Game of Thrones 8x05

© ??Game of Thrones“ (c) HBO
„Burn them all“
Diese drei Worte begleiten die Zuschauerinnen und Zuschauer von Game of Thrones schon seit Jahren, ebenso wie das ungeschriebene Gesetz von Westeros, dass bei der Geburt eines Targaryens der göttliche Münzwurf darüber entscheidet, welche Wesenszüge das Neugeborene haben wird. Insbesondere Aerys II., der „Mad King“, der von Robert Baratheon überworfen und von Jaime Lannister (Nikolaj Coster-Waldau) hinterrücks umgebracht wurde, hat mit seinen Taten aus der jüngeren Vergangenheit seiner Sippschaft einen Bärendienst erwiesen. Immer wieder sind wir zu dieser zentralen Figur von Westeros zurückkehrt, über lose Unterhaltungen oder gar über deutliche Visionen. Und nun, mit The Bells, der vorletzten Episode des Fantasydramas überhaupt, hallen die Worte des manischen Königs erneut in unseren Köpfen. Denn: Alles brennt.
Wie auch schon die letzten Episoden von „Game of Thrones“ ist auch die aktuelle Folge nicht davor gefeit, für Fragen und reichlich Kritik aufseiten der treuen Fans und erwartungsvollen Zuschauerschaft zu sorgen. Mit dem Ende von The Last of the Starks aus der Vorwoche zeichneten die beiden Hauptverantwortlichen David Benioff und D. B. Weiss ein klares Bild von einer ihrer wichtigsten Protagonistinnen, Daenerys Targaryen (Emilia Clarke). Sie befand sich am absoluten Tiefpunkt ihres bisherigen Weges: Nicht nur die herben Verluste ihrer treuesten Anhänger und Freunde wie Ser Jorah Mormont (Iain Glen) und Missandei (Nathalie Emmanuel) oder der Tod ihres nächsten Drachens wogen schwer. Das Vertrauen, das sie in Jon (Kit Harington) als ihren Befürworter und Liebhaber gesetzt hatte, wurde ebenfalls nicht erwidert.
Daenerys stand allein auf weiter Flur, im direkten Angesicht mit Cersei (Lena Headey), die einen vergleichbaren Spießrutenlauf durchlebt und einen dementsprechenden Wandel zu einer noch brutaleren Persönlichkeit, als sie es zuvor bereits gewesen ist, mitgemacht hat. Die Botschaft war deutlich. Daenerys, einstige Hoffnungsträgerin für Westeros, „Breaker of Chains“ und „Mother of Dragons“, stand kurz vor dem nachvollziehbaren mentalen Kollaps. Wie würde sie diese ganz neue Herausforderung bewältigen? Kann sich ein Mensch in dieser erbarmungslosen Welt, die uns „Game of Thrones“ seit Jahren präsentiert, überhaupt eine gewisse Reinheit und Güte bewahren? Vor allem dann, wenn so viel um einen herum an einem zehrt, einen korrumpiert und verdirbt? Daenerys Targaryen kann es nicht. Und wer macht es ihr unter diesen Umständen schon zum Vorwurf?
She chose violence
Erneut finden wir uns als Außenstehende in einer Zwickmühle wieder. Nachdem wir über mehrere Staffeln den Aufstieg von Daenerys zu einer schillernden Figur im „Spiel der Throne“, die dem Establishment den Kampf angesagt hat, hautnah miterlebt haben, wird dieser Charakter nun binnen kürzester Zeit demontiert. Nicht wenige echauffieren sich über diese Entwicklung. Auch, weil sie mit einer ungeliebten Trope des Film- und Seriengeschäfts einhergeht, eine offensichtlich sehr willensstarke, selbstbestimmte Frau in eine hysterische Furie zu verwandeln, die völlig irrational ihren Emotionen folgt. Der Abgesang von Daenerys tut weh, da man uns (und in gewisser Weise auch den Charakter selbst) hat glauben lassen, dass sie „die Eine“ ist. Ist sie aber nicht.
