Grey's Anatomy 14x03

© zenenbild aus der „Grey's Anatomy“-Episode „Go Big or Go Home“ / (c) ABC
In Go Big or Go Home hat Amelia (Caterina Scorsone) mit ihrem Hirntumor zu kämpfen und bekommt dabei von verschiedenen Seiten Unterstützung. Außerdem sucht Meredith (Ellen Pompeo) bei ihrem Psychiater, der zurzeit Patient im Grey Sloan ist, Rat zu ihrem Liebesleben. Währenddessen muss Bailey (Chandra Wilson) den eher unfreundlichen Großvater Averys ertragen.
He is the best
Der große Schocker, der uns am Ende der Doppelfolge letzte Woche präsentiert wurde, spielt eine große Rolle in der aktuellen Episode von Grey's Anatomy - ohne dabei jedoch die anderen Handlungsstränge zu verdrängen. Entgegen ihrer normalen Handlungsweise trifft Dr. Shepherd relativ schnell eine vernünftige Entscheidung - sie zieht ihren ehemaligen Mentor vom Hopkins hinzu: Tom Koracick (Greg Germann). Dieser erklärt uns, dass der Tumor bereits seit Jahren in ihrem Gehirn sitzt und Amelias Verhalten bestimmt. Das wiederum würde nun bedeuten, dass die Amelia, die wir zu kennen glaubten, lediglich die tumor-geleitet Amelia ist und wir die „Amelia“ vielleicht noch gar nicht wirklich kennen.
Dr. Webber (James Pickens Jr.) lässt in der Gesellschaft von Amelia seinen inneren Mentor wieder aufblühen und versucht ihr Trost zu spenden. Webber, der meiner Meinung nach zur Zeit keinen eigenen Handlungsstrang hat, bekommt hier in dieser Folge wieder eine Aufgabe. Er kann seinen „Mitarbeitern“ beistehen, sie unterstützen, ihnen helfen und sie anleiten. Das erinnert stark an den Webber der früheren Staffeln und ich fand es schön zu sehen, dass ihm nochmal so eine wichtige Aufgabe zuteil geworden ist.
Owen (Kevin McKidd) hat bekanntlich zurzeit mit seiner Ehe mit Amelia zu kämpfen. Demzufolge verändert sich sein Verhältnis zu Amelia am stärksten als er von ihrer Diagnose erfährt, denn Owen wird seiner Ehefrau - trotz ihrer momentanen Lage - auf jeden Fall hundertprozentig beistehen. Einerseits wird das ihrer Beziehung vielleicht wieder neuen Aufschwung geben und sie können wieder zueinander finden. Andererseits könnte es auch sein, dass nach der Behandlung alles wieder so wird, wie es war. Ich tendiere jedoch eher zu ersterem und dann kommt der Tumor von Amelia quasi wie gerufen, um ihrem und Owens Ehe mal einen neuen Handlungsstrang zu geben.
I hope you cleared your day
Dass die Averys, und insbesondere Catherine Avery (Debbie Allen), leidenschaftliche Menschen und Ärzte sind, wissen wir ja schon, jedoch lernen wir nun ein Avery-Mitglied kennen, das seine Energie dafür nutzt, seinen Groll über alles und jeden zu verkünden. Die Rede ist von Jackson Averys legendärem Großvater Harper Avery (Chelcie Ross), nach dem der berühmte Medizin-Preis Harper Avery Award benannt ist.
Er möchte über den finanziellen Stand des Krankenhauses reden. Als ihm die zehrende Besprechung mit seiner Ex-Schwiegertochter und der Chefin der Chirurgie zu bunt wird, entscheidet er sich den kürzeren Weg zu wählen und dem Grey Sloan Memorial Hospital einfach den Stecker zu ziehen. Da hat er jedoch die Rechnung ohne Miranda Bailey gemacht. Diese hält ihm eine Standpauke, wie man sie von ihr schon lange nicht mehr gehört hat, und kann so das Krankenhaus, jedoch nicht sich selber retten.

