Grey's Anatomy 16x09

Grey's Anatomy 16x09

Das Midseason-Finale von Grey's Anatomy bietet dramatische Ereignisse und Entscheidungen, die verheerende Auswirkungen haben. Dennoch: Ohne eine Katastrophe bei einer Institution der Serie kommt die Episode nicht aus.

Szenenbild zur Grey's-Anatomy-Episode Let's All Go to the Bar. / (c) ABC
Szenenbild zur Grey's-Anatomy-Episode Let's All Go to the Bar. / (c) ABC
© zenenbild zur Grey's-Anatomy-Episode Let's All Go to the Bar. / (c) ABC

In der Grey's Anatomy-Episode Let's All Go to the Bar meldet sich Jo (Camilla Luddington) als „Safe Haven“ für bei Feuerwehrstationen abgegebene Neugeborene. Währenddessen erleiden sowohl Amelia (Caterina Scorsone) als auch Bailey (Chandra Wilson) negative Überraschungen ihre Schwangerschaft betreffend. Meredith (Ellen Pompeo) muss sich bei ihrem ersten Tag zurück an der Arbeit mit dem neuen Chef der Pädiatrie (Richard Flood, Shameless) auseinandersetzen, der ihr ordentlich die Stirn bietet. Am Pac North taucht in der Zwischenzeit eine neue Ärztin für die Traumatologie auf und Catherine (Debbie Allen) vermutet, dass Richard (James Pickens Jr.) eine Affäre hat.

Safe Haven

Wie schon zuvor beschrieben, wartet die neueste Episode der Krankenhausserie nicht nur mit dramatischen Ereignissen, sondern auch mit Entscheidungen auf, die scheinbar wie aus dem Nichts kommen und uns erst mal überrumpeln. Hierunter fallen insbesondere der Handlungsstrang von Maggie und der von Jo.

Seitdem Maggie ihre Kusine während einer von ihr selber durchgeführten Operation verloren hat, macht sie - wie erwartet - eine schwierige Zeit durch. Das hat auch Auswirkungen auf ihr (Verhalten im) Berufsleben. So geht sie mit einem schlechten Gefühl in eine OP und schiebt in dieser Panik. Schließlich muss der Patient in ein künstliches Koma versetzt werden. Das nimmt sie zum Anlass ihre Intuition in Frage zu stellen und als Kurzschlussreaktion kündigt sie ihren Job.

Auch Jo trifft eine Entscheidung, die völlig irrational ist. Sie meldet sich bei einem Programm namens „Safe Haven“ an, um sich um Babys zu kümmern, die bei Feuerwehrstationen abgegeben werden - so wie sie damals. Als sie schließlich von der Station 19 angefordert wird, spürt man, dass ihr diese neue Aufgabe nicht unbedingt leicht fällt und dass ihr viel durch den Kopf geht. So kann sie zum Beispiel nicht verstehen, wie eine Mutter ihr Kind im Stich lassen kann. Nichtsdestotrotz kommt der Schritt, das Baby schließlich mit zu sich nach Hause zu nehmen, aus dem Nichts. Hier zeigt sich, dass sie trotz ihrer anhaltenden Therapie, ihre Erlebnisse noch nicht verarbeitet hat.

Yes. It is a girl.

Grey's Anatomy“ schafft es immer wieder, uns herzzerbrechende Geschichten zu erzählen. Diese sind so oft so zerstörerisch, weil sie uns so unvorbereitet wie ein katastrophaler Autounfall treffen - insbesondere dann, wenn sie mit Erwartungshaltungen brechen. Solche Geschichten gewinnen für mich aber noch an Intensität, wenn sie in Bezug zu anderen, mit ihnen ähnlichen Vorfällen gesetzt werden.

Dr. Bailey und Amelia bilden den sogenannten pregnancy club, in dem sie sich über ihre Schwangerschaften austauschen und einander Ratschläge geben. Einer dieser Tipps stammt von Bailey: Amelia solle doch zu einer Untersuchung gehen, um sich versichern zu lassen, dass alles in Ordnung ist. Diese macht sich aufgrund ihrer tragischen Vergangenheit diesbezüglich einen Kopf. Um genau diese Flausen jedoch aus dem Kopf zu bekommen, soll sie eben zu einer Untersuchung gehen.

Entgegen unserer Erwartungen ist es jedoch nicht Amelia, in deren Schwangerschaft etwas schiefläuft, sondern bei Bailey: Sie erleidet eine Fehlgeburt. Hierbei stellt „Grey's Anatomy“ Bailey und Amelia - ihre Schwangerschaften, ihre Erwartungshaltungen, ihren Umgang mit ebendiesen - einander gegenüber. Durch ebendiese Parallelisierung gewinnt für mich diese Situation noch an Tragik dazu.

Das finale Aufeinandertreffen der beiden verdeutlicht, wie schnell sich das Leben um 180 Grad wenden kann und ist herzzereißend mit anzusehen. Denn dieser Fakt wird nicht nur uns, sondern auch Bailey in einem Sekundenbruchteil bewusst. So kann sie Amelia auch nicht von ihrem schrecklichen Erlebnis erzählen.

Hormones are good. You are better.

Auch Amelia wird mit Neuigkeiten überrumpelt, die wohl als eher negativ denn positiv zu bewerten sind. Zwar stellen sich all ihre Befürchtungen nur als Luftschlösser heraus, jedoch erfährt sie, dass nicht Link (Chris Carmack), sondern Owen (Kevin McKidd) mit hoher Wahrscheinlichkeit der Vater ihres ungeborenen Kindes ist.

