D. B. Woodside spielte in 24 den Bruder des Präsidenten und wurde später selbst zum Commander-in-Chief. In Lucifer verwandelte er sich vom strengen Engel zum liebevollen Vater. Vom Schach-Champion zum Engel Gottes. Bei D. B. Woodside sind die Karrierewege einfach himmlisch. Sein Rat an alle Zweifler? Er hat gewonnen, Mama
David Bryan Woodside wurde am 25. Juli 1969 in Jamaica, Queens, einem vielfältigen Stadtteil von New York City, geboren. Seine Kindheit war geprägt von einer bildungsorientierten Familie, die großen Wert auf harte Arbeit und kulturelle Bereicherung legte. Seine Mutter arbeitete als Krankenschwester und stieg später zur Administratorin einer kardiovaskulären Intensivstation auf, während sein Vater bei IBM beschäftigt war. Ein älterer Bruder schlug die Laufbahn als Finanzplaner ein, eine jüngere Schwester wurde Anwältin. Der junge David sollte einen ganz anderen Weg einschlagen
Die Familie zog nach Wappingers Falls im Bundesstaat New York, als Woodside noch die Grundschule besuchte. Dort entwickelte er sich zu einem vielseitigen Schüler, der als Schach-Champion seiner High School hervorstach. Ursprünglich träumte er von einer Karriere im Football, doch eine Verletzung während seiner Schulzeit zwang ihn zum Umdenken. Dieser vermeintliche Rückschlag sollte sich als Wendepunkt erweisen, der ihn zur Schauspielerei führte
Nach dem Schulabschluss studierte Woodside an der State University of New York in Albany, wo er 1991 seinen Bachelor of Arts in Theater erwarb. In dieser Zeit entdeckte er durch Campus-Produktionen seine tiefe Leidenschaft für die darstellenden Künste. „Was ich am Theater liebte, war, dass ich dort alle liebte, erklärte er später. „Das waren Menschen, die sich in jedem anderen Teil ihres Lebens als Außenseiter gefühlt haben mögen. So viele Kulturen, so viele Arten zu leben. Aber hier hatten sie ein Zuhause. Diese Erfahrung prägte sein Verständnis von Schauspielerei als Gemeinschaft
Nach weiteren Studien in Regie und Schreiben an der University of Iowa erreichte Woodside 1996 einen akademischen Höhepunkt mit dem Master of Fine Arts an der renommierten Yale School of Drama. Die Ausbildung an einer der prestigeträchtigsten Schauspielschulen der Welt legte das Fundament für seine spätere Karriere in Hollywood
Der professionelle Einstieg gelang Woodside 1996 mit der Rolle des Aaron Mosley in der zweiten Staffel von „Murder One“, einem Gerichtsdrama von Produzent Steven Bochco. Obwohl die Serie nur zwei weitere Staffeln überlebte, öffnete sie dem jungen Schauspieler wichtige Türen. „Ich bekam die Rolle, und mein Leben veränderte sich über Nacht, erinnerte er sich an diese Zeit
Es folgten Gastauftritte in Serien wie „The Practice“, „Snoops“, „The Division“ und „Once and Again“. Doch der eigentliche Durchbruch kam 1998 mit der Miniserie „The Temptations“, in der Woodside den Bass-Sänger Melvin Franklin der legendären Motown-Gruppe verkörperte. Die Rolle zeigte früh seine Wandlungsfähigkeit und sein musikalisches Talent
Einen nachhaltigen Eindruck bei Serienfans hinterließ Woodside als Schulrektor Robin Wood in „Buffy Im Bann der Dämonen“. In der siebten und letzten Staffel der Kultserie brachte er eine neue Dynamik in die Handlung. Die Rolle etablierte ihn endgültig im Bewusstsein des amerikanischen TV-Publikums und erwies sich als Sprungbrett für größere Aufgaben
Mit der Rolle des Wayne Palmer in der Echtzeit-Thrillerserie 24 betrat Woodside 2003 neues Terrain. Wayne, der jüngere Bruder des Präsidenten David Palmer, gespielt von Dennis Haysbert, wurde als Stabschef des Weißen Hauses eingeführt. Woodside stieg in der dritten Staffel ein und kehrte in der fünften als Gaststar zurück, bevor er in der sechsten Staffel zur Hauptbesetzung gehörte. Nach dem Tod seines Bruders übernahm Wayne selbst das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten
„Für mich kam 24 zum perfekten Zeitpunkt meines Lebens, reflektierte Woodside. „Es war eine weitere Serie, von der ich Fan war und bei der ich unbedingt mitspielen wollte. Ich liebte Wayne am meisten, als er ein Gegenspieler seines großen Bruders David war. Als sie David getötet haben, verlor Wayne Palmer viel von seiner Kraft. Die Chemie zwischen den Schauspielern war so stark, dass Woodside Jahre später dafür kämpfte, Haysbert in einer anderen Serie wiederzusehen
Parallel zu 24 versuchte sich Woodside 2007 in der Musical-Serie „Viva Laughlin“, die allerdings nach nur zwei ausgestrahlten Episoden abgesetzt wurde. Die Welt war offenbar noch nicht bereit für eine Fernsehserie im Musical-Format. Im Serienpilot zu „HawthoRNe“ hinterließ er als todkranker Patient Eindruck, und beim Serienfinale von Monk war er ebenfalls dabei
