Game of Thrones 5x03

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Nachdem die fünfte Staffel von Game of Thrones mit der Episode The House of Black and White meinem Empfinden nach erst richtig ins Rollen geraten ist, steht High Sparrow dieser in nicht vielem nach - selbst wenn zwei vielversprechende Handlungsstränge (Daenerys (Emilia Clarke) in Meereen sowie Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) und Bronn (Jerome Flynn) auf dem Weg nach Dorne) gänzlich ausgespart werden und auch visuelle Glanzmomente rar gesät sind. „High Sparrow“ kann dennoch überzeugen und gewährt uns einen wunderbaren Einblick in die diversen Machtspielchen vieler Charaktere.
„High Sparrow“ stellt sich so am Ende des Tages als eine vor allem inhaltlich sehr starke Episode heraus, in der nicht nur ein womöglich sehr bedeutender Charakter für den weiteren Verlauf der Staffel eingeführt wird, sondern auch gezielt Fortschritte hinsichtlich bereits etablierter Handlungsbögen gemacht werden. Erneut punktet man durch die geschickte Verknüpfungen verschiedener Handlungsstränge und cleveren Abweichungen zur Buchvorlage - was allen voran den Lesern von George R.R. Martins Fantasy-Epos A Song of Ice and Fire gefallen wird. Und wenn das Autorenduo David Benioff und D.B. Weiss ihren Darstellern dann noch hervorragende Dialoge und Charaktermomente wie in dieser Episode zuschustern, bleibt nicht besonders viel zu wünschen übrig.
Serve
Es sind tatsächlich nur die großen, visuellen Aha-Momente, die „High Sparrow“ abhanden gehen und die Episode auf ein noch höheres Niveau hätten hieven können. Wir müssen diese Woche eher mit kleineren visuellen Appetithappen vorliebnehmen, wobei die sehenswerten Landschaftsaufnahmen im Norden von Westeros, das Setdesign der unterschiedlichen Handlungsorte (ob nun die verschiedenen Seiten von King's Landing oder das neu erbaute Winterfell) und der erste Blick auf Volantis mehr als genug Entschädigung bieten.
Auch die Handlung um Arya (Maisie Williams) in Braavos präsentiert uns mit dem Interieur des House of Black and White eine interessante neue Kulisse, die passend zum mysteriösen Ambiente dieser Örtlichkeit gestaltet ist. Die Geschichte um Arya in „High Sparrow“ ist inhaltlich gesehen wohl die undurchsichtigste der gesamten Episode. Dennoch gelingt es den Autoren, uns eine frühes Bild ihrer neuen, geheimnisvollen Umgebung zu zeichnen. Arya wird zunächst ein Besen in die Hand gedrückt, obwohl sie gewohnt dickköpfig Jaqen H'ghar (Tom Wlaschiha) gleich mehrfach wissen lässt, dass sie bereit dafür ist, ihre Ausbildung zu einem Faceless Man zu beginnen.

Game of faces
Doch dafür muss sie all ihre Altlasten sowie ihre bisherige Identität ablegen. Als Arya Stark sinnt sie nach Rache, doch die Gemeinschaft, die dem Many-Faced God dient, steht über derartigen persönlichen Vergeltungsgedanken. Sie muss erst zu einem niemand werden, bevor sie den nächsten Entwicklungsschritt machen kann. Aus diesem Grund versenkt sie ihr Hab und Gut auch im anliegenden Gewässer, jedoch mit einer Ausnahme: Ihr Schwert Needle, welches sie einst von Halbbruder Jon (Kit Harington) geschenkt bekommen hat, versteckt sie unter ein paar Felsen.
Needle ist Aryas noch einzige richtige Erinnerung an ihre Familie, von der ein Großteil bereits tot und sie die Verbliebenen wie Jon oder Sansa (Sophie Turner) wahrscheinlich nie wieder sehen wird. Darstellerin Maisie Williams vermittelt Aryas Gefühlslage in diesem Moment sehr eindringlich, sodass man als Zuschauer angesichts all der Dinge, die ihr widerfahren sind, mit der jüngsten Stark-Tochter durchaus mitfühlt. Gleichzeitig wird das Interesse des Zuschauers an ihrer weiteren Entwicklungen unter der strengen Führung Jaqen H'ghars aufgebaut. Mir persönlich sagt die Gestaltung des Inneren des Tempelbaus sehr zu, wo sich die Götzen von Gottheiten der verschiedensten Glaubensrichtungen finden lassen, die letztlich dem Many-Faced God, der seinen Pilgern the gift in Aussicht stellt, unterstehen. Ich bin mir recht sicher, dass wir in den nächsten Episoden noch mehr über diesen Glauben erfahren werden und weshalb Menschen das House of Black and White als Ort ihres Ablebens auserwählen, um dort Erlösung von ihrem irdischen Leid zu erfahren. Mit der Figur The Waif (Faye Marsay) hat man mit Blick auf die Buchvorlage eine nicht unbedeutende Person eingeführt. Und so bleibt die Handlung um Arya weiter spannend und verheißungsvoll.
