Game of Thrones 8x01

Game of Thrones 8x01

Let's start at the beginning: Zum Start der achten und letzten Staffel von Game of Thrones kommt es zum großen Aufgalopp in Winterfell, wo nicht nur zahlreiche alte Bekannte aufeinandertreffen, sondern auch reichlich verräterische Blicke ausgetauscht werden. Auch andernorts in Westeros rüstet man sich für die Kriege, die uns bevorstehen.

„Game of Thrones“ (c) HBO
„Game of Thrones“ (c) HBO
© ??Game of Thrones“ (c) HBO

Endlich. Endlich muss man das Wort „endlich“ nicht mehr in den Mund nehmen, das im Zusammenhang mit Game of Thrones in den letzten Wochen wirklich überall zu lesen und zu hören war. Zum einen konnte man sich wahrlich anstecken lassen von der kollektiven Vorfreude im Netz. Kein Tag verging, an dem man nicht ein neues Essay über die Bedeutung der HBO-Produktion hat lesen können, Vorschauartikel, Podcasts, es gab in der Tat Möglichkeiten noch und nöcher, um in Stimmung auf das finale Kapitel dieser Fantasysaga zu kommen. Zum anderen war das alles aber auch phasenweise ganz schön überwältigend. „Game of Thrones“ ist seit einigen Wochen omnipräsent. Und, wenn man ganz ehrlich ist, war es nie nicht omnipräsent, so beliebt und einnehmend ist die Serie, dass sie ohne Zweifel bereits einen Platz in den TV-Annalen sicher hat - wie auch immer die Geschichte letzten Endes ausgehen wird.

Für mich persönlich, und da geht es vielleicht nicht nur mir so, ist es jetzt dennoch ein Stück weit befreiend, dass es nun losgeht. Genug wurde spekuliert, genug kryptische Interviews mit den Verantwortlichen um die beiden Serienmacher David Benioff und D. B. Weiss wurden geführt und gelesen, genug Castmitglieder haben um den heißen Brei herumgeredet, genug alte Folgen der vorherigen sieben Staffeln wurden geschaut. Los jetzt. „Endlich.

Der Staffelauftakt Winterfell ist eine solide, stellenweise gute Episode, in der den Zuschauern viel von dem geboten wird, was sie sich zum Anfang des Endes der Serie wahrscheinlich gewünscht haben. Die nochmalige Sichtung aller Folgen vorab, was sich viele Fans nicht haben nehmen lassen, zahlt sich definitiv aus. Über die gesamte Erzählung sind mal mehr, mal weniger offensichtliche Anspielungen an Ereignisse aus der Vergangenheit von „Game of Thrones“ verteilt, manche davon sogar aus der Pilotfolge vor fast genau acht Jahren. Ob es bekannte Zitate sind („Winterfell is yours, your Grace.“), musikalische Referenzen oder visuelle Fingerzeige, die bisweilen einem Wink mit dem Zaunpfahl gleichen - das Drehbuch von David Hill, der seit der fünften Staffel als Autor für die Serie arbeitet, ist gefüllt mit Momenten und kleinen Augenblicken zwischen verschiedenen Charakteren, bei denen jeder Fan freudig gestimmt sein dürfte.

Outsiders

Nachdem die letzte Episode von „Game of Thrones“ - The Dragon and the Wolf - etwas mehr als anderthalb Jahre her ist, könnte man sicherer nicht starten. Exakt darauf haben viele hingefiebert. Westeros ist in den letzten Jahren deutlich kleiner geworden (was übrigens auch sehr effektiv über das neue, wunderbar detailreiche Intro vermittelt wird), die beiden verbliebenen Epizentren heißen Winterfell und King's Landing. Und gerade im hohen Norden kreuzen sich nun die Wege allerlei ehemaliger Weggefährten, Feinde oder Personen, die sich zum ersten Mal gegenübertreten, was durchaus Probleme mit sich bringt. Es verwundert kaum, dass sich neben all den mitunter sehr emotionalen Wiedersehen sogleich neue Spannungsfelder bilden, die abzusehen gewesen sind, weil sie von gewissen Charakteren ob der Ausweglosigkeit der aktuellen Situation (die Bedrohung durch den Night King) nahezu heraufbeschwört wurden.

