Der brillante, aber in Ungnade gefallene Detektiv John Luther bricht aus dem Gefängnis aus, um einen sadistischen Serienmörder zu jagen, der London terrorisiert.
Der wohlhabende Großstadthändler und Serienmörder David Robey erpresst und entführt die junge Putzfrau Callum Aldrich. DCI John Luther wird mit dem Fall betraut und verspricht Callums Mutter Corrine, dass er ihren Sohn finden wird. Robey ist besorgt über seine Beteiligung und gräbt Schmutz über die verschiedenen illegalen Handlungen aus, die Luther als Polizeibeamter begangen hat, was dazu führt, dass er gefeuert, strafrechtlich verfolgt und ins Gefängnis gesteckt wird.
Filmkritik „Luther: The Fallen Sun" durch Mario Giglio exklusiv für Serienjunkies.de
Der von Idris Elba gespielte Ermittler John Luther meldet sich nach fünf Serienstaffeln und etwas Pause mit dem Film Luther: The Fallen Sun zurück, in dem der mittlerweile inhaftierte Detective es mit einem von Andy Serkis dargestellten Serienmörder zu tun bekommt. Hier ist das Review zum Netflix-Start.
Die britische Krimiserie Luther lebte schon immer von ihrem charismatischen Titelermittler in Gestalt von Idris Elba, dessen Arbeit in Hollywood noch immer eine karrieredefinierende Hauptrolle auf der Kinoleinwand vermissen lässt. Was das Format von Serienschöpfer Neil Cross hingegen selten zustande brachte, waren erinnerungswürdige Storylines, denn auch nach mindestens einem Rewatch vor der fünften Staffel könnte der Reviewer Eures heutigen Vertrauens aus dem Stand heraus kaum einen Handlungsbogen aus der Serie nacherzählen...
Umso ärgerlicher, wenn man erst nach über einer Woche dazu kommt, die Filmkritik zum Netflix-Folgefilm „Luther: The Fallen Sun“ zu schreiben, denn auch hier blieb schon nach kurzer Zeit kaum etwas von den Einzelheiten der Handlung aus dem Drehbuch von Cross hängen. Warum Euch das aber nicht unbedingt vom „Luther“-Film von Regisseur Jamie Payne abhalten muss, verraten wir Euch im Folgenden. Der Streifen ist seit dem heutigen Freitag, den 10. März bei Netflix abrufbar, nachdem er in ausgewählten Kinos eine kleine Voraustour auf der Leinwand genoss.

John Luther sitzt nach den Ereignissen im fünften Staffelfinale noch immer hinter Gittern, was er wohl zumindest zum Teil den strippenziehenden Machenschaften des millionenschweren Hackers und Serienkillers David Robey (Andy Serkis) zu verdanken hat. Sherlock-Fans werden ihn schnell als eine Mischung aus Jim Moriarty und Charles Augustus Magnussen identifizieren, während Bond-Fans ganz eigene Schurken-Assoziationen haben werden. Er nutzt seine erhackten Informationen über Menschen, um diese gefügig zu machen, wobei er Luther im Knast mit seinen sadistischen Spielen triezt, besonders im Bezug auf das Schicksal eines entführten jungen Mannes namens Callum Aldrich, dessen Mutter Corinne (Hattie Morahan) er einst versprach, ihren Jungen ausfindig zu machen.
Überraschend einfach geht es Luther anschließend von der Hand, mithilfe einiger alter Kontakte einen Gefängnisausbruch zu organisieren, woraufhin er mit seinem pensionierten Kollegen Martin Schenk (Dermot Crowley) und Polizeichefin DCI Odette Raine (Cynthia Erivo) von der Serious and Serial Crime Unit Kontakt aufnimmt, die er erst noch von sich und seinem Verdacht bezüglich einer größeren Gefahr überzeugen muss. Erst als ihre eigene Tochter Anya (Lauryn Ajufo) von Robey ins Visier genommen wird, arbeitet sie mit dem flüchtigen Ex-Detective zusammen, um den exzentrischen Tech-Millionär in seiner eisigen Schurkenfestung zu stellen. Mehr als diese generische Cop-Rolle mit gekidnapptem Kind als Motivation war Erivo trotz ihres großen Talents leider nicht vergönnt.
Für Luther ist es nicht das erste Mal, dass er einen aufreibenden Fall auf sich nimmt, der sich wie seine letzte selbstlose Tat anfühlt, die er womöglich nicht überleben wird. Ein latenter Todeswunsch schwingt hier wie immer mit, aber auch eine gute Portion Verlangen nach Wiedergutmachung, nachdem er weder besagten Callum noch die Serienkillerin der Herzen, Alice Morgan (Ruth Wilson), retten konnte, deren Schicksal nach dem letzten Staffelfinale ambivalent gehalten wurde - und hier zum Verdruss vieler Fans nicht weiter adressiert wird.
Dabei verschlägt es den hartgesottenen Haudraufermittler an sehr viel cinematischere Locations als noch in der Serie, kulminierend in einem Showdown, der auf Island gedreht wurde und nur noch mit mehreren zugedrückten Augen als Großbritannien durchgeht. Hier machen Luther und DCI Raine nicht nur ihre Tochter ausfindig, sondern stellen Robey in seiner Snuff-Stream-Operation, die er sehr trackbar online stellt, wo beliebige Menschen mit sadistischer Ader inklusive erkennbarem Gesicht (!) per Webcam zugeschaltet sind. Wer sämtliche Serienkillerklischees bezüglich dieses exzentrischen Gegenspielers verzeihen konnte, wird spätestens hier ein paar Probleme haben, was die Glaubwürdigkeit angeht.

Neil Cross zeichnet die Welt abermals nihilistisch als kriminelle Hölle voller Monster, die jemand ähnlich finsteren aber guten wie Luther als Gegengewicht braucht, baut seine Szenarien aber aus sehr weit hergeholten Elementen zusammen, bei denen der coole Schauwert oft wichtiger als Nachvollziehbarkeit ist. Besonders im Bezug auf einen unheimlichen Tatort früh im Film oder die Stand-off-Szene am Piccadilly Circus nach der Hälfte der Laufzeit. Und so unterhaltsam das Katz- und Mausspiel zwischen Elba und Serkis zuweilen mitzuverfolgen ist, so ärgerlich ist es doch, wenn der langwierig vorbereitete Showdown am Ende lediglich durch ein chaotisches Handgemenge aufgelöst wird...
„The tragedy is that you are a better man than you ever allowed yourself to be“, sagt Schenk in einer Szene zu seinem alten Kollegen Luther und ähnlich tragisch ist, dass bei all den ansehnlichen production values kein Kriminalfilm mit ansprechenderer Story rausgekommen ist. „Luther: The Fallen Sun“ schafft es in über zwei Stunden, eine gleichzeitig zu simple und zu komplizierte Handlung herunterzurattern, deren Auflösung im Showdown einiges zu Wünschen übrig lässt. Wer aber dem charismatischen Idris Elba erneut dabei zusehen möchte, wie er mit der Subtilität eines Monstertrucks Batman-artige Ermittlerarbeit verrichtet, oder Andy Serkis beim Vorsprechen für den nächsten Bond-Schurken erleben möchte, ist hier zumindest nicht komplett an der falschen Adresse. Einige Genreklischees sollte man aber verkraften könnten.
Drei von fünf dreckigen Detective-Mänteln gibt es dafür von uns.
Hier abschließend noch der Filmtrailer zum hