Grey's Anatomy 13x18

Grey's Anatomy 13x18

In einer der emotionalsten Episoden der aktuellen Staffel verabschieden wir uns von Maggies Mutter Diane. Der schwere Kampf gegen Krebs wirft vor allem Meredith und Webber zurĂŒck auf Erinnerungen an Ellis Grey. Im Zuge dessen kommen sich der ehemalige Chefarzt und Bailey wieder nĂ€her.

Kelly McCreary in der Serie „Grey's Anatomy“ / (c) ABC
Kelly McCreary in der Serie „Grey's Anatomy“ / (c) ABC
© elly McCreary in der Serie „Grey's Anatomy“ / (c) ABC

Die Hoffnung auf mehr figurennahe, auf nur einen Handlungsstrang fokussierte Episoden weiß Be Still zu erfĂŒllen. Unter der Regie von Ellen Pompeo dĂŒrfte mit ihr ein weiteres Mal bewiesen sein, dass es Grey's Anatomy auch nach 13 Staffeln mĂŒhelos gelingt, einen emotionalen Sog zu erzeugen, dem sich kaum ein/e Zuschauer/-in zu entziehen vermag.

Im Zentrum der besagten Episode steht der verzweifelte Kampf gegen den Krebs von Maggies (Kelly McCreary) Mutter Diane (LaTanya Richardson Jackson). Kenner der Serie stellen an einen derart eingeleiteten Handlungsstrang, der in der vorangehenden Episode bereits Hinweise auf seinen Ausgang gab, nicht die Frage danach, was passieren wird, sondern wie. Diane wird sterben, so viel wissen die Zuschauer/-innen schon in den ersten Minuten von Be Still. Einmal davon abgesehen, dass man einer derartigen ErzÀhlweise generell eine gezielte emotionale Manipulation des Publikums unterstellen kann, und, genauso bemerkenswert, dass sich dieses Publikum durchaus lustvoll darauf einlÀsst, brilliert die aktuelle Episode an zahlreichen Stellen.

Angefangen mit Kelly McCrearys außergewöhnlicher darstellerischer Leistung - fast ist man versucht zu sagen, es sei ihre bislang beste - ĂŒber eine ebenfalls eindrucksvolle Ellen Pompeo bis hin zu den bittersĂŒĂŸ humorvollen BrĂŒchen ist die IntensitĂ€t vieler Szenen oft nur schwer auszuhalten. Die Dynamik der Figuren untereinander verbleibt punktgenau auf aussichtsreichen Andeutungen, so zum Beispiel zwischen Bailey (Chandra Wilson) und Webber (James Pickens, Jr.). Auch dramaturgisch ĂŒberzeugt der Plot: Am eindrucksvollsten dĂŒrften sicherlich die Szenenmontagen gewesen sein, die durch Baileys Voice-Over sowohl eine Vorausschau, als auch einen Übergang in die RealitĂ€t von Dianes Behandlung in Szene setzen.

I don't want to die

Obwohl wir Diane erst vor wenigen Episoden als herzliche, humorvolle und kluge Mutter von Maggie kennenlernten, fĂ€llt der Abschied von ihrer Figur fast so schwer, als handele es sich um einen Teil des Maincasts. Dieser Eindruck festigt sich nicht nur ob der naheliegenden Verbindung zu Maggie, sondern ist darĂŒber hinaus auch der ebenfalls bemerkenswerten Darstellung von LaTanya Richardson Jackson zuzuschreiben.

Maggies verzweifeltes BemĂŒhen, alle Möglichkeiten der experimentellen Medizin aufzufahren, um das Leben ihrer Adoptivmutter zu retten, ist restlos verstĂ€ndlich. Dass sich Meredith, Webber, Bailey und Jackson (Jesse Williams) damit einmal mehr in der schwierigen Position befinden, Maggies persönliche Involvierung abzufedern, beschreibt somit den Kernpunkt der Auseinandersetzungen, von und zu dem die Figuren zueinander finden. Merediths Voice-Over dient dabei nicht nur zur ZusammenfĂŒhrung der einzelnen StrĂ€nge, sondern gibt den gesamten Ton dieser Episode an: Goodbye, Mum. Dass an dieser Stelle auf das komplexe und weitestgehend schmerzvolle VerhĂ€ltnis zwischen Meredith und Ellis Grey zurĂŒckgegriffen wird, liegt nahe und spannt einen erzĂ€hlerischen Bogen, der ĂŒber Dianes Tod weit hinaus reicht. So finden Bailey und Webber endlich wieder zusammen, und auch die Beziehung zwischen den drei Schwestern Amelia (Caterina Scorsone), Meredith und Maggie intensiviert sich auf einer ganz anderen Ebene.

