Grey's Anatomy 17x07

Grey's Anatomy 17x07

Mit Helplessly Hoping kehrt Grey's Anatomy aus der unerträglich langen Winterpause zurück und wartet gleich mit schlechten Nachrichten auf. Dabei verfolgt die Dramaserie den gleichen Rhythmus wie im Laufe der Staffel - und das muss sich ändern...

Szenenbild aus der Episode Helplessly Hoping der US-Serie Grey's Anatomy / (c) ABC
Szenenbild aus der Episode Helplessly Hoping der US-Serie Grey's Anatomy / (c) ABC
© zenenbild aus der Episode Helplessly Hoping der US-Serie Grey's Anatomy / (c) ABC

In der Grey's Anatomy-Episode Helplessly Hoping wird DeLuca (Giacomo Giannotti) mit verheerenden Wunden ins Krankenhaus eingeliefert und seine Kollegen tun alles, um ihn zu retten. In der Zwischenzeit macht sich Jo (Camilla Luddington) Sorgen um eine Patientin, die bisher noch nicht ihre neugeborene Tochter sehen durfte. Außerhalb des Krankenhauses findet eine Art Ratsversammlung von Amelia (Caterina Scorsone), Maggie (Kelly McCreary) und Co statt, bei der sie beraten, was und wie viel sie Merediths (Ellen Pompeo) Kindern von deren Zustand verraten sollen.

Amelia, Link, Maggie & Co

Seit Merediths kritischem Gesundheitszustand aufgrund ihrer COVID-19-Erkrankung kümmern sich Amelia und Link (Chris Carmack) nicht nur um ihr eigenes Kind, sondern auch um Merediths Kinder. Nach der langen und ungewissen Zeit, in der sie dieser überaus anstrengenden und herausfordernden Aufgabe nachgegangen sind, stellt sich nun eine Art Erschöpfung ein. In ihrer Verzweiflung rutscht Amelia vor Zola heraus, dass es Meredith nicht gut geht. Nun muss sie sich überlegen, wie sie weiter verfahren soll. Zusammen mit Maggie berät sie sich und sie entscheiden sich dazu, Merediths ältester Tochter, Zola, die Wahrheit zu erzählen: Meredith wurde intubiert und es ist unklar, wie dieses Szenario für sie ausgehen wird. Auch für uns ist ungewiss, wie das Ende des Szenarios aussieht. Merediths Zustand verändert sich in der Episode nämlich überhaupt nicht.

Hierbei trifft auch Maggies Familie - inklusive ihres Ex Jackson (Jesse Williams) - endlich auf ihren neuen Freund. Dabei macht er bei dieser Art Initiationsritus einen guten Eindruck und seine Aufnahme in die Familie ist geglückt.

Insbesondere an dem Handlungsstrang rund um Amelia, Link und Meredith muss ich Kritik üben. Denn diese Storyline - Meredith hat Corona und Amelia und Link sind zu Hause, wo sie sich um ihre Kinder kümmern - hält einfach schon viel zu lange an. Wir befinden uns zwar erstaunlicherweise erst in der siebten Episode der 17. Staffel. Dennoch hat sich seit dem Beginn der Season beinahe nichts in den Leben des Trios verändert. Meredith liegt im Krankenhausbett und wir sehen sie nur noch für ein paar Minuten pro Episode am Strand. Und die großartigen Ärzte Link und Amelia werden zu einem Hausfrau-und-Hausmann-Leben verdammt. In diese Storyline muss endlich noch mal Bewegung rein - in welcher Form auch immer. Dabei fühlt sich diese Storyline schon so lange an, dass ich angefangen habe, mich zu fragen, wie viel Zeit bereits vergangen ist, seitdem Meredith an Corona erkrankt ist...

B positive

DeLucas Blutgruppe stellt für viele eine Art Hoffnung dar. Denn so muss man bei „Grey's Anatomy“ immer verfahren, wenn einer der Protagonisten in Lebensgefahr schwebt. Meist ist die Hoffnung auch angebracht, da sie dem Tod doch (meist) entkommen. So hatte auch ich nicht mit dem Tod DeLucas gerechnet, da zwar bei „Grey's Anatomy“ viele Ärzte in Gefahr geraten, aber doch vergleichsweise wenige von ihnen wirklich sterben.

