Grey's Anatomy 13x19

Grey's Anatomy 13x19

Nach einem kleinen Zeitsprung kehrt Maggie nach dem Tod ihrer Mutter zurück ins Krankenhaus, wo sie eine komplizierte OP übernehmen will - begleitet von der Sorge ihrer Freunde. Während Webber und Bailey ihren Streit beilegen, wird ein Date zwischen Riggs und Meredith abermals verhindert.

Ellen Pompeo, Kelly McCreary und Caterina Scorsone „Grey's Anatomy“ / (c) ABC
Ellen Pompeo, Kelly McCreary und Caterina Scorsone „Grey's Anatomy“ / (c) ABC
© llen Pompeo, Kelly McCreary und Caterina Scorsone „Grey's Anatomy“ / (c) ABC

Nach der intensiven wie erschütternden Episode Be Still, in der wir Maggies (Kelly McCreary) Mutter Diane verabschiedeten, befindet sich Erstgenannte nun zurück im Krankenhaus. Wie es der Zufall so will, steht sogleich eine komplizierte und gefährliche Operation einer schwangeren Patientin mit Tumor an, die Maggie umstandslos übernehmen will - zur großen Besorgnis von Jackson (Jesse Williams) und Owen (Kevin McKidd), der mit dem Patientenpaar seit langer Zeit befreundet ist.

Maggies Trauerprozess wird in What's Inside immer wieder von den Erfahrungen ihrer leidgeprüften Freunde begleitet. Die Inszenierung dieser Verwicklungen gelingt dabei größtenteils, das gilt vor allem für das Trio Amelia (Caterina Scorsone), Meredith (Ellen Pompeo) und Maggie. Ärgerlich ist in diesem Zusammenhang einzig die abermalige Rückkehr zur On/Off-Dauerschleife zwischen Riggs und Meredith.

Mehr am Rande der Ereignisse bahnt sich bei Steph (Jerrika Hinton) eine Art innere Krise an. Wüsste man nicht ob des bevorstehenden Ausstiegs der Darstellerin, würden diese Szenen weitestgehend unbemerkt bleiben - der Handlungsbogen um den an TB-erkrankten Assistenzarzt Cross (Joe Adler ist so aber als Fixpunkt von Stephs Selbstverständnis als Ärztin und Chirurgin zu lesen. Bereits in einer der vorangehenden Episoden deutete sich an, dass Steph mehr will - was genau und warum sie dieses mehr nicht in Seattle wird bekommen können, darauf sind uns die Autor/-innen noch eine Antwort schuldig. Den humorvollen Höhepunkt dieser Episode bestreitet nebenbei bemerkt Cross: Sowohl der indirekte Seitenhieb auf den derzeitigen US-Präsidenten Trump, als auch sein schmerzmittelinduzierter Überschwang sorgten für Erheiterung.

Let's slay a monster then!

Möglicherweise kam diese Assoziationen nur dezidierten Buffy the Vampire Slayer-Fans, doch Maggies knallhart-coole Ansage im OP löste zumindest bei mir direkte Assoziationen zur toughsten Vampirjägerin der 90er Jahre aus. Und es stimmt: Die junge Chefin der Herzchirurgie, Wunderkind und Tochter von Ellis Grey vollbringt trotz der Trauer um ihre verstorbene Adoptivmutter eine hockomplexe OP fehlerlos über die Bühne. Insofern muss Meredith zugestimmt werden, wenn sie Maggies Verhalten als “gesund“ bezeichnet. Wenn sie gegenüber Jackson zudem betont, dass es ihr nicht gut geht, sie aber ihren Job ausführt, so, wie es alle tun, dann spricht das zunächst für eine realistische Selbsteinschätzung ihres Zustandes.

Die Vorwürfe gegen Jackson stehen deshalb wieder im Zeichen ihrer Trauer, die Maggie - und das ist einfach nur menschlich - nicht komplett abschaltet, sobald sie einen Fuß ins Krankenhaus setzt. Steht sie aber im OP und hält ein winziges Herz in den Händen, passiert das, was alle Chirurgen und Chirurginnen kennen, und was uns Zuschauer/-innen vor allem aus den ersten Staffel von Grey's Anatomy in Erinnerung geblieben sein dürfte. Die Zeit bleibt stehen, vollste Konzentration, die Umwelt wird ganz und gar ausgeblendet.

