Game of Thrones 2x05

Kinder werden manchmal so schnell flügge. Das merkt nicht nur Khaleesi (Emilia Clarke), deren Drachenbabys sich ihr Fleisch mittlerweile schon selber grillen. Kaum ist Stannis' (Stephen Dillane) und Melisandres (Carice van Houten) Nachwuchs auf der Welt, da bricht beziehungswiese durchbohrt er auch schon das Herz seines Onkels Renly (Gethin Anthony), der gerade dabei war, mit Catelyn (Michelle Fairley) ein Bündnis zu schließen. Da ein sich plötzlich in Luft auflösendes Rauchmonster - als Lost-Fan fühlt man sich da doch gleich zu Hause - keinen besonders plausiblen Täter abgibt, begeben sich Catelyn und Brienne (Gwendoline Christie) sicherheitshalber auf die Flucht.
Beide können sich nicht so recht erklären, was sie da gesehen haben. Brienne ist sich aber sicher, dass Stannis hinter dem Mord an ihrem Herrn und König steckt - und schwört Rache. Die Gefolgsleute von Renly laufen nun, da ihr Herrscher ermordet wurde, scharenweise zu Stannis über, der in Folge dessen mit seiner Armee zahlenmäßig den Lannisters überlegen ist. Cersei (Lena Headey) macht sich darüber aber nur wenig Sorgen, was Tyrion (Peter Dinklage) wiederum zu denken gibt. Er zapft seine frisch gewonnene Quelle Lancel (Eugene Simon) an, was ihn zu einem geheimen Arsenal mit Wildfire-Granaten führt...
Kriegsvorbereitungen
War is Coming - in kaum einer Folge wurde das Motto der zweiten Staffel von Game of Thrones bislang so deutlich wie in The Ghost of Harrenhal. An allen Ecken und Enden von Westeros - und auch jenseits der Meerenge - laufen Kriegsvorbereitungen. Stannis löst den Bruderzwist mit Renly auf drastische Weise und gewinnt dadurch an militärischer Schlagkraft. Cersei und ihr Sohn planen für ihn jedoch bereits eine feurige Überraschung, welche aber, so fürchtet es zumindest Bronn (Jerome Flynn), leicht nach hinten losgehen könnte.
Khaleesi erfährt vom kriegerischen Treiben auf Westeros und sieht in den internen Streitigkeiten ihrer Gegner die perfekte Gelegenheit, um in die Heimat zurückzukehren und selbst Anspruch auf den Eisernen Thron zu erheben. Die Frage, die sich ihr stellt, ist allerdings die nach der besten Strategie dafür: Soll sie Xaros (Nonso Anozie) Angebot annehmen - und seine Frau werden, um sich mit seinem Geld eine Armee zusammenzukaufen? Oder sollte sie Jorahs (Iain Glen) Ratschlag folgen und sich ihre Unterstützung lieber in Westeros selbst suchen? Eine schwierige Wahl, die dadurch, dass es implizit auch die Entscheidung zwischen zwei Männern ist, nicht gerade einfacher wird.
Um die richtige Strategie geht es auch nördlich der Mauer. Qhorin (Simon Armstrong) schlägt einen Überraschungsangriff gegen die Wildlings vor, um einen Überläufer zu töten und die Gegner zu zerstreuen. Jon (Kit Harington) meldet sich freiwillig, um an dem Überfall teilzunehmen.
Theon (Alfie Allen) plagt sich unterdessen mit der Sorge, wie er den Respekt seiner Leute gewinnen soll, und nimmt dafür einen Wechsel in puncto Angriffsziel vor.
Weit über die Kriegsvorbereitungen hinaus ist Tywin (Charles Dance). Er steckt schließlich schon mitten in der Schlacht - und muss feststellen, dass er und seine Leute Robb Stark (Richard Madden) ganz erheblich unterschätzt haben. Dieser fährt Sieg um Sieg ein, was den Rückhalt bei seinen Gefolge nur noch erhöht, während sich unter Tywins Männern buchstäblich (Kriegs-) Müdigkeit breitmacht.
Kinder, die früh erwachsen werden
Tywins Bedienstete Arya (Maisie Williams) versichert ihm zwar, dass jeder getötet werden könne. Aus dem Mund der kleinen Stark klingt das jedoch mehr nach einer Drohung, denn nach einer Beruhigung. Zumal sie von Jagen H'ghar (Tom Wlaschiha) „39591“ drei Wünsche gewährt bekommt. Und da wir hier bei Game of Thrones sind, handelt es sich natürlich um Todeswünsche.
Eine gute Gelegenheit, einmal auf die grandiose Leitung der Jung-Darsteller hinzuweisen, allen voran Maisie Williams, die hier im wahrsten Sinne des Wortes auf Augenhöhe mit Charles Dance agiert. Schon bei den Kollegen aus der Comedy Modern Family spielen die Kinder nicht selten die Erwachsenen an die Wand, was allerdings in einer Komödie vielleicht auch ein bisschen leichter ist, weil ihnen quasi schon durch ihr Kindsein eine gewisse Niedlich- und Ulkigkeit innewohnt.
Natürlich spielt auch in Game of Thrones die kindliche Unschuld eine große Rolle, allerdings eher als Mittel des Kontrasts: Wenn ein junges Mädchen wie Arya mal eben einen Mordauftrag erteilt, oder ihr Bruder Bran (Isaac Hempstead Wright) den entschlossenen, umsichtigen und fürsorglichen Herrscher gibt, dann resultiert der Effekt dieser Szenen natürlich nicht zuletzt aus dem Gegensatz, der sich zwischen der Rollenerwartung an ein Kind und dem tatsächlichen Auftreten der beiden ergibt (was in Brans Fall sogar noch durch den Kontrast zu seinem jüngeren Bruder verstärkt wird, der mehr am Nüsseknacken, denn an Regierungsgeschäften interessiert ist). Arya und Bran werden beide durch die Umstände dazu gezwungen, wesentlich früher als normal erwachsen zu werden.
Fazit
Das überraschende Ableben von Renly und das höchst wechselhafte Kräfteverhältnis der Beteiligten sorgen wieder einmal für ausgesprochen spannende Unterhaltung. Die Kinder-Darsteller reichen ihren erwachsenen Kollegen buchstäblich das Wasser. Während der gegenseitige Treue-Schwur zwischen Catelyn und Brienne etwas ungemein Anrührendes hat - und für etwas menschliche Nähe inmitten all des Kriegstreibens sorgt.
Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 30. April 2012Game of Thrones 2x05 Trailer
(Game of Thrones 2x05)
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