Am prominentesten wird hier das Figurendreieck bestehend aus Jon (Kit Harington), Daenerys (Emilia Clarke) und Sansa (Sophie Turner) beleuchtet, denn gerade zwischen den beiden letzteren bahnen sich verheerende Unstimmigkeiten an, während Jon versucht, einen Mittelweg zu finden, um sowohl seiner neuen Königin als auch seiner Verantwortung für den Norden gerecht zu werden. Das gestaltet sich wenig überraschend schwierig, denn die Bewohner und Edelleute des hohen Nordens sind bekanntermaßen ein stures Völkchen, das Außenseitern gegenüber sehr vorsichtig ist und obendrein keine allzu guten Erinnerungen an die Herrschaft der Targaryens hat. Jon ist zwar völlig überzeugt von der Allianz mit Daenerys und predigt unentwegt, dass es nur einen gemeinsamen Feind gibt und etwaige Differenzen ad acta gelegt werden sollten. Die Unterstützung für den einstigen „King in the North“ schwindet aber, die ersten desertieren (dieser verdammte Glover, es war ja klar!) und Sansa gießt ebenfalls munter Öl ins Feuer.

Der Konflikt zwischen Daenerys und Sansa kommt nicht unerwartet und ist nachvollziehbar, wobei ich mir gleichzeitig auch denke, wie unnötig und engstirnig sich einige der zentralen Akteure in diesem Spiel verhalten. Aber gut, irgendwie muss ja noch etwas Reibung entstehen, ansonsten könnten wir uns auch einfach nur ein blutiges, finales Gemetzel zwischen den Lebenden und Toten geben, das über das Schicksal von Westeros entscheidet. Wir wollen ja diese Streitigkeiten, politischen Intrigen und Machtkämpfe sehen, das hat Game of Thrones von Anfang an so sehenswert und spannend gemacht. Es muss eben nur nachvollziehbar gestaltet und nicht zu konstruiert sein, sonst wird es schnell unglaubwürdig und eben unnötig aufgebauscht.

HBO
HBO - © HBO

How to ride a dragon

Das hält sich in Winterfell in Grenzen, was aber vor allem auch daran liegt, dass man bewusst auf kurze Momente des Säbelrasselns setzt und sich die Charaktere erst einmal ein wenig beschnuppern, um ein Bild voneinander zu bekommen. Von großem Vorteil ist, dass zum Beispiel jemand wie Sophie Turner wahrlich meisterhaft ambivalente Blicke verteilen kann. Wer weiß schon, ob Sansa nur Misstrauen zum Ausdruck bringen will oder im stillen Kämmerlein bereits einen Plan geschmiedet hat, wie sie die „Mother of Dragons“ bei den Hörnern packen kann. Auch Emilia Clarke darf in ihrer Rolle als Daenerys ein paar mal austeilen und Zähne zeigen, was tatsächlich durchaus amüsante Szenen zur Folge hat („What do dragons eat, anyway? - Whatever they want.“) Kit Harington, der anderweitig schauspielerisch gefordert ist, kann einem da fast schon ein wenig leid tun, etwas hilflos blickt Jon zwischen diesen beiden starken Gegenpolen drein.

Alles für die Familie? Oder doch für die neue Liebe? Irgendwie gehört ja im Fall von Jon und Daenerys beides zusammen, was jedoch noch keine/-r wirklich weiß, denn Jon ist eben nicht nur ein Stark, sondern auch ein Targaryen. Und was für einer: der Sohn Rhaegar Targaryens, und somit der legitime Thronfolger des gefallenen Drachenprinzen! Als Sam (John Bradley) ihm diese Botschaft überbringt, merkt man Jon an, dass er durchaus überfordert ist und lieber etwas anderes von seinem besten Freund gehört hätte, was die aktuelle Situation nicht noch weiter verkompliziert. Interessanterweise scheint es für Jon aber auch erst einmal weniger schlimm zu sein, zu verstehen, dass es sich bei Daenerys um seine Tante handelt. Es geht vielmehr darum, dass er dieser rein theoretisch völlig zu Recht Konkurrenz um die Vorherrschaft über Westeros machen, sie ihn als Widersacher wahrnehmen und somit die Allianz der beiden gegen den Night King auf dem Spiel stehen könnte.

Nicht weniger interessant ist, dass Sam plötzlich zum Advocatus Diaboli avanciert, nachdem er direkt von Daenerys erfahren hat, dass diese seinen herrischen Vater Randyll und Bruder Dickon hat rösten lassen. Papa Tarly war ein unbequemer Zeitgenosse, aber die Familienbande kann Sam nicht leugnen, insbesondere der Verlust seines Bruders sitzt schwer. Da erkennt man schon ein wenig Wut im Bauch von Sam, als er Jon in die Verantwortung nimmt und recht deutlich Zweifel an Daenerys Fähigkeiten formuliert, dass diese eine gerechte Herrscherin wäre. Für Jon wird es schlagartig noch komplizierter, als es zuvor bereits war. Gerade noch ist er auf dem Rücken von Rhaegal an der Seite von Daenerys durch die Eisschluchten des hohen Nordens gesegelt, ein romantischer Moment vor einer malerischen Wasserfallkulisse inklusive. Und jetzt das? Aegon Targaryen, der sechste seines Namens, rechtmäßiger Herrscher über die sieben Königreiche? Ich, Jon Snow?

Truth or treason

Die Flugstunde, die Jon erhält, und die gemeinsame Szene mit Daenerys fernab von Winterfell mutet tatsächlich ein wenig kitschig an, aber ich kann auch nicht leugnen, dass es eben doch ein recht epischer Anblick ist, wie zwei ausgewachsene Drachen über die schneebedeckten Lande schweifen. Apropos Anblick: Drogon mustert den potentiellen „Father of Dragons“ in einem unfreiwillig komischen Moment besonders intensiv, was aber wahrscheinlich weniger mit Gefühlen der Eifersucht der Flugechse zu tun hat, sondern mehr mit Jons wahrer Herkunft. Zwischen den Targaryens und ihren Drachen hat es immer eine besonders starke Bindung gegeben. Und Drogon könnte in diesem Augenblick schon längst mehr wissen als die beiden Turteltauben Daenerys und Jon.

Stichwort Augenblick. „Winterfell“ ist im wahrsten Sinne eine Episode voller wortwörtlicher Augenblicke, in denen oftmals gar nicht so viel gesagt werden muss, weil sich die Charaktere auch hervorragend nonverbal verständigen können. Hier zeigt sich abermals die Stärke des gesamten Casts sowie die Vorzüge der vielen unterschiedlichen Beziehungen, die sich in sieben Staffeln „Game of Thrones“ entwickelt haben. Insbesondere für Arya (Maisie Williams) ist es eine Stunde voller Wiedersehen, ob nun mit dem Hound (trocken, aber spürbar respektvoll), Gendry (zurückhaltend, wenn nicht sogar etwas sozial ungelenk, aber letztlich sehr charmant) oder auch Jon, ein kleiner emotionaler Höhepunkt der Folge, in dem das innige Verhältnis der beiden „Außenseiter" innerhalb der Stark-Familie komplett greifbar ist.

Aryas Rolle in den nächsten Episoden wird ohnehin sehr spannend zu beobachten sein - nicht nur, weil sie sich eine neue Waffe von Gendry (Joe Dempsie) schmieden lässt, die nicht früh genug zum Einsatz kommen kann, sondern auch, weil sie sich ebenfalls zwischen den Fronten der interen Querelen in und um Winterfell wiederfinden könnte.