Interessant wird es, wenn die Umstände ein Innehalten erfordern. So kann die angespannte Minute, in der die Ärzt/-innen auf der Galerie oben und im OP unten ein Blackout seitens Maggie befürchten, als genaues Gegenteil gelesen werden. Maggie ist sich ihrer selbst bewusst: “My plan is to give her a minute. Her heart needs to learn how to beat without extra load.“

I have people to take care of and you're not one of them

Als Maggie schließlich doch weinend vor der gemeinsamen Haustür steht, ist klar, dass Meredith ihre Pläne mit Riggs absagen wird. So sehr das ständige Hin und Her zwischen den beiden auf die Nerven fällt, so gern gesehen sind die Szenen zwischen den drei Schwestern bzw. Schwägerinnen. Bereits die Auftaktszene von What's Inside erzeugte ein ähnliches Gefühl: Amelia bemerkt angesichts der absurden Menge an traumatischen Ereignissen in Merediths und im eigenen Leben, dass sich die beiden ähnlicher seien, als ihnen klar ist. Als Meredith Maggie und Amelia am Ende zum “dance it out!“ auffordert, ist damit eines der wichtigsten Motive von Grey's Anatomy in Szene gesetzt. Quasi bedingungslose Loyaliät gegenüber den engsten Freunden, der Familie setzt sich oft genug über die romantischen Beziehungen hinweg.

Zu dieser gegenseitigen Loyalität finden nun endlich auch Webber (James Pickens, Jr.) und Bailey (Chandra Wilson) zurück. Dass die Verabredung zum gemeinsamen Dinner zwischen work-wife und work-husband nicht ohne vorherige Sturheiten vonstatten geht, wird den beiden Figuren nur gerecht. So willkommen diese Versöhnung auch ist, wird allerdings nicht restlos klar, inwiefern sich Webber nun mit Minnick arrangiert hat. Zwar scheint er ihre Methoden akzeptiert und sogar aufgenommen zu haben - an seiner Ersetzung durch sie ändert das allerdings nichts.

In einer seltsamen Schwebe befinden sich auf andere Art auch Owen und Amelia. Nach der notwendigen Tabula Rasa scheint die Ehe - zumindest für Amelia - beendet zu sein, so zumindest die naheliegendste Deutung der Szene vor dem Aufzug. Owens irritierter Blick ist allerdings vielsagend; auch hier ist das letzte Wort, ähnlich wie zwischen Riggs und Meredith, noch lange nicht gesprochen.

Fazit

Die Episode What's Inside bettet Maggies Trauerprozess in den Krankenhausalltag der Chirurg/-innen ein. Neben einer nach wie vor soliden darstellerischen Leistung von Kelly McCreary, überzeugen besonders die Szenen zwischen Meredith und Amelia.

Die jeweiligen Ehe- und Beziehungskrisen befinden sich dagegen wieder im Stillstand. In dieser Hinsicht vermag es die Serie seit geraumer Zeit nicht, über den Modus einer Daily-Soap hinauszukommen, was weder den Figuren, noch dem ansonsten meist dramaturgisch durchdachten Plot gerecht wird.

Trailer zu dieser Episode der US-Serie „Grey's Anatomy“, „In the Air Tonight“ (3x20):

Verfasser: Hannah Klein am Freitag, 7. April 2017

Grey's Anatomy 13x19 Trailer

Episode
Staffel 13, Episode 19
(Grey's Anatomy 13x19)
Deutscher Titel der Episode
Unter der Oberfläche
Titel der Episode im Original
What's Inside
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 6. April 2017 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 7. Juni 2017
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 29. Mai 2017
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 3. Juli 2017
Autor
Tia Napolitano
Regisseur
Nzingha Stewart

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 13x19

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?