Grey's Anatomy 17x08

© zenenbild zu der Grey's-Anatomy-Episode It's All Too Much / (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode It's All Too Much nimmt das Personal des Grey Sloan Memorial Hospital Abschied von Andrew DeLuca (Giacomo Giannotti). Während Teddy ihn immer wieder im Krankenhaus zu sehen glaubt, widmet sich Andrews Ex Maggie (Kelly McCreary) zusammen mit ihrem Freund, der ihr als Unterstützung dient, wieder ihren Patienten. In der Zwischenzeit braucht Link (Chris Carmack) eine Auszeit von seinem vollen Zuhause und betrinkt sich zusammen mit Jackson (Jesse Williams) und Jo (Camilla Luddington), die noch zusätzlich eine Patientin verloren hat.
Trees Don't Judge
Teddy hat Probleme, mit dem Verlust DeLucas umzugehen. Sie hat nicht nur viel mit ihm zusammengearbeitet, sondern sie hat auch die alles entscheidende Operation an ihm durchgeführt. Obwohl sie und ihr OP-Team (inklusive Webber (James Pickens Jr.) und Owen (Kevin McKidd)) alles richtig gemacht haben, werden ihre Entscheidungen von Chefärztin Dr. Bailey (Chandra Wilson) hinterfragt. Obwohl sie hier nur aus Trauer handelt und sichergehen möchte, dass sein Tod unabdingbar war, rechtfertigt das nur zum Teil ihre Handlungen. Webber beschwert sich zu Recht über ihre Nachforschungen, denn diese stellen die Kompetenz von ihm, Teddy und Owen infrage und vermitteln ihnen im Moment der Trauer ein Gefühl der Schuld, das sie nicht haben sollten.
Maggie trauert um ihren Exfreund und erhält dabei Unterstützung von ihrem aktuellen Freund. Dieser steht ihr bei, indem er beim Tanzen vor den Kindern einspringt und sie mit ins Krankenhaus begleitet. Dort behandeln sie einen Patienten, der vor lauter Panik vor Corona nicht mehr das Haus verlässt und nicht angefasst werden möchte. Seine Angst zu sterben hat jedes andere Gefühl verdrängt. So fühlen sich momentan auch die Ärzte, die nur noch ihre Trauer um DeLuca verspüren. Dringend benötigte Umarmungen können sie einander, aufgrund der einzuhaltenden Corona-Abstände, nicht geben. Maggie tut darauf das, was einer Umarmung am nächsten kommt: Sie stellt sich Rücken an Rücken zu einer Kollegin. Das gibt ihnen beiden Trost in dieser schwierigen Situation. Zusätzlich können wir so perfekt die Gesichter der Schauspieler und ihre sich darin widerspiegelnden Emotionen sehen.
Auch außerhalb des Krankenhauses wird getrauert. Jo verliert, so wie jeder andere Arzt auch, tagtäglich Patienten durch die Pandemie. Doch nun trauert sie nicht nur um eine Patientin, die ihr echt nahestand, sondern auch um einen geliebten Kollegen. Mithilfe ihrer Kleider veranschaulicht sie ihr Innenleben und den sich dort anbahnenden Nervenzusammenbruch. Dadurch gewinnt sie das „Makes It Sadder“-Trinkspiel, bei dem sie gegen Link antritt. Dieser hatte mit Amelia (Caterina Scorsone) Streit wegen einer versteckten Flasche Alkohol. Dass es zu einem Streit zwischen dem Paar kommen würde, war keine Frage des Ob, sondern eher des Wann. Immerhin haben die beiden die letzten Monate nur aufeinandergesessen, konnten ihrem erfüllenden Job nicht nachgehen und haben auf vier Kinder aufgepasst. Auch ein so eingespieltes und harmonisches Paar konnte eine solch kräftezehrende Situation nicht unversehrt überstehen. Jackson, der bei dem Spiel als Moderator fungiert, würde am liebsten in den Wald. Dort gibt es keine Verurteilung und keinen Rassismus.
Happy ,All Our Friends Are Dying' Day
Die heutige Folge steht komplett im Zeichen der Trauer, der Angst, der Verzweiflung, der Traurigkeit und so weiter und so fort. Dabei fängt der Titel der Folge die dargestellte Situation überaus passend ein. Bei Jo (Camilla Luddington), Teddy (Kim Raver), Bailey (Chandra Wilson) und Co ist die Erschöpfung riesig. Nicht nur, dass sie in einer Pandemie stecken, bei der sie täglich hoffnungslos Patienten verlieren. Das setzt ihnen schon genug zu. Doch nun müssen sie auch noch den Tod eines nahestehenden Kollegen betrauern.
Dabei hilft es auch nichts, dass er einen heldenhaften Tod gestorben ist und dass seine behandelnden Ärzte alles in ihrer Macht Stehende getan haben, um ihn zu retten. Er ist und bleibt tot und die Machtlosigkeit in diesem anhaltenden Kampf gegen die Pandemie bleibt. In dieser Inszenierung wird ein überaus nachvollziehbares Gefühl vermittelt. Wir sind alle am Ende und können nicht mehr - da könnten wir Hoffnung gut gebrauchen.

Fight
Doch das, was alle am Grey Sloan Memorial Hospital gerade am dringendsten brauchen könnten - Hoffnung - erhalten sie nicht: Trotz der vielen Bemühungen der Ärzte wacht Meredith (Ellen Pompeo) immer noch nicht auf. Sie verweilt weiterhin an ihrem idyllischen Strand, an dem es doch so schön warm ist und an dem sie sich so wohlfühlt. Auch das Erinnern an ihre Kinder scheint bei ihr nur minimale Veränderungen in Form eines erhöhten Herzschlags zu bewirken. So muss Meredith auch bewusstlos und, so wie jeder andere auch, per Video von Andrew DeLuca Abschied nehmen.
Gekonnt drückt die Grey's Anatomy-Episode auf die Tränendrüse, so dass man sich anstrengen muss, nicht loszuheulen. Hierzu zählen die immer wieder auftretenden Zusammenbrüche von Teddy, Jo und Co, die aufgenommenen Abschiedsvideos und vieles mehr. Den Höhepunkt stellt die memorial-Versammlung dar, die versinnbildlicht, wie vielen Leuten DeLuca etwas bedeutet hat. Wer an dieser Stelle noch nicht am Weinen ist, dem wird der Anblick DeLucas den Boden unter den Füßen wegreißen: Das Letzte, was wir von dem charmanten Arzt zu sehen bekommen, ist das, womit alles angefangen hat - sein Bewerbungsvideo für eine residency im Grey Sloan Memorial Hospital.
Fazit
Die „Grey's Anatomy“-Episode steht voll und ganz im Zeichen der Trauer. Dabei geht jeder der Figuren anders damit um. Hier wird dieses Ohnmachtsgefühl, das die Pandemie in ihnen auslöst, perfekt wiedergegeben. Auf dringend benötigte Hoffnung in Form von der aufwachenden Meredith müssen wir und die Ärzte vergeblich warten.
Hier der Trailer:
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 19. März 2021
Grey's Anatomy 17x08 Trailer
(Grey's Anatomy 17x08)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 17x08
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