Grey's Anatomy 12x14

Grey's Anatomy 12x14

Um Stagnation in ihrer Ausbildung zu verhindern, teilt Dr. Webber die Assistenzärzte neu auf. So geraten nicht nur Penny und Amelia, sondern auch Meredith und Jo aneinander - mit unerwartet positiven Aussichten. Derweil kündigt sich bei den werdenden Eltern April und Jackson eine neue Krise an.

Chandra Wilson und Jason George in „Grey's Anatomy“ / (c) ABC/Mitch Haaseth
Chandra Wilson und Jason George in „Grey's Anatomy“ / (c) ABC/Mitch Haaseth

Führt Kevin McKidd bei Grey's Anatomy Regie, so geht es bisweilen dramatisch, oft sogar blockbusterartig zu. Die Episode Odd Man Out behält dagegen den eher beschwingten, durchschnittlich aufregenden Grundton der vorhergehenden Episoden bei, wenngleich sich trotzdem einige Handlungsfortschritte abzeichnen. Im Gegensatz zu All Eyez On Me rücken dieses Mal sogar die Patient­/innen in den Vordergrund des Operationsalltags.

In diesem Zusammenhang stehen zwei Patientengeschichten im Vordergrund. Während Arizona (Jessica Capshaw), Ben (Jason George) und Alex (Justin Chambers) einen riskanten Eingriff an der Steuerberaterin Courtney (Casey Wilson) durchführen, die Vierlinge erwartet, geraten Amelia (Caterina Scorsone) und Penny (Samantha Sloyan) mitten in die Ehekrise ihres Patienten Griffin (Lance Henriksen). So kommen diese zwar deutlich mehr zu Wort als in vorangehender Episode. Dennoch vermögen es die jeweiligen Handlungsstränge nicht, vollends mitzureißen, da der Fokus nach wie vor auf den Hauptfiguren liegt. Dieses Verhältnis wird allerdings nur dann zum „Problem“, wenn weder die eine, noch die andere Ebene der Handlung ausreichend beleuchtet wird. In Odd Man Out werden in diesem Kontext zwar einige Konflikte angerissen, aber nur wenige eingehend ausgebaut.

Meredith in %26bdquo;Grey%26#039;s Anatomy%26ldquo; © ABC
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So entsteht schnell der Eindruck einer Füllerepisode, die vorrangig in den letzten Szenen auf ihren Nachfolger verweist. Vielversprechend ist dagegen die längst überfällige Konfrontation zwischen Meredith (Ellen Pompeo) und Jo (Camilla Luddington), sowie die Annäherung von Penny und Amelia. Vor allem in Bezug auf letztgenannte Entwicklung schließt sich die Hoffnung auf relevantere Handlungsstränge für Penny an. Gleichzeitig drängt sich auch hier abermals ein Gefühl der Übersättigung an Figuren auf. Sollte Penny bald den Platz von Steph (Jerrika Hinton) an der Seite von Amelia einnehmen, dürfte Steph abermals in der Versenkung verschwinden: Der Cast ist schlicht zu groß.

You were perfect

Tatsächlich gelingt es hinsichtlich der Patientengeschichte um Vierlings­Mutter Courtney, so etwas wie emotionale Anteilnahme seitens der Zuschauer­/innen zu erzeugen. Zumindest ansatzweise - schnell wird auch dieser Handlungsstrang vom Fokus auf die persönlichen Entwicklungen der Protagonist­/innen verdrängt. Ähnlich verhält es sich mit den Szenen um Griffin, der sich nach seiner Hirnoperation durch Amelia nicht mehr an seine langjährige Geliebte, dafür aber an die schönen Zeiten mit der Ehefrau erinnern kann. Zuvor betonte diese, dass sie aufgrund der frustrierenden Ehejahre lediglich auf den Tod von Griffin warte. Leider vermag es dann auch der Plottwist (also die kurzzeitige Versöhnung der beiden) nicht, zu packen. Das dürfte einerseits dem Umstand geschuldet sein, dass den Zuschauer­/innen die spätere Überbringung von Griffins Tod verwehrt bleibt. Andererseits wollte man in Odd Man Out möglicherweise einfach zu viel in zu kurzer Zeit. Auch nur eine Patientengeschichte, dafür mit intensiveren Szenen (gerne auch über zwei Episoden hinweg) hätten es getan. So bleibt ein fader Nachgeschmack, der lediglich durch die Szenen um Amelia und Penny gemildert wird.

Denn wie sich herausstellt, darf Penny dem Himmel sei Dank nun endgültig aus der Rolle der bösen Chirurgengott­Mörderin heraustreten, und das auch von Seiten Amelias. Während sich Penny und Meredith zu einem mittlerweile gut funktionierendem Arbeitsverhältnis arrangiert haben, wehrte sich die labile Amelia noch immer vehement, den Kontakt mit ihr überhaupt in Erwägung zu ziehen. Dass es nun allerdings Riggs (Martin Henderson) ist, der einen großen Teil zur Annäherung der beiden Chirurginnen beiträgt, ist implizit natürlich problematisch.

