Grey's Anatomy 14x07

© zenenbild aus der „Grey's Anatomy“-Episode „Who Lives, Who Dies, Who Tells Your Story“ / (c) ABC
In der 300. Grey's Anatomy-Episode Who Lives, Who Dies, Who Tells Your Story werden die Mitarbeiter des Grey Sloan Memorial mit ehemaligen Freunden und Kollegen konfrontiert. Diese erscheinen in Form von Opfern eines Achterbahnunfalls und es gilt, diese zu retten. Das wirft manche Figuren weit zurück in die Vergangenheit und lässt sie nostalgisch werden.
Meredith (Ellen Pompeo), die eigentlich zu der Harper-Avery-Award-Preisverleihung fliegen sollte, entscheidet sich dazu, „George und Cristina“ zu retten. Währenddessen kann Alex (Justin Chambers) seinen Augen nicht trauen, als eine „schwangere Izzy“ vor ihm steht. Bailey (Chandra Wilson) sorgt sich um ihren Ehemann Ben (Jason George), der sich dazu entschieden hat, Feuerwehrmann zu werden und DeLuca (Giacomo Gianniotti) lässt seine Liebe zu einer Exfreundin aufflammen.
Do you have kids?
Eines der tollen Dinge an Grey's Anatomy ist der Fakt, dass immer, wenn man denkt, dass sie eine Figur aus den Augen verlieren, sie mit einer neuen und schönen Geschichte für diese Figur um die Ecke kommen. Das ist dieses Mal der Fall bei Arizona (Jessica Capshaw) und DeLuca. Diese Staffel erschien es zuerst so, als ob sich Arizonas Handlungsstrang um ihre neue Beziehung mit Carina (Stefania Spampinato), DeLucas Schwester, drehen würde. Seitdem nun jedoch Schluss ist und sich Carina bereits nach jemand Neuem (Owen, Kevin McKidd) umgesehen hat, musste eine neue Geschichte für Arizona her. Hier kann man sie noch mal in ihrer Rolle als Mutter sehen und es ist schön, sie von dieser Seite zu Gesicht zu bekommen. Außerdem macht die Einbindung von Kindern die Figuren dynamischer. Man sieht diese nicht mehr nur als Ärzte, Freunde, Kollegen oder Ehepartner, sondern auch als Elternteil.
Diese Woche wird auch der Blick auf die mütterliche Seite einer Figur geworfen, die noch gar keine solche ist: Maggie (Kelly McCreary). Diese passt auf Zola auf, während Meredith am Arbeiten ist. In diesen Momenten wird Maggies Figur von ihrem verworrenen Handlungsstrang mit Jackson (Jesse Williams) entfernt und man kann Maggie noch mal so sehen, wie sie ist. Nur sie steht hier im Fokus. Dabei bekommt sie auch die Möglichkeit, kurz über den Verlust ihrer Mutter zu reden. Außerdem ist es schön, dass man etwas mehr über Zola und ihre Figur erfährt. Diese kommt ganz nach ihrer Mutter und beweist jetzt schon wahres Talent für die Medizin.
Innocent bambino
Wie bereits vorher erwähnt, wird DeLuca nun auch etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die letzte größere Handlung mit ihm, an die ich mich erinnere, ist seine Liebesbeziehung mit Maggie - und das ist schon mehrere Staffeln her. Es war in Staffel zwölf, um genauer zu sein. Eine der neuen interns stellt sich als eine Exfreundin von ihm heraus und deren Beziehung ist scheinbar nicht sehr friedlich auseinandergegangen. Obwohl die beiden immer wieder behaupten, dass sie füreinander Gift sind, können sie nicht anders und lassen ihre Liebe wieder entflammen. Das bleibt auch nicht von Bailey und Webber (James Pickens Jr.) unbemerkt.

Tears of Rage
Apropos Bailey, diese ist in dieser Folge damit beschäftigt, sich um Ben Sorgen zu machen, nachdem sie erfahren hat, dass dieser eine Zukunft als Feuerwehrmann anstrebt. So wie man Miranda kennt, zeigt sie das nicht, wie man es von anderen erwarten würde. Anstatt ihren wahren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, versteckt sie sich hinter Aussagen wie „I cannot count on you, giving me a ride home“. Letzten Endes zeigen sich ihre echten Gefühle, als sich ihr Ärger in tears of rage verwandelt. Am Ende der Episode scheint es beinahe so, als ob sie die Zukunft ihres Ehemannes akzeptiert, denn sie kann nun sarkastische Anspielungen darüber machen.
The French Toast was good this morning
Nachdem sich Amelia und Owen in der letzten Episode Come on Down to My Boat endgültig voneinander getrennt und kurz danach bereits neue Liebschaften Begonnen haben, zeigt sich nun, dass die beiden mit ihrer neuen Beziehungssituation gut umgehen können. Während Amelias Liebschaft, ihr Mentor Dr. Koracick (Greg Germann), scheinbar wieder die Fliege gemacht hat, entpuppt sich Owens One-Night-Stand eben nicht als solcher. Als Amelia gerade beim Frühstück erwischt, beweist sowohl Amelia als auch Owen, dass sie ihre Beziehung hinter sich gelassen haben und damit gut umgehen können.
Abgesehen davon beweist Dr. Shepherd, wie weit ihr Einschätzungsvermögen und ihr Vertrauen in ihre Kräfte und Fähigkeiten wieder zurückgekehrt sind. Als sie bei einem Patienten, der große Ähnlichkeit mit ihrem verstorbenen Bruder (Patrick Dempsey) aufweist, ein MRT machen möchte, verweist Owen auf ebendiese Verbindung. Hier stellt sich heraus, dass sie das zwar wahrgenommen hat, sich jedoch nicht davon beeinflussen ließ, denn sie hatte Recht mit ihrer Vermutung und sie kann sich von nun auch wieder ihrer selbst sicher sein.

