Game of Thrones 8x02

Game of Thrones 8x02

Bevor es ans Eingemachte geht und die Schlacht um Winterfell ihren Lauf nimmt, präsentiert man den Zuschauern mit A Knight of the Seven Kingdoms eine wundervolle Episode der Fantasysaga, in der nahezu jeder Ton perfekt sitzt. Es menschelt gewaltig angesichts des bevorstehenden Endes aller Tage - und Game of Thrones zeigt eindrucksvoll, was alles in seinen Charakteren steckt.

„Game of Thrones“ (c) HBO
„Game of Thrones“ (c) HBO
© ??Game of Thrones“ (c) HBO

Vorweg: Entschuldigt bitte das verspätete Review zur aktuellen Folge. Wie bereits im Podcast zur Auftaktepisode erwähnt, war es mir aufgrund eines lange im Vorfeld geplanten Urlaubs über die Osterfeiertage nicht möglich, regulär zum Montag eine ausführliche Kritik zu verfassen. Vielen Dank für Euer Verständnis.

Das Ende ist nah. Und wir befinden uns mittendrin.

Nachdem es in der Auftaktepisode Winterfell eine ausführliche Verortung aller relevanter Charaktere zu Beginn der achten Staffel von Game of Thrones gab und man uns obendrein diverse Wiedersehen geboten hat, führt man diesen Gedanken in A Knight of the Seven Kingdoms nun weiter - nur besser. Wo zunächst hauptsächlich an der Oberfläche gekratzt wurde, geht es nun in die Tiefe. Kurz vor der Auseinandersetzung mit dem Night King und seiner Armee der Untoten scheint die Zeit phasenweise noch einmal stillzustehen. Die Figuren nehmen sich einen Moment für sich und füreinander, sie arbeiten ihre gemeinsame Vergangenheit auf, stellen sich der Realität der unschönen Gegenwart und trauen sich mitunter sogar, ein paar Gedanken an die unsichere Zukunft zu verschwenden - möglicherweise umsonst, denn wer kann schon sagen, ob es für viele unserer Charaktere überhaupt eine Zukunft geben wird...

Und während sich über das weitläufige Winterfell allmählich ein Schleier der bitterkalten Verdammnis legt, finden wir Wärme in diesen Szenen, von denen viele voller Hoffnung sind, trotz der hoffnungslosen Situation, die ebenso allgegenwärtig ist. Während „Winterfell“ im wahrsten Sinne als Aufgalopp der finalen Staffel von „Game of Thrones“ bezeichnet werden kann, in der die große Bedrohung aus dem hohen Norden zwar Thema, aber noch nicht völlig spürbar ist, vergeht in „A Knight of the Seven Kingdoms“ nicht eine Minute, in der man als Beobachter nicht permanent das Gefühl hat, dass all dies ein furchtbares Ende nehmen wird. Das Drehbuch von Bryan Cogman involviert uns Zuschauer vollends, als wäre man selbst vor Ort, in diesen letzten Stunden, bevor der Angriff auf Winterfell erfolgt.

This is death

Woher diese große, emotionale Reaktion kommt? Von den Charakteren, die wir jahrelang begleitet haben, die mittlerweile auf ihr vermeintliches Ende vorbereitet sind und ein letztes Mal zusammenkommen, ist doch mehr als ungewiss, wer von ihnen demnächst noch unter den Lebenden weilen wird. Ein fast schon höchst manipulativer Kniff von Cogman und Regisseur David Nutter, der so viel Ruhe, Wärme und Intimität in all den verschiedenen Einstellungen findet. Doch man kann es dem Duo nicht verübeln. Sie ernten das, was die Serie über viele Staffeln gesät hat. Sie wissen um die Stärken der Charaktere und um die Stärken der jeweiligen Darstellerinnen und Darsteller, die einen bedeutenden Anteil daran haben, dass „A Knight of the Seven Kingdoms“ letzten Endes so sehr mit so vielen Zuschauern resoniert. Es dann auch noch so gekonnt umzusetzen, ist jedoch eine beeindruckende Leistung für sich.

