Game of Thrones 8x04

Game of Thrones 8x04

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg: Kaum hat man sich der eisigen Bedrohung aus dem hohen Norden entledigt, warten in Game of Thrones neue Machtspiele und Intrigen auf die Zuschauerinnen und Zuschauer. The Last of the Starks wagt sich an einen gewaltigen Rundumschlag - und von brutalen Volltreffern bis hin zu saftigen Luftlöchern ist hierbei alles geboten.

„Game of Thrones“ (c) HBO
„Game of Thrones“ (c) HBO
© ??Game of Thrones“ (c) HBO

Hand aufs Herz: Ich bin irritiert. Vollends. Und ich mag es. Irgendwie. Ergibt das Sinn? Wahrscheinlich nicht.

Die Fantasysaga Game of Thrones hat sich mit der Episode The Long Night nicht viele Freunde gemacht. Die Enttäuschung war vielerorts riesig, weil die Serie nicht den Weg eingeschlagen hat, den viele erwartet hatten und der seit mehreren Staffeln, ja sogar seit den Anfängen der HBO-Produktion im April 2011, angedeutet worden war. Der Night King und seine White Walker sind nicht mehr. Der eiskalte, personifizierte Tod aus dem hohen Norden, der sich über ganz Westeros hätte legen sollen, hat sich in zigtausende, klitzekleine Frostpartikelchen aufgelöst - aus und vorbei. Und jetzt? Jetzt hebt man die Scherben auf und hat drei Episoden Zeit, zurück zum „Spiel der Throne“ zu kehren, zu den eigentlichen Monstern, die den Kontinent Westeros bevölkern: die Menschen. Die, die nach Macht streben und sich selbst als auserwählt verstehen. Oder auch die, die die Verantwortung scheuen, die man auf ihrer Türschwelle ablegt.

The Last of the Starks setzt genau an diesem Punkt an und traut sich etwas. Die Karten sind neu gemischt und die Charaktere finden sich rasch in internen Querelen wieder. Die Anspannung, wie die Geschichte letztlich ausgehen wird, steigt. Geht der Plan der Macher auf? Nicht durchgehend, das wird mehr als deutlich. Mehr als einmal kratze ich mich hier am Kopf, etwas ungläubig, wie gerade was passiert, wieso und weshalb und warum eigentlich. Ich bin nicht hier, um auf die Aspekte draufzuhauen, die mich vor Rätsel stellen, auch wenn ich sie natürlich erwähnen muss. Ich bin auch nicht hier, um die Momente himmelhoch jauchzend hervorzuheben, die mir in „The Last of the Starks“ extrem gut gefallen haben. Ich möchte mich vielmehr an einer Art Erklärungsversuch probieren, was hier vorgeht und warum ich für meinen Teil nicht abwarten kann, wie das alles am Ende ausgehen wird.

The last war

Bei all den Stärken und Schwächen dieser Folge, über die man definitiv diskutieren kann, muss ich eine Sache festhalten: Selten war ich so gespannt darauf, was nun folgt. „Game of Thrones“ hat sich für mich mit seiner letzten Episode in ein Gebiet der emotionalen Unberechenbarkeit manövriert. Sicherlich kann man sich nach wie vor grob Vorstellungen machen, was geschehen wird und welche Entwicklungen uns höchstwahrscheinlich erwarten. Momentan fühle ich mich aber wie eine Spielkugel in einem Flipperautomaten, die munter von einem Winkel dieser unterhaltsamen Maschine in den anderen geballert wird. Wieder und wieder. Klingt erst einmal nicht sehr angenehm. Und woher kommt dieses Gefühl?

Einige Zuschauerinnen und Zuschauer machen die Unzulänglichkeiten der Drehbücher dafür verantwortlich. „Bad writing“, wie es gerne genannt wird, auch wenn es vielen schwerfällt, konkret zu sagen, was denn genau schlecht ist. Für manche sind es unzureichend hergeführte Plotentwicklungen, für andere abgedroschene Dialoge, von denen es in „The Last of the Starks“ durchaus ein paar gibt. Nicht wenige leidenschaftliche Zuschauer/-innen nutzen diese Kritik wiederum einfach nur als ein Ventil, weil Dinge eben nicht so passieren, wie sie ihrer Meinung nach passieren sollten. Das kann ich ein Stück weit verstehen, weil man jahrelang so viel Herzblut in die Serie gesteckt hat. Aber das haben die Serienmacher David Benioff und D. B. Weiss auch. Dementsprechend verfolgen sie eine Idee, die wiederum vielen nicht gefällt. Selbst, wenn die Charaktere sich genau so verhalten, wie es zuvor in vielen Staffeln der Serie klar etabliert wurde.