Sweet boy
Nicht weniger spannend, aber etwas weniger nebulös geht es derweil in King's Landing zu, wo wir die erste Kostprobe des starken Drehbuchs zu High Sparrow serviert bekommen. Zunächst steht die königliche Hochzeit zwischen Tommen (Dean-Charles Chapman) und Margaery (Natalie Dormer) an, welche von Cersei (Lena Headey) skeptisch beäugt wird. Die Feierlichkeiten dazu finden nicht wirklich statt, womöglich, weil man aus der letzten Hochzeitsfeier königlichen Ausmaßes gelernt hat. Die Hochzeitsnacht wird Tommen (der in der Serie älter als in den Büchern ist) jedoch nicht verwehrt. Der junge König kann gar nicht genug von seiner Frau Margaery bekommen, die wieder einmal geschickt Tommen auf ihre Seite zieht - ob nun über ihre äußere Erscheinung oder smarte Bemerkungen, mit denen sie an dem Status von Mutter Cersei rüttelt.
Diese bekommt sofort die Auswirkungen von Margaerys Einfluss auf Tommen zu spüren, der stets ihr kleiner, süßer Junge war, nun jedoch der König über Westeros ist, dementsprechend ein neuen Selbstwertgefühl entwickelt hat und als guter Sohn nur das Beste für seine Mutter will. Aus diesem Grund muss Cersei mehr denn je um ihren Platz am Hof von King's Landing bangen. Also sucht sie die beim einfachen Volk beliebte Margaery und ihre gackernden Kammerzofen auf, um die neuerliche Lage auszuloten.
A lovely day
Es ist ein wahrer Genuss, in der folgenden Szene Natalie Dormer und Lena Headey beobachten zu dürfen und auf die vielen kleinen Details und Gesichtsregungen zu achten. Vor allem Margaery darf in dieser Momentaufnahme austeilen und lässt so einige doppeldeutige Bemerkungen fallen (More wine, your Grace?), hat sie doch dank ihrer hervorragenden Beziehung mit Tommen reichlich Selbstbewusstsein und -sicherheit aufgebaut. Cersei hält sich eher zurück und wirkt gar ein wenig unterwürfig, sieht sie womöglich tatsächlich ihre Felle davonschwimmen. Doch ihre Blicke sprechen eine andere Sprache. Es rattert in ihrem Kopf und so überlegt sie, wie sie ihrer Konkurrentin eins auswischen kann.
Der Konflikt zwischen diesen beiden Figuren erreicht langsam, aber sicher ein neues Level, und es scheint fast so, als würde Cersei wenig später eine neue Möglichkeit finden, um der jungen Margaery Einhalt gebieten zu können. Über den neuen Charakter des High Sparrow - für meinen Geschmack sehr treffend von dem englischen Darsteller Jonathan Pryce verkörpert - sieht Cersei eine Chance. Wobei noch nicht ganz ersichtlich ist, was sie genau plant. Der High Sparrow, ein einfacher, selbstloser Mann, und seine teils fanatischen Anhänger (darunter Lancel Lannister (Eugene Simon)) stellen eine interessante neue Komponente in den innenpolitischen Wirrungen von King's Landing dar.

Alliances
Das aktuelle Oberhaupt des Faith of the Seven (zuvor in einer recht amüsanten Szene in Littlefingers Bordell zu sehen) wird von ihnen aufgrund seiner Sündhaftigkeit abgesetzt und öffentlich für sein heuchlerisches Verhalten abgestraft. Ein neue Allianz mit dem High Sparrow könnte Cersei etwas Auftrieb geben, jedoch geht damit auch ein gewisses Risiko ein, da sie selbst alles andere als frei von Sünde ist. Als eine Art „Teaser“ wird in diesem Handlungsstrang dann noch ein kurzer Blick in Qyburns (Anton Lesser) Labor eingebaut, wo eine Gestalt unter einem Laken plötzlich wild zu zucken beginnt. Um wen es sich hierbei handeln könnte, dürfte nicht nur Buchlesern klar sein...