Die Episode beginnt mit der Anhörung von Jaime Lannister (Nikolaj Coster-Waldau), der sich im Laufe seines Lebens zahlreiche Fehltritte - zumindest in den Augen von Daenerys (Emilia Clarke) und Sansa (Sophie Turner) - geleistet hat und dessen Schicksal nun am seidenen Faden hängt. Tyrions (Peter Dinklage) Wort hat aufgrund seiner Fehleinschätzung von Cersei (macht diese Woche Pause: Lena Headey) momentan nur wenig Wert und so ist es letztlich Brienne (Gwendoline Christie), die für ihren alten Gefangenen und Weggefährten bürgt. Bereits hier zeigt sich die außergewöhnliche Beziehung zwischen Brienne und Jaime, bei deren Betrachtung es viel zu einfach wäre, von einer Art Zuneigung oder gar Liebe zwischen den beiden zu sprechen. Es ist mehr als das, es ist viel komplexer. Das Verhältnis zwischen Brienne und Jaime ist von großem Respekt füreinander geprägt, von einem intimen Verständnis, das sich langsam entwickelt hat. Inzwischen reichen uns nur die Blicke zwischen ihnen aus, um zu verstehen, wie viel sie einander bedeuten - und zwar als Menschen, nicht unbedingt als potentielle Liebhaber.

Das Drehbuch spielt in der Folge immer wieder mit dieser speziellen Beziehung. Ob im Rahmen eines etwas unbeholfenen Gesprächs vor den Toren der Festung, in dem Jaime in einer herzerwärmenden Szene Brienne seine Dienste als Kämpfer unter ihrem Kommando anbietet, oder auch, wenn Jaime von seinem Bruder Tyrion deutlich gemacht wird, wie toxisch doch eigentlich sein Verhältnis zur pathologisch unehrlichen Cersei gewesen ist, und dass es da seit einigen Jahren jemanden in seinem Leben gibt, die aufrichtig ist und ihn so akzeptiert und respektiert, wie er ist: Brienne.

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A long way

All dies findet seinen Höhepunkt in einer Szene, die bereits jetzt zum Besten gehört, was Game of Thrones jemals hervorgebracht hat. Die Nacht vor der Schlacht ist lang, dunkel und voller Schrecken, also findet man sich in der großen Halle von Winterfell ein, am wärmenden Feuer, mit Wein und guter Gesellschaft, um im Angesicht des Todes noch einmal Fünfe gerade sein zu lassen. Was durchaus amüsant beginnt, dem äußerst von sich selbst überzeugten Tormund (Kristofer Hivju) und einem mehr als leicht alkoholisierten Tyrion sei Dank, entwickelt sich in eine wunderbare Richtung, die anfangs nicht unbedingt zu erwarten war. Rein theoretisch könnte man diese bunte Truppe an ehemaligen Feinden der Stark-Familie einfach nur in lapidare Gespräche miteinander verwickeln, die verschiedenen Dynamiken austesten und Spaß daran haben, diese einzigartige Konstellation an Figuren in dieser andächtigen Atmosphäre vollkommen auszukosten. Und das passiert auch. Doch man geht noch einen Schritt weiter.

Nach all den Jahren, in denen Brienne von vielen ihrer vornehmlich männlichen Widersachern nur müde belächelt, unterschätzt und abfällig behandelt wurde, formuliert die Serie das aus, was viele von den Zuschauern längst für diesen einzigartigen, inspirierenden Charakter haben: den allergrößten Respekt. Briennes emotionaler Ritterschlag durch Jaime funktioniert auf einer allgemeingültigen Ebene, um diese Figur zu ehren, für ihr beispielloses Verhalten, für ihr Ehrgefühl und dafür, dass sie einfach gut ist, was in dieser Welt Seltenheitswert hat. Diese Szene funktioniert aber auch auf einer sehr persönlichen Ebene zwischen Jaime und Brienne. Wir alle erinnern uns, wie Jaime mit ihr in Staffel drei umgegangen war. Briennes Wesen, ihre Güte und Gnade haben ihn entscheidend verändert und zutiefst beeinflusst. Die Anerkennung, die sie erhält, dafür, dass sie die Person ist, die sie nun einmal ist, rührt nicht nur sie zu Tränen, sondern auch uns. Es ist ein absolut verdienter Moment, großartig ausgespielt von Gwendoline Christie.

