Game of Thrones 7x07

Game of Thrones 7x07

Dank einer Kombination von altbewährten Stärken, packenden Darbietungen der Schauspielriege, kniffligen Wendungen und perfekt dosiertem Spektakel präsentieren uns die Macher von Game of Thrones mit The Dragon and the Wolf eine der besten Episoden ihrer siebten Staffel.

Kit Harington in „The Dragon and the Wolf“ (c) HBO
Kit Harington in „The Dragon and the Wolf“ (c) HBO
© it Harington in „The Dragon and the Wolf“ (c) HBO

Game of Thrones war in seinen frühen Jahren stets dafür bekannt, dass immer in der vorletzten Episode einer Staffel etwas Großes passiert. Vor allem in den ersten drei Staffeln war dies der Fall, erinnern wir uns doch nur all zu gerne (oder auch nicht, mit Blick auf die mitunter traumatisierenden Ereignissen in den jeweiligen Folgen), was in Baelor, Blackwater oder auch The Rains of Castamere vonstatten ging. Mit der vierten Staffel kam etwas Bewegung in diese ungeschriebene „Regel“. Hier fuhr man bereits ab der achten Episode (The Mountain and the Viper) extrem schwere Geschütze auf. Und der Trend wurde im Folgejahr bestätigt, siehe die außergewöhnliche TV-Stunde namens Hardhome.

In der letzten Staffel tischte man uns zum Ende wieder einmal zwei Leckerbissen auf: Battle of the Bastards und natürlich die herausragende Episode The Winds of Winter, bis dato vielleicht das beste Staffelfinale, dass das Fantasydrama hervorgebracht hat. Doch jetzt gibt es große Konkurrenz. Denn Jeremy Podeswas The Dragon and the Wolf schickt sich an, Miguel Sapochniks Meisterleistung aus dem letzten Jahr vom Thron zu stoßen. Und in den Augen zahlreicher Zuschauer dürfte dies eventuell sogar gelungen sein, wobei ich persönlich ein wenig vorsichtiger sein würde.

The right thing

Im Allgemeinen haben die Verantwortlichen hinter „Game of Thrones“ ein Händchen für Finalepisoden. Am ehesten fällt hier vielleicht noch der Abschluss der vierten Staffel (Mhysa) ab, insgesamt zeigt man aber immer wieder ein vortreffliches Gespür, Handlungsbögen zufriedenstellend zusammenzuführen, Spannung zu entladen und gleich wieder aufzubauen, die Erwartungshaltung hochzuhalten und die Staffel mit einer finalen Aufnahme zu schließen, die unter die Haut geht und uns Zuschauer sofort nach mehr lechzen lässt. All dies bietet „The Dragon and the Wolf“, das seine Rekordlaufzeit von circa 80 Minuten vollkommen auskostet und sich nur wenige Schnitzer leistet.

Was mich persönlich sehr freut ist, dass man nach den großen Spektakel-Folgen wie zum Beispiel letzte Woche mit Beyond the Wall oder auch The Spoils of War sich nun abermals auf die alten Stärken der Serie konzentriert. Keine Bange, fantastische Aufnahmen und atemberaubende Bilder sind auch hier garantiert. Doch den Löwenanteil der Szenen machen intensive Konversationen aus, ausführliche Szenen, in denen sich der exzellente Cast verbal duellieren kann und einige Darsteller und Darstellerinnen noch einmal glänzen können, bevor diese verkürzte siebte Staffel ihr Ende findet. Und welch eine Freude ist es, den verschiedenen Persönlichkeiten und Charakteren bei ihrem Spiel zusehen zu dürfen.

