Lucifer 2x12

© harlotte (Tricia Helfer), Mazikeen (Lesley-Ann Brandt) und Lucifer (Tom Ellis) / (c) FOX
Ach, es hätte doch so schön sein können: Ein erster Kuss, eine kurze Fahrt zurück ins Lux und schon landet unser liebstes „Leckerpärchen“, Lucifer (Tom Ellis) und Chloe (Lauren German), in der Kiste. Und tatsächlich sieht es ja auch am Anfang ganz danach aus, zumindest bis zu dem schicksalhaften Moment, in dem Lucifer seine love handles zeigt. Und ja, das ist wirklich ein gruseliger Anblick, der, wäre diese Sequenz nicht nur ein Traum, an Lächerlichkeit wohl kaum zu überbieten wäre. Da hat man zweieinhalb Staffeln immer einen sehr gruselig-bösen Look für den Teufel eingehalten, und dann so was! Aber Puh, zum Glück: nur ein Traum...
Ocular discharge
Stattdessen beglückt uns Lucifer in Love Handles mit einem Zusammenspiel von Chloe und Lucifer, wie es wohl seltsamer kaum sein könnte. Chloe versucht, Mazikeens (Lesley-Ann Brandt) Rat zu beherzigen und alles mal etwas lockerer angehen zu lassen - was natürlich krachend scheitert -, während Lucifer mal wieder Lindas (Rachael Harris) Ratschläge missversteht und denkt, Chloe sei von einer ganz anderen Macht zu ihm hingezogen. Und so seltsam und fremdschamauslösend diese Momente auch sind: Sie zeigen gut, wie unsicher sich die beiden nun am Anfang dieser Beziehung sind. Erst am Ende realisiert Lucifer: „This is real, isn't it?“

Doch bis dahin ist es ein weiter Weg, denn zunächst einmal müssen sich die beiden Turteltäubchen nicht nur mit sich selber, sondern vor allem einmal mit dem Fall der Woche herumschlagen. Der hat es dafür diese Woche wirklich in sich: Ein Serienkiller zwingt begabte Menschen dazu, sich von ihren Händen, Beinen oder dem Gesicht zu trennen - andernfalls stirbt ein unschuldiger Student. Die dabei benutzten Gifte entpuppen sich als Inhalt des Pakets, welches der Grund für die Morde in der letzten Woche war. Dabei passt jedoch die böse, die strippenziehende Figur vom Ende der letzten Woche nicht so recht zu dem Bild, das wir nun von Professor Carlisle (Tim DeKay) bekommen.
Doch sei's drum: Die Jagd nach dem - von Tim DeKay herausragend gespielten - Professor ist spannend und sorgt dafür, dass man sich auch als Zuschauer ungewohnt stark für den ja ansonsten eher faden Fall der Woche interessiert. Ein Lob an die Autoren hierfür.
How do I turn this thing off?
Die Jagd nach dem üblen Missetäter ist jedoch natürlich einmal mehr mit allerlei Hürden gespickt, die unser Liebespärchen die eigenen Gefühle erforschen lassen. Heraus stechen dabei vor allem Chloes Avancen in einer Unibibliothek, die so hochnotpeinlich sind, dass man sich am liebsten vom Bildschirm abwenden würde. Doch vor allem beim überraschenden Ende einer Collegeparty spielen die Autoren gekonnt mit den klassischen Romanzenklischees. Da verspricht eine junge Studentin Lucifer Informationen, wenn der mit ihr ins Zimmer geht und Chloe, die das beobachtet, ist plötzlich einem dümmlichen Verbindungsstudenten gar nicht mehr so abgeneigt...
Doch glücklicherweise nutzen die Macher die Chancen auf forciertes Drama nicht und liefern uns stattdessen eine unerwartete Zusammenkunft von Lucifer und einer Gruppe von Studentinnen, die versuchen, gemeinsam mit ihm seine Gefühle für Chloe zu ergründen.

Schließlich endet die Jagd nach Professor Carlisle in dem Labor der Konkurrenzuniversität - eine Logik, über die man besser nicht zu lange nachdenkt - und dieser stellt Chloe eine Falle: Entweder, sie opfert sich durch den Gang in giftiges Gas selber oder ein weiterer Student stirbt. Gut, dass der Teufel nicht gerade dafür bekannt ist beim leisesten Lüftchen schon in die ewigen Abgründe zu fahren und Chloe auf die Jagd nach dem Übeltäter schickt, während er geduldig darauf wartet, ihren Einflussbereich zu verlassen.
Celestial enemy's night out
Währenddessen versucht Charlotte (Tricia Helfer), jemanden zu finden, der Lucifer die Wahrheit über Chloes Geburt mitteilt. Wir erinnern uns: Das ewige Bauernopfer Amenadiel (DB Woodside) wurde dereinst geschickt, um die eigentlich unfruchtbare Mutter Chloes zu segnen - wie auch immer das aussehen möge - und so die Geburt des Detectives überhaupt erst zu ermöglichen.
Doch wer nun gehofft hat, zu dieser Enthüllung etwas mehr Informationen zu bekommen, der wird enttäuscht. Denn außer der ständigen Wiederholung dieser Tatsache bekommen wir leider keine neuen Einsichten in die mysteriösen Umstände von Chloes Geburt. Zumindest die Frage, was sich Charlotte von ihrem „Leckershipping“ erhofft, hätte hier so langsam einmal beantwortet werden können.
Doch, nachdem Maze sich trotz anfänglicher Zustimmung weigert, ihren ehemaligen Chef einzuweihen und sich damit mal wieder als seine einzig wahre Verbündete herausstellt, findet Lucifer durch ein sehr günstig platziertes Foto doch noch zur Wahrheit und beginnt in einer gekonnten Montage, seine gesamte bisherige Beziehung zu Chloe zu hinterfragen. Doch die anschließende, etwas unsinnige Frage, ob Chloe selbst von ihrer wunderbaren Geburt wusste, kann diese ihm nicht beantworten - Carlisle hat es offenbar im letzten Moment geschafft, den Detective zu vergiften.
Fazit
Nach der herausragenden Rückkehr „Lucifers“ aus der kurzen Winterpause (eine längere folgt ja leider noch) in der letzten Woche fühlt sich Love Handles zumindest ein wenig wie eine Füllerepisode an. Die Beziehung zwischen Lucifer und Chloe macht - wie bereits in der letzten Woche - erst einmal wieder ein paar Schritte zurück, bis sich die beiden am Ende der Folge dann doch endlich eingestehen, dass sie es miteinander versuchen wollen.
Auch das wiederholte Durchkauen von Chloes Herkunft fühlt sich nach der dritten Erklärung etwas zäh an. Dafür haben wir hier den bisher stärksten Fall der Woche der gesamten Serie, was ich mit einem halben Stern extra belohnen möchte. Und letztlich macht auch der Ausblick auf die nächste Woche Lust auf mehr, da uns wohl ein interessanter Ausflug bevorsteht...
Verfasser: Benedikt Pichl am Dienstag, 24. Januar 2017Lucifer 2x12 Trailer
(Lucifer 2x12)
Schauspieler in der Episode Lucifer 2x12
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?