A woman's rule

Briennes Ernennung zum Ritter reiht sich in eine Episode voller Szenen, in denen die Frauen in „Game of Thrones“ das Ruder in die Hand nehmen und zu den entscheidenden Figuren der Erzählung avancieren, während ihre männlichen Gegenüber eher passive Rollen übernehmen. Während es eigentlich Jaime ist, der gegenüber Brienne den Kniefall im übertragen Sinne macht und Jon (Kit Harington) aus gewissen Gründen sich schon fast auf die Flucht vor Daenerys begibt, geht diese nach einem kleinen Anschubser durch Jorah (Iain Glen) auf Sansa zu, um die Wogen zu glätten. Der geübte „Game of Thrones“-Zuschauer achtet natürlich auf die Feinheiten dieser Unterhaltung, die versteckten Spitzen und unscheinbaren Regungen in den Gesichtern der beiden, die deren wahre Motive verraten könnten. Aber was, wenn dies wirklich einfach nur eine aufrichtige, klärende Konversation zwischen zwei Frauen ist, die sich in durchaus vergleichbaren Situationen wiederfinden und nun in aller Ruhe einen Kompromiss für die zukünftige Zusammenarbeit ausarbeiten?

Man muss nicht immer gleich an Verrat und hinterhältige Absichten denken, und dieses Tête-à-Tête ist auch nicht wirklich ein Indikator dahingehend, dass zwischen Daenerys und Sansa Hopfen und Malz komplett verloren sind. Sie kennen sich eben nicht und nun versucht man, ein Vertrauensverhältnis zueinander aufzubauen, bei dem Daenerys bereit ist, sich aufgrund ihrer Liebe zu Jon verwundbar zu zeigen. Sansa weiß, dass blinde Liebe eine große Gefahr sein kann, doch sie kann Daenerys' Offenheit augenscheinlich respektieren. Man nähert sich auf einer persönlichen Ebene an, auch wenn es hinsichtlich politischer Fragen noch einiges an Gesprächsbedarf gibt. Doch auch hier, selbst, wenn sich die Stimmung schlagartig verändert und sogleich ein kühlerer Wind weht, sieht man zwei Charaktere, deren Überzeugungen klar verständlich sind und die als harte Handelspartner durchaus an einer gemeinsamen Lösung arbeiten könnten.

Daenerys sieht man an, dass sie ein wenig enttäuscht ist, dass Sansa so rigoros auf ihrem Recht besteht, selbst, nachdem ihr Daenerys die Friedenspfeife gereicht hat. Doch letztere erkennt dann auch, dass Sansa sehr offen und herzlich sein kann - so zu sehen, als Theon (Alfie Allen) nach Winterfell zurückkehrt. Hierbei handelt es sich um ein weiteres sehr schönes Wiedersehen zwischen zwei Figuren, die (gemeinsam) Unaussprechliches haben durchmachen müssen. Viele Worte braucht es da nicht, aussagekräftige Blicke und eine innige Umarmung sind völlig ausreichend, um sich in die turbulenten Gefühlswelten von Sansa und auch Theon, der nun für seine zweite Familie in den Kampf ziehen wird, hineinzuversetzen. Bevor jedoch mobilgemacht wird, ist der Night King doch nur noch wenige Stunden von Winterfell entfernt, gilt es aber nicht nur, die Verteidigung zu planen, sondern auch, ein paar Dinge nachzuholen, die manch Charakter bisher versäumt hat...

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A girl just wants to have fun

Was sich bereits früh in der Episode andeutet, wird wenig später Realität, kommt es doch zu einer Szene zwischen Arya (Maisie Williams) und Gendry (Joe Dempsie), die viele Fans erwartet hatten, mit der nicht wenige jedoch nun ihre Probleme haben. Arya, die in den letzten Jahren zur perfekten Killerin ausgebildet wurde, hat nie wirklich erfahren, was es bedeutet, ein junger, heranwachsender Mensch zu sein. Sie wurde als Kind traumatisiert, von Rachegedanken konsumiert und ist jetzt eine kaltblütige Tötungsmaschine, die dem Konflikt mit den Toten freudig entgegenblickt. Doch sie hat nie geliebt. Sie hatte noch nie Sex. Bevor alles den Bach runtergeht, bedient sie sich dem treudoofen Gendry, was nicht sehr romantisch klingt. Ist es auch nicht, was für Arya jedoch wiederum keine Rolle spielt. Sie ist mittlerweile so selbstbewusst, sich das zu nehmen, was sie will. Sie will diese Erfahrung machen, um zu wissen, wie sich Sex anfühlt - zu ihren Bedingungen. Die Welt, in der sie groß geworden war, hatte es diese Chance für sie nie gegeben.

