Grey's Anatomy 16x04

© zenenbild zu der Grey's-Anatomy-Episode It's Raining Men / (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode It's Raining Men versetzt ein Artikel, der vermeintlich von Meredith (Ellen Pompeo) stammt, das Grey Sloan Memorial Hospital in einen Ausnahmezustand. So versuchen dort alle, Schadensbegrenzung zu betreiben, was stellenweise mehr schlecht als recht verläuft: Tom (Greg Germann) und Jackson (Jesse Williams) wollen eine Pro-Bono-OP für PR-Zwecke durchführen. Meredith möchte Wiedergutmachung bei Bailey (Chandra Wilson) leisten.
So, Meredith didn't give me a heart attack?
Im Namen von Meredith wird ein Artikel veröffentlicht, jedenfalls nimmt jeder an, dass der Artikel beziehungsweise die darin getroffenen Aussagen von ihr stammen, in welchen sie sich über das Gesundheitssystem der USA aufregt. Dadurch gerät das Grey Sloan Memorial Hospital in die Bredouille, denn sowohl Patienten als auch Mitarbeiter sind davon nicht begeistert und verweigern entweder die Behandlung oder sie kündigen sogar. Dabei scheint es für die Leser keine Rolle zu spielen, dass zum einen die Wut auf Meredith unbegründet ist, weil sie nicht nur die Wahrheit gesagt hat, sondern auch der Artikel gar nicht aus ihrer Feder stammt. Zum anderen geht es in dem Artikel auch gar nicht um das Grey Sloan Memorial Hospital, sondern um das Gesundheitssystem im Allgemeinen. Aber, wie es so oft der Fall ist, (über-)liest man nur, was man (über-)lesen will...
Bailey regt sich - wie erwartet - fürchterlich über den Artikel auf. Als sie stark ins Schwitzen gerät, nimmt sie an, dass sie durch die Aufregung einen Herzanfall hat. Tatsächlich muss Bailey jedoch leider feststellen, dass sie eine ganz normale Phase durchmacht, wie alle anderen Frauen ihres Alters auch: Sie befindet sich in der Menopause. Man sollte es nicht meinen, aber gleichzeitig ist sie auch schwanger und erwartet ihr erstes Kind von und mit Ben. Kein Wunder also, dass sie so emotional (über-)reagiert. Sie ist ein einziges (Hormon-)Wrack, das ihren Hormonen hilflos ausgeliefert ist. Es ist also nicht nur Amelia (Caterina Scorsone), sondern auch Bailey schwanger. Das bedeutet, dass in der nächsten Staffel nicht nur ein brabbelndes Baby, sondern gleich drei davon in der Kita des Krankenhauses herumkrabbeln werden.
Move to Switzerland before Bailey murders you in your sleep
Die Beziehung zwischen Bailey und Meredith ist nun (noch) angespannter als ohnehin schon. Auch ein Gespräch unter vier Augen, in dem Meredith ihrer Mentorin die Lage erklärt, sich entschuldigt und betont, wie viel ihr das Krankenhaus bedeutet, ist aussichtslos. Der Schaden ist bereits angerichtet - sowohl am Ruf des Krankenhauses als auch an ihrer Beziehung. Meredith hätte zuerst nachdenken sollen, bevor sie handelt.
Eine kleine Anmerkung meinerseits: Die Macher von „Grey's Anatomy“ lassen sich also wirklich darauf ein, den Konflikt zwischen Meredith und dem Grey Sloan beziehungsweise Bailey zu verstärken. Sie haben also wirklich diesen Pfad für Meredith und Bailey gewählt, in dem sie sie gegeneinander aufbringen und Zwietracht zwischen ihnen sähen.
Meredith wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht auf die rebellischste Art und Weise versuchen würde, den Menschen zu helfen. Dennoch erscheint ihr Sinneswandel doch etwas abrupt. Es ist ja nicht so, dass das Gesundheitssystem der USA von einem Tag auf den anderen so kaputt wurde. Außerdem hat DeLuca auch Recht: Sie kann das System auch aus dem Inneren heraus verändern und nicht von außen zerstören.
