Grey's Anatomy 15x23

© zenenbild zu der „Grey's Anatomy“-Episode „What I Did for Love“ (c) ABC
In der Grey's Anatomy-Episode What I Did For Love muss sich Maggie (Kelly McCreary) entscheiden, ob sie mit Jackson (Jesse Williams) zusammenziehen möchte. In der Zwischenzeit genießt Amelia (Caterina Scorsone) ihre Zeit mit Link (Chris Carmack). Sowohl sie als auch Meredith (Ellen Pompeo) hören von ihren (ehemaligen) Männern unerwartete Worte, auf die sie nicht gefasst waren. Währenddessen kämpfen Meredith und Co gegen die soziale Ungerechtigkeit in ihrem Land, die in Form der Asyl- und Krankenversicherungspolitik daherkommt. Zudem besucht die Station 19 das Krankenhaus, da deren Chief dort eingeliefert wurde.
Oh. Well, okay. Glad, we cleared that up.
In der Beziehung von Meredith und DeLuca (Giacomo Gianniotti) läuft es wie am Schnürchen und die beiden - oder besser gesagt Andrew - gehen einen Schritt weiter. Er gesteht Meredith seine Liebe. Wie ihrer Antwort (siehe die Unterüberschrift) anzumerken ist, hat sie diese Aussage nicht (so schnell) erwartet. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie diesen Satz erst von einer Person in ihrem Leben gehört hatte - und das war ihr toter Ehemann.
Doch nicht nur Andrew tut das, sondern auch Maggie geht offen mit ihren Gefühlen um. Zuletzt hat Jackson sie gefragt, ob sie bei ihm einziehen möchte. Maggie tut sich mit der Entscheidung etwas schwer, da sie ein rationaler Mensch - ein Mensch der Wissenschaft - ist und gerne erst mal die Vor- und Nachteile abwägt, bevor sie eine Wahl trifft. Bei ihrer Entscheidungsfindung hilft ihr ein Patient, der Chief der Station 19 - somit bringt Shonda Rhimes wieder mal ihre Serien zusammen und wir bekommen durch diese Verknüpfung auch Ben wieder zu Gesicht. Dank der Hilfe ihres Patienten öffnet sich Maggie also gegenüber Jackson - was bis vor ein paar Wochen noch gar nicht möglich gewesen wäre - und sie erzählt ihm, was in ihrem Kopf herumschwebt. Sie brauchte aus den genannten Gründen nun mal länger für ihre Entscheidung, aber sie wird bei ihm einziehen. Jackson reagiert auf wundervolle Weise, indem er ihr zum einen zu verstehen gibt, dass er das nachvollziehen kann. Zum anderen nimmt er sie aber auch etwas auf den Arm, was der Situation die Ernsthaftigkeit ein wenig nimmt.
No opinion. Not anymore.
Ausnahmsweise gesellt sich auch Owen (Kevin McKidd) zu den Figuren, die ihre Gefühlswelt offenlegen. Das ist seiner seit kurzem laufenden Therapie zu verdanken, durch die er einen angemessenen Umgang mit seinen Gefühlen lernt. Dadurch kam es auch zu einem erwachsenen Gespräch zwischen ihm und seiner Exfrau Amelia. Darin entschuldigt er sich für sein vergangenes Verhalten und seine verletzenden Aussagen.
Schließlich entschließt er sich dazu, der Frau seines Herzens seine Liebe zu gestehen. Hierbei stellt sich jedoch die Frage, um welche Frau es sich dabei handeln könnte... Amelia, Teddy (Kim Raver) oder doch etwa Cristina (Sandra Oh)? Sowohl bei einem Liebesgeständnis an Amelia als auch an Teddy würde er eine gut laufende und liebevolle Beziehung ins Wanken bringen. Beide Frauen scheinen endlich einen Mann in ihrem Leben zu haben, der sie wirklich versteht, liebt und für sie da ist...
I am a hero
Der wohl anstrengendste Handlungsstrang zurzeit ist und bleibt der von Jo (Camilla Luddington) und ihrem Umgang mit den Umständen vor ihrer Geburt. Dabei machen sich mittlerweile so viele Parallelen zu Aprils Glaubenskrise bemerkbar, dass man meinen könnte, dass die Showrunner die gleiche Idee nur etwas anders verpackt haben. Hätte es sich bei Aprils Storyline wenigstens um eine gute, angenehme oder passende gehandelt, wäre es noch halbwegs angemessen gewesen, diesen erneut zu verwenden, aber Jos Handlungsstrang ist genauso anstrengend und unnötig wie der von April. Am meisten stört mich hieran, dass die Figuren so handeln, als wären sie alleine mit ihrem Schmerz, niemand könnte ihn nachvollziehen und ihnen helfen. Aber, wie wir alle wissen, stimmt das nun mal nicht. Somit handelt Grey's Anatomy meines Erachtens gegen seine eigenen Werte: Zusammenhalt, Nächstenliebe, Offenheit, Freundschaft, Familie... Ich wünsche mir - so, wie bei Aprils Glaubenskrise - nichts sehnlicher als ein Ende dieses Humbugs.
So wenig mir dieser Story-Arc gefällt, so hocherfreut bin ich doch über den folgenden Teil: „Grey's Anatomy“ schlägt andererseits nämlich wieder zu und widmet sich einem gesellschaftskritischen Thema. Die Serie schreckt erneut nicht davor zurück, die Politik ihres Landes zu kritisieren. In diesem Fall wird Kritik an dem Sozial- und Gesundheitssystem der USA geübt. Dabei werden besonders zwei aktuelle Problematiken der Politik des Landes in die Mangel genommen. Zum einen die Flüchtlings- und Asylpolitik, durch die Familien getrennt werden, also zum Beispiel Kinder jahrelang außerhalb der Nähe eines oder gar beider Elternteile aufwachsen. Zum anderen thematisiert die Serie aber auch das Gesundheitssystem der USA, das schon seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, Überholbedarf hat. So ist eine Krankenversicherung in dem Land weiterhin nichts Alltägliches, wie es etwa in unserem Land der Fall ist - und trotz der Bemühungen in der Präsidentschaftszeit von Barack Obama. Das kommt die davon betroffenen Bürgern immer wieder teuer zu stehen. Doch nicht nur das wird in der Episode angesprochen, sondern auch, wie ungerecht dieses System eben sein kann: „So he makes not enough money for insurance but too much money for treatment?“
Hierbei lässt Meredith wieder ihr Herz über ihren Kopf entscheiden, wie sie es zum Beispiel schon bei der Alzheimer-Studie getan hatte. Sie riskiert ihren Job, indem sie eine Straftat begeht und die Patientenunterlagen fälscht. Somit kann ihre Patientin die Behandlung bekommen, die ihr zusteht. Dabei erhält sie, überraschenderweise, Unterstützung von Dr. Webber (James Pickens junior), so dass ihre gute Tat zu Ende gebracht werden kann.
Fazit
Mit What I Did For Love bringt Grey's Anatomy auf vielfältige Art und Weise seine Liebesgeschichten voran. Zudem werden wieder bedeutende Themen gesellschaftskritisch angesprochen, wodurch das Drama immer noch eine der wenigen aktuellen (Network-)Fernsehserien ist, die es wagt, ihr eigenes Land und deren Politik zu kritisieren.
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 3. Mai 2019Grey's Anatomy 15x23 Trailer
(Grey's Anatomy 15x23)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 15x23
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