der unbedingte Drang, wissen zu wollen, wie es nun weitergeht.

Fazit

A Good Day to Die spaltet mich: Einerseits gibt es viele tolle Charaktermomente, jeder bekommt seine eigene kleine Szene und so ziemlich alle Lacher zünden. Auch viele der emotionaleren Momente haben Gewicht und schaffen eine Punktlandung.

Andererseits fühlt sich die Episode auch in Teilen überfüllt an und der Ausflug zur Hölle, auf den ich seit dem Finale der letzten Staffel warte, enttäuscht. Der Hinweis Uriels an Lucifer fühlt sich forciert an und die gesamte Szene löst bei mir nur ein leichtes Schulterzucken aus. Doch, auch wenn wir hier kein wirklich gutes Halbstaffelfinale vor uns haben, welches meine Erwartungen einfach nicht ganz erfüllen kann: Es überwiegen für mich die guten Momente in der Episode. Schade, dass es keine 3,75 Sterne gibt...

Verfasser: Benedikt Pichl am Dienstag, 31. Januar 2017

Lucifer 2x13 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 13
(Lucifer 2x13)
Deutscher Titel der Episode
Ein guter Tag zum Sterben
Titel der Episode im Original
A Good Day to Die
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 30. Januar 2017 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 11. August 2017
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 11. August 2017
Autoren
Joe Henderson, Chris Rafferty
Regisseur
Alrick Riley

Schauspieler in der Episode Lucifer 2x13

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