2011 wurde Woodside Hauptdarsteller in der VH1-Serie Single Ladies, wo er Malcolm Franks verkörperte. In Suits spielte er in wiederkehrender Rolle Jeff Malone, den Freund der Hauptfigur Jessica, dargestellt von Gina Torres. Auch in Parenthood war er als Dr. Joseph Prestridge zu sehen. Die Rollen hatten eines gemeinsam, wie Woodside selbst bemerkte, er spielte fast ausschließlich Männer in Anzügen
2016 markierte einen Wendepunkt in Woodsides Karriere. Er übernahm die Rolle des Engels Amenadiel in der Serie Lucifer, zunächst bei FOX, später bei Netflix. Nach Jahren als seriöser Anzugträger suchte Woodside bewusst nach etwas Anderem. „Wir beide hatten das Gefühl, dass wir etwas ändern wollten, erklärte er. „Besonders angesichts der Tatsache, dass ich eine sehr gesegnete Karriere hatte. Die meisten Rollen, die ich gespielt habe, Typen in Anzügen, sind am weitesten von meiner wahren Persönlichkeit entfernt. Wir wollten eine Rolle finden, die etwas körperlicher ist
Amenadiel, der älteste Sohn Gottes, wird in der Serie entsandt, um seinen Bruder Lucifer zur Rückkehr in die Hölle zu bewegen. Als er fragwürdige Methoden anwendet, verliert er seine göttlichen Kräfte und wird menschlich. Diese Entwicklung machte die Rolle zur komplexesten in Woodsides Karriere. „Amenadiel war der schwierigste Charakter, den ich je spielen musste, gab er zu. „Jede einzelne Staffel, in der wir zurückkamen, war er wie ein anderer Charakter
Der Amenadiel im Pilotfilm war „sehr starr, ernst, mächtig und versteht keinen Spaß und „sieht Menschen als Haustiere. Bis zur sechsten Staffel hatte sich die Figur komplett gewandelt. Diese Transformation über sechs Staffeln hinweg forderte Woodside schauspielerisch auf völlig neue Weise
Ein besonderer Moment ergab sich, als die Frage aufkam, wer Gott in der Serie spielen sollte. Woodside setzte sich vehement für seinen ehemaligen 24-Kollegen Dennis Haysbert ein. „Über die Staffeln von Lucifer hinweg gab es immer Gespräche darüber, dass wir eines Tages vielleicht Gott treffen werden. Und ich habe mich so lange für Dennis eingesetzt. Die Reunion gelang, und Woodside schwärmte von der Erfahrung. „Er war alles für mich, als wir 24 gedreht haben. Er hat mich mit offenen Armen empfangen und die Arbeit an dieser Serie leicht gemacht. Ich freue mich berichten zu können, dass er immer noch derselbe großartige Mensch ist
Nach dem Ende von Lucifer im Jahr 2021 bewies Woodside, dass er noch lange nicht am Ziel seiner Karriere angekommen ist. 2023 übernahm er in der Netflix-Serie The Night Agent die Rolle des Erik Monks, eines erfahrenen Secret-Service-Agenten, der der Tochter des Vizepräsidenten zugeteilt wird. Die Serie entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Netflix-Formate des Jahres
Im Mai 2023 kehrte Woodside nach 30 Jahren an seine Alma Mater zurück. Er hielt die Festrede bei der Abschlussfeier der State University of New York in Albany. Seine Worte an die Absolventen zeugten von Humor und Lebensweisheit. „Mein älterer Bruder ist Finanzplaner. Meine jüngere Schwester ist Anwältin. Und ich bin Schauspieler. Ihr könnt Euch vorstellen, dass meine Eltern besorgt waren, als ich ihnen zum ersten Mal von meiner Berufswahl erzählte. Aber jetzt habe ich zwei Top-10-Serien auf Netflix, und ich wurde gebeten, die Abschlussrede an meiner Alma Mater zu halten. Also, Mama... und mein älterer Bruder... und meine kleine Schwester... ich habe gewonnen
Auf der Leinwand war Woodside unter anderem im Actionfilm „Romeo Must Die“ neben Jet Li und Aaliyah sowie in der Komödie „Paul Blart: Mall Cop 2“ zu sehen. Obwohl das Fernsehen sein Hauptmedium blieb, nutzte er Filmrollen, um sein Repertoire zu erweitern
Woodside hält sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Von 2008 bis 2010 war er mit Schauspielerin Golden Brooks liiert. Aus dieser Beziehung ging Tochter Dakota Tao Brooks-Woodside hervor, die am 1. September 2009 geboren wurde. Obwohl die Beziehung endete, pflegen beide Eltern ein freundschaftliches Verhältnis und konzentrieren sich auf das Wohl ihrer Tochter
Seit der Trennung von Brooks wurde Woodside nicht mehr öffentlich mit einer Partnerin gesehen. Er widmet sich seiner Karriere und seiner Rolle als Vater. Seine Zurückhaltung in Bezug auf sein Privatleben steht im Kontrast zu seiner Offenheit in Interviews über seine Arbeit und seinen künstlerischen Werdegang
Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Unterhaltungsbranche hat D. B. Woodside bewiesen, dass Beharrlichkeit, fundierte Ausbildung und die Bereitschaft zur Veränderung der Schlüssel zu einer dauerhaften Karriere sind. Von den Bühnen der Yale School of Drama bis zu den Streaming-Charts von Netflix hat er seinen ganz eigenen Weg gefunden. Und wie er den Absolventen in Albany zurief, bleibt sein Rat zeitlos relevant. „Ich sehe das Versprechen eines besseren Morgens in Euch. Bewegt Euch weiter in Richtung Hoffnung. Hoffnung ist mächtig