Grey's Anatomy 16x05

Grey's Anatomy 16x05

Die Episode Breathe Again der US-Serie Grey's Anatomy dreht sich lediglich um drei Handlungsstränge. Einer davon ist überraschend und bringt neuen Schwung in das Leben einer Figur, während ein anderer nur vorhersehbar ist und der dritte unsere Bewunderung für eine Figur vergrößert.

Szenenbild zu der Grey's-Anatomy-Episode Breathe Again / (c) ABC
Szenenbild zu der Grey's-Anatomy-Episode Breathe Again / (c) ABC
© zenenbild zu der Grey's-Anatomy-Episode Breathe Again / (c) ABC

In der Grey's Anatomy-Episode Breathe Again muss Zola (Aniela Gumbs) einer Notfall-Operation unterzogen werden, weshalb Meredith (Ellen Pompeo) nicht vor Gericht auftauchen kann. Währenddessen wird Jo (Camilla Luddington) an ihre Zeit in Therapie erinnert, was uns einen Einblick in ihre mentale Wirkungsweisen gibt. Dabei hilft sie auch Bailey (Chandra Wilson) dabei, mit der Neuigkeit ihrer Schwangerschaft zurechtzukommen. In der Zwischenzeit trifft sich Webber (James Pickens Jr.) mit einer alten Freundin, die andere Absichten bei ihrem Treffen hat als er...

What happens in the hyperbolic chamber, stays in the hyperbolic chamber

Die Episode umfasst im Prinzip nur drei Handlungsstränge. Dabei kann man sich auf die einzelnen im Fokus stehenden Personen besser konzentrieren. Insbesondere Jos Handlungsstrang ist dabei hervorzuheben. Wir begleiten sie bei einer Reise in die Vergangenheit und erfahren mehr über ihre schwierige Zeit in Therapie und wie sie diese durchgestanden hat. Dabei stellt sich heraus, dass insbesondere eine Frau einen merklichen Anteil an ihrem Heilungsprozess hatte. Diese muss Jo nun behandeln, was sie verständlicherweise in eine Krise wirft. Wie viel sie jedoch durch diese Frau, die ihre Patientin ist, gewachsen ist, zeigt sich dabei, wie sie mit dieser Krise umgeht: Sie schafft es, sich selbst da herauszuholen und sogar auch noch Bailey bei der sie überfordernden Neuigkeit, dass sie schwanger ist, beizustehen.

Durch diesen Einblick können wir Jos Trauma und ihren Schmerz besser verstehen. Hier merkt man wirklich, dass die Aussage „What doesn't kill you, makes you stronger“ einen wahren Kern hat. Mein Respekt für Jos Charakter ist nach dieser Folge nur noch größer geworden. Meistens sind es doch gerade die Menschen, die am meisten durchgemacht haben, die am interessantesten, spannendsten und am faszinierendsten für uns sind.

Außerdem demonstriert die Episode wundervoll, wie sehr Jo über sich selbst hinausgewachsen ist und was sie alles ihrer Therapeutin zu verdanken hat. Es geht auch darum, was sie alles von ihr gelernt hat: So zum Beispiel nachhaltige Methoden, wie sie sich in einer Krise zu verhalten hat.

Das Gelernte wendet sie nun nicht nur gekonnt bei sich an, sondern gibt dieses auch an andere wie Bailey weiter, die von der Methode (und Jo) überaus begeistert ist. Abgesehen davon zeigt sich auch in einer anderen Szene, dass Jo eine immense emotionale Entwicklung in den letzten Monaten durchgemacht hat: Sie lässt Alex (Justin Chambers) an ihrem Leid teilhaben, indem sie dieses zusammen bekämpfen. Sie schließt ihn nicht mehr aus und hat ihre eigene Methode gefunden, mit dem Schmerz umzugehen und Alex dabei nicht außen vor zu lassen. Somit kann nicht nur sie heilen, sondern auch ihre Beziehung.

