Lethal Weapon 1x01

Lethal Weapon 1x01

Mit Lethal Weapon füttert FOX den Remake-Hunger der amerikansichen Fernsehlandschaft weiter. Ist diese Neuinterpretation nur eine von vielen, die nach einer Season wieder verschwinden sollte, oder hat sich FOX diesmal tatsächlich eine kleine Perle gesichert?

Riggs (Clayne Crawford) und Murtaugh (Damon Wayans) / (c) FOX
Riggs (Clayne Crawford) und Murtaugh (Damon Wayans) / (c) FOX

Eines gleich einmal vorweg: Ich habe die „Lethal Weapon“-Filme gesehen, aber ich bin kein glühender Fan der Originalreihe. Aufgrund dessen werde ich auch die neue Lethal Weapon-Serie nicht vorrangig als Remake bewerten, sondern vor allem als eigenständige Serie.

No One Can Make that Shot

Gleich zu Beginn wird uns gezeigt, welchen Ton die Serie setzen möchte. In einem kleinen Rückblick erfahren wir, dass Martin Riggs (Clayne Crawford) offensichtlich der härteste bad ass aller Zeiten ist. Und das wir uns damit abfinden müssen, dass er jeden Kampf, jeden Schusswechsel und jede Auseinandersetzung immer gewinnen wird. Das muss man mögen, Crawford bringt das allerdings so charmant rüber, dass ich einfach gerne dabei zusehe.

Direkt auf eine kleine Verfolgungsjagd folgend sehen wir allerdings, dass auch emotionalere Töne angeschlagen werden sollen. Riggs schwangere Frau Miranda (Floriana Lima) wird auf ihrem Weg zum Krankenhaus von einem Lastwagen erfasst. Die Entscheidung, Riggs Schicksal nicht nur beiläufig zu erwähnen, sondern uns auch zu zeigen, sorgt für eine emotionale Tiefe, die ihn menschlicher erscheinen lässt und die komischen Momente der Serie etwas ausbalanciert.

Rettet alle mit einem abstrusen Plan; wie immer: Riggs (Clayne Crawford) © FOX
Rettet alle mit einem abstrusen Plan; wie immer: Riggs (Clayne Crawford) © FOX

Direkt im Anschluss lernen wir Murtaugh (Damon Wayans) kennen. Der altgediente Cop hatte im Kreißsaal bei der Geburt seine Tochter einen Herzinfarkt erlitten und ist nun nach einigen Monaten wieder zurück im Dienst. Nun ist er ständig auf der Jagd nach einem Blowjob von Ehefrau Trish (Keesha Sharp). Das ist auch der einzige Witz der Serie, der für mich irgendwie nicht mehr ganz aktuell ist und wieder in die Neunziger zurückgehört. Brandaktuell ist allerdings seine stets den Blutdruck anzeigende iWatch, die uns konstant daran erinnert, dass der alternde Detective eigentlich auf sein Herz achten sollte.

Bald darauf kann auch Murtaugh dann den ihm zugewiesenen Riggs kennen lernen, denn eine Bank wird überfallen und die unglücklichen Räuber müssen alsbald mit der one man army der ehemaligen Navy SEALs Bekanntschaft machen. Und erneut lernen wir einen unfassbar unglaubwürdigen, aber auch unglaublich lässigen Plan von Riggs kennen, der selbstverständlich alle Kriminellen im Alleingang ausschaltet. Dieses Unrealistische muss man natürlich mögen, aber für mich bringt gerade Crawford das alles auf eine solch charmante Art und Weise rüber, dass es eine wahre Freude ist, ihm dabei zuzusehen.

Case of the Week

Der Fall der Woche, dem sich das Duo dabei annehmen muss, ist dabei leider etwas uninspiriert. Ein ermorderter Ex-SEAL, der angeblich Selbstmord begangen hat, irgendwie zu einem Haufen Geld gekommen ist und dessen Kind schließlich entführt wird. Klar, das führt zu amüsanten Wortgefechten und Schusswechseln, doch der Fall selbst ist einem, selbst als das Kind entführt wird, doch irgendwie egal.

Allerdings dient dies ganz klar dazu, die Suizidgedanken von Riggs thematisieren zu können. Diese bringen einen weiteren emotionalen Aspekt in den locker-leichten Grundton der Episode, der es schafft, das Geschehen zu erden und den Charakteren mehr Tiefe zu verleihen. Dabei schaffen es die Serie und vor allem Crawford, die Suizidgedanken von Riggs mit dem herumalbernden Supermenschen in Einklang zu bringen. Eine wichtige Rolle dabei wird wohl in Zukunft auch Psychologin Maureen (Jordana Brewster) einnehmen, die ich auch stark als potentielles love interest vermute.

Familie Murtaugh teilt ein Mahl mit Riggs © FOX
Familie Murtaugh teilt ein Mahl mit Riggs © FOX

Murtaugh und seine Familie nehmen dabei trotz der benötigten anfänglichen Ablehnung schon bald eine wichtige Unterstützerrolle für den psychisch labilen Ex-Soldaten ein. Dieser sagt weiterhin ganz offen, dass er mit dem Gedanken an Selbstmord spielt. Doch immerhin hat er in Familie Murtaugh zumindest einen kleinen Ersatz für das gefunden, was er verloren hat.

Fazit

Lethal Weapon“ schafft genau das, was es sich vornimmt. In der Pilotepisode bekommen wir ein durchweg sympathisches Ermittlerduo zu sehen, dem emotionale Akzente eine zusätzliche Tiefe verleihen. Das macht Spaß, doch noch ist unklar, ob die Serienmacher diese rasant-charmante Fahrt über mehrere Episoden hinweg auf voller Geschwindigkeit halten können. Dennoch: Ich werde nächste Woche wieder einschalten.

Verfasser: Benedikt Pichl am Donnerstag, 22. September 2016

Lethal Weapon 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Lethal Weapon 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Neu in der Stadt
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 21. September 2016 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 6. Februar 2017
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 9. Januar 2017
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Dienstag, 3. Januar 2017
Regisseur
McG

Schauspieler in der Episode Lethal Weapon 1x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?