Legends of Tomorrow 1x02

Die neue Serie Legends of Tomorrow setzt ihre Abenteuer mit der Episode Pilot Part 2 fort und räumt dabei mit einigen Kritikpunkten des ersten Teils auf. Das Team befindet sich weiterhin im Jahr 1975, dort aber in Norwegen, wo eine Menge an Waffenhändlern und Terroristen für eine große Veranstaltung zusammenkommt.
Angeboten wird ein Atomsprengkopf und der Verkäufer ist Vandal Savage (Casper Crump). Dessen potentielle Käufer geben ihr Angebot per Schuss in die Luft ab. Diese Veranstaltung könnte nicht mal noch mehr „Superschurken“ schreien, wenn sie wollte. Auch ein gewisser Damien Darhk (Neal McDonough), der 1975 aussieht wie 2016, ist zugegen.
Während Captain Rip Hunter (Arthur Darvill) zur Vorsicht zu mahnen versucht, wird er von Captain Cold (Wentworth Miller), Heat Wave (Dominic Purcell) und den anderen, darunter Dr. Stein (Victor Garber) gekonnt ignoriert. Ein schönes Detail, das man nebenbei erfährt: Sein Schiff, die Waverider, kann für jede Zeitperiode die passende Kleidung erschaffen. Praktisch. Der Versuch, mit Dreistigkeit zur Veranstaltung zugelassen zu werden, funktioniert zwar zunächst, doch Savage bemerkt, dass die Legends-Gruppe eine Art Fremdkörper ist und es kommt zu einem sehr schön inszenierten actionreichen Kampf des Teams gegen die Waffeninteressierten. Besonders der kleine Atom, der durch die Gegend fliegt, hat es mir angetan.
Wenn man schon eine Bombe zeigt, wird diese natürlich auch noch gezündet und Jefferson (Franz Drameh) muss die Explosion im richtigen Moment absorbieren. Auch wenn das Team glaubt, die Lage glimpflich gelöst zu haben, ist es auf dem Papier alles andere als erfolgreich. Eine Atombombe ist hochgegangen, man hat Savage die Kräfte demonstriert und Atom (Brandon Routh) hat ein Stück seiner Technologie in der vergleichsweise rückschrittlichen Ära verloren. Denn genau das kann Savage potentiell ermöglichen, eine tödliche Waffe zu bauen, die Central City im Jahr 2016 vernichten kann.
Zeit ist wie Zement

Die Zeitreiseregel der Serie besagt aber, laut Hunter, dass Zeit wie Zement sei. Anfangs noch flüssig und formbar, wenn man denn rechtzeitig gewisse Ereignisse verhindert. Wie eben das reverse engineering des Teils das Atom verloren hat. Damit Gideons Vorhersage also nicht wahr wird, muss sich das Team ins Zeug legen. Ein interessantes Konzept, das eventuell schwierig aufrechtzuerhalten ist.
Doch damit nicht genug. Um eine Spur ins Labor zu verfolgen, müssen die Alphapartikel aufgespürt werden, die in dieser Zeit allerdings kaum bekannt oder erforscht sind. Einer der wenigen Experten in diesem Themenbereich, der sich in dieser Zeit damit auskennt, ist ein junger Martin Stein. Dafür, dass Dr. Stein so ein schlauer Mann ist, denkt er aber nicht zweimal darüber nach, zu seinem jüngeren Ich zu gehen, um seinen Prototypen zu beschaffen. Wie man allerdings in „Zurück in die Zukunft“ gelernt hat, gibt es nun mal einige Dinge im eigenen Leben, die man nicht verändern oder beeinflussen sollte...
Außerdem muss ein anderer Teil des Teams einen Dolch der Hawks finden, der einen Schlüssel zum Kampf gegen Savage darstellen kann, wenn man denn die Inschrift entziffert. Nur: Kendra (Ciara Renee) kann sich an die Sprache gerade nicht erinnern und braucht einen Denkanstoß von Carter (Falk Hentschel).
Der mächtige Dolch
Der Dolch stellt sich in einer Vision, die Kendra bald hat, als derjenige heraus, mit denen die Hawks zum ersten Mal überhaupt von Savage getötet wurden. Um die Beschaffung desselbigen kümmern sich die Flash-Rogues und Ray aka Raymond (wie Cold ihn nennt). Das Trio ist eine sehr interessante Kombination, denn die Rogues planen bei so etwas natürlich immer, ein Ding zu drehen, während bei Ray die Heldenseite klar überwiegt.