Für mich persönlich sind es in „Game of Thrones“ momentan weitaus weniger die Figuren und deren Verhalten, das für Irritation sorgt. Ich kann jede Position nachvollziehen, das Problem ist ein anderes: die fehlende Zeit, um diese sich im Wandel befindlichen Positionen perfekt nachvollziehen zu können. Wie bereits in der siebten Staffel geht es nun Schlag auf Schlag - wodurch verräterische Nuancen leider nur wenig Luft zum Atmen bekommen und innerhalb einer überlangen Episode letztlich komplett ausformuliert werden. Weil alles so schnell und unmittelbar passiert, fühlt sich die Erzählung gehetzt an. Dieser Eindruck entsteht zumindest teilweise bei mir, trotz des hohen Unterhaltungswerts, wenn ich mit etwas Abstand auf die Episode „The Last of the Starks“ blicke, deren einzelne Versatzstücke mitunter wunderbar anzuschauen sind.

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Take what is yours

In der ersten Hälfte von The Last of the Starks gönnt sich die Serie eine kleine, launige Siegesrunde, was durchaus verständlich ist. Immerhin hat man Gevatter Tod die Stirn geboten und, mehr noch: diesem die Leviten gelesen! Nach einer andächtigen Trauerzeremonie, die uns sehr effektiv noch einmal die Schwere einiger Verluste aus dem Kampf gegen den Night King vor Augen führt, werden die Tassen gehoben. Man feiert das Leben, das eben doch noch Fortbestand hat. Mal schauen, wie lange noch. Denn inmitten dieses rauschenden Festes in Winterfell beginnen die Spiele um Macht und Einfluss, wer sich mit wem verbünden könnte, wo welche Loyalitäten liegen und wem man auf keinen Fall vertrauen sollte. Und ich liebe es. Wie qualifiziert der jetzt legitimierte Baratheon-Bastard Gendry (Joe Dempsie) für seine neue Rolle als Herrscher über Storm's End ist, mag ich nicht einzuschätzen. Aber Daenerys (Emilia Clarke) weiß ganz genau, dass sie keine Zeit verlieren darf, um ihre Position und ihren Rückhalt zu stärken.

Die „Mother of Dragons“ taktiert drauf los und Sansa (Sophie Turner) registriert natürlich sofort, was ihre Königin im Schilde führt. Diese erkennt derweil, dass ihr geliebter Jon (Kit Harington) über mächtig viel Ansehen verfügt und inzwischen von allen und jedem geschätzt wird. Jons Beliebtheit ist ein Risiko für Daenerys, denn Jon ist der rechtmäßige Thronfolger von Rhaegar Targaryen, Danys älterem Bruder. Wenn es doch nur so einfach wäre... Ist es aber natürlich nicht. Ich genieße diese Komplikationen immens, auch wenn die meisten davon nicht so zur Entfaltung kommen können, wie es noch in den Anfangsjahren der Serie der Fall war. Es geht eben alles etwas schneller, doch mit Cersei (Lena Headey) in einer vorteilhaften Position in King's Landing gilt es auch, keine Zeit zu verplempern. Der Druck und die Anspannung ist deutlich spürbar, die Charaktere durchleuchten sich gegenseitig mit ihren Blicken und denken allesamt mehrere Schritte im Voraus - im Unklaren darüber, dass sie dadurch geradewegs über die Klippe in einen tiefen Abgrund stürzen könnten.

Darüber hinaus menschelt es gewaltig in der großen Halle von Winterfell. Witze werden gerissen, Trinkspiele gespielt, man geht fleischlichen Gelüsten nach. Nicht wenige von diesen Szenen, die weitaus willkommener als die anfängliche Totengräberstimmung sind, sind charmant und kurzweilig. Gelegentlich fühlt man sich aber auch ein wenig an eine Art Seifenoper erinnert, denn dieser Raum hat alles zu bieten: potentielle Intrigen untereinander, intensive Blickkontakte und körperliches Verlangen, flache Flirts und einen betrunkenen Märchenonkel, dem die Liebe seines Lebens einfach nicht vergönnt ist. Ich möchte nicht lügen: Es fühlt sich seltsam an. Ich gönne den Figuren diese Auszeit, zeitweise komme ich mir jedoch wie in einem falschen Film vor. Dieser ist weder wahnsinnig schlecht noch unglaublich gut - er ist einfach nur sehr ungewohnt.