Warum dieses Schäferstündchen jetzt für den einen oder anderen eventuell etwas seltsam anmutet? Vielleicht, weil es so plötzlich und beiläufig passiert, doch, wie bereits erwähnt, Arya war eine sexuelle Entwicklung nie vergönnt. Für nicht wenige ist es daher möglicherweise auch befremdlich, weil wir Arya nie als sexualisierte Figur wahrgenommen haben. Sie war ein kleines, bemitleidenswertes Stark-Mädchen, dem übel mitgespielt wurde und das nun als Frau ohne mit der Wimper zu zucken tötet. Nach den vielen Verlusten, die sie verkraften musste, hat sie sich emotional immer mehr abgeschottet, was sich auch in ihrer geschlossenen Kleidung widerspiegelt. Arya hat ihre Hüllen - wortwörtlich und im übertragenen Sinne - nie fallen lassen, weil sie dadurch verwundbar gewesen wäre. Jetzt, wo eh alle Hoffnung verloren zu sein scheint, kann sie dieses Wagnis noch einmal eingehen, ebenso wie aus purer Neugier. Ihr Verhalten ist nachvollziehbar, es wirkt eventuell nur etwas eigenartig, weil wir in unseren Köpfen ein bestimmtes Bild von Arya haben, das bisher eher eintönig gewesen ist.

Afterwards

Die kleine, effiziente Liebelei mit Gendry sagt übrigens nicht nur sehr viel über Arya als Charakter aus und darüber, wie wir diesen in den letzten Jahren wahrgenommen haben. Dieser Handlungsstrang passt auch hervorragend zum übergeordneten Thema zahlreicher Szenen, die uns subtil vor Augen führen, dass die Welt von „Game of Thrones“, wie wir sie kennen, mit der nächsten Episode eine ganz andere sein könnte. Der Plan, wie man dem Night King auf dem Schlachtfeld begegnen will, ist gefasst, doch die Erfolgsaussichten sind überschaubar. Überall kommt es noch zu kleinen Dialogszenen, ob nun zwischen Missandei (Nathalie Emmanuel) und Grey Worm (Jacob Anderson), dem Hound (Rory McCann), Arya und Beric Dondarrion (Richard Dormer) oder auch Sam (John Bradley), Edd (Ben Crompton) und Jon, die verräterisch danach stinken, dass all diese Personen ein letztes Mal Worte miteinander gewechselt haben. Ein letztes Mal, bevor alles vergessen sein wird.

A Knight of the Seven Kingdoms schwingt sich im Zuge der Lagebesprechung noch einmal zu gar lyrischen Höhen auf. Und, wenn nicht spätestens in diesem Moment, als Sam davon spricht, dass alles Leben seinen Wert und seine Bedeutung verliert, wenn niemand mehr da ist, der sich daran erinnert, wird es noch einmal deutlich: Ein Großteil der Charaktere, denen wir hier noch einmal dabei zugesehen haben, wie sie sich einander anvertraut haben, wie sie gemeinsam gelacht haben, in Erinnerungen schwelgten und ihre Wertschätzung füreinander zum Ausdruck gebracht haben, wird sehr wahrscheinlich schon sehr bald nicht mehr sein. Und als wäre der Gedanke daran und die Art und Weise, wie feinfühlig dieser in die Struktur der gesamten Folge eingewoben ist, nicht schon bewegend genug, darf Daniel Portman in seiner Rolle als Podrick Payne noch ein Liedchen anstimmen, das im Zusammenspiel mit Aufnahmen von den verschiedenen Figuren im Kreise ihre Liebsten und Nächsten besser nicht den Nagel auf den Kopf treffen könnte.

