Grey's Anatomy 11x01

Grey's Anatomy 11x01

Die erste Episode der 11. Staffel von Grey's Anatomy wendet sich nun den Fragen und Problemen zu, die durch den Abschied von Cristina Yang überschattet wurden. Im Staffelauftakt stehen daher mehrere Themen im Zentrum, allen voran aber die neue Herzchirurgin Dr. Maggie Pierce.

Geena Davis ist in „Grey's Anatomy“ zu Gast. / (c) ABC
Geena Davis ist in „Grey's Anatomy“ zu Gast. / (c) ABC

Nach dem gewohnten, mit dramatischen und wehmütigen Momenten aufgeladenen Staffelfinale ist Grey's Anatomy nun ohne Cristina Yang (Sandra Oh) zurückgekehrt. „Ersetzt“ wird sie von der neuen Herzchirurgin Dr. Maggie Pierce (Kelly McCreary), die allem Anschein nach Dr. Webbers Tochter und Merediths Halbschwester ist. Gleich zu Beginn von I must have lost it in the wind wird dann auch klar, dass vor allem Merediths (erweiterte) Familiengeschichte im Zentrum stehen wird.

Aus dem Off erinnert sie sich an den Selbstmordversuch ihrer Mutter, die zu dem damaligen Zeitpunkt, so könnte man mutmaßen, schon schwanger mit Maggie war, als Richard (James Pickens Jr.) sie verließ. In einer der Flashbackszenen sehen wir dann auch noch einen Arzt, der der kleinen Meredith (Aria Leabu) sagt, sie habe vermutlich ihrer Mutter das Leben gerettet - somit also auch ihrer Halbschwester?

Maggie und Meredith

Die Konstellation Meredith-Maggie dürfte einige Zuschauer sicherlich an die anfangs schwierige, später aber innige Beziehung zwischen Meredith (Ellen Pompeo) und Lexie (Chyler Leigh) erinnern. Auch wenn die neue Herzchirurgin einen durchaus sympathischen und interessanten Eindruck macht, so kann man nur hoffen, dass sich die Autoren um Shonda Rhimes nicht zu einer Kopie mit anderen Protagonisten hinreißen lassen: Denn wie zu erwarten war, gestaltet sich das Kennenlernen der Halbschwestern auch dieses Mal eher holprig.

Meredith; Maggie und Stephanie in %26bdquo;Grey%26#039;s Anatomy%26ldquo; © ABC
Meredith; Maggie und Stephanie in %26bdquo;Grey%26#039;s Anatomy%26ldquo; © ABC

Die stürmische Vorstellung auf dem Hubschrauberlandeplatz des Krankenhauses scheint somit als Metapher für den weiteren Verlauf der Episode zu dienen: Meredith und Maggie geraten wegen eines Patienten erheblich aneinander. Maggie, die eigentlich vorhatte, Meredith auf die gemeinsame Mutter anzusprechen, entscheidet sich nach der heftigen Auseinandersetzung um - ohne zu wissen, dass sie damit womöglich auch ihren Vater davon abhält, ihr die Wahrheit zu sagen.

Richard, der bei einem Treffen der Anonymen Alkoholiker im Beisein von Amelia (Caterina Scorsone) noch von der Problematik gesprochen hatte, scheint zunehmend verunsichert. Vor allem nach Maggies wütender Feststellung („I'm just fine without welcoming any random unwanted blood relatives in my life!“/ „Mir geht es super, auch ohne irgendwelche ungewollten Blutsverwandten in meinem Leben willkommen zu heißen!“) zieht er sich zurück. Neben der schon erwähnten nicht uninteressant angelegten Maggie profitiert vor allem die Figur von Richard von dem Zuwachs des Casts, da seiner Storyline zuletzt etwas die Luft auszugehen schien.

D.C oder Seattle?

Ob der Traum der perfekten Ehe nun ausgeträumt ist? Man wagte es zu bezweifeln, da die Beziehung zwischen Derek (Patrick Dempsey) und Meredith doch zuletzt durchaus stabil wirkte. Bevor sich jedoch am Ende der Episode tatsächlich dunkle Wolken am Ehehimmel ankündigen, amüsieren vor allem die Szenen zwischen Meredith und Alex (Justin Chambers) - der offenbar (nicht ganz freiwillig) zu ihrer neuen person erkoren wurde. Denn wie er ganz richtig feststellt, hat ihm Cristina nicht nur ihre Anteile des Krankenhauses sowie den Sitz im Vorstand überlassen, sondern auch Meredith. Die drängt dann auch prompt die entgeisterte Jo (Camilla Luddington) aus dem Bett, um sich bei Alex über ihre Eheprobleme auszulassen.

Die Patientengeschichte um einen Familienvater, der im OP verstirbt, scheint Derek hingegen dazu zu bewegen, seine Karrierepläne in D.C. auf Eis zu legen. Auch, wenn die Geschichte der in der Wüste verlorengegangen Familie mehr berührte, ist die Szene zwischen Derek und dem kleinen Sohn des Verstorbenen doch recht ergreifend geraten. Allgemein sind die Patientengeschichten in dieser Episode durchaus mit den privaten Problemen und Sorgen der Ärzte und Ärztinnen passend verknüpft worden, ohne dabei zum belanglosen Beiwerk zu verkommen - doch dazu später mehr.