Sie zerbricht letztlich an dieser wahnsinnigen Aufgabe, ein neues Zeitalter in Westeros einzuläuten - und die Gründe dafür liegen auf der Hand: tiefe Trauer um die verstorbenen Nächsten. Geballte Wut auf ihre Feinde und die, die sie hintergehen wollen. Enorme Enttäuschung über die fehlende Unterstützung von demjenigen, dem sie zuvor alles gegeben hat, was sie hatte. Daenerys' Demontage kommt im Rahmen dieser kurzen, finalen Staffel von „Game of Thrones“ schnell und plötzlich. Aber sie kommt nicht unvorbereitet und ohne jedwede Grundlage. Versetzt man sich in den Charakter hinein, dann kann einem ihre extreme Reaktion sogar mehr als verständlich vorkommen. Aus einem menschlichen Impuls heraus, aus persönlichen Beweggründen und aufgrund irrationaler Gefühle trifft sie nun eben eine verhängnisvolle Entscheidung.
Und damit steht sie wiederum nicht so alleine dar - erinnern wir uns nur an all die Dinge zurück, die zum Beispiel auch einer Cersei (ihr Konflikt mit dem High Sparrow) oder einem Jon Snow (sein Kampf gegen Ramsay Bolton) widerfahren sind. „Game of Thrones“ hat es auf den ersten Blick auf die auserwählte, völlig von ihrem Schicksal überzeugte Daenerys abgesehen und das fühlt sich wie ein Verrat in vielerlei Hinsicht an. „Game of Thrones“ beleuchtet auf den zweiten Blick aber per se die Menschen in dieser Fantasywelt. Schon immer. Vor allem die, deren Umstände sie in unsägliche Tiefen gestürzt haben, aus denen nur selten ein Weg zurück an die Oberfläche geführt hat.

And the world holds its breath
The Bells zeigt uns Daenerys von ihrer bisher schrecklichsten Seite: voller Zorn und ohne Skrupel das zu tun, was getan werden muss, um ihre Position nicht einzubüßen. Das beinhaltet, sich von Varys (Conleth Hill) zu trennen, ihr einst ergebener Berater, der nun wiederum an ihrer Ablösung gewerkelt hat, was mit dem Tod bestraft wird. Emilia Clarke glänzt bereits sehr früh in dieser Episode, und das mit einer reservierten, konsequenten und sehr kühlen Darbietung, unter deren Fassade ein Feuersturm der Emotionen lodert. So überzeugend und mitreißend haben wir die Britin nicht sehr oft in der Serie gesehen, von der ersten bis zur letzten Minute holt Clarke wirklich alles raus, was sich in dieser komplexen, nicht einfach einzuordnenden schauspielerischen Herausforderung verbirgt.
Unterstützt werden Clarke und ihre Kolleginnen und Kollegen von einer sehr feinen Inszenierung zu Händen von Miguel Sapochnik, der nicht nur ein Gespür für die großen Momente hat. Durch seine gerade zu Beginn der Episode sehr überlegte Kameraführung entsteht eine besondere Nähe zwischen den Figuren, so dass die gezeigten Bilder manchmal gar klaustrophobischen Charakter haben. Die Anspannung ist spürbar hoch, die Atmosphäre ist dicht, phasenweise fast schon beklemmend und ungemein unheilbringend. In der ersten halben Stunde dieser wieder einmal überlangen Episode streut man allein über die Bildsprache und das Sounddesign - welches immer wieder einem nervösen Herzschlag gleicht - so viele Hinweise ein, dass uns der eigentliche Drachenritt noch bevorsteht und die herannahende Katastrophe unvermeidbar ist.
Technisch gesehen kann ich kaum ein graues Haar an dieser Folge finden, in der wieder einmal eine ganze Menge passiert, jedoch auf eine Art und Weise, die mich zu keiner Zeit überfordert. Ich ziehe vielmehr den Hut davor, wie Sapochnik und sein Team so selbstbewusst und makellos zwischen den verschiedenen Stimmungslagen dieser umfangreichen Erzählung wechseln. Von intimen Zwiegesprächen und schmerzhaften Abschieden über wortlose Augenblicke, in denen die Erwartungen ins Unermessliche steigen, bis hin zu den Szenen, in denen die Hölle auf Erden losbricht und das Chaos Überhand nimmt, stellt „The Bells“ ein hervorragendes Gesamtpaket dar. Mit diesem Abwechslungsreichtum und dem scheinbar einfachen Jonglieren mehrerer Bälle erinnert es gleichzeitig an das überragende Finale der siebten Staffel, The Winds of Winter - ebenfalls von Miguel Sapochnik inszeniert.