Zum genauen Inhalt von „Jenny of Oldstones“ lest Ihr etwas mehr auf der nächsten Seite, es genügt allein die Melodie, der darin verborgene Schwermut und die finstere Aussicht auf das, was den Charakteren bevorsteht. Wird man sich dieses Umstands bewusst, dann mutet es fast schon lächerlich an, dass Daenerys weiterhin so fokussiert auf ihren Thronanspruch ist, der nun in Gefahr gerät, nachdem ihr Jon erzählt, wer wirklich seine Eltern gewesen sind. Wen kümmert's? Da draußen wartet der Tod und keiner kann sagen, ob ihre geliebten Drachen einen Unterschied machen werden, wer in wenigen Stunden noch am Leben ist und was die Zukunft bringt. Sofern es denn überhaupt eine gibt. Valar morghulis. Jetzt aber wirklich.

Auf der nächste Seite findet Ihr weitere Beobachtungen zur Folge und die Vorschau auf die nächste Episode...

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Weitere Beobachtungen zur Episode „A Knight of the Seven Kingdoms"

  • Ich bin absolut begeistert vom „neuen“ Winterfell. Der Ausbau des Sets in Nordirland hat sich gelohnt, der Handlungsort fühlt sich in dieser Episode wie ein eigener kleiner Mikrokosmos an, in dem es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt. Während man das Maximum aus dem Set herausholt, ist es übrigens auch sehr interessant zu beobachten, wie überall an den Verteidigungsanlagen geschraubt wird. Dragonglass auf den Zinnen, ein Graben, der in Brand gesteckt werden soll, ein tödlicher Übergang zum Haupttor, der sicherlich zum Einsatz kommen wird - das wird groß!
  • Für viele weckte A Knight of the Seven Kingdoms Erinnerungen an die „Der Herr der Ringe“-Trilogie, genauer gesagt an die Ruhe vor dem Sturm vor der Schlacht um Helms Klamm (in „Die Zwei Türme“) oder auch an den Angriff auf Osgiliath in „Die Rückkehr des Königs“, wenn Pippins (Billy Boyd) wundervolles Lied The Edge of Night die spärlichen Truppen Gondors in den sicheren Tod begleitet. Die beiden Serienschöpfer David Benioff und D. B. Weiss haben bereits im Vorfeld der achten Staffel in Interviews erwähnt, dass insbesondere die Belagerung von Helms Klamm eine gute Orientierung für sie gewesen ist, um die Schlacht um Winterfell zu konzipieren.
  • Wer hätte gedacht, dass Daniel Portman so eine Stimme hat? Das Lied, das er singt, heißt „Jenny's Song“ und handelt von einer einfachen Frau namens Jenny of Oldstones, die einst Duncan Targaryen heiratete, der eigentlich auf dem Iron Throne Platz nehmen sollte. Duncan dankte aber für Jenny ab und sein Bruder Aerys aka The Mad King übernahm das Zepter. Toll gemacht, Duncan! Wenn man sich vollends in die Geschichte des „A Song of Ice and Fire“-Universums von George R. R. Martin begibt, dann steckt aber noch vielmehr hinter diesem Lied. So handelt es sich bei „Jenny's Song“ um das Lieblingslied einer alten Hexe und Wahrsagerin namens „The Ghost of High Heart“, die prophezeit hat, dass „The Prince Who Was Promised“ aka der Retter von Westeros ein Kind aus der Linie von Aerys und Rhaella Targaryen sein wird - zum Beispiel Rhaegar (Sohn), Daenerys (Tochter) oder auch Jon (Enkel). Möglicherweise hat Rhaegar das Lied auch bei dem Turnier in Harrenhal auf seiner Harfe gezupft und somit Lyanna Starks Herz gewonnen. Bei der Version von Florence + the Machine, die während des Abspanns der Folge läuft, ginge es wahrscheinlich jede/-r/-m so...
  • Ich mag Rory McCann, ich mag den Hound, aber irgendwie hätte es die kleine Szene zwischen ihm, Arya und Beric nicht wirklich gebraucht. Dieser Austausch ist letztlich eher vergessenswert und Arya fasst es selbst treffender nicht zusammen: Warum die letzte Nacht auf Erden mit diesen beiden alten Bastarden verbringen, wenn es so viele andere Orte in Winterfell gibt, an denen spannendere Dinge passieren?