Fancy folks talking

Dies hat es meiner Meinung nach mal wieder gebraucht, eine Episode, in der tatsächlich sehr viel gerade wird und jede Reaktion des Gegenübers exzessiv eingefangen und uns zur freien Interpretationen überlassen wird. Etwas überrascht bin ich aber auch, dass Benioff und Weiss, die in den letzten Wochen einiges abbekommen haben, weil viele eingefleischte Fans mit der Ausrichtung der aktuellen Staffel etwas unzufrieden sind, sich gerade in ihrer Finalepisode für diesen Weg entscheiden. Es muss eben keine bahnbrechende, einzigartige Actionsequenz sein, die am Ende nachhallt und sich in unsere Erinnerung einbrennt. Starke Charakter und dementsprechend mitreißende Darbietungen können genau den gleichen Effekt haben. So zu sehen in „The Dragon and the Wolf“.

Und mein lieber Herr Gesangsverein, geben sich hier unzählige zentrale Charaktere der Erzählung die Klinke in die Hand. Wie bereits am Ende der letzten Episode angedeutet, kommt es zum großen Aufeinandertreffen der Königinnen von Westeros mitsamt Gefolge in King's Landing, genauer der legendären „Dragonpit“, wo die Targaryens einst ihre Flugechsen hielten, als sie in der königlichen Hauptstadt residierten. Ein symbolträchtiger Ort, an dem nun provoziert, gefeilscht und verhandelt wird, während so mancher aus dieser prominenten Runde wie erwartet im Geheimen sein eigenes Süppchen braut. „Game of Thrones“ wie wir es kennen und viele es lieben.

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Let's come together

Vor allem zu Beginn von The Dragon and the Wolf verbringen wir viel Zeit in den wunderschönen römischen Ruinen des andalusischen Italicas nahe Sevilla, das hier in die Dragonpit von King's Landing umgewandelt wurde. Von der ersten Minute an ist eine extrem hohe Anspannung zu spüren, die durch den Anblick der jeweiligen Armeen (Daenerys' Streitkräfte bestehend aus Unsullied und Dothraki nötigen einem Respekt ab, während Cersei dank Eurons „Iron Fleet“ die Seehoheit besitzt) intensiviert wird. Der stets famose Soundtrack von Ramin Djawadi, welcher neben ein paar wunderbaren Neukompositionen auch alte Stücke geschickt miteinander kombiniert, rundet die außergewöhnliche Situation um den Krisenrat von Westeros perfekt ab. Es ist angerichtet.

Der Einstieg in dieses große Wiedersehen verläuft zunächst sehr ruhig und vergleichsweise angenehm. Alte Weggefährten wie Tyrion, Podrick (Daniel Portman) und Bronn (Jerome Flynn) treffen aufeinander, Jon (Kit Harington) outet sich als Landbursche durch und durch, Brienne (Gwendoline Christie) und der Hound (Rory McCann) teilen einen schönen kleinen Moment aufgrund gemeinsamer Erinnerungen an Arya, die beide um jeden Preis beschützen wollten. Die Geschichte der Serie und der einzelnen Figuren ist wie so oft in dieser Staffel absolut greifbar, doch die Intensität der aktuellen Lage nimmt in keiner Sekunde ab. Jeder hier weiß, was dies für ein riskantes Unterfangen ist, dass man niemanden vertrauen und das anberaumte Treffen von jetzt auf gleich eskalieren kann.

The one war that matters

Doch die Bereitschaft, der jeweils anderen Seite seine Aufmerksamkeit zu schenken, ist definitiv da. Deutliche Worte von Sandor Clegane gegenüber seinem untoten Bruder sowie die Provokationen Eurons (Pilou Asbaek) gegenüber Tyrion (Peter Dinklage) sind kleine Störfeuer, die schnell ad acta gelegt werden können. Nachdem Daenerys (Emilia Clarke), wer hätte es auch anders erwatet, auf dem Rücken von Drogon den Auftritt des Tages hingelegt hat, wird Tacheles gesprochen. Allen voran fungiert Tyrion als Vermittler, doch seine Schwester Cersei (Lena Headey) will sich noch nicht so recht bewegen - bis man hier das wohl beste Argument auftischt, um sie von der Gefahr im hohen Norden zu überzeugen: den Wight, den man von der Wall mitgebracht hat und nun vom Hound an der kurzen Leine gehalten wird.