Let it be fear
Überstrahlt wird diese für meine Begriffe überragende Umsetzung eben von der großen Variable Daenerys Targaryen, die nach dem erfolgreichen Angriff auf King's Landing - mit Wut im Bauch und einer gewissen Vorbereitung, was einen erwartet, fliegt es sich auf dem Rücken von Drogon gleich viel leichter - vor einer folgenschweren Entscheidung steht. Tyrion (Peter Dinklage) hatte zuvor noch alles daran gesetzt, eine Möglichkeit zu finden, ein potentielles Massaker zu verhindern. Und tatsächlich legen Cerseis Truppen im Angesicht ihrer deutlichen Niederlage die Waffen nieder. Die Glocken erklingen, der Gegner ist geschlagen... doch dann brennen bei Daenerys die Sicherungen durch. Aus dramaturgischer Sicht muss genau das passieren. Doch warum kann der Charakter in diesem Moment nicht über sich hinauswachsen und uns zeigen, dass sie stärker ist als die vermeintliche Antagonistin Cersei?
Daenerys kann es nicht. Es wird persönlich. Und so zerstört sie nicht nur große Teile der Stadt, sie massakriert auch deren Bewohnerinnen und Bewohner und reißt die Red Keep ab, den Herrschersitz, in welchem seit vielen Jahren der Iron Throne auf sie wartet. Warum, Daenerys, warum? Warum all dieses Leid säen, das wir hautnah miterleben und von dem ich mich mehr als einmal angewidert abwenden muss? Es spielen sich schreckliche Bilder auf den Straßen von King's Landing ab, die umso mehr Gewicht erhalten, wenn die Kamera mal nur einem der arrivierten Charaktere wie zum Beispiel Arya (Maisie Williams) oder Jon folgt, um die herum für Bruchteile von Sekunden alles stillzustehen scheint und sich selbst das akustische Umfeld effektreich minimal gestaltet. Ich versuche, die unbändige Wut von Daenerys nachzuvollziehen, und ein Teil von mir kann es, während ein anderer sich gegen diese Entwicklung stemmt und wiederum ein weiterer sich die Frage stellt, wie wir an diesen Punkt gelangen konnten.
Wieder einmal mischt sich in mir ein wilder Cocktail an Emotionen zusammen, wie so oft bei diesen letzten Folgen des Fantasydramas. Und am Ende überwiegt das Gefühl, dass ich mit diesem Schritt, mit dieser Wandlung von Daenerys und den damit einhergehenden Implikationen und Folgen leben kann. Dass ich sie verstehe, dass ich den Schock bei allen Beteiligten verstehe, dass ich die Entrüstung über ihr Verhalten verstehe. Wir brechen hart mit dieser Figur, doch wie wir mit ihr brechen, das ist so effektiv und beeindruckend in Szene gesetzt, so verstörend und traumatisierend, so konform mit der grundsätzlichen Idee, die man in der Serie seit Anbeginn verfolgt hat, dass es bei mir funktioniert.

The storm
Während Daenerys auf dem Rücken von Drogon keine Gnade walten lässt, nehmen wir das Ausmaß ihres Handels über die anderen Figuren wahr, die sich auf dem Boden der Tatsachen befinden. Grey Worm (Jacon Anderson) gibt seiner aus Trauer gespeisten Wut ebenfalls nach und erteilt den Startschuss für das Gemetzel, das Jon erfolglos zu verhindern versucht. Auch er trägt eine große Mitschuld daran, dass Daenerys diesen Weg gegangen ist, und muss nun mit ansehen, wie seine Königin unschuldige Familien abschlachtet. Es deutet sich an, dass ein Bruch zwischen diesen beiden Figuren bevorsteht und Jon Daenerys nun in einem anderen Licht wahrnimmt. Doch er kann sich auch nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen, während ich mir gleichzeitig denke, dass die offensichtlichste Auflösung dieser Beziehung wiederum viel zu naheliegend wäre.