  • Das Treffen der drei alten Night's-Watch-Brüder Sam, Edd und Jon (und Ghost!) fällt bei mir persönlich auch eher in die Kategorie „nett, aber nur bedingt notwendig“. Die unterhaltsame Dynamik zwischen dem Trio gibt dem Ganzen aber eine Daseinsberechtigung, ebenso wie die kleinen, schmerzhaften Erinnerungen daran, wen sie auf ihrem Weg bis hierhin alles verloren haben. Und natürlich wird Samwell Tarly, „Slayer of White Walkers“ und „Lover of Ladies“, nicht in der sicheren Krypta Zuflucht suchen! Er hat keine Angst und wird kämpfen. Ich habe nichts anderes von jemandem erwartet, der mehrere Bücher aus der Zitadelle in Oldtown hat mitgehen lassen.
  • Zu all den großen Gefühlen, die sich im Laufe von „A Knight of the Seven Kingdoms“ aufstauen, kommt tatsächlich noch eine herzzerreißende Szene auf dem Hof von Winterfell dazu, in der nicht nur Davos (Liam Cunningham), sondern auch wir an die so schrecklich aus ihrem noch jungen Leben gerissene Shireen Baratheon erinnert werden. Das kleine Mädchen namens Teela, die ein vernarbtes Gesicht hat, ist wahrlich furchtlos. Die fürsorgliche Gilly (Hannah Murray) könnte wohl kaum in besseren Händen sein, wenn es in die Krypta von Winterfell geht.
  • Bran (Isaac Hempstead-Wright), der Jaime aus guten Gründen nicht auffliegen lässt, bietet sich also als Köder für den Night King im Godswood von Winterfell an und Theon wird ihn mit seinen paar Ironborn beschützen. Das klingt nach einem Plan, der gehörig nach hinten losgehen könnte. Nicht, dass ich an Theons Loyalität zweifeln würde. Aber da ist was im Busch...
  • Es kommt noch zu einer kleinen Aussprache zwischen Jorah und seiner Cousine Lyanna Mormont (Bella Ramsey), die sich nicht beirren lässt und mit in die Schlacht ziehen wird. Das kurze Gespräch verläuft ansonsten sehr friedlich und ohne etwaige Anfeindungen. Jorah bekommt von Sam dann sogar noch Heartsbane übergeben, die valyrische Klinge des Haus Tarlys. In Gedenken an Jeor Mormont, Jorahs Vater und Sams Ziehvater, wenn man so möchte, werden dank dieser Klinge bestimmt ein paar Untotenköpfe rollen.
  • Tormund kann vielleicht nicht das Herz von Brienne gewinnen, dafür ist ihm die Liebe der Fans aber sicher. Der Wildling-Anführer stiehlt den anderen hier gleich mehrmals die Show und passt mit seiner direkten Art einfach sehr gut in die oft eher dezenteren Szenen. Vor einigen Wochen stand uns sein Darsteller Kristofer Hivju übrigens in einem Interview zur finalen Staffel von „Game of Thrones“ Rede und Antwort. Dazu einmal hier entlang
  • Wer noch Zweifel daran hatte, dass Missandei und Grey Worm oder zumindest einer von den beiden schon bald das Zeitliche segnen wird, dürfte jetzt wohl keine mehr haben. Um einen alten Saloonbesitzer aus dem beschaulichen Deadwood zu zitieren: „Announcing your plans is a good way to hear god laugh.
  • Kit Harington muss wohl einfach damit leben, dass man sich in den letzten Staffeln auf seine Körpergröße eingeschossen hat und man einen Gag nach dem anderen auf seine Kosten macht. Aber er zeigt auch wieder, dass er in Staffel acht zumindest schauspielerisch voll auf der Höhe ist. Der kleine Augenblick, als er irritiert mit dem linken Auge zuckt, nachdem Daenerys festgestellt hat, dass er der legitime Thronfolger und somit ihr Konkurrent um den Iron Throne ist? Perfekt.

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode (8x03 - der Titel ist erneut, wie wohl generell in der abschließenden Staffel der Produktion, bisher unklar) der US-Serie Game of Thrones:

Verfasser: Felix Böhme am Dienstag, 23. April 2019

Game of Thrones 8x02 Trailer

Episode
Staffel 8, Episode 2
(Game of Thrones 8x02)
Deutscher Titel der Episode
Ein Ritter der Sieben Königslande
Titel der Episode im Original
A Knight of the Seven Kingdoms
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 21. April 2019 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 22. April 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 22. April 2019
Autoren
George R.R. Martin, David Benioff, D.B. Weiss
Regisseur
David Nutter

Schauspieler in der Episode Game of Thrones 8x02

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