Dass das ein oder andere Element der Inszenierung von Maggies Trauer zu viel gewesen sein mag: geschenkt. Trotzdem kommt man nicht umhin festzuhalten, dass es sie ob der szenenweise wirklich erschĂŒtternden Darstellung von Seiten Kelly McCrearys nicht gebraucht hĂ€tte. Volle Close-Ups einer schmerzverzerrten, trauernden Tochter, eine wortlose Umarmung und eine Mutter, die noch in ihren letzten Momenten ihren Humor beibehĂ€lt, tragen die Stimmung und IntensitĂ€t dieser Episode mĂŒhelos.

...not to be afraid

Ellen Pompeo scheint immer dann am stĂ€rksten zu spielen, wenn die Handlung es zulĂ€sst. Das scheint insbesondere der Fall zu sein, wenn ihre Figur als Person mit Biographie auftreten darf, soll heißen: wenn sie nicht nur als Puzzleteil im unĂŒbersichtlichen Cast fungieren muss, sondern wenn auf 13 Staffeln Grey's Anatomy und Meredith Grey Bezug genommen wird.

Das Mutter-Thema war lange Zeit allgegenwĂ€rtig und holte die Hauptfigur zuletzt bei der EinfĂŒhrung von Halbschwester Maggie ein. Es ist ein Thema, das fĂŒr diese Figur nach wie vor von hoher Bedeutung ist, und diese Geschichte weiß Ellen Pompeo in Be Still mit nur einem einzigen Blick zu transportieren.

Maggies Worte sind verletztend und hart, aber den UmstĂ€nden und der großen Belastung geschuldet, und das weiß auch Meredith. Dass sie sich betroffen, gar bestĂŒrzt zeigt, dass sie darĂŒber hinaus aber mit noch mehr StĂ€rke und Beharrlichkeit versucht, ihrer Halbschwester beizustehen, zeugt von einer gereiften Person beziehungsweise Figur, die ihrer Entwicklung gerecht wird. Einen bitteren Beigeschmack erhĂ€lt dies zwar durch den erwartbaren Aufschub in Bezug auf Riggs (Martin Henderson). Wenn der Eindruck nicht tĂ€uscht, könnte aber auch dieser weniger endgĂŒltig sein, als es scheint. Das Timing mag zwar schlecht sein, die gegenseitige Zuneigung ist aber eingestandene Gewissheit.

Fazit

Die Episode Be Still beschreibt den emotionalen Höhepunkt der aktuellen Staffel. Gemeinsam mit Maggie verabschieden wir uns von ihrer Adoptivmutter Diane, deren Krebserkrankung und Tod in nur einer Episode in einem intensiven Ende mĂŒndet.

Die darstellerische Leistung des Casts trĂ€gt die Episode dabei maßgeblich. Kelly McCreary dĂŒrfte spĂ€testens seit dieser Episode zu den stĂ€rksten Darstellerinnen zĂ€hlen, aber auch Ellen Pompeo liefert auf hohem Level ab. Allein deshalb hĂ€tte auf die ein oder andere szenische Fassung von Maggies Trauer verzichtet werden können.

Als gelungen lĂ€sst sich darĂŒber hinaus auch die VerknĂŒpfung der einzelnen Biographien und aktuellen Entwicklungen beschreiben. Der RĂŒckgriff auf Ellis Grey vergegenwĂ€rtigt dabei nicht nur Merediths Entfaltung, sondern verbindet auch das mehr oder weniger unfreiwillige Dreigespann der Schwestern. Dass sich Bailey und Richard Webber endlich wieder einander annĂ€hern, kann als aussichtsreichster Handlungsfortschritt gelten.

Trailer zu dieser Episode der US-Serie „Grey's Anatomy“, „What's Inside“ (3x19):

Verfasser: Hannah Klein am Freitag, 31. MĂ€rz 2017

Grey's Anatomy 13x18 Trailer

Episode
Staffel 13, Episode 18
(Grey's Anatomy 13x18)
Deutscher Titel der Episode
Seelenfrieden
Titel der Episode im Original
Be Still, My Soul
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 30. MĂ€rz 2017 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 31. Mai 2017
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 22. Mai 2017
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 26. Juni 2017
Autor
Meg Marinis
Regisseur
Ellen Pompeo

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 13x18

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