Es bleibt zu hoffen, dass wir diesbezüglich von einer unheilvollen Dreiecksgeschichte verschont bleiben, und sich diese Tendenzen eher ins Positive fortsetzen - so zum Beispiel in Bezug auf die Beziehung von Owen und Riggs. Penny jedenfalls scheint ein Naturtalent der Neurochirurgie zu sein, wer hätte es geahnt. Mit der Aussicht auf eine berufliche Zusammenarbeit zwischen ihr und Amelia tun sich zwar neue Chancen auf. Gleichzeitig bedarf es in Bezug auf Pennys Charakter trotzdem an noch mehr Inhalt - weshalb wird beispielsweise ihrer Beziehung zu Callie so wenig Aufmerksamkeit geschenkt?

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Get your own boyfriend!

Auch an anderer Stelle zeichnen sich längst überfällige Handlungsfortschritte, beziehungsweise Konfrontationen ab. Jo, die nunmehr Meredith zugeteilt ist (auch so ein Zufall), platzt angesichts der beiläufigen Ignoranz ihrer Chefin schließlich der Kragen: „I'm trying to move forward, and I can't cause you're always around the corner blocking my way, making everything so hard!“ und weiter: „Now call your damn army boy back and get your own boyfriend!“ Jos emotionaler Wutausbruch ist nicht nur für Callie und Maggie (Kelly McCreary), sondern wohl auch für die meisten Zuschauer­/innen nachvollziehbar. Zumindest dann, wenn man die Dinge aus ihrer Perspektive betrachtet. Dass Jos Eifersucht angesichts des engen Verhältnis' zwischen Alex und Meredith auf ihre eigenen Unsicherheiten zurückzuführen ist, und dass Letztgenannte, wie sie auch später in ihrer Entschuldigung deutlich betont, „nur“ um Alex besorgt ist, scheint klar.

Merediths eigensinnige Auffassung von Freundschaft und Loyalität mag für den Einen oder die Andere bisweilen befremdlich, wenn nicht gar vereinnahmend wirken. Letztlich ist sie aber nicht mehr als der Ausdruck einer bedingungslosen Hingabe zu Personen, die ihr nahestehen. Jo tut gut daran, das hinzunehmen - und sich gleichzeitig aber auch endlich das Gehör zu verschaffen, das sie verdient hat.

Dass sich gutgemeinte Hilfe von Außen schnell auch in ihr Gegenteil wenden kann, zeigt sich nicht nur in Bezug auf Meredith und Dr. Thorpe, der sie am Ende ihrer Schicht - je nach Auffassung - charmant oder aufdringlich überrumpelt. Auch April wird sowohl von Arizona, als auch von Alex mehr oder weniger dazu gedrängt, Jackson endlich von ihrer Schwangerschaft zu erzählen. Dass es die beiden letzten Endes nur gut meinen, steht außer Frage; vor allem deshalb, weil sich April gegen die Voruntersuchungen wehrt. Angesichts des schmerzvollen Verlusts von Baby Samuel ist diese Weigerung ebenso nachvollziehbar wie unvernünftig. Warum es Arizona allerdings ernsthaft für gewinnbringend erachtet, Jackson über Aprils Kopf hinweg über die Schwangerschaft zu informieren, bleibt ebenso offen, wie die letzte Szene dieser Episode. Ob sich im Zuge dieser Entwicklungen nun eine erneute Krise oder eine Annäherung andeutet, erfahren wir hoffentlich in der kommenden Episode. Letzteres wäre in jedem Fall wünschenswert(er).

Fazit

Auch Odd Man Out zeichnet sich durch einen eher heiteren, zumindest weniger ausufernd dramatischen Ton aus. Aufgrund der Fülle an angerissenen Handlungsbögen gehen die Patientengeschichten leider abermals unter, wenngleich die betroffenen Personen deutlich mehr in den Vordergrund rücken dürfen.

Obwohl insgesamt der Eindruck einer Füllerepisode entsteht, sind zumindest die zaghaften Annäherungen zwischen Penny und Amelia, sowie die notwendige Konfrontation von Meredith und Jo positiv zu bewerten. Es bleibt zu hoffen, dass Penny einerseits nun relevantere Handlungsstränge erhält; dass im Zuge dessen aber Figuren wie Steph nicht erneut drohen, unterzugehen.

Verfasser: Hannah Klein am Sonntag, 20. März 2016

Grey's Anatomy 12x14 Trailer

Episode
Staffel 12, Episode 14
(Grey's Anatomy 12x14)
Deutscher Titel der Episode
Assistenzarzt-Roulette
Titel der Episode im Original
Odd Man Out
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 17. März 2016 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 12. Oktober 2016
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 6. Juni 2016
Autor
Meg Marinis
Regisseur
Kevin McKidd

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 12x14

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