Da erscheint mir die Entschlossenheit in Aryas - ebenfalls großartig in dieser Episode: Maisie Williams - leerem Blick kurz vor dem Ende der Episode, nachdem sie das Elend, die Zerstörung und den Tod aus nächster Nähe gesehen hat, weitaus verräterischer, was das Schicksal von Daenerys angeht. Über eine mitreißende Plansequenz werden wir an der Seite von Arya durch die panischen Massen der Stadt gewirbelt. Sie erhebt sich letztlich von Schutt und Asche bedeckt aus den Trümmern von King's Landing. Das schreckliche Schicksal einer fliehenden Mutter und ihrer kleinen Tochter, die von Drogons Feueratem dahingerafft wurden, dürfte der letzte Stein des Anstoßes sein, dass Arya mit ganz neuen Augen auf Daenerys blickt, die für ihr Ziel über Leichen gegangen ist. Und auch Tyrion dürfte nun ein für alle Mal bewusst geworden sein, dass er auf das falsche Pferd gesetzt hat.
Der Ratgeber der Königin spielt bereits vorher mit dem Feuer und wird gleich in zwei Abschiede verwickelt. Zum einen von Varys, der vergleichsweise kurz, aber durchaus bedeutsam abläuft - wird uns doch noch einmal effektiv die gemeinsame Historie zwischen den beiden Ränkeschmieden vor Augen geführt. Wesentlich emotionaler gestalten sich im Gegenzug Tyrions letzte Worte mit seinem Bruder Jaime, den er befreit, so dass dieser zu Cersei entfleuchen kann, um vielleicht doch noch eine weniger katastrophale Auflösung des Konflikts zu erzielen. Die spezielle Beziehung zwischen den beiden Brüdern, die stets füreinander gekämpft haben, zumindest so, wie es ihnen möglich war, wird durch diesen sehr emotionalen Moment noch einmal hervorragend illustriert. Uns Zuschauern suggeriert man gleichzeitig einen kleinen Hoffnungsschimmer, doch der Glaube daran ist fatal, was diese Szene gleichzeitig so bittersüß macht.
Nothing else matters
Wo wir gerade bei Brüdern sind: Tatsächlich kommt es in The Bells zum von vielen Fans erhofften „Cleganebowl“, dem Duell von Sandor (Rory McCann) und Gregor Clegane (Hafthor Julius Björnsson). Aber nicht, um diesen beliebten Fanwunsch abzuarbeiten, sondern, um einen würdigen, stimmigen Abschluss für den Hound zu finden. Bereits zuvor zeigt sich noch einmal der weiche Kern unter der harten Schale des alten Miesepeters, der Arya ein perfektes Beispiel dafür gibt, wie verbittert und unglücklich man wird, wenn man auf Gedeih und Verderb seinen Rachegelüsten folgt. Er bewahrt seine kurzfristige „Ziehtochter“ vor diesem Schicksal und stellt sich wenig später seinem eigenen Peiniger der Vergangenheit. Vor einer epischen Kulisse entbrennt ein absurder Zweikampf, in dem das Monster Gregor Clegane seine unverwüstliche Fratze zeigt. Den Schlusspunkt setzt letztlich ein beherzter Sprung des Hound, der seinen Bruder fest umklammert mit in den sicheren Flammentod reißt.
Auch hier glänzen Sapochnik sowie das Drehbuch von Benioff und Weiss damit, genau im richtigen Moment die Szenerie zu wechseln und das Erzähltempo geschickt zu variieren. Im Zusammenspiel mit den Aufnahmen von Arya, was zu einer aufregenden Parallelmontage führt, atmet man so ein wenig von dem allgemeinen Chaos in der Stadt durch, ohne wirklich durchatmen zu können, weil man auf eine ganz andere Art und Weise emotional gepackt und gefordert wird. Doch damit nicht genug. Inmitten des Angriffes auf King's Landing streicht Cersei irgendwann die Segel, sich selbst im Klaren darüber, dass sie ihr Ziel niemals erreichen und im Kampf gegen Daenerys ganz klar den Kürzeren ziehen wird. Zwischendurch gibt es immer mal wieder kurze Aufnahmen von Cersei, in denen Lena Headey genüsslich ihre Qualitäten zum Besten gibt. Es mutet visuell ein wenig wie der fulminante Akkord um die Explosion der Sept of Baelor in The Winds of Winter an - nur, dass Cersei dieses Mal auf der Seite der Verlierer steht.