Und tatsächlich erkennt man für einen Augenblick große Angst und Schrecken in den Augen der aktuellen Königin von Westeros. Während Qyburn aufgrund seiner persönlichen Interessen wahrscheinlich klammheimlich ganz fasziniert von dem Untoten ist, der kurzerhand zerlegt wird, scheint die Vorführung ihren gewünschten Effekt zu zeigen. Cersei willigt ein, den Krieg so lange ruhen zu lassen, bis man sich gemeinsam erfolgreich dem Night King gestellt hat. Euron verabschiedet sich indes auf der Stelle in Richtung Iron Islands und will sich aus dem ganzen Ärger raushalten. Von seiner Königin wird er nicht wirklich aufgehalten, was tatsächlich ein wenig seltsam wirkt...

Monster hunt

Also Friede, Freude, Eierkuchen? Alles gut? Wurde eine harmonische Allianz der Lebenden gegen die Toten geschlossen? Wie langweilig wäre dies bitte? Es fängt schon damit an, dass Jon nun einmal Jon ist, das personifizierte Ehrgefühl, ganz gemäß seinem (Zieh)Vater Eddard. Ja, eine kleine Lüge hätte es doch so einfach gemacht, Cersei sofort zu überzeugen, doch Jon hat bereits Daenerys die Treue geschworen und kann sich aus einem zukünftigen Konflikt der beiden nicht raushalten. Im Endeffekt ist dies alles recht egal, lässt sich Cersei doch noch auf den Deal ein, jedoch weil sie eigene Motive verfolgt. Jons Reaktion wird manchen eventuell frustrieren, aber es ist eben auch extrem charakterkonform, denn nichts anderes würde man von unserem strahlenden Helden erwarten, oder?

Er ist eben kein Tyrion, der mit seinem Ziel fest vor beiden Augen hier mal auf eine Notlüge zurückgreift, um am Ende das zu bewirken, was jedem helfen wird. In einem hochemotionalen Gespräch mit seiner Schwester will Tyrion die Wogen glätten, während so viel Ballast von deren beiden Schultern abfällt, dass es den Zuschauer fast erschlägt. Ihre Entscheidungen haben extreme Konsequenzen gehabt, und nun, kurz vor dem Ende der Serie, gibt es scheinbar kein Halten mehr, all dies noch einmal hervorzukramen und sich an die Köpfe zu werfen. Lena Headey und Peter Dinklage investieren die gesamte Bandbreite ihres Talents und man hält es nicht für unwahrscheinlich, dass der Mountain wirklich gleich zuschlägt. Es wird aber deutlich, dass man Cersei zumindest mit einer Sache nach wie vor kriegen kann: ihre Rolle als liebende Mutter, die alles für ihren noch ungeborenen Nachwuchs tun würde.

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Love and destruction

Doch Tyrion wird gespielt wie ein Instrument, denn auch wenn Cerseis Besinnung aufrichtig erscheint und ein Teil von ihr an die Zukunft und ihr Kind denkt, sie verfolgt nach wie vor den Plan, als Alleinherrscherin über Westeros aufzusteigen. Euron zieht sich nicht zurück wie ein Feigling, er transportiert die 20.000-Mann-starke Golden Company nach Westeros, die den Krieg für Cersei gewinnen soll. Sollen Jon und Daenerys sich doch im Krieg gegen den Night King aufreiben, Cersei kümmert sich dann um das, was von ihren Konkurrenten übrig ist. Jaime (Nikolaj Coster-Waldau), der sich ähnlich ehrbar wie Jon präsentiert, ist konsterniert. Er hat gesehen, dass sie chancenlos sind, er weiß, dass eine Allianz ihre einzige Chance ist, zu überleben.

