Heroes: Reborn 1x02

Nachdem die erste Hälfte des zweiteiligen Serienstarts von Heroes: Reborn recht solide startete und sich vor allem um die Etablierung neuer Rätsel kümmerte, lässt uns Odessa mit Fragen zu der Matrix von Miko, der besonderen Bedeutung von Molly Walker (Francesca Eastwood) und der geheimen Arbeit der ehemaligen Papierfabrik zurück. Wieder einmal zeigt der Plot um Tommy (Robbie Kay) dabei die interessanteste Entwicklung auf.
It's like being a witch in Salem
Nachdem Tommy die Bonny-und-Clyde-Fans Luke (Zachary Levi) und Joanne (Judith Shekoni) ins Nimmerland geschickt hat, erfahren wir nun, dass die Orte an die Erinnerungen gebunden sind, die Tommy während der Teleportation hat. Dieses geschickt genutzte Element schickt die beiden also in ein dunkles Kinderzimmer, in dem Tommy als Kind so manches Experiment über sich ergehen lassen musste.
So wird den beiden skrupellosen Brandstiftern etwas mehr Hintergrund gewidmet, als sich die beiden über ihr Kind unterhalten, das anscheinend ähnliche Experimente kannte. Nach einer gewissen Zeit brechen sie jedoch aus und landen in den Ruinen der ehemaligen Primatech-Papierfirma, die immer noch sehr in Takt zu laufen scheint und sich weiterhin der Analyse von Evos widmet.
Doch nicht nur Luke und Joanne verlaufen sich in dem Gebäude, auch Noah (Jack Coleman) und sein neuer Recherchebruder im Geiste Quentin (Henry Zebrowski) landen auf der Suche nach Antworten in den alten Ruinen. Was nicht nur dazu führt, dass uns Claires (Hayden Panettiere) Verbleib als wesentlich unsicherer dargestellt wird und wir von der Wichtigkeit der ehemals kleinen Molly Walkers erfahren, sondern leider auch zu der Flucht von Luke und Joanne inklusive neuer Evo-Liste.
Molly is the new Claire
So wird uns Molly mit ihrer Fähigkeit, andere Evos aufzuspüren, als neue Schlüsselfigur der Serie vorgestellt, da sie - gemeinsam mit der Cheerleaderin - die einzige Evo ist, von der niemand etwas weiß. Während dessen ist sie selbst in New York unterwegs, um den bisher noch unbekannten Telepathisten (Peter Mooney) zu entlarven, der mich mit seiner ausgestreckten Hand ein bisschen zu sehr an unseren altbekannten Sylar (Zachary Quinto) erinnert.

Insgesamt bietet das ganze Rätsel um Primatech, den Verbleib von Molly oder Claire und den Anschlag auf Odessa immer weitere Rätsel, die die Miniserie hoffentlich zu verfolgen weiß. Dazu gehört auch der mysteriöse, von Pruitt Taylor Vince dargestellte Gedankendieb, der Tommy überwacht. Er scheint ihm der Autor der anonymen Kurznachrichten, sein geheimer Schutzengel und vielleicht sogar sein Vater zu sein. Wie genau jedoch sein Penny funktioniert und was sein Ziel ist, bleibt ebenfalls spannend.
Am Ende hat Tommy auf jeden Fall einen neuen Verbündeten im Schulrowdy Brad (Jake Manley) gefunden, obwohl er nichts dafür kann. Insgesamt wirkt die Geschichte um den Schuljungen am rundesten, vielleicht weil sie sich nicht die ganze Zeit in den Mantel der Andeutungen hüllt, sondern einfache zwischenmenschliche Entwicklungen verfolgt.
Heroes: Reloaded
Dagegen rast der Plot um die Katana schwingende Miko (Kiki Sukezane) weiter auf den Abgrund der Absurdität zu und nimmt sich dabei anscheinend die „Matrix“-Trilogie zum Vorbild. Denn als ihr Fanboy #1 Ren (Toru Uchikado) sie mal wieder zu Hause aufsucht, befindet Miko sich bereits im virtuellen Raum und bekämpft weiterhin fleißig böse Samurai.
Das lässt sich Profi-Gamer Ren natürlich nicht entgehen und begleitet sie mitsamt Affenmaske auf ihre Expedition durchs Animationsreich. Wir erfahren dabei nicht nur, dass sie anscheinend - wie in der Matrix - auch im echten Leben verletzt werden kann, wenn sie im Spiel attackiert wird, sondern zudem, dass das Spiel und die Realwelt auf unerklärliche Art und Weise - wie in der Matrix - miteinander verbunden sind.
Nicht nur, dass ihr Vater im Videospiel gefangen zu sein scheint, die Spur führt sie zudem in den Yamagato-Tower, der irgendwie mit dem Verbleib ihres Vaters verbunden ist. Die Kämpfe ihres digitalen Alter Egos haben zudem den Vorteil, dass sie sich in der realen Welt bewegen kann, wenn sie das Schwert benutzt, sodass sie auf einmal mitten im Tower steht. Warum sie sich dagegen nicht vorher aus ihrer Wohnung begeben hat, als sie Samurai bekämpfte, das wissen sicher nur Morpheus oder das Orakel.
 NBC)
Zu guter Letzt haben wir natürlich noch die Geschichte von Carlos (Ryan Guzman) und Jose (Lucius Hoyos), die den verstorbenen Helden zu Grabe tragen. Carlos investigiert nun weiter und erfährt, dass Oscar (Marco Grazzini) anscheinend in eine Falle tappte und sein eigener Onkel, der sich passenderweise als Geistlicher in weißen Rauch verwandeln, kann zu den Evos gehört. Auch hier fühle ich mich als One Piece-Fan wieder sehr stark erinnert, an Vizeadmiral Smoker natürlich.
Fazit
Auch die zweite Episode von Heroes: Reborn setzt das Rätselspiel der Serie fort, schafft es jedoch nicht so richtig, an Spannung zu gewinnen. Ich finde es zwar prinzipiell gar nicht so uninteressant, die Helden wieder dermaßen auszusieben, dass ihre Fähigkeiten wieder etwas besonderes sind. Aber vier Staffeln unfreiwillige Vorgeschichte lassen sich nicht einfach - wie bei Noah - aus dem Hirn wegzaubern.
Und dann ist es doch irgendwie komisch, dass Claire als einzige von der alten Garde erwähnt wird. Es geht mir nicht darum alle Charaktere wieder reinzubringen, aber Namen wie Petrelli oder Sylar könnten schon mal fallen. Die große Stärke der ersten Staffel von Heroes war es, dass wir - im Gegensatz zu Comicvorlagen - die Fähigkeiten der Helden noch nicht kannten und diese sich wie ein feines Mosaik geschickt zusammensetzten.
Bisher haben wir zwar schon ein paar Charakterüberschneidungen, das Ziel der Serie wird jedoch noch nicht ganz klar. Insgesamt geht es solide weiter, wobei ich dem Japan-Plot leider immer weniger abgewinnen kann. Sicherlich soll er ein bisschen des humoristischen Charmes des Hiro-Plots einnehmen, jedoch macht die ganze Schwert-in-die-Matrix-Geschichte für mich noch nicht wirklich Sinn. Die zweite Episode nimmt etwas ab und lässt sich vor allem als fortgesetzter Pilot sehen.

(Heroes: Reborn 1x02)
Schauspieler in der Episode Heroes: Reborn 1x02
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?