Ich habe vor allem deshalb angenommen, dass DeLuca überleben würde, da die Inszenierung seiner Behandlung und die vermeintliche Rettung wie bei sonstigen Fällen inszeniert war. Angehörige machen sich große Sorgen, die Ärzte tun alles, um den Patienten zu retten und sind Experten der lebensrettenden Operation, der Patient überlebt, wacht auf und kollabiert. Danach folgt meist die Rettung. Diese erfolgt hier jedoch nicht. Der Wendepunkt, an dem mir bewusst wurde, dass er dem Tod doch nicht entkommen wird, war sein Gespräch mit Meredith am Strand, bei dem er hinter seiner lebensgefährdenden Entscheidung, der Menschenhändlerin zu folgen, steht und schließlich seiner (bereits verstorbenen) Mutter voller Freude in die Arme fällt.

Die Übermittlung von DeLucas Zustand an Bailey (Chandra Wilson) und schließlich die fehlende Lebensrettung während der OP, bei der die überaus niedergeschlagenen, traurigen und enttäuschten Gesichter von DeLucas Kollegen zu sehen sind, verdeutlicht nicht nur seinen Tod, sondern auch dessen Auswirkungen. Durch diese dramatische, spannungsvolle, heroische, melancholische, emotionale Inszenierung erleben wir eine Achterbahn der Gefühle, die seinem Tod gerecht wird und sich harmonisch in die Inszenierung von Todesfällen bei Grey's Anatomy einreiht.

Rückblickend betrachtet war seine Geschichte wohl auch auserzählt. Es hat sich so angefühlt, als ob DeLuca mit dem Rücken zur Wand stand und nicht mehr weiter konnte (handlungstechnisch betrachtet). Immerhin hat seine Beziehung zu Meredith nirgendwohin geführt und neben seiner manischen Depression hatte er sonst auch nicht mehr allzu viele Storyline-Optionen. Dass schließlich der Handlungsstrang - die Menschenhändler -, der seine mentale Krankheit offenbart hat, nun auch sein Ende/seinen Tod bedeutet, finde ich nur passend.

An dieser Stelle muss ich aber auch etwas Kritik üben: Dass die Menschenhändler gefunden und festgenommen wurden, ging auf einmal dann total einfach - vor allem zu einfach. Da wir auch nicht gesehen haben, wie das passiert ist - aber wir sehen ja eigentlich nie Handlungen außerhalb des Krankenhauses, es sei denn, einer der Ärzte ist daran beteiligt: Sieht man diesen Teil vielleicht in Station 19? Immerhin wird diese „Auftaktfolge“ als Crossover behandelt.

ABC
ABC - © ABC

Tom und Valva

Im Vergleich zu DeLucas Tod wirken die Handlungsstränge rund um Tom und Valva eher unbedeutend. Doch Valvas Handlungsstrang wird trotzdem mit genauso viel Hingabe inszeniert wie der Rest der Episode. So wie bei DeLuca müssen wir auch hier einen Verlust hinnehmen und zusätzlich noch den tragischen Gedanken ertragen, dass sie nie ihre neugeborene Tochter zu sehen bekommen hat.

Zur gleichen Zeit versucht Tom (Greg Germann), über den Verlust von Teddy (Kim Raver) hinwegzukommen und endlich wieder „aufzustehen“. Um das hinzukriegen, muss er aufhören, an ihr zu hängen und deshalb ihrer Liebesgeschichte die Bedeutung nehmen. Daher soll sie ihm sagen, dass sie ihn nie geliebt hatte. Zuerst gesteht sie, dass sie sowohl Tom als auch Owen (Kevin McKidd) geliebt und beide gebrochen hat. Doch nach seiner Bitte gewährt sie ihm schließlich diesen Gefallen. Bedeutet dieses Gespräch nun ein endgültiges Aus von Owen, Teddy und Tom? An der Zeit wäre es allemal...

Fazit

Mit Helplessly Hoping liefert Grey's Anatomy eine unglaublich traurige Episode, in der wir von einem geliebten Charakter Abschied nehmen müssen. Dieser Verlust wird in der Folge auch gebührend dargestellt. Abgesehen davon tritt die Serie jedoch auf der Stelle und man muss sich fragen, wie es weitergehen wird - insbesondere mit dem Handlungsstrang um Meredith Grey.

Hier abschließend noch der Trailer zur aktuellen Episode „Grey's Anatomy“:

Verfasser: Maike Karr am Freitag, 12. März 2021

Grey's Anatomy 17x07 Trailer

Episode
Staffel 17, Episode 7
(Grey's Anatomy 17x07)
Deutscher Titel der Episode
Hilfloses Hoffen
Titel der Episode im Original
Helplessly Hoping
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 11. März 2021 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 2. Juni 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 2. Juni 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 2. Juni 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 2. Juni 2021
Autor
Elisabeth Finch
Regisseur
Nicole Cummins

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 17x07

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