Und so sehen wir den Moment, in dem der Bund zwischen Schwester und Bruder endgültig durchtrennt wird, der Moment, in dem man fast schon um Jaime bangt, weil es Cersei tatsächlich zuzutrauen ist, dass sie ihn vom Zombie-Mountain hinrichten lässt. In einer symbolträchtigen Szene lässst Jaime King's Landing und seine einst so geliebte Cersei hinter sich. Der plötzlich einsetzende Schneefall über King's Landing (von einem Wintermärchen sprechen wir angesichts der düsteren Lage wohl besser nicht...) zeigt zum einen, dass Jaime richtig liegt und harte Zeiten auf den verwöhnten Süden zukommen. Zum anderen hat der Kingslayer ein Stück weit zu seinem eigenen, inneren Jon Snow gefunden und das einzig Richtige getan. Er ehrt seine Verpflichtung an die Menschen von Westeros und reitet in den „Great War“.

The downtrodden

Ganz davon abgesehen, dass Nikolaj Coster-Waldau allein mit seinen Augen Dinge anstellen kann, von denen viele Schauspieler nur träumen können, steht sein Charakter exemplarisch für ein wiederkehrendes Thema in The Dragon and the Wolf: Sei derjenige, der du wirklich bist. Das herauszufinden, ist unglaublich schwierig, aber tief im Inneren weiß man es. Jon weiß, was von ihm verlangt wird und wer er ist - paradoxerweise, denn rein technisch ist er eben nicht derjenige, der er glaubt zu sein. Jaime erkennt sich nun endlich selbst und auch Cersei bleibt sich, ihrem Machthunger und ihrer Paranoia treu. Für einen Augenblick denkt man, dass ihre Rolle als Mutter ihr definierendes Merkmal ist. Aber nein, auch dieses Attribut wird von ihren finsteren Ambitionen überschattet.

Auch Daenerys weiß, dass sie als Targaryen, als „Drache“ sich eigentlich nicht binden lassen darf, dass sie frei sein muss, um ihre Ziele zu erreichen. Und auch Theon (Alfie Allen) gelingt es, sein wahres Ich zu finden, durch die Hilfe von Jon aber auch durch seine Liebe zu der einzigen Person, die sein Leben retten wollte, als alle andere ihn schon längst aufgegeben hatten: Yara. Sein Aufbäumen reißt mit, auch wenn die gesamte Szene ein wenig seltsam erscheint, da sein Gegenüber eigentlich ein totaler Noncharakter ist. Doch Alfie Allen, der in dieser Staffel nur wenig zu tun bekommen hat, verdient sich die Szene und unsere Empathie für Theon, der nun eine persönliche Heldenreise antritt, um seine Schwester zu retten.

Wasted away

So effektiv Theons Geschichte emotional für mich funktioniert, so beispielhaft ist sie für eines der wenigen Probleme dieser Episode. Die gut 80 Minuten Laufzeit werden nicht nur für schöne, lange und ergiebige Charakterszenen genutzt, man möchte seiner kompletten Riege auch noch einmal etwas Raum zur Entfaltung geben, vor allem denjenigen, die bisher etwas unterrepräsentiert waren. Der Handlungsstrang um Theon wirkt da schon ein wenig isoliert vom ganzen Rest, seine Notwendigkeit bei dem großen Treffen kann man auch hinterfragen. Gleichzeitig freut es mich aber, dass prominente Nebenfiguren wie zum Beispiel auch Brienne („Fuck loyalty!“) noch die eine oder andere Szene bekommen, die ihren Effekt auf uns Zuschauer oder auf andere Charaktere hat, so zum Beispiel Jaime, der sicherlich ein Stück weit von Brienne wachgerüttelt wurde, wie blind er doch Cersei gefolgt ist.

