Lucifer 2x01

Hell yeah! Der Prinz der Hölle ist zurück und bietet uns zum Auftakt der zweiten Staffel eine herausragende Episode Lucifer, welche die Aspekte, die Staffel 1 so beliebt gemacht haben, ausbaut und verbessert. In Everything's Coming Up Lucifer steigert sich dadurch die Qualität im Vergleich zu Staffel eins noch einmal merklich.
It's not Mum.
Der Fall der Woche ordnet sich dabei deutlich dem übergreifenden Handlungsbogen unter, fügt sich aber auch geschickt darin ein. Denn weil Lucifers (Tom Ellis) und Amenadiels (D.B. Woodside) Mutter (Tricia Helfer) aus der Hölle entkommen ist, sind die zwei auf der panischen Suche nach ihrer Erzeugerin, von der sie grausame Rache für ihre Inhaftierung erwarten.

Dabei beginnt die Episode gleich mit einer sehr unterhaltsamen Szene eines Banküberfalls, an dem ein kürzlich ins Leben zurückgekehrter Verbrecher beteiligt ist. Da Mama Lucifer den Körper eines kürzlich Verstorbenen bewohnen muss, ist jeder verdächtig, der eventuell den Löffel abgegeben hat. Und obwohl der Bankräuber nicht die gesuchte Seele beinhaltet, ist er natürlich vor Lucifers Bestrafung nicht sicher, die in Form einer sehr unschicklichen Krönung erfolgt.
Hier kommt gerade ein Fall der Woche perfekt, in welchem das Mordopfer mit zwei Stangen in der Form von Teufelshörnern verunstaltet wurde. Lucifer vermutet dahinter eine Nachricht an ihn, und so ist jeder Mordverdächtige auch automatisch ein Mutter-Kandidat.
Und hier liegt die größte Schwäche der Episode. Denn aus der Vorberichterstattung und diversen Trailern weiß jeder nur am Rande informierte Fan, dass Tricia Helfer die Mutter der Engel spielt. Somit ist jegliches Ratespielen zwar Lucy selbst, aber nicht dem Zuschauer vergönnt. Retten können dies zumindest etwas die amüsanten Verwechslungen, etwa wenn der Verdacht fälschlicherweise auf Teenie-Darstellerin Amy (Jessica Sula) fällt, die sich so gar nicht mütterlich auf den attraktiven Lucifer stürzt. Leider wird letztlich nicht geklärt, was es mit den Teufelshörnern an der Leiche auf sich hat, so dass wir diese wohl unter convenient plot device einordnen müssen.
The Big Bang
Im Hintergrund erfahren wir vor allem durch die Gespräche Lucifers mit Therapeutin Linda (Rachael Harris) mehr über die komplizierte Vergangenheit der Beziehung zwischen Mutti und ihren Söhnen. Und auch wenn das meinem persönlichen Wunsch nach mehr Lore super nachkommt, zweifle ich immer noch an dem Konzept der Mutter. Gerade wenn man sich so reiches Hintergrundmaterial wie den ganzen christlichen Glauben vornimmt, muss man eigentlich nicht noch einen so essentiellen Teil dazuerfinden. Irgendwie passt das noch nicht so richtig.

Schön ist dagegen, dass wir schon jetzt Maze (Lesley-Ann Brandt) wiedersehen, die auf einem Selbstfindungstrip mir Dr. Martin war. Die kleine Folterszene ist sehr amüsant, doch leider scheuen sich die Autoren seltsam davor, Maze wirklich dabei zu zeigen, wie sie jemanden verletzt. So passt auch das gefederte Folteropfer nicht wirklich zum Taser, den die Dämonin dann entzückt betrachtet. Diese Furcht der Autoren vor einem kleinen bisschen Unsympathie für einen kontroversen Charakter führt leider dazu, dass der Charakter nicht so dreidimensional wirkt, wie er sein könnte.
Am Rande erfahren wir auch noch, dass Amenadiel wohl Probleme mit seinen Fähigkeiten bekommt und diese nicht mehr gezielt einsetzen kann. Mal sehen, ob sich aus diesem Handlungsstrang etwas Interessantes entwickelt, doch wirklich packen kann diese Geschichte noch nicht.
The Son of a Plumber in Connecticut
Verschenktes Material ist dagegen der Versuch Chloes, mehr über Lucifer herauszufinden. Der Versuch Amenadiels ist zwar durchschaubar, aber wenigstens etwas clever; der anschließende Glaubens-Twist verpufft jedoch völlig im Leeren. Es wirkt wahnsinnig konstruiert, dass Chloe das Blut Lucifers nicht testen lässt und stört den Eindruck der sonst guten Episode merklich. Lieber hätte man die Blut-Thematik weggelassen, als das Mysterium für Chloe so offensichtlicht-zwanghaft aufrechterhalten zu wollen.

Bonuspunkte gibt es dagegen einmal wieder für die Gesangseinlage von Tom Ellis, der dieses mal seine Version von „All Along The Watchtower“ zum Besten gibt. Und kurz nach dieser musikalischen Unterbrechung stolpert dann letztlich auch Mum endlich herein, die allerdings nicht nach Rache trachtet, sondern nach Hilfe sucht.
Fazit
Die Auftaktepisode macht vieles richtig und schafft es, gleichzeitig mehr Humor und auch mehr Tiefe zu bieten als noch in der ersten Staffel. Ich persönlich freue mich auf die weiteren Episoden und hoffe, dass der sehr gute Gesamteindruck über die gesamte Laufzeit der Staffel erhalten bleiben wird.
Verfasser: Benedikt Pichl am Dienstag, 20. September 2016Lucifer 2x01 Trailer
(Lucifer 2x01)
Schauspieler in der Episode Lucifer 2x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?