Unfinished business

In diesem ungewohnten Rahmen ereignen sich wiederum unterschiedliche Dinge, so zum Beispiel ein eher aufgesetztes Gespräch zwischen Daenerys und Jon, in dem erstere letzteren eine Möglichkeit vorstellt, wie sie all die Probleme ihrer gemeinsamen Zukunft umschiffen können. Leichter gesagt als getan, fühlt sich Jon doch dazu verpflichtet, seiner Familie die Wahrheit über seine Eltern zu sagen. Während Daenerys ihre Felle davonschwimmen sieht, knistert es nun nicht mehr nur zwischen Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) und Brienne (Gwendoline Christie), es kommt sogar zum Liebesakt. Im Nachhinein war dies erwartbar, auch wenn ich die physische Bestätigung dieser speziellen Beziehung zwischen den beiden nicht wirklich gebraucht hätte. Doch dieser Beischlaf dient nicht nur dazu, das einzigartige Verhältnis zwischen Brienne und Jaime zu zementieren. Es ist auch ein Mittel der Autoren, um den „Kingslayer“ erkennen zu lassen, dass er Brienne nicht verdient hat.

Er ist nie ein guter Mensch gewesen und er wird nie ein guter Mensch sein. Jaimes Taten sind nicht zu entschuldigen. Und so geht es für ihn zurück nach King's Landing, zu der Frau, die er verdient hat: Cersei. Diese Entwicklung erscheint mir etwas holprig, aber es ergibt durchaus Sinn, dass Jaime das tut, was er tut, selbst wenn er einen weiten Weg gekommen ist. Und wer weiß, warum er wirklich zu Cersei zurück will. Für ein wenig mehr Verwunderung sorgt da schon Briennes Verhalten, die nach all den Jahren der Unabhängigkeit und Selbstbestimmung sehr mit den Abschied von Jaime zu kämpfen hat. Auf der anderen Seite: Er war die einzige Person, der Brienne sich letztlich anvertrauen und so zeigen konnte, wie sie ist. Wer wäre da nicht am Boden zerstört, wenn diese kleine Chance auf ein bisschen Glück in dieser grässlichen Welt auf einmal verpufft?

Neben diesem tränenreichen Abschied und einem abgeschmetterten Heiratsantrag von Gendry an Arya („A girl will never be a lady...“) nährt dann noch Jons Entscheidung, seiner verbliebenen Familie die Wahrheit über sich selbst zu erzählen, die durchaus angespannte Situation in Winterfell. Jon steht eindeutig hinter Daenerys, doch die Informationen, die er beziehungsweise Bran (Isaac Hempstead-Wright) mit Arya (Maisie Williams) und Sansa teilt, entfachen ein Lauffeuer. Und Sansa ist diejenige, die noch mehr Öl nachkippt. Im Gespräch mit Tyrion (Peter Dinklage) gibt sie dieses Wissen weiter, sich selbst im Klaren darüber, dass dies nur noch mehr Unruhe im Lager der „Mother of Dragons“ stiften wird. Und siehe da: Dieser kleine Samen sprießt nicht nur in Rekordzeit, er wächst und wächst und trägt schnell Früchte. Plötzlich sind wir wieder einmal mittendrin im Game of Thrones. Sichere Verbündete und loyale Untertanen kommen ins Zweifeln und wägen die aktuelle Situation neu ab. Was, wenn es eine bessere Option als Daenerys Targaryen gibt?