Am Ende der Episode versucht sich dann Meredith selbst davon zu überzeugen, dass sie und Derek als „Livapartners“ (Amelias ironischer Kommentar zu der Situation) funktionieren würden. Als dann plötzlich Derek auftaucht und ihr eröffnet, dass er sich gegen D.C und für Meredith und die Kinder entschieden hat, kann die sich offenbar nicht so ganz freuen - und lässt Derek zunächst sitzen, um neben Maggie an der Bar einen Drink zu bestellen. Diese letzte Szene ist wirklich gelungen - lässt sie doch vermuten, dass Maggie und Meredith mehr gemeinsam haben, als gedacht: Beide bestellten fast gleichzeitig Tequila (was sonst).

Die Anderen...

In stillschweigender, glückseliger Übereinkunft hatten Calzona zuletzt beschlossen, sich für eine Leihmutterschaft zu entscheiden, um ihre Familie zu vergrößern. Noch immer sind die beiden von der Idee angetan, doch dem Plan kommt in zweifacher Weise etwas entgegen. Callie (Sara Ramirez) entdeckt (in einigen amüsanten Szenen) im Zuge einer Patientengeschichte, dass sie mehr Übereinstimmungen mit dem Erziehungsstil ihres Vaters teilt, als ihr lieb ist. Die Sorge um die „Alien Lovers“- ein junges Teeniepaar, dass in kompromittierender Stellung eingeklemmt in einem Auto gefunden wurde, überträgt sie auf ihr zukünftiges Kind.

Doch eigentlich stellen diese Kontraste zu Arizona (Jessica Capshaw) kein wirkliches Problem dar, denn es ist eher das Angebot von Dr. Herman (Geena Davis), das die Nachwuchspläne torpedieren könnte. Arizona erhält nämlich den Vorschlag, sich für ein Forschungsstipendium zu bewerben, und ist nicht abgeneigt. Hoffentlich lassen sich die Divergenzen zwischen den beiden diesmal schneller lösen beziehungsweise werden erst gar nicht zum richtigen Problem. Denn es war einfach zu schön, die beiden endlich noch einmal glücklich zu sehen, nach den schier endlosen Zerwürfnissen, die Arizona und Callie durchstehen mussten.

Schier endlos wirkte bislang auch das ewige Auf und Ab zwischen April Kepner (Sarah Drew) und Jackson Avery (Jesse Williams). Dankenswerterweise wurde der Zuschauer in dieser Episode verschont und April zeigt sich noch einmal von ihrer sympathischen Seite. Sie scheint offenbar schon Muttergefühle zu entwickeln und gibt sich rührend besorgt um Owen (Kevin McKidd), der zwar sicherlich unter Cristinas Fortgehen leidet - doch Aprils Bemühungen wirken wie immer leicht überambitioniert.

Dies sorgt allerdings für eine belustigende Szene zwischen Derek und Owen. Denn nach und nach wird Owen von Jackson, Dr. Webber und auch Derek gefragt, ob er am Abend etwas vorhabe. Während sowohl Owen als auch Derek in einem kleinen Zwiegespräch nicht zugeben wollen, dass sie etwas beschäftigt, beendet Owen das Gespräch mit „Stop asking me out on dates!“ („Hör/t auf, mich auf Dates einzuladen!“).

Im Zuge von Cristinas Wechsel nach Zürich bleibt natürlich auch noch immer die Frage offen, wer ihren Platz im Vorstand einnehmen wird. Alex wird sich wohl noch auf einen harten Kampf mit seiner ehemaligen Mentorin Bailey (Chandra Wilson) einstellen müssen. Die gibt sich nach anfänglichem Wutausbruch zwar fair - doch ihr zufriedenes Grinsen scheint etwas anderes auszusagen.

Fazit

Mit I must have lost it in the wind ist Grey's Anatomy ein durchaus erfrischender Staffelauftakt gelungen. Nach dem schmerzlichen Abschied von Cristina Yang darf man hoffen, dass die Neuzugänge, allen voran Maggie Pierce, der Serie auch weiterhin Stoff für gute Handlungstränge liefern werden. Die Beziehung der Halbschwestern wird, wie zu erwarten war, zunächst einmal auf die Probe gestellt - und auch die zu Maggies wahrscheinlichem Vater Richard Webber.

Weiterhin wird spannend werden, wie sich die Situation zwischen Meredith und Derek entwickeln wird. Zuletzt machte es zumindest den Anschein, als sei mit Dereks Entschluss für Seattle nicht alles gerettet.

Die Frage nach dem Platz im Vorstand nimmt bislang keine vordergründige Rolle ein und wird vermutlich allenfalls zu einem (kurzzeitigem?) Zerwürfnis zwischen Alex und Miranda Bailey führen - aber das bleibt abzuwarten.

Bangen darf man allerdings um Callie und Arizona, denen hoffentlich eine Lösung für das Problem „Kind oder Karriere oder beides?“ einfällt.

Trailer zu „Grey's Anatomy“ (11x02):

Verfasser: Hannah Klein am Freitag, 26. September 2014

Grey's Anatomy 11x01 Trailer

Episode
Staffel 11, Episode 1
(Grey's Anatomy 11x01)
Deutscher Titel der Episode
Im Wind verloren
Titel der Episode im Original
I Must Have Lost It On the Wind
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 25. September 2014 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 20. Mai 2015
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 19. Januar 2015
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 19. Januar 2015
Autor
Stacy McKee
Regisseur
Kevin McKidd

Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 11x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?