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Nothing lasts

Bevor diese total ausarten, stecken die vermeintlichen Strategen an der Seite von Jon und Daenerys die Köpfe zusammen: Tyrion (Peter Dinklage), Varys (Conleth Hill) und Davos (Liam Cunningham) eruieren Möglichkeiten, das Bündnis zwischen den beiden weiter zu stärken, es wird sogar schon an die Zukunft gedacht, sollte der Kampf gegen den Night King gewonnen werden. Eine Hochzeit zwischen Jon und Daenerys erscheint nur logisch, doch die weisen Worte Varys' klingen schon fast wie eine böse Vorahnung. „Nothing lasts.“ Alles ist vergänglich. Selbst diese Liebe. Genug Stolpersteine wurden ausgelegt - um diese herum zu manövrieren wird nun eine Herausforderung für sich sein, ganz abgesehen davon, dass die Armee der Untoten immer näherkommt und im gar nicht mal so weit entfernten Last Hearth eine recht eindeutige Botschaft für Tormund (Kristofer Hivju), Beric Dondarrion (Richard Dormer) und Edd Tollett (Ben Crompton) hinterlassen hat.

Richten wir aber erst einmal den Blick weiter südlich nach King's Landing (zusätzliche Anmerkungen zur Handlung im Norden könnt Ihr am Ende der Kritik in der Sektion „Weitere Beobachtungen“ finden), wo sich meines Erachtens nach ein paar Schwachpunkte der Episode finden lassen. Auf Lena Headey kann man nach wie vor nichts kommen lassen, ihr herrlich-teuflisches Grinsen ob der Kunde, dass die Mauer vom Night King durchbrochen wurde, ist einfach unbezahlbar. Ansonsten kommt das Geschehen hier nicht so recht ins Rollen, was vielleicht auch daran liegt, dass man ganz klar die zweite Geige in dieser Folge spielt und im Norden allein so viele Dinge passieren, dass die Handlung dort für eine Episode an sich ausreichen würde. King's Landing trägt in Winterfell den Status „Hallo, wir sind auch noch da!“ und wirft eher Rätsel auf, als vollkommen zu überzeugen.

Zuallererst: Wo sind die Elefanten der Golden Company?! Gut, das ist vielleicht nicht die größte Verfehlung, doch gerade Kenner der Bücher dürften ein wenig gespannt auf das Ausmaß der Söldnerarmee aus Essos gewesen sein, die Euron nach Westeros gebracht hat. 20.000 Einheiten sind eine Hausnummer, auch ohne Dickhäuter, und es wird sich zeigen, wie Cersei diese Armee einsetzen wird. Meine Vermutung: hinterrücks und gnadenlos. Während man irgendwie versucht, in die finstere Gedankenwelt der Königin einzutauchen, um ihren nächsten Schritt vorherzusehen, drängt sich dann leider Gottes Euron (Pilou Asbaek) auf. An sein mystisches Vorbild aus den Büchern von George R. R. Martin ist die Serieninkarnation des kaltblütigen Ironborn nie herangekommen und auch jetzt scheint es mir so, als wäre vieles von dem wenigen Zauber, der diesen exzentrischen Charakter mal umgeben hat, endgültig verschwunden.

Oder anders formuliert: Euron nervt. Er bekommt von seiner Königin jetzt das, was er von Anfang haben wollte (warum eigentlich, Cersei?), und nimmt insgesamt viel zu viel Spielzeit ein, als dass wirklich etwas Interessantes mit dem Charakter passieren würde. Eurons Arroganz langweilt mittlerweile, die Figur selbst gibt sich unberechenbar und opportunistisch, was ihn jedoch nicht spannend, sondern eher schrecklich eintönig macht. Das ist schade, denn bei dem ganzen Krach, den er veranstaltet, gehen die vielen feinen Nuancen Cerseis fast schon etwas unter. Erneut wird sehr subtil die Frage aufgeworfen, was es wirklich mit ihrer Schwangerschaft auf sich hat. Hier bahnt sich eine Überraschung an, doch ich mache mir auch ein wenig Sorgen um den Charakter...