I picture her as happy as I am with you
Als Alex mit einer „schwangeren Izzy“ konfrontiert wird, wird dieser gezwungenermaßen an ihre gemeinsame Zeit erinnert. Anstatt jedoch das Bedürfnis zu bekommen, wieder Kontakt mit ihr aufzunehmen, um zu erfahren, wie es ihr geht und wie sie lebt, malt er sich lieber ihr Leben aus. Es ist möglich, dass sie so oder so ähnlich lebt - oder, dass sie aber auch ganz anders lebt. Wichtig hierbei ist jedoch, dass er sein Leben mit Izzy hinter sich gelassen hat und dass diese Vorstellung besser für ihn ist, als diese alten Wunden wieder aufzubrechen. Hier zeigt sich auch, dass er zwar immer ins Schwärmen geraten werden wird, wenn er über Izzy redet, jedoch hat er nun seit langem eine neue Liebe gefunden, ist glücklich mit ihr und möchte auch nichts daran ändern.
The Harper Avery Award for surgical innovation goes to Dr. Meredith Grey
Bis zu diesem Moment ist die 300. Folge zwar ganz gut - insbesondere durch die schönen Anspielungen und Rückbesinnungen auf die Vergangenheit - jedoch wird sie erst durch die letzten fünf Minuten zu etwas ganz Besonderem. Meredith Grey erreicht das, worauf sie all die Jahre hingearbeitet hat und was sie so sehr verdient hat: Sie gewinnt den heißbegehrten Harper Avery Award. Jedoch macht hier nicht nur der Umstand, dass sie diesen Preis gewinnt, die Sache zu etwas Besonderem. Es ist viel mehr die Art, wie sie diesen gewinnt - eben nicht in einem eleganten Kleid in einem schicken Veranstaltungsraum. Nein. Sie gewinnt diesen Award, nachdem sie gerade ein Menschenleben gerettet hat, steht im OP-Saal, hat noch ihren OP-Kittel an und ist umgeben von all den Menschen, die sie so sehr lieben.
Hier zeigt sich, wer schon immer das Herz der Serie war und wer es immer sein wird. Es ging schon immer um Dr. Meredith Grey (Ellen Pompeo) und es wird auch immer um sie gehen. Grey's Anatomy handelt von ihr: Wie sie von einer Assistenzärztin, die nicht so ganz an sich selber glauben wollte, zu einer wundervollen und erfolgreichen Mutter, Ehefrau, Kollegin, Freundin und letzten Endes auch Ärztin wird. Sie hat ihr Ziel erreicht. Sie hat es geschafft. All das unterstreicht dieser Moment. Dieser Preis steht für so viel mehr. „She takes all that pain and loss and she turns it into drive.“ Treffender, als es Jackson Avery ausgedrückt hat, hätte es wohl niemand sagen können. Sie hat so viel durchgemacht und doch, oder gerade deshalb, ist sie an ihr Ziel gekommen.

Hierbei ist es auch schön, wie Jackson genau auf die Dinge verweist, die für diesen Moment essentiell wichtig sind und die zu ebendiesem geführt haben. Hier wird noch mal genau der Weg geschildert, den Meredith bisher durchgemacht, überstanden und sogar gemeistert hat. Zuallerletzt stellt der Fakt, dass Cristina Yang sie anruft und sie ihre Mutter auf der Empore stehen sieht, zwar kurze, jedoch auch bedeutende Momente dar. Im Zuge der Rückbesinnung passt es auch, dass sie ihren Sieg nicht im großen Stil feiert, sondern auf den Betten in einem Flur zusammen mit ihrem langjährigen Freund und Kollegen Alex, den sie sich ganz zutreffend mit „Go away. This is our beach.“ zurückerobert.
Fazit
Wie hätte man die 300. Folge besser feiern können, als dass man der namengebenden Hauptfigur die Ehre erweist, die sie verdient hat? Das, kombiniert mit der Rückbesinnung auf die ersten Staffeln, führt dazu, dass diese Folge nicht nur eine sehr gute, sondern eine ganz besondere darstellt. Trotz der großen Momente in dieser Episode, schaffen es die Macher, dass auch die kleinen nicht untergehen. Zudem werden immer dann die Handlungsstränge zu Figuren wiederbelebt, wenn es diese gerade am nötigsten haben. Man kann nur sagen: Grey's Anatomy, mach' weiter so!
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 10. November 2017Grey's Anatomy 14x07 Trailer
(Grey's Anatomy 14x07)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 14x07
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