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Not a monster

Die große Verliererin der Episode ist ohne Zweifel die „Mother of Dragons“, deren Unsicherheit von Minute zu Minute greifbarer wird - ein großes Lob übrigens an Emilia Clarke, deren Blicke mehr als tausend Worte sagen: Es droht, dass Daenerys komplett das Steuer entgleitet, sofern sie es nach ihrer Ankunft in Westeros denn jemals fest in den Händen hielt. Erst positioniert sich Jon unfreiwillig als perfekter Konkurrent, dann wird sie von Sansa abgewatscht und zu allem Überfluss segelt sie auch noch in eine Falle von Cersei hinein, die dank der Schussgenauigkeit von Euron (Pilou Asbaek) den bereits sehr ramponierten Rhaegal abserviert. Es könnte besser laufen für die „Dragon Queen“. Diese Widerstände, die Selbstzweifel, ihre Verunsicherung und die jüngsten Verluste - Jorah, der nächste Drache und Missandei (Nathalie Emmanuel), wie das schockierende Ende der Episode zeigt - gehen natürlich nicht spurlos an ihr vorbei. Jeder Mensch würde an diesen Umstanden zu nagen haben. So sehr, dass man selbst zu der Sache wird, der man den Kampf angesagt hat?

Varys zeigt sich besorgt. Und Conleth Hill präsentiert sich in Bestform. Endlich lässt man den Strippenzieher älterer Staffeln von der Leine. Er fasst für uns und Tyrion durchaus schlüssig zusammen, warum Daenerys womöglich nicht mehr die beste Kandidaten für den Job ist und die einfachen Menschen von Westeros besser dran wären, wenn vielleicht jemand anderes das Zepter schwingt. Tyrion hingegen möchte weiter an seine Königin glauben, irgendwann muss man doch auch einmal Stellung beziehen und nicht wie Varys dauerhaft für ein abstraktes Konstrukt wie das „Reich“ arbeiten. Doch genau das ist die Krux: Vielleicht ist dieses Reich auch einfach nicht beherrschbar, egal, wer auf dem eisernen Thron sitzt. Ob es eine mystische Vorbestimmung ist, das eigene Schicksal, welches man völlig internalisiert hat, oder ob es hervorragende Vorzeichen sind, dass man ein gerechter und guter Herrscher sein wird - an dieser übermenschlichen Aufgabe wird jede/-r zerschellen.

Grund dafür sind die Menschen selbst. Cerseis Motivation der absoluten Dominanz, gepaart mit einer Kampfansage an all diejenigen, die keine Lannisters sind (und selbst diese leben inzwischen gefährlich), kann nur im Verderben enden. Diese Hybris in Reinform muss bestraft werden, wobei es auch ein äußerst gemeiner, sinnbildlicher Abschluss wäre, wenn Cersei am Ende triumphieren würde. Daenerys würde so gern eine gerechte, gütige Königin sein, doch ihr wurde und wird so viel entgegengeworfen, dass dieser Charakter irgendwann nur zusammenbrechen kann. Und Jon klingt auf dem Papier wie der optimale Mann für diesen Job - aber wer glaubt das wirklich, nachdem wir gesehen haben, wie schwer er sich tut, es allen recht zu machen und seinen Verpflichtungen gegenüber verschiedenen Seiten in gleichen Maßen gerecht zu werden? Die Moral der Geschichte ist einfach: Der iron throne ist eine Illusion, ein verführerisches Symbol der Macht, über das man Frieden erreichen kann. Kann. Diese Wunschvorstellung wird uns nicht durch eine höhere Macht wie den Night King genommen, sondern durch den Menschen selbst.

Carnage

Was dafür spricht, dass es letztlich auf ein verheerendes Ende zu Händen der verbliebenen Teilnehmer in diesem scheinbar niemals enden wollenden Spiel der Throne hinausläuft und nicht aufgrund eines magischen Fantasy-Elements der Schlussstrich gezogen wird? Die Folge liefert in dieser Hinsicht mehrere Anzeichen. Jon löst sich von seinem Direwolf Ghost (das angesengte Ohr!), ein mystisches Wesen aus dem hohen Norden, dem stets eine spezielle, übernatürliche Bedeutung zugeschrieben wurde. Mit Rhaegal stirbt der nächste Drache, ein klares Symbol dieses magischen Zeitalters - und das durch den Einsatz einer schrecklichen Kriegswaffe, die von den Menschen konstruiert wurde. Der Night King ist auch nicht mehr, ebenso wie die „Lord of Light“-Botschafter Melisandre und Beric. Und ich würde mich nicht wundern, wenn Brans Rolle in den letzten beiden Episoden eher klein ausfallen würde, weil auch er ein Teil dieser fantastischen Welt ist, die zu existieren aufhört.