Die Macher wollen ein letztes Mal in dieser Staffel so viel wie möglich unter einen Hut bekommen, und meinem Gefühl nach gelingt ihnen dies auch die meiste Zeit, dem längeren Episodenumfang sei dank. Doch wie so oft birgt diese Fülle natürlich auch ein gewisses Risiko. Wann dient eine Szene dem Plot, wann handelt es sich um Fanservice, ob jetzt charmant oder unnötig? In den Schuhen von Benioff und Weiss, die so viele verschiedene Geschmäcker bedienen müssen, möchte man nicht stecken. Dafür schaffen sie aber gemeinsam mit Jeremy Podeswa, in kurzer Zeit zu einer Art Game of Thrones-Veteran aufgestiegen, hier eine sehr solide Balance, während visuell mit zahlreichen Nahaufnahmen in den intensiven Dialogszenen gearbeitet wird, was wunderbare Erinnerungen an die bereits erwähnten alten Zeiten weckt.

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Listen and learn

In The Dragon and the Wolf wird wie selten zuvor in dieser siebten Staffel hinterrücks intrigiert und manipuliert, dies zeigt insbesondere die Handlung in Winterfell, wo man viele erfolgreich hinters Licht geführt hat. Wobei einige den Braten mit Bestimmtheit schon längst gerochen haben. Die Manipulationsversuche von Littlefinger (Aidan Gillen) sind nämlich nach hinten losgegangen. Auch wenn ich die Wendung, dass Sansa (Sophie Turner) und Arya (Maisie Williams) den schmierigen Marionettenspieler ausgetrickst haben, vom Aufbau her etwas konstruiert finde, die emotionale Belohnung für den Ausgang dieser Geschichte sitzt. Die beiden Stark-Schwestern haben einiges dafür getan, dass wir und Baelish geglaubt haben, zwischen ihnen sei das Verhältnis mehr als unterkühlt. Doch auch Sansa, wie viele andere Charaktere in dieser Folge, besinnt sich auf das, was sie wirklich ist: Eine Stark.

Nicht nur, dass Familie vorgeht, sie weiß einfach auch, was Littlefinger bisher alles getan und dass er sie permanent ausgenutzt hat. Im Zweifel befragen wir einfach den besten Kronzeugen aller Zeiten, Bran, der ohnehin alles weiß. Aber ganz ehrlich, wie soll sich Littlefinger da verteidigen? Und wie glaubwürdig ist Bran? Aber geschenkt, die Rechnung kommt immer zum Schluss, so auch hier. Arya richtet Littlefinger, während Sansa eine Träne verdrückt. Weil sie ihm einst so sehr vertraut hat und doch eine Art Beziehung zu ihm aufgebaut hat? Immerhin war er für sie da, als niemand anderes an ihrer Seite war, das wird sie nicht vergessen. Andererseits hat Littlefinger ihr Vertrauen durch die Bank missbraucht. Sansa hat erkannt, dass sie für lange Zeit ein Instrument von ihm gewesen ist. Jetzt hat sie sich von ihm gelöst und einen großen Schritt getätigt. Beim Anblick der beiden Schwester auf den Zinnen von Winterfell zum denkbar perfektesten Musikeinsatz dürfte so mancher sentimental werden. Gemeinsam und vereint in die Zukunft. Nur so kann man überleben.

He loved her. And she loved him.

Aber wenn sie nur wüssten - ein Satz, der in „The Dragon and the Wolf“ mehrfach geäußert werden kann. Wie der Episodentitel suggeriert, wird aus den lustvollen Blicken zwischen Daenerys und Jon nun eine handfeste Liebelei, was niemanden überraschen dürfte. Zur gleichen Zeit setzen Sam (John Bradley) und Bran (Isaac Hempstead Wright) in Winterfell jedoch das Puzzle bezüglich der wahren Herkunft von Jon zusammen. Seine Mutter: Lyanna Stark. Sein Vater: Rhaegar Targaryen. Beide wurden getraut, was Jon zu Rhaegars legitimen Thronfolger macht - mit dem eigentlich Namen Aegon Targaryen, wie der legendäre Eroberer, der einst Westeros unterwarf und die Targaryen-Dynastie auf dem Kontinent begründete (UPDATE). Ein schönes Pfund, das man hier ablädt, denn selbst wenn die Frage nach Jons Eltern für viele nicht mehr spannend gewesen ist, die Enthüllung seines wahren Namens lädt zum Spekulieren ein.