Qyburn erhält darüber hinaus den Auftrag, eine Nachricht an Littlefinger (Aidan Gillen) zu verfassen, der sich bekanntermaßen zusammen mit Sansa hoch oben im Norden von Westeros befindet. Dort finden sich beiden zunächst kurz vor Moat Cailin wieder, die Übergangsstelle in den Norden. Littlefinger teilt hier Sansa das weitere Prozedere mit. So wird deutlich, was es mit dem Heiratsangebot, das er in The House of Black and White erhalten hatte, wirklich auf sich hat. Dieses war nämlich nicht für ihn, sondern für Sansa bestimmt, die nun mit Roose Boltons (Michael McElhatton) Sohn Ramsay (Iwan Rheon) vermählt werden soll. Bolton könnte sich somit die Treue der Stark-loyalen Nordmänner sichern, und Sansa wird durch Littlefinger die Möglichkeit in Aussicht gestellt, Rache zu üben.
Stop running
Wir bewegen uns nun doch sehr deutlich von den Ereignissen in der Buchvorlage weg, was ich abermals begrüße. Man spart viel Zeit, neue Charaktere einführen zu müssen, und fasst die Buchhandlung ein wenig zusammen. Diese Entwicklung mit einer möglichen Hochzeit zwischen Sansa und Ramsay haben einige Zuschauer sicherlich schon erahnen können, die Zusammenführung weitere Handlungsstränge stimmt dennoch sehr verheißungsvoll. Vor allem die Frage, wie Sansa Vergeltung für den Mord vieler ihrer Familienmitglieder üben kann, ist spannend. Als sie in Winterfell, das gerade neu erbaut wird, Roose Bolton gegenübertritt, setzt sie gekonnt ihre Fassade auf, obwohl sie dem Mann ins Gesicht blickt, der ihren Bruder getötet hat. Sansa erneut in Winterfell zu sehen, sorgte in der Tat für ein wohliges Gefühl bei mir, wobei mir dieses bei den Gedanken an Scheusal Ramsay gleich wieder vergeht.
Auch er weiß, wie er seine wahre Natur vor anderen verstecken kann und gibt sich bei der Ankunft von Littlefinger und Sansa äußerst freundlich. Die gehäuteten Leichen von drei Vasallen aus dem Norden, die der geschundene Theon beziehungsweise Reek (Alfie Allen) vor sich baumeln sieht, sind aber Beweis genug, zu was Ramsay fähig ist. Theon selbst bleibt vor Sansa verborgen, jedoch rechne ich damit, dass diese beide Figuren schon bald miteinander interagieren werden. Ein verräterischer Blick auf Ramsays Geliebte Myranda (Charlotte Hope) (ein kleine, verquere Referenz an die Buchvorlage?), die Sansa argwöhnisch hinterherblickt, stimmt ebenfalls erwartungsvoll. Das trifft auch auf die Gedankenspiele von Littlefinger und Roose Bolton zu, zwischen denen sich ein spannendes Gespräch entspinnt, in dem die erneut sehr gut geschriebenen Dialoge voll zum Tragen kommen. Beide arbeiten daran, noch einflussreicher und mächtiger zu werden, trauen sich jedoch nicht wirklich über den Weg. Ohne Tywin Lannister (Charles Dance) ist das Königshaus schwach und so werden Pläne für eine neue Allianz geschmiedet, die nur schwer zu stoppen wären.
The North remembers
All diese Entwicklungen bilden nun eine neue Ausgangslage, die eine ganze Reihe an Ereignissen zur Folge haben könnte, deren Ende nur sehr schwer abzusehen ist. Der Plan der Macher geht auf, die Erwartungshaltung steigt. Gleichzeitig präsentiert man uns extrem flüssige Übergänge zwischen den einzelnen Handlungsorten und baut diverse Parallelen ein. Zum Beispiel zwischen Aryas und Sansas Handlungssträngen, wo sich in beiden zeigt, dass die Stark-Töchter niemals vergessen werden, was man ihnen angetan hat, und nun Wege und Mittel suchen, um Rache üben zu können. Generell fällt die auffällige Verbindung zwischen den übriggebliebenen Stark-Zöglingen auf, was auch die Geschichte um Jon Snow an der Wall zeigt.