Es bleibt nur noch dieser letzte große Krieg zwischen den Menschen, den Cersei fast schon mit einer diebischen Vorfreude herbeizusehnen scheint (Die Bevölkerung von King's Landing als menschlichen Schutzschild nutzen? Na klar!) und auf den Daenerys sich wohl jetzt mit allen ihr noch zur Verfügung stehenden Mitteln einlassen wird. „Burn them all.“ Alles muss brennen. Inwiefern man Jon noch in eine Position bringen wird, in der er als vermeintlicher Retter oder Held emporsteigt, bleibt abzuwarten. Es riecht ein wenig nach dieser Entwicklung. Andererseits hat man in der letzten Episode sehr erfolgreich mit den Erwartungen der Zuschauer gespielt, was ich Benioff und Weiss auch ein weiteres Mal zutraue. Das Schöne ist: Wir können uns einfach überraschen lassen.

Monatelang hat man sich den Kopf darüber zerbrochen, was passieren wird. Es ist ja nicht so, dass niemand eine solche Entwicklung auf dem Schirm hatte... Und dennoch: Es fühlt sich frisch an. Es ist auf seine eigene Art und Weise unberechenbar (kein Spaß: Ich habe wirklich für einen Moment geglaubt, dass Tyrion einfach von Cersei hingerichtet wird). Es packt mich. Ja, ich verstehe die Einwände. Die großen Sprünge innerhalb der Handlung, an denen ich mich ebenfalls störe. Nicht, wenn es um Distanzen zwischen verschiedenen Orten geht, sondern vielmehr, wenn Charaktere innerhalb einer Episode eine wahnsinnige Entwicklung durchmachen, wofür mehr Zeit sinnvoller gewesen wäre, um es noch besser nachvollziehen zu können. Das mag man als faul bezeichnen. Oder eben als ungemein temporeich, wodurch sich erst diese Anspannung aufbauen kann, dass in Game of Thrones momentan alles möglich ist. Und trotz einiger Probleme, offener Fragen und diskutabler Entscheidungen der Verantwortlichen: Das freut mich. Irgendwie.

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Weitere Beobachtungen zur Episode „The Last of the Starks"