Damit bedient „Grey's Anatomy“ sich - zum wiederholtem Male - an dem Liebesdreieck rund um Teddy (Kim Raver), Owen und Amelia. Dabei ziehen sie in dieser Episode diesbezüglich alle Register. Denn sie ziehen nicht nur eine Verbindung zwischen Owen und Amelia, sondern auch zwischen den anderen Parteien des Liebesdreiecks oder besser gesagt Liebesvierecks, da man streng genommen auch Tom (Greg Germann) mit dazuzählen muss.

Dieser hat sich nämlich in dieser Episode selbst wieder ins Spiel gebracht: Nachdem Maggie gekündigt hat, bietet Tom Teddy ihren Job - den Job als Chef der Kardiologie - an. Sie versteht das Angebot jedoch falsch und kommt daher auf ihre Vergangenheit zu sprechen, wobei sie sich dafür entschuldigt, wie es zwischen ihnen gelaufen ist. Dabei lässt Tom es sich nicht nehmen, ihr erneut zu verdeutlichen, dass er sie auf der Stelle heiraten würde - im Gegensatz zu Owen.

ABC
ABC - © ABC

Damit schließt er perfekt an das an, was kurz zuvor Richard an Owen bemängelt und ihn darauf hinweist: Owen und Teddy leben bereits zusammen wie eine Familie, er hat ihr jedoch immer noch keinen Heiratsantrag gemacht. Woran könnte das liegen? Richard kommt übrigens unter anderem aufgrund Owens interessiertem Verhalten an der neuen Ärztin am Pac North auf seine Beziehung zu Teddy zu sprechen. Mal abwarten, was sich da entwickelt...

Wie wir alle wissen, sind Liebesdreiecke ein immer wieder beliebtes stilistisches Mittel bei „Grey's Anatomy“. So entwickelt sich auch zwischen Richard, Catherine und Gemma (Jasmine Guy) eine dramatische Verwirrung, die - in diesem Fall - auf Missverständnissen, Fehlkommunikation und Zweideutigkeiten basiert: Nachdem ein Mitarbeiter des Pac North Richard und Gemma hat Händchen halten sehen, was eigentlich ein gemeinsames Gebet war, nimmt er an, dass sie seine Frau wäre und gibt diese Info an Catherine weiter. Eigentlich untypisch für sie meidet sie die Konfrontation und reist nach Chicago ab.

McWidow

Was ist besser als ein oder zwei Liebesdreiecke? Richtig. Drei! Es scheint der langjährigen US-Serie nicht auszureichen, zwei „Dreiecksbeziehungen“ zu kreieren. Somit spinnen sie bereits an einem (potentiellen) dritten Dreieck: DeLuca (Giacomo Gianniotti) hat Meredith zuletzt vor die Wahl gestellt, da er der Meinung ist, sie zolle ihm nicht genügend Respekt. Passenderweise taucht hier Dr. Cormac Hayes am Grey Sloan Memorial auf - der neue Chef der Pädiatrie. Dieser gerät gleich zu Beginn mit Meredith aneinander und erregt dadurch ihre Aufmerksamkeit.

Dabei stellt dieser eine authentische Gefahr für DeLuca dar, da er die Kriterien Merediths erfüllt: Er befindet sich mit ihr auf einer Augenhöhe - nicht nur beruflich, sondern auch privat. Mit seiner Position als Chef der Pädiatrie kann er auf eine gute Karriere zurückblicken und hat auch selbst eine beachtliche Position inne. Zudem ist er ebenso alleinerziehender Vater zweier Söhne. Abgesehen davon kommt er als package von Cristina zu Meredith, wodurch er ohnehin schon zu einer person of interest wird. Außerdem ist sein Interesse auch größer, als er es zugeben möchte, da er argumentiert, dass Jungs oft zu den Mädchen, die sie interessieren, nicht nett sein können beziehungsweise (fast) gar nicht mit ihnen reden. Nach dem „Grey's“-Prinzip würde das bedeuten, dass er in dem Moment (auch) von sich selbst spricht.

Als wäre das alles noch nicht Drama genug, endet die Episode zu guter Letzt mit einem Knall: Zuerst rast ein Auto in Joe's Bar - daher auch Bestandteil des Episodentitels - und greift damit eine Institution an, die so alt ist wie die Serie selbst. Hier befanden sich außerdem ein paar bedeutende Figuren der Produktion: Jackson (Jesse Williams), Ben (Jason George), Captain Herrera (Miguel Sandoval), Schmitt (Jake Borelli) und Kim (Alex Landi)...

Fazit

Let's All Go to the Bar stellt ein typisches Midseason-Finale für Grey's Anatomy dar - sowohl im guten als auch im schlechten Sinne: Die Episode steht im Zeichen von Drama, Drama, Drama. Es lassen sich viele Veränderungen feststellen, die genügend Anknüpfungspunkte für die nächsten Episoden bieten.

Nun heißt es jedoch erst mal zwei Monate warten - oder uns alle Episoden von „Grey's Anatomy“ wieder auf Amazon Prime Video ansehen, wo mittlerweile 14 Staffeln der Krankenhausserie zum Streamen bereitstehen. Die mittlerweile 16. Staffel wird demnach erst am 23. Januar 2020 fortgesetzt.

Hier noch der Trailer:

Verfasser: Maike Karr am Freitag, 22. November 2019

Grey's Anatomy 16x09 Trailer

Episode
Staffel 16, Episode 9
(Grey's Anatomy 16x09)
Deutscher Titel der Episode
Zuhause
Titel der Episode im Original
Let's All Go To The Bar
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 21. November 2019 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 2. September 2020
Autor
Kiley Donovan
Regisseur
Kevin McKidd

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 16x09

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