Hier teilt der neue Lord Commander der Night's Watch Stannis (Stephen Dillane) zunächst mit, dass er dessen Angebot ausschlagen und nicht zu einem vollwertigen Stark ernannt werden will. Doch wenig später wird deutlich, wie sehr er doch im Herzen ein Stark ist und die Werte seines Vaters Eddard (Sean Bean) vertritt. Dessen Ehrbarkeit war ein zweischneidiges Schwert und hat ihn ins Grab gebracht. Nun muss Jon in seiner neuen Machtposition abwägen, was die richtigen Entscheidungen sind und ob er sich erheben soll, um den Norden vor der Schreckensherrschaft der Boltons zu bewahren. Davos' (Liam Cunningham) Worte hallen unverkennbar nach, Jon findet sich in einem inneren Konflikt wieder, der ihn spaltet. Doch er bleibt seiner neuen Berufung als Anführer der Black Brothers treu, die ihm nicht weniger Verantwortung als die Ernennung zum Stark abverlangt.

Orders
Die Feinde in den eigenen Reihen sind nämlich nicht weniger geworden, doch Jon zeigt Weitsicht und trifft ein paar clevere Entscheidung, die seine Position stärken. So drückt er seinem vermeintlichen Widersacher Ser Alliser Thorne (Owen Teale) zum Beispiel nicht eine undankbare Aufgabe - das Überwachen des Aushebens neuer Latrinen - auf, sondern macht ihm zum First Ranger, einer prestigeträchtigen Position innerhalb der Night's Watch. Janos Slynt (Dominic Carter) soll derweil eine der unzähligen Festungen (Greyguard) an der Wall übernehmen, leistet jedoch Widerworte und vergreift sich deutlich im Ton. Wir erinnern uns an Thornes Worte in The Watchers on the Wall, als er Jon sagte, dass man als Anführer vor seinen Männern niemals schwach aussehen sollte, da man sonst ihren Respekt und ihr Vertrauen verlieren würde.
So kommt es nämlich zu einer sehr konsequenten Entscheidung Jons, der Janos Slynt aufgrund seiner Aufmüpfigkeit und Widerrede einen Kopf kürzer macht. So wie Vater Eddard oder auch Halbbruder Robb (Richard Madden) führt er die Tat eigenhändig und mit einem schnellen Hieb durch. Er muss Stärke zeigen, selbst als Slynt um Vergebung winselt. Würde er ihm Gnade zeigen, dürfte es nicht lange dauern, bis Slynt abermals für Unruhe sorgen und seinen Ungehorsam offen zur Schau stellen würde. Stannis gibt Jon zum Abschluss dieser starken und vielsagenden Szene ein zustimmendes Nicken. Mir gefällt sehr, welche Richtung die Handlung um Jon an der Wall einschlägt, welche Rolle noch die zahlreichen gefangengenommen Wildlings um Tormund (Kristofer Hivju) spielen werden, inwiefern Stannis tatsächlich nach Winterfell vorstoßen kann und was dem neuen Lord Commander noch bevorsteht. Es weht zweifellos ein frischer Wind im hohen Norden von Westeros.
Nasty persons
Es könnte sogar noch interessanter werden, sollte es Brienne (Gwendoline Christie) irgendwie fertig bringen, bis zu Stannis vorzustoßen, um sich für den Mord an Renly (Gethin Anthony) zu rächen. Wie wir sehen können wird das Thema Rache in High Sparrow groß geschrieben, wobei der Handlungsstrang um Brienne und Podrick (Daniel Portman) insgesamt der unspektakulärste von allen ist. Beide verfolgen nach wie vor Littlefinger und Sansa, und Brienne kann sich denken, wohin es die beiden führen wird. Die Verfolgung der Stark-Tochter ist aber eher Nebensache, erfahren wir in diesen Szenen doch hauptsächlich etwas mehr über Brienne und Podrick.
Neben Briennes Racheschwur wird abermals deutlich, wie sehr sie an Renly gehangen hat. Dieser hatte sie einst während eines großen Tanzballs in ihrer Heimat aufgemuntert, nachdem sich ein paar andere Nobelmänner über ihr Aussehen lustig gemacht hatten. Natürlich wusste sie, dass Renly eine Vorliebe für Männer hatte, dennoch war er nett und freundlich zu ihr, was sie sehr berührte. Umso tiefer sitzt der Schmerz über seinen Tod, und umso größer ist ihr Verlangen nach Vergeltung. Zu Podrick gibt es dann auch noch ein paar Hintergrundinformationen, die jedoch eher Füllmasse sind. Wichtig zu erwähnen ist jedoch, dass Brienne etwas Reue zeigt, nachdem sie Podrick immer recht unfair behandelt hat. Er hat sich auf ihrer Reise gemacht und soll nun ein paar Reitstunden sowie ein ordentliches Kampftraining bekommen. Langsam erreicht die Beziehung ein neues, emotionaleres Level, sieht Brienne Podrick doch nicht mehr nur als Last an. Dies lässt wiederum Raum zu Spekulation offen, was die beiden noch erwartet wird. Ich möchte es nicht beschreien, aber ein möglicher Verlust Podricks würde Brienne nun härter als zuvor treffen... (Kein Buchwissen, sondern ein reines Bauchgefühl.)