Solche Standpauken erinnern sehr stark an die „gute alte Zeit“, da hier Bailey beweisen kann, dass sie nicht das ruhige Büro-Tier ist, das alles über sich ergehen lässt, sondern auch (verbal) austeilen kann. Ich persönlich wünsche mir solche Momente noch viel öfter zu sehen. Denn ich mochte die Dr. Miranda Bailey, die jeder den Nazi nannte, da sie oft das Sagen hatte und dann äußerst einschüchternd wirkte.
Bereits in Break Down the House ist mir aufgefallen, dass die Dramaserie immer wieder zu ihren Wurzeln zurückkehrt und sich davon inspirieren lässt. Dies lässt „Grey's Anatomy“ zu neuer Größe finden. Das Rückbesinnen auf alte Zeiten verleiht den neuen Folgen eine gewisse Würze, wodurch eine gute Episode zu einer tollen, wenn nicht sogar großartigen Folge wird.

Das ist jedoch nicht das einzig Überraschende, was das Treffen der Averys und der Chefin der Chirurgie bereithält - Harper Avery wird tot in dem Konferenzraum aufgefunden. Wahrscheinlich starb er durch einen Schlaganfall. Dem Toten wird jedoch kaum jemand nachweinen. So müssen sich Jackson Avery (Jesse Williams) und seine Mutter bei ihrer Rede vor dem Krankenhauspersonal sogar sichtlich ein Lächeln verkneifen.
What gets the baby in, gets the baby out
Ich muss immer wieder festestellen, dass die neuen Figuren gekonnt eingeführt werden. Stellenweise werden sie vielleicht zu schnell in das Geschehen des Krankenhauses integriert, jedoch bringen sie stets neuen Schwung mit sich. So führt zum Beispiel das Auftauchen von Arizonas neuer Freundin - Carina DeLuca (Stefania Spampinato) - dazu, dass sie große Teile des Krankenhauses in Verlegenheit bringt. Diese kommentiert das jedoch nur damit, dass die Amerikaner so prüde wären. Außerdem stellt man fest, dass DeLuca eine wesentlich bessere Chemie zu Arizona (Jessica Capshaw) hat, als ihre Vorgängerin Eliza Minnick (Marika Dominczyk).

Geheimes Küssen im Aufzug
Das gerät wohl bei Krankenhausserien und insbesondere bei Grey's Anatomy nie aus der Mode - „Geheimes Küssen im Aufzug“. In dieser Folge sind Jo (Camilla Ludington) und Alex (Justin Chambers) die beiden Übeltäter. Glücklicherweise haben die beiden ihren Beziehungs-Ballast hinter sich gelassen und genießen ihre Zeit zu zweit. So entscheiden sich die beiden auch dazu dort weiterzumachen wo sie vorher aufgehört haben und werden wieder zusammenziehen.
I am done with triangles
Momentan befindet sich Meredith Grey in keiner allzu guten Laune und nutzt die Gelegenheit um ihren Psychiater am Krankenbett zu besuchen. Dort kann sie ihren Gefühlen für Nathan (Martin Henderson) auf den Grund gehen. Anstelle Nathan zurückzunehmen, ermuntert sie ihn sogar zu Megan (Abigail Spencer) zurückzukehren. Sie scheint sich endgültig ihren Gefühlen klar zu sein und hat eine Entscheidung getroffen: Sie wird sich nicht wieder in einem Liebesdreieck befinden und sich dementsprechend auch nicht den Beiden in den Weg stellen.

Fazit
Grey's Anatomy gelingt es wie kaum einer anderen Serie all ihren Figuren einen eigen Charakter, einen eigenen Handlungsstrang und genug Screentime zu geben und das obwohl die Krankenhausserie einen so großen Cast hat. Das soll erst mal eine Serie nachmachen.
Zudem schafft sie es, uns nach all den Jahren immer noch mitzureißen. Innerhalb von Minuten rührt sie uns zu Tränen, bringt uns zum Lachen oder lässt uns mit unseren Lieblingsfiguren mitleiden, während um die nächste Ecke ein weiterer Schocker auf uns wartet. Es macht immer noch Spaß diese Serie zu schauen. Deshalb heißt es von mir nur: Mach weiter so, Grey's Anatomy!
Trailer zu 14x04:
Sneak Peek zu 14x04:
Verfasser: Maike Karr am Freitag, 6. Oktober 2017Grey's Anatomy 14x03 Trailer
(Grey's Anatomy 14x03)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 14x03
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