Heroes: Reborn 1x03

Die anderthalbstĂŒndige Etablierung von Seriengeheimnissen in Heroes: Reborn scheint sich in Under the Mask endlich weiterzuentwickeln. So bekommen wir nicht nur ein paar ErklĂ€rungen und ZusammenfĂŒhrungen der einzelnen Plotelemente, zudem baut sich der Plot um âHorn-Rimmed Glassesâ Noah Bennet (Jack Coleman) immer mehr zum spannendsten der Serie auf.
Eternal sunshine of Mr. Bennet's mind
Die Handlung lĂ€sst keine groĂe Zeit verstreichen und setzt direkt an den sich ĂŒberschlagenden Ereignissen der letzten Episode an. Wir sehen, wie Noah und Quentin (Henry Zebrowski) aus dem Primatech-GebĂ€ude mithilfe eines gestohlenen Autos fliehen und sich zunĂ€chst in ein Krankenhaus begeben, um die Schusswunde des nerdigen Sidekicks zu verarzten. Dabei stellt sich jedoch heraus, dass Noah nicht so gerne in dem Krankenhaus gesehen wird.
Nachdem er nĂ€mlich von einem Arzt erkannt und daraufhin von sĂ€mtlichen Securitys verfolgt wird, schafft er es schlieĂlich, Videoaufnahmen vom Tag des Anschlags, also dem 13. Juni 2013, zu sehen, die nicht nur zeigen, wie er die tote Claire besucht, sondern vor allem auch, dass er sich mit Molly Walker (Francesca Eastwood) im Krankenhaus befindet und anscheinend durch die Zeit bewegt hat, was fĂŒr ihn nur eine ErklĂ€rung bedeuten kann: Hiro Nakamura (Masi Oka)!

So wird es immer noch zum riesigen RĂ€tsel, wie Claire-Bare ausgeschaltet werden konnte, welche Rolle Molly und Hiro darin haben könnten und vor allem, warum sich Noah seine Erinnerungen daran hat nehmen lassen. War er am Ende sogar selbst verantwortlich fĂŒr den Tod seiner Tochter? Ehrlich gesagt hĂ€tte ich nicht gedacht, dass sich Heroes: Reborn so stark einem Charakter widmet, der nicht einmal gecastet wurde und bin sehr erfreut darĂŒber.
Hiro: Reborn
Doch nicht nur Noah stöĂt in seinen Recherchen auf den Namen des beliebten Zeitreisenden, auch die virtuelle Katanameisterin Miko (Kiki Sukezane) scheint diesem nĂ€her zu sein, als sie selbst bisher wusste. So wird sie von dem sich klonenden „Renautas“-Agenten Harris (der wohl beste Darstellername dieser Serie: Clé Bennett) abgefĂŒhrt und ein bisschen ins Kreuzverhör genommen.
Dabei erfahren wir nicht nur, dass ihr magisches Matrixschwert zuvor - wie bereits von mir angedeutet - Hiro Nakamura gehörte, sondern auch, dass anscheinend ihr Vater selbst besondere KrĂ€fte hatte und irgendwelche Experimente vollfĂŒhrte, da Harris sie fragt, ob sie das gelungenste dieser sei. Doch wĂ€hrend Harris sich um die bevorstehende PrĂ€sentation einer neuen epischen Brille kĂŒmmern muss, schafft es der neue Ando der Serie, Ren (Toru Uchikado), sich in den Yamagato-Tower vorzuarbeiten und mit Miko den Weg zu suchen, den schon Hiro und Ando in Staffel eins einschlagen mussten: Go West!