Headey streut zwischenzeitlich einige ambivalente Blicke ein, als würde ihr Charakter allmählich erkennen, dass Daenerys die Kontrolle über sich verloren hat und jetzt ähnlich rücksichtslos agiert, wie sie es selbst tut. Am Ende zeigt sich bei Cersei dann ihre große Angst davor, dass ihr Leben nun vorbei ist. Aber so darf es nicht enden! Aber so muss es enden: Jaime, der sich schwer verwundet bis in die Red Keep geschleppt hat, steht ihr letztlich wieder gegenüber. In diesem Moment fällt alles zusammen, was sich Cersei aufgebaut hat, im wahrsten Sinne sowie bildlich gesprochen. Ihr Reich, ihre Persona, ihre blinde Motivation, die sie an diesen Punkt ihrer Geschichte geführt hat, die nur noch auf eine Art enden kann. Wir sehen Verzweiflung und Angst in ihr, um sich selbst, um das, was sie sich selbst eingeredet hat und um ihr ungeborenes Kind. Doch Jaime ist da, wo er sein muss. An der Seite der Frau, die er immer geliebt hat und immer lieben wird. Nichts anderes zählt. Das Ende dieser beiden Figuren wird viele unzufrieden stimmen. Doch die Einfachheit dieses Schlusspunktes, die Emotionen, die beide Charaktere noch einmal zeigen, und der Blick zurück, wie es am Anfang war und jetzt am Ende ist - dem kann ich persönlich nicht viel entgegensetzen.
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Weitere Anmerkungen zur Folge
- Bei all den Diskussionen, die diese Episode erneut hervorrufen wird, dürften wir uns zumindest alle in einer Angelegenheit einig sein: Die schauspielerischen Leistungen waren in dieser Woche durch die Bank exzellent. Emilia Clarke führt die Riege wie bereits erwähnt mit glänzendem Beispiel an, doch auch Maisie Williams, Lena Heady und Nikolaj Coster-Waldau wirken wahre Wunder mit den wenigen Dialogzeilen, die sie bekommen. Peter Dinklage, Conleth Hill, Jacob Anderson und selbst Kit Harington wissen zu überzeugen, doch für einen meiner kleinen Lieblingsmomente der Folge ist Rory McCann verantwortlich, der als Hound im Kampf gegen den Mountain irgendwann fast schon manisch zu lachen beginnt, weil sein Bruder einfach nicht sterben will. Grandios.
- „Sandor... Thank you.“ Zwei kleine Worte (und das erste Mal, dass Arya den Hound mit dessen Vornamen anspricht) - ein wunderbarer Effekt.
- Einige Fans dürften sich sehr darüber gefreut haben, dass sich zumindest die „Cleganebowl“-Theorie bewahrheitet hat. Buchkenner haben indes seit Jahren daran geglaubt, dass auch die „Valonqar“-Theorie um Cersei eintreffen wird. Pustekuchen. Das ist jedoch auch nicht wirklich verwunderlich, weil in der Serie nie das Wort „Valonqar“ (valyrisch für „kleiner Bruder“, der laut der Prophezeiung der Hexe Maggy the Frog Cersei letztlich töten sollte) gefallen ist. An der Prophezeiungsfront ist jetzt nur noch das ganze Gewäsch um Azor Ahai übrig, das nach wie vor auf Jon und Daenerys angewandt wird. Azor Ahai musste übrigens seine große Liebe opfern, um die Dunkelheit zu besiegen. Mein Rat: Klammert Euch nicht zu sehr an diese Theorie...
- Ob das mit ein paar Kriegselefanten für die Golden Company besser gelaufen wäre? Die sagenumwobene Söldnertruppe aus Essos wird mir nichts, dir nichts plattgemacht und der arme Harry Strickland (Marc Rissmann) von Grey Worm flott aus dem Leben getilgt. Auch hierüber dürfte sich manch einer ärgern, weil man ja eine gewisse Erwartungshaltung bezüglich der Golden Company hatte. Aber Cersei hat sich nun mal eiskalt verkalkuliert und den Wert ihrer Streitmacht überschätzt. Und obendrein scheinen Benioff und Weiss einfach Spaß daran zu haben, genau das Gegenteil von dem zu machen, was vorwiegend Buchleser sehen wollen. Mir gefällt das.