Eine kleine Anmerkung an dieser Stelle: Seit wann werden Nachrichten bei „Grey's Anatomy“ auf unserem Bildschirm angezeigt? Mir gefällt diese Veränderung auf jeden Fall. So erfahren wir zum Beispiel auch, dass Mer und Cristina (Sandra Oh) nach all den Jahren noch Kontakt haben. Sie wissen noch, was in dem Leben der jeweils anderen vorgeht, haben sich nicht aus den Augen verloren und stehen einander - nach wie vor - in allen Lebenslagen bei.
Um Schadensbegrenzung zu treiben, organisiert Dr. Tom Koracick ein Kamerateam, das ihn und Jackson dabei filmt, wie sie eine besondere und herausfordernde Pro-Bono-Operation an einem kleinen Mädchen durchführen. Jackson fühlt sich jedoch nicht wirklich wohl dabei und tut das einzig Richtige: Anstatt an den Ruf des Krankenhauses zu denken, handelt er nach seinem moralischen Kompass und entschließt sich dazu, dem Paar eine Pro-Bono-Operation - ohne Hintertürchen - anzubieten.
An dieser Stelle möchte ich noch kurz meine Verwunderung über Toms Verhalten kundtun. In der letzten Season hat er sich zu einem so netten, liebenswürdigen Menschen und Charakter entwickelt und nun macht er das alles zunichte. Durch seine Trennung von Teddy (Kim Raver) macht er sich selbst - und anderen - das Leben so unangenehm wie möglich und tut sich damit überhaupt keinen Gefallen. So langsam macht sich leider wieder der arrogante Arzt bemerkbar, den wir zu Beginn zu Gesicht bekommen hatten.
Dieser hatte - wie wir alle wissen - eine einstweilige Verfügung gegen Owen (Kevin McKidd) erwirkt. Da Owen von nun an also Tom aus dem Weg gehen muss und durch einen Zufall im Pac North landet, kommt er, passenderweise, an eine dringend zu besetzende Stelle als Oberarzt der Traumachirurgie - eine absolute Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Hunt kann, ohne auf Tom achten zu müssen, seiner Arbeit nachgehen und Alex (Justin Chambers) stockt sein Krankenhaus mit kompetenten Mitarbeitern auf. Alex holt immer mehr (ehemalige) Angestellte des Grey Sloan Memorial mit an Bord seines (hoffentlich bald nicht mehr) sinkenden Schiffes. Das Quartett, bestehend aus Jo (Camilla Luddington), Alex, Webber (James Pickens Jr.) und Owen, ist ein absolutes Dream-Team und wird das Pacific-Northwest-Krankenhaus mit Sicherheit in kürzester Zeit wieder auf Vordermann bringen.
Amelia, I think I am in love with you
Amelia und Link (Chris Cormack) stellen weiterhin ein unglaublich tolles Paar dar. Ich muss also meine Aussage von letzter Woche revidieren: Nun ist auch mir klar, dass sich die beiden Turteltauben wirklich in einer Beziehung befinden. Auch er gesteht ihr nun ihre Gefühle und es könnte nicht romantischer sein. Obwohl die Schwangerschaft nicht geplant war, könnte es zwischen den beiden nicht besser laufen. Es wirkt sogar beinahe so, als ob das herannahende Glück sie näher zusammenschweißt.
Fazit
It's Raining Men ist eine aufwühlende Episode, die viele dramatische Momente bietet, sich aber auch Zeit für intime Momente (wie Baileys und Merediths/Bens Gespräch sowie Links Liebeserklärung) nimmt. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Showrunner von „Grey's Anatomy“ (immer mehr) einen Keil zwischen Meredith und Bailey sowie zwischen das Pac North und das Grey Sloan treiben werden. Ich bin etwas skeptisch, wo sie mit diesem Handlungsstrang hinwollen.
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 18. Oktober 2019Grey's Anatomy 16x04 Trailer
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Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 16x04
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