Doch auch die Inszenierung, wie zwischen dieser Offenbarung und dem leidenschaftlichen Liebesspiel zwischen Jon und Daenerys (mit dem eher nicht so leidenschaftlichen Voice-Over von Bran...) hin- und hergeschnitten wird, funktioniert gut. Die Chemie zwischen den beiden Charakteren ist nach wie vor bei vielen Zuschauern ein Streitpunkt, in „The Dragon and the Wolf“ kann ich diese aber weder besonders negativ oder positiv bewerten. Am Ende passt es für mein Empfinden, nun heißt es abwarten, wann oder ob Jon und Daenerys von ihrem Verwandtheitsgrad erfahren. In der Familie der Targaryens und Westeros an sich ist Inzest nichts Außergewöhnliches, Aegon heiratete gar seine beiden Schwestern Visenya und Rhaenys, mit denen er gemeinsam Westeros eroberte. Etwas stützig macht jedoch der Blick auf Tyrion, der genau weiß, was sich zwischen Jon und Daenerys abspielt. Ist er eifersüchtig? Weiß er mehr? Macht er sich Sorgen, was dieses Bündnis mit sich bringen könnte?

The pack survives

Womöglich ist dies aber nur ein kleines Problem, im Vergleich zu dem, was sich im hohen Norden abspielt. Dort reißt der Night King auf dem Rücken seines Eisdrachens nämlich mal flugs die Mauer bei der Eastwatch ein. Der erwartete Paukenschlag zum Abschluss dieser Staffel, der uns nun bibbern lässt, ob die Truppen um Daenerys und Jon rechtzeitig in Winterfell ankommen werden, bevor der Stark-Sitz den Untoten zum Opfer fällt. Nach reichlich Gesprächen, ein paar überraschenden Wendungen, großen Offenbarungen und tollen Schauspielleistungen gibt es also doch noch ein „kleines“ Spektakel in The Dragon and the Wolf. Und auch hier passt das Gesamtpaket ganz hervorragend, wobei zum Beispiel nicht wirklich klar wird, wie es nun um Tormund (Kristofer Hivju) und Beric Dondarrion (Richard Dormer) steht, die sich während des Falls der Mauer auf eben jener befanden.

Dem abschließenden Bild der Staffel, wie abertausende Untote, darunter auch ein paar Riesen, angeführt von den White Walker und dem Night King auf dem Rücken des umgedrehten Viserion gen Süden ziehen, ist aber nicht sehr viel entgegen zu setzen. Und da wären wir wieder, bei dieser Kunst der Macher, am Ende einer Staffel von Game of Thrones den Nagel auf dem Kopf zu treffen. Der Weg dorthin war teilweise sehr holprig, aber auch extrem aufregend, gepflastert mit bisher nicht dagewesenen technischen Errungenschaften und einer einzigartigen visuellen Umsetzung. Es freut mich, dass man am Ende noch einmal ein Stück weit zu seinen Wurzeln zurückkehrt und die unbestrittenen Vorzüge früherer Staffeln mit aktuellen Merkmalen der Mammutproduktion kombiniert hat. So bleibt schließlich auch nicht viel zu wünschen übrig. Außer, dass es mit der achten Staffel von „Game of Thrones“ am besten früher als später weitergehen sollte.

Verfasser: Felix Böhme am Montag, 28. August 2017

Game of Thrones 7x07 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 7
(Game of Thrones 7x07)
Deutscher Titel der Episode
Der Drache und der Wolf
Titel der Episode im Original
The Dragon and the Wolf
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 27. August 2017 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 28. August 2017
Regisseur
Jeremy Podeswa

Schauspieler in der Episode Game of Thrones 7x07

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