Savior
Zum Abschluss der Episode begeben wir uns noch einmal nach Essos, wo wir zum ersten Mal Volantis zu sehen bekommen. Der erste Blick auf die Metropole gefällt gut, und auch Tyrions (Peter Dinklage) und Varys' (Conleth Hill) kleiner Ausflug in die Stadt über die Long Bridge von Volantis (die Römische Brücke im spanischen Córdoba stand Pate) ist sehr interessant und zeigt uns eine ganz andere Welt als zum Beispiel in Westeros. Ich persönlich hatte mich ja sehr auf diesen neuen Ort gefreut, am Ende der Folge hoffe ich aber, dass es nicht nur bei diesem kurzen Abstecher bleiben wird.
Tyrion darf endlich raus aus der Kutsche und stürzt sich gleich in diese fremde Umgebung, was Varys überhaupt nicht schmeckt. Das Risiko ist zu groß, dass Tyrion entführt und zu Cersei gebracht wird. Gewohnt schnippisch kommentiert Tyrion das bunte Treiben in Volantis, darunter den Auftritt einer Priesterin (Rila Fukushima) des Lord of the Light, die Daenerys als die Erlöserin aller Sklaven anpreist. Deren unheimlicher Blick treibt Tyrion jedoch geschwind in das nächstbeste Bordell, wo wir im Hintergrund bereits einen alten Bekannten ausmachen können: Ser Jorah Mormont (Iain Glen), der von Daenerys am Ende der letzten Staffel exiliert wurde und seinen Kummer in Hochprozentigem ertränkt.

A sceptical mind
Das bekannt flotte Zusammenspiel von Peter Dinklage und Conleth Hill hat ein paar sehr amüsante Momente zur Folge. Was jedoch heraussticht, ist Tyrions Unterhaltung mit einer Prostituierten, welche ihn an seine alte Liebe Shae erinnert. Von einer gewissen Ähnlichkeit kann man zwar nicht sprechen, Tyrions Herzschmerz ist dennoch klar erkennbar. Spannend wird es dann zum Ende, als er von Jorah - dem es schwerfällt, mit ansehen zu müssen, wie sich eine der Prostituierten wie seine geliebte Daenerys kleidet - geknebelt und fortgeschafft wird. Dies entspricht in etwa den Vorfällen in den Büchern, und so bringen die Macher erneut zwei Charaktere der Serie zusammen, die bisher noch nie gemeinsam zu sehen waren. Der eher starrsinnige, humorbefreite Jorah zusammen mit dem scharfsinnigen, vorlauten Tyrion stellt ohne Frage eine interessantes neues Duo dar, auf das ich mich freue. Schade wäre indes, wenn man Volantis schon wieder den Rücken zukehrt.
Fazit
Die Serienschöpfer David Benioff und D.B. Weiss machen mit High Sparrow sehr viel richtig und treiben die Verbindung verschiedener Handlungsstränge und den Aufbau vielversprechender Konflikte hervorragend voran. Neu-Regisseur Mark Mylod trägt mit seiner sehr stimmigen Inszenierungen, sehenswerten (wenn auch auf den ersten Blick unspektakulären) Aufnahmen von Räumen und Landschaften sowie nahtlosen Übergängen zwischen den Einzelgeschichten zu dieser sehr guten Episode bei. Das Drehbuch hält für Darsteller und Darstellerinnen wie Natalie Dormer, Lena Headey, Jonathan Pryce, Aidan Gillen, Michael McElhatton oder Peter Dinklage einige wunderbare Zeilen bereit, die die Spannung und Erwartungen steigen lassen. Wie man sehen kann, braucht es nicht immer ausgefallene Effektarbeit oder große Schockmomente, um eine überdurchschnittliche Game of Thrones-Episode zu fabrizieren. Das komplexe Ränkespiel sowie mehrere hochwertige Charaktermomente sorgen dafür, dass man hier auf seine Kosten kommt.
Verfasser: Felix Böhme am Montag, 27. April 2015Game of Thrones 5x03 Trailer
(Game of Thrones 5x03)
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