- Der verdammte Euron Greyjoy (Pilou Asbaek). Irgendwie gelingt es dem verrückten Ironborn wieder, an Land zu gelangen, nachdem Drogon seine Flotte vernichtet hat. Und dann trifft er auch noch direkt auf Jaime, den er beinahe über die Klinge springen lässt. Er ist am Ende zwar nicht direkt für den Tod von Jaime Lannister verantwortlich, aber er hätte definitiv seinen Anteil daran gehabt. Auch hier ist es ein bisschen witzig, wie die Macher den umstrittenen Euron einsetzen. Die Rangelei zwischen den beiden dänischen Schauspielern ist durchaus schmerzhaft mit anzusehen, wenngleich es auch (bewusst?) ein wenig unbeholfen wirkt.
- Die Episode hat einige atemberaubende Aufnahmen zu bieten, so zum Beispiel das Bild der komplett verstörten Arya inmitten des komplett zerstörten King's Landing zum Ende. Ich persönlich war sehr begeistert, wie bereits früh in der Folge Drogon direkt hinter Daenerys aus der Dunkelheit hervorkommt und das Urteil seiner „Drachenmutter“ ausführt.
- Das Massaker in King's Landing war für mich in der Tat stellenweise nur schwer mit anzusehen, vor allem, als sich einer der Soldaten aus dem Norden an einer Frau vergreifen will. Jon geht jedoch beherzt dazwischen. Im Großen und Ganzen kann aber auch er nicht sehr viel tun, was die ganze Situation nur noch tragischer macht. Übrigens: Zwischenzeitlich gehen in der Stadt auch einige Wildfire-Reserven hoch, die sehr wahrscheinlich der „Mad King“ an verschiedenen Orten hat bunkern lassen. Als gäbe es nicht schon genug Schäden...
- Ich fühle mich fast ein wenig schlecht, dass ich in diesem Moment mit einem ungläubigen Lachen reagiert habe, aber Qyburns (Anton Lesser) Ende kommt so plötzlich, dass ich zunächst gar nicht verstanden habe, was gerade passiert ist. Ser Gregor widersetzt sich dem Befehl seiner Königin (offensichtlich erinnert sich der untote Zombie-Mountain doch noch an etwas - und zwar an seinen kleinen Bruder Sandor) und macht mit seinem Schöpfer Qyburn, der den Mountain bändigen will, dann kurzen, schmerzhaften Prozess. Autsch.
- Über was ebenfalls bereits eifrig diskutiert wird: das Ende der Episode, als Arya auf einem weißen Pferd durch die Überreste von King's Landing reitet. An und für sich handelt es sich erst einmal um ein schönes, fast schon poetisches Bild, das man uns hier präsentiert. Unsere Heldin hat die Hölle auf Erden gesehen und entrinnt dieser nun auf dem Rücken eines unschuldigen, anmutigen Tieres. Doch das Internet wäre nicht das Internet, wenn nicht sofort schon wieder spekuliert werden würde: Wo kommt das Pferd her? Hat sich Bran in das Tier gewagt, um seiner Schwester zu helfen? Kann man irgendwas aus diesem Schlussbild ableiten, dass Arya sich nun zum Ziel gesetzt hat, Daenerys zu töten? Bitte: Diskutiert. Ich halte für meinen Teil die Füße still und warte einfach mal ab.
- Varys weilt nun zwar nicht mehr unter den Lebenden (Melisandre hat's gewusst...), aber sein Handeln zu Beginn der Episode könnte durchaus noch Konsequenzen haben. Denn er schreibt eifrig Briefe, in denen er die wahre Herkunft von Jon Snow offenlegt. Für wen diese Botschaft bestimmt ist, bleibt unklar. Außerdem ist fraglich, ob Varys diese Nachricht (oder vielleicht sogar mehrere Nachrichten) auch hat entsenden können, bevor er getötet wurde.
Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode (es handelt sich dabei um Folge 8x06 - und damit um das Serienfinale der Produktion; der Titel ist erneut, wie generell in der abschließenden Staffel der Produktion, bisher unklar) der US-Serie Game of Thrones:
Verfasser: Felix Böhme am Montag, 13. Mai 2019Game of Thrones 8x05 Trailer
(Game of Thrones 8x05)
Schauspieler in der Episode Game of Thrones 8x05
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