True friends

Nicht einmal, was Cerseis Überlebenschancen angeht. Sondern, weil sie mir sehr isoliert vom Rest der Handlung erscheint und in King's Landing leider nur wenige Charaktere sind, die Cersei die Stirn bieten können. Und immer wenn das passiert ist, lief Lena Headey zur absoluten Hochform auf, ihr Charakter profitierte von dem Gegenwind und ebenbürtigen, direkten Widersachern. Nun sitzt sie wie eine undurchsichtige, unantastbare Superschurkin in der Ferne, abwartend. Möglich, dass sich das zeitnah ändern wird. Die Auftaktepisode stimmt mich etwas zweifelhaft, auch wenn wir uns natürlich erst am Anfang vom Ende befinden.

Was übrigens ebenfalls für Irritation sorgt: Die Rettungsaktion von Yara (Gemma Whelan) durch Theon (Alfie Allen). Inszenatorisch gefällt die Aufnahme von Eurons Flaggschiff „Silence“, die in aller Ruhe vor King's Landing in der Bucht liegt, ausgesprochen gut, doch das ganze Unternehmen der paar Ironborn, die Yara befreien, erscheint mir dann doch etwas sonderbar. Eventuell liegt es auch nur an meinen persönlichen Erwartungen, aber das soll es gewesen sein? So einfach und unbeschwert gelingt die Rettung Yaras, so leicht kann sich Theon zumindest in dieser Hinsicht rehabilitieren? Nicht falsch verstehen: Ich bin dankbar, dass sich Yara nicht irgendwelchen Folteraktionen Eurons ausgesetzt sieht. Aber die vermeintliche Auflösung dieses Handlungsstranges um die Greyjoys, die bei den Machern stets einen eher schweren Stand hatten, enttäuscht.

Getreu dem Motto „Mach hin, wir essen zeitig!“ wird Yara zurück zu den Iron Islands verfrachtet und Theon hat das getan, was er tun musste, um jetzt im hohen Norden mitzukämpfen. Irgendwie darf er da ja auch nicht fehlen, aber die Art und Weise, wie man diese Entwicklung bewerkstelligt, verwundert. Man merkt in diesem Moment der ersten Folge der achten Staffel von Game of Thrones dann eben doch an, dass man fix noch ein paar Stühle zurechtrücken muss und bei all der Fülle an Charakteren manch einer dann doch eher zu kurz kommt.

Auf der nächste Seite findet Ihr weitere Beobachtungen zur Folge und die Vorschau auf die nächste Episode...

HBO
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Weitere Beobachtungen zur Episode „Winterfell"