FĂŒr mich persönlich stellte Hiro, vor allem, nachdem Peter (Milo Ventimiglia) sich plottechnisch immer weiter ins Aus entwickelt hatte, stets den besten Charakter aus Heroes dar, weshalb ich es auch sehr begrĂŒĂe, dass er einer der wenigen alten Charaktere ist, die es auch in der neuen Serie zu einem gewissen Grad an Bedeutung schaffen, wie es bisher angedeutet wurde.
Sicherlich lassen sich dabei die Parallelen zu der Mutterserie nicht von der Hand weisen, die sich zudem in dem fĂŒr mich noch etwas blassen Plot um Carlos (Ryan Guzman) und Jose (Lucius Hoyos) oder dem immer noch sehr gut funktionierenden Collegeplot um Tommy (Robbie Kay) aufzeigen lassen. Jedoch stellt sich langsam das GefĂŒhl ein, das wir bereits in der ersten Staffel von Heroes hatten: dass alles miteinander verbunden ist und es einen guten, auf eine Staffel ausgelegten, runden Plot geben wird.
Walker, Evo Detector
Und dieser scheint sich um die ominöse Firma „Renautas“ zu drehen, die wahrscheinlich Kennern der Webserie „Dark Matters“ etwas mehr sagt, uns bisher jedoch vor allem als radikaleres Ăquivalent zu „Primatech“ prĂ€sentiert wird. So verfolgt CEO Erica (Rya Kihlstedt) mithilfe der Evo-Suchmaschine Molly Walker das Ziel, den „X-Men“-Faktor der Serie weiter aufzudrehen und sĂ€mtliche Evos auf der Welt ausfindig zu machen, um diese zur Strecke zu bringen.
So werden auch die in der letzten Episode etablierten Agenten Francis (Peter Mooney) und Taylor (Eve Harlow) als Angestellte von „Renautas“ aufgelöst, wodurch mitlerweile so ziemlich alle ErzĂ€hlstrĂ€nge, neben den um Carlos und Tommy, zusammengefĂŒhrt wurden. Sogar die bisher durch sehr wenig Screentime aufgezeigte Geschichte um die beiden Evos in der Arktis finden durch die E.P.I.C. Glasses ihren Weg in das Gesamtkonstrukt.

Zu guter Letzt möchte ich natĂŒrlich noch auf das ambivalente Ehepaar Joanne (Judith Shekoni) und Luke (Zachary Levi) eingehen, das bisher - wie viele schon in den Kommentaren aufzeigten - sehr schwierig zu packen ist, da Luke einerseits durch den Kindesverlust an Emphatie bei dem Zuschauer gewinnen soll und sie andererseits mir nichts, dir nichts viele Angestellte bei Primatech ĂŒber den Haufen schieĂen.
Auch die Motivation, durch den eigenen Kindesverlust nun andere Evos auszuschalten, leuchtet mir insgesamt noch nicht wirklich ein, weshalb ich jedoch die heutige Entwicklung, bei der sich Luke selbst als GlĂŒhwĂŒrmchen-Evo herausstellt und sich somit sicherlich auf lange Sicht von der wesentlich radikaleren Joanne distanzieren wird, Ă€uĂerst befĂŒrworte. NatĂŒrlich tritt der Plot insgesamt etwas auf der Stelle, er kann jedoch durch ein paar wichtige Elemente ĂŒberzeugen.
Fazit
So lĂ€sst sich abschlieĂend festhalten, dass sich Heroes: Reborn in seiner Plotentwicklung anscheinend weiter auf den Gefilden der „X-Men“ befindet und nun die weltweite Ausrottung der Evos (bester Terminus der Episode: âEvo Rights Issuesâ) herbeifĂŒhren will, was somit zur Folge haben wird, dass sich die ĂŒbrigen Helden der Welt dagegen verbĂŒnden mĂŒssen. Viele forderten eine RĂŒckbesinnung auf die erste Staffel der Originalserie und, wie es aussieht, könnte dies sogar gelingen.

Dabei schafft es vor allem der durch das VideorĂ€tsel Ă€uĂerst packend inszenierte Plot um Noahs Vergangenheit, die BrĂŒcke zu der Mutterserie zu schlagen, indem immer wieder auf Charaktere wie Hiro, Claire und die - mir leider nur blass in Erinnerung gebliebene - Molly Walker verwiesen wird. Auch der Plot um Miko und Ren scheint zwar etwas nach dem Muster Hiro und Ando gestrickt worden zu sein, bietet jedoch nach meiner zuletzt eher negativen Kritik eine sehr gute Entwicklung, die vor allem die Frage in den Raum wirft, was es wohl mit Mikos Vater, dem alten Comicautoren, auf sich hat.
Trailer zur kommenden Episode, âThe Needs of the Manyâ (1x04), der US-Serie âHeroes Rebornâ: Verfasser: Henning Harder am Freitag, 2. Oktober 2015(Heroes: Reborn 1x03)
Schauspieler in der Episode Heroes: Reborn 1x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?