  • Nach dem Verbrennen der zahlreichen Gefallenen in der Schlacht um Winterfell bekommen wir zwischenzeitlich ein kleines Update, wie es um die Truppenstärke der Allianz von Daenerys und Jon steht: Sämtliche Zahlen wurden halbiert, wodurch sich nun ein ungefähres Gleichgewicht mit Cersei ergibt. Wie praktisch!
  • Ich finde es schon ein wenig amüsant, dass es Euron ist, der nach dem Night King den nächsten Drachen vom Himmel holt. Technisch ist die Szene leider eher weniger überzeugend (generell macht sich der Einsatz des Green Screen mehrfach in der Folge bemerkbar), aber es ist schon ein heftiger Schuss vor den Bug, den die Serie hier abgibt. Euron? Diese Pfeife? Womöglich gibt es für Daenerys ja noch ein bisschen Unterstützung aus Pyke, wo Yara (Gemma Whelan) inzwischen wieder das Sagen hat.
  • Für manche ist Kristofer Hivju in seiner Comic-Relief-Funktion als Tormund Giantsbane etwas zu viel des Guten, ich habe jedoch meine Freude an der Darbietung des Norwegers, der sich im Interview mit Serienjunkies.de ähnlich energiegeladen und unterhaltsam präsentiert hatte. Und ein bisschen Mitleid hat man schon, wenn man in die glasigen Augen des De-facto-Anführers des Free Folks blickt, als ihm seine Chance auf Brienne verwehrt wird.
  • Was bei einer Laufzeit von gut 75 Minuten ein wenig untergeht: Jons Abschied von Sam (John Bradley). Eine nette kleine Szene, die auf den Abschied von Tormund folgt, welcher noch einmal sehr deutlich sagt, dass Jon eine besondere Verbindung zum hohen Norden auszeichnet. Übrigens: Einige hatten bereits vermutet, was jetzt bestätigt wird: Gilly (Hannah Murray) ist schwanger von Sam, womit die kleine Patchworkfamilie der beiden weiter Form annimmt. „I hope it's a girl!
  • Apropos Schwangerschaft: Cersei wirft in dieser Hinsicht erneut ein paar Fragen auf - und zwar, ob der potentielle Nachwuchs tatsächlich von Euron oder jemand anderem stammt. Lena Headey nutzt eine Millisekunde, um einen ganz hervorragenden Gesichtsausdruck aufzusetzen, der viel Raum zur Spekulation lässt: Ist sie angewidert von Euron? Lügt sie ihn an? Wir werden es sehen.
  • Bronn ist zurück! Und genau so, wie wir ihn kennen. Der Söldner ist natürlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht und schert sich reichlich wenig um den letzten Krieg von Westeros. Man muss seinen Pragmatismus einfach lieben. Dass Tyrion und Jaime in dieser Szene den Löffel abgeben, glaubt keine/-r. Doch Jerome Flynn gibt seinem Charakter eine sehr glaubwürdige Dringlich- und Gnadenlosigkeit. Wenn alles nach Plan läuft, darf er sich schon bald Lord of Highgarden schimpfen. Wir drücken die Daumen.
  • Noch, bevor ich mir die Episode angeschaut habe, schossen mir ein paar Gedanken zum Titel durch den Kopf. Bran ist nach seiner Wandlung zum Three-Eyed Raven schon lange kein Stark mehr, Arya hat ihren Familiennamen im Rahmen ihrer Ausbildung in Braavos abgelegt. Jon ist rein theoretisch auch eher ein Targaryen, also bleibt eigentlich nur noch Sansa als letztes „richtiges“ Mitglied der Familie Stark, wie wir sie kennengelernt haben. Ein Zeichen? Wahrscheinlich nicht. Aus irgendeinem Grund geistern in meinem Kopf aber ein paar Worte vom guten alten Eddard herum: „When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.“ Ja, der Schnee ist bereits gefallen und das Rudel hat gemeinsam überlebt. Aber der Kampf ist ja noch nicht vorbei...
  • Sophie Turner ist und bleibt absolut hervorragend in dieser Staffel, doch eine Szene zwischen ihrem Charakter Sansa und dem Hound stößt mir etwas übel auf. Ich verstehe, was damit gemeint ist, dass der schreckliche Leidensweg von Sansa sie geformt und auf die Dinge vorbereitet hat, die sich ihr in ihrem späteren Leben in den Weg gestellt haben. Es klingt aber fast ein bisschen so, als wäre sie „dankbar“ dafür, welche furchtbare Dinge ihr widerfahren sind. Seltsam...
  • Cleganebowl incoming? Der Hound macht sich allein auf den Weg in Richtung King's Landing, weil er dort noch eine offene Rechnung zu begleichen hat. An seiner Seite: Arya! Bisher waren die Szenen zwischen Maisie Williams und Rory McCann in der achten Staffel eher irrelevant. Beim Anblick dieses Duos fühlt man sich jetzt aber sofort an alte Zeiten erinnert. Ein gelungener, sehr charmanter callback. Und wer steht noch mal auf der Todesliste von Arya? Ach ja, diese Cersei...
  • I don't want to hear the screams of children burning alive.“ - „No, it is not a pleasant sound...“ Qyburn, du Monster. Anton Lesser ist ein absolutes Geschenk.
  • Dracarys.“ Es gibt schlechtere letzte Worte, bevor man von einem untoten Fleischberg enthauptet wird. Missandeis Tod wird exzellent aufgebaut und die gesamte Anspannung der Szene entlädt sich perfekt in diesem einen, herzlosen Moment. Und jetzt: Krieg.
  • Da hat wohl jemand ein bisschen geschlafen und seinen Kaffee nicht getrunken: In einer Szene in der Great Hall von Winterfell steht doch tatsächlich ein Pappbecher auf dem Tisch, direkt vor der „Mother of Dragons“. Es war in der Tat eine sehr lange Nacht... Das Internet freut sich über diesen Fauxpas.

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode (8x05 - der Titel ist erneut, wie wohl generell in der abschließenden Staffel der Produktion, bisher unklar) der US-Serie Game of Thrones:

Verfasser: Felix Böhme am Montag, 6. Mai 2019

Game of Thrones 8x04 Trailer

Episode
Staffel 8, Episode 4
(Game of Thrones 8x04)
Deutscher Titel der Episode
Die Letzten der Starks
Titel der Episode im Original
The Last of the Starks
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 5. Mai 2019 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 6. Mai 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 6. Mai 2019
Autoren
George R.R. Martin, David Benioff, D.B. Weiss
Regisseur
David Nutter

Schauspieler in der Episode Game of Thrones 8x04

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