  • Zum Thema zu kurz kommen, was aber eigentlich gar nicht weiter wild ist, weil die Szene perfekter nicht sein könnte: Auch Jaime kommt in Winterfell an - und zwar leicht verhüllt, weil man im Norden ja eher weniger gut auf die Familie Lannister zu sprechen ist. Auch hier fühlt man sich sofort an die Pilotfolge erinnert, in der Jaime noch ganz stolz seine blonde Haarpracht aufgelockert hatte. Damals. Und, weil es besser nicht passen könnte: Die erste Person, die Jamie sieht, ist Bran. Mit dem Sturz des jungen Starks (der aufgrund seiner Lethargie als Three-Eyed Raven extrem hohes Meme-Potential hat) hat der ganze Schlamassel einst angefangen und Jaime wird seine Missetat von vor vielen Jahren schlagartig noch einmal vor Augen geführt. Ein starker Moment für den Charakter und auch für Nikolaj Coster-Waldau.
  • Es ist einfach viel zu viel los in Winterfell. Zwischen Sansa und ihrem ehemaligen Gatten Tyrion gibt es auch ein schönes kleines Gespräch, an dessen Ende Tyrion wie ein naiver Trottel dasteht, weil er doch tatsächlich glaubt, dass Cersei mit in den Krieg gegen den Night King zieht. Sansa könnte wirklich der schlaueste Charakter sein, den die Serie aktuell zu bieten hat. Ob das ein Vorteil ist, bleibt abzuwarten. Übrigens gefällt mir, dass Winterfell mal von einer anderen Seite gezeigt wird, der Vogel- beziehungsweise Drachenperspektive über der imposanten Festung sei Dank. Außerdem wird an diversen Trebuchets gewerkelt. Belagerung is coming!
  • Die Geheimniskrämerei um Game of Thrones geht auch nach dem Start der achten Staffel weiter, denn so, wie es scheint, wird HBO den Teufel tun, die Titel der restlichen Episoden im Vorfeld zu verraten. Eine interessante Entscheidung, die etwaigen Spekulationen schön den Wind aus den Segeln nimmt. Apropos Geheimniskrämerei: In den USA war die Staffelpremiere gut vier Stunden vor der regulären Ausstrahlungszeit via DirectTV zu sehen. Na prima!
  • Wie toll ist bitte das neue Intro? Wie bereits in der Kritik erwähnt gibt es inzwischen immer weniger Handlungsorte in der Serie. Also ist die alte Version des Intros obsolet. Die neue Idee: die wenigen Orte von Bedeutung - die Mauer, Winterfell, King's Landing und, äh, Last Hearth - detailreich ausschmücken und clever die Perspektive wechseln. Ein sehr schöner Einfall, gespickt mit unzähligen coolen kleinen Details (der Kartenraum in King's Landing! Die verschiedenen Verzierungen auf den Sphären! Die Krypta von Winterfell!) - Daumen hoch!
  • Keine Bange, ich habe ihn nicht vergessen, unser aller Lieblingssöldner Bronn (Jerome Flynn). Seine ménage à quatre wird von Qyburn (Anton Lesser) unterbrochen, der gleich noch eine fatale Ferndiagnose für eine von Bronns Gespielinnen abgibt. Warum der gescholtene Maester wirklich vor Ort ist: Bronn soll für eine großzügige Entlohnung Jaime und Tyrion abservieren (mit derselben Armbrust, mit der Tyrion Tywin erschossen hat), sofern das Duo denn nach King's Landing zurückkehrt. „Poetic justice“. Aber: Ob Bronn da mitmacht? Immerhin hat er doch recht viel für die beiden Lannister-Brüder übrig. Auf der anderen Seite: Gold. Schwierig...
  • I wanted those elephants.“ Wir alle wollten diese Elefanten sehen, Cersei. Wir alle. Das war dann technisch wahrscheinlich doch nicht ganz einfach umzusetzen.
  • Eunuchen-Witze sind scheinbar immer noch der letzte Schrei bei den Drehbuchautoren von „Game of Thrones“. Wenn sie denn meinen...
  • Der Schockmoment mit dem bemitleidenswerten Ned Umber (Harry Grasby) war nicht nur sehr vorhersehbar, ich konnte mir auch nur schwer ein Lachen verkneifen. Seine Regentschaft über das Haus Umber war doch nur von kurzer Dauer. Und wenn wir schon bei den jungen Lords und Ladys des Nordens sind: Lyanna Mormont macht weiter mutig Ansagen, nichts anderes erwarten wir von ihr. Und Bella Ramsey ist seit der siebten Staffel anscheinend ein paar Zentimenter gewachsen...

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode (8x02) der US-Serie Game of Thrones:

Verfasser: Felix Böhme am Montag, 15. April 2019

Game of Thrones 8x01 Trailer

Episode
Staffel 8, Episode 1
(Game of Thrones 8x01)
Titel der Episode im Original
Winterfell
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 14. April 2019 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 15. April 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 15. April 2019
Autoren
George R.R. Martin, David Benioff, D.B. Weiss
Regisseur
David Nutter

Schauspieler in der Episode Game of Thrones 8x01

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