You will be making up your missed hours in jail

So gerne wir Meredith in ihrer Funktion als Mutter sehen und so sehr wir auch immer wieder mit ihr mitfiebern, wenn sich einer ihrer Geliebten in Gefahr befindet - wir wissen ja alle, dass das meistens nicht so gut für sie beziehungsweise ihre Angehörigen ausgeht -: Es wurde einfach zu wenig authentische Spannung während Zolas OP aufgebaut, um wirklich um sie bangen zu können. Außerdem ist es leider offensichtlich, dass diese Storyline nur dazu diente, Meredith weiter in die Bredouille zu bringen. So muss sie nun einen bisher ungewissen Zeitraum im Knast absitzen... Hier ist es jedoch unwahrscheinlich, dass ein Gericht eine Mutter, deren Tochter sich einer Operation unterziehen lassen musste, wegen ihres Fernbleibens vor Gericht hinter schwedische Gardinen schicken würde...

Was nicht unerwähnt bleiben sollte: In der Wartezeit wird uns wieder einer dieser wunderbaren Schwesternmomente geliefert, in denen Meredith, Maggie (Kelly McCreary) und Amelia (Caterina Scorsone) alles rauslassen können, was sie beschäftigt. Ob es nun Amelias Sorge ist, dass sie den Vater ihres Kindes kaum kennt und vielleicht gar keine Zukunft mit ihm hat, oder Meredith, die gesteht, dass sie Andrew lieben könnte, oder aber Maggie, die eine bedeutende Operation gemeistert hat, dabei aber auch feststellen musste, dass ihre einzige Liebe vielleicht nur die Medizin ist...

I have no intention in competing with Catherine Fox

Um Richard und Catherine (Debbie Allen) war es lange Zeit still. Irgendwie sind er und seine Frau - ohne, dass man es wirklich mitbekommen hat - in den Hintergrund der Handlung gerückt und etwas in Vergessenheit geraten. Doch nun wird sein (Privat-)Leben wieder mehr in den Fokus gerückt, indem ihm ein neuer Liebeshandlungsstrang zuteil wird: Eine Freundin von den AAs, Gemma (Jasmine Guy), überredet Webber zu einem gemeinsamen Frühstück. Dabei stellt sie schnell klar, dass sie sexuell an ihm interessiert ist und macht sowohl ihn als auch uns darauf aufmerksam, dass es zwischen ihm und Catherine nicht mehr so läuft und dass sein Argument, dass er sie noch liebt, nicht zählt. Denn das wäre bei ihm und Ellis (Kate Burton), Adele (Loretta Devine) und eben auch Catherine auch der Fall gewesen. Er liebte all diese Frauen und hätte sich dennoch stets in eine neue verliebt, während er noch mit der anderen zusammen war...

Während Webber zuerst alles rigoros abstreitet, scheint es doch so, dass ihre Aussage und ihr Kuss ihm die Augen geöffnet haben. Ihm wird eine neue Perspektive auf seine Ehe eröffnet, die er selbst noch gar nicht eingenommen hatte. Auch wir sehen das Duo auf einmal mit neuen Augen.

Ich finde es schön, dass Webber endlich noch mal einen Handlungsstrang - abseits der Arbeit - erhält und wir ihn in seinem Privatleben begleiten. Außerdem bin ich gespannt, wie sich dieses Liebesdreieck weiterentwickeln wird.

Fazit

Durch die Konzentration auf drei wesentliche Storylines können die Figuren stärker behandelt werden und ihre Geschichte kann schneller voranschreiten. Während Webbers Handlungsstrang etwas überraschend kommt und neuen Schwung in sein etwas eingerostetes Leben bringt, ist Merediths Entwicklung leider ziemlich vorhersehbar. Dass sich ihre Lage immer weiter verschlimmern würde, war von Anfang an klar. Dass aber eine Operation Zolas dafür herhalten muss, finde ich enttäuschend. Als absolute Stärke der Folge zählt hingegen die Geschichte rund um Jo, in der wir tiefe Einblicke in ihre Psyche erhalten, die unsere Bewunderung für sie nur vergrößern. Das liegt aber nicht nur am gelungenen Drehbuch, sondern auch an Camilla Luddingtons bewegender Performance.

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode der US-Serie Grey's Anatomy, Whistlin' Past the Graveyard (16x06):

Verfasser: Maike Karr am Freitag, 25. Oktober 2019
Episode
Staffel 16, Episode 5
(Grey's Anatomy 16x05)
Deutscher Titel der Episode
Ich bin schwanger
Titel der Episode im Original
Breathe Again
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 24. Oktober 2019 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 27. Mai 2020
Autor
Elisabeth Finch
Regisseur
Chandra Wilson

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 16x05

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