Der Kontrast der Herangehensweise sorgt dabei für einige witzige Momente. Etwa, als die beiden Verbrecher die Lage sondieren und Ray meint, eine schlaue Idee zu haben, aber dann eine Sicherheitsmannschaft auf den Plan ruft oder aber, als sein Widerstand gegen Cold den Käfig im Haus runterfahren lässt. Die Autoren nutzen die Gefangenschaft, um Unterschiede und Ähnlichkeiten der Männer aufzuzeigen oder alternative Wege zu skizzieren. Aus Cold hätte nämlich auch gut ein ehrlicher Ingenieur werden können, wenn der Einfluss seines Vaters nicht gewesen wäre. Wie der Zufall so will, stellt sich der Hausbesitzer dann als Savage selbst heraus, was natürlich für weitere Komplikationen sorgt.
Währenddessen finden die Hawks heraus, dass die Inschrift ein Liebesgedicht ist, das die ewige und alle Wiedergeburten überdauernde Beziehung zwischen Kendra und Carter beschwört. Doch die Sache hat noch einen weitere Haken.
Marty McStein?
Der alte Dr. Stein, Sara (Caity Lotz) und Jefferson kümmern sich derweil in Ivy Town um das Treffen mit dem jungen Marty. Immerhin denkt Old Stein hier an einen Codenamen und nennt sich Elon Musk (PayPal-Gründer, Teslar-Motors-Besitzer und so weiter). In diesem Handlungsbogen wird dem genialen Wissenschaftler ein Spiegel vorgehalten, denn in seinen jungen Jahren war er bereits von sich selbst überzeugt, arrogant, selbstverliebt und auch gewissen Freizeitdrogen nicht abgeneigt.
Außerdem flirtet sein junges Ich heftig mit Sara, was diese natürlich amüsant findet. Ich bin positiv überrascht, wie wenig tabuisiert das Thema Kiffen hier zur Sprache kommt, wobei man die wilden 70er und das Collegeumfeld natürlich als Nährboden hat. Aber Details wie das K.-o.-Schlagen von Marty mit einer Bong und das Klauen der Joints durch Sara haben mir schon ein Schmunzeln entlockt. Insgesamt finde ich den Humor der Serie bisher sehr erfrischend und das pacing dieser zweiten Pilotenhälfte deutlich mehr nach meinem Geschmack.
Der emotionale Punch, dass Stein seine Frau niemals kennenlernt, weil sein junges Ich wegen seines Eingriffs den Termin verpasst, landet ebenfalls gut. Das wird zum Ende der Episode aber durch Rip Hunters Eingriff noch einmal ausgebügelt. Lektion hoffentlich gelernt, genauso wie die Tatsache, dass Stein zwar einer der Schlausten im Team ist, ihm das aber noch nicht erlaubt, die anderen ohne jeglichen Respekt zu behandeln. Besonders Ray Palmer dürfte das wertschätzen. Dem Team gelingt natürlich auch, Rays Technologie aus den Fängen der Wissenschaftler zu befreien, die Savage drauf angesetzt hat, wobei Sara hier vielleicht ein bisschen vorschnell Dresche verteilt (was haben die Wissenschaftler schon getan?), wobei natürlich time of the essence ist und das schnell verziehen wird. Somit kriegt sie auch noch ihr Actionspotlight.
Früher Verlust

Da Savage sich im Vorteil sieht, lädt er Ray und Snart dazu ein, den Rest des Teams zur Verstärkung zu holen, denn der Unsterbliche labt sich quasi daran, wenn er einen der Hawks umbringen kann. Die freigewordene Energie geht nämlich - wie beim Highlander oder Jet Lis „The One“ - auf ihn über und macht ihn nach stärker. Darum sieht es nur kurz so aus, als bringe Firestorms Attacke etwas. Hier, muss ich sagen, gefallen mir die beiden großen Firestorm-Szenen visuell extrem gut. Meiner Meinung nach noch ein paar Schippen besser als in The Flash.
Savage selbst, der auch schon im „Flarrow“-Crossover als Messersammler gezeigt wurde, sucht danach bald den Kampf mit Hawkman, der ihn zwar mit dem Dolch erwischen kann, aber nicht ausschaltet, weil die mystische Kraft des Dolches nur Hawkgirl vorbehalten ist. So kommt es, dass Hawkman jetzt schon das Zeitliche segnet. Sehr früh verkleinert sich das Team also. Nun bestehen mehrere Möglichkeiten: Er bleibt tot und das Team verzichtet fortan auf ihn, man holt sich einen Hawkman aus einer anderen Zeit oder aber die Wiedergeburt wird im Eilverfahren vorangetrieben. Wir werden sehen.
Hawkgirl ohne Hawkman ist für mich in nächster Zeit allerdings die vielversprechendste Variante, besonders, da sie sich nun ihrer Gefühle für ihn bewusst ist und man somit einige emotionale Momente erschaffen kann. Zudem motiviert es den Rest des Teams, mit ihrer Mission weiterzumachen, ähnlich wie im Fall von „Marvel's The Avengers“ und Phil Coulson (Clark Gregg), wobei dort auch eine Wiederauferstehung eine Rolle spielte. Spätestens zum Staffelfinale gibt es bestimmt eine Rückkehr und womöglich noch ein paar Flashbacks. Für mich stellte Hawkman allerdings ohnehin das schwächste Glied der Gruppe dar, zumindest was meine persönliche Sympathie betrifft.
Hawkgirl erleidet zwar auch einen Messerangriff, allerdings weiß Rip hier, dass sie der Schlüssel zum Sieg gegen Savage sein könnte und er kümmert sich darum, dass sie schnellstmöglich medizinisch behandelt wird. Die Allzweckwaffe Gideon kann sie zum Glück wieder zusammenflicken.
Fazit

Pilot Part 2 zeigt, wo die Reise von Legends of Tomorrow hingehen kann. Wenn so oder so ähnlich die weiteren Episoden aussehen werden, dann habe ich auf jeden Fall viel Spaß an der und große Lust auf die Serie.
Die Actionszenen sehen für das durchschnittliche Network-TV-Niveau wunderbar aus, die Mischung aus Humor (vor allem kleine Details), Sci-Fi und Zeitreiseelementen stimmt. Die Figuren erlauben die richtigen Konstellationen, die ein paar spannende Folgen versprechen. Der Verlust eines Teammitglieds gleich zu Beginn der Serie zeigt, dass man mit allem rechnen kann, wobei Zeitreisen auch einige Türen öffnen, die in anderen Serien verschlossen bleiben. Diesmal also vier Sterne, denn ich denke, dass qualitativ sogar noch mehr drin ist.
Trailer zur Episode Blood Ties der US-Serie Legends of Tomorrow (1x03):
Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 29. Januar 2016Legends of Tomorrow 1x02 Trailer
(Legends of Tomorrow 1x02)
Schauspieler in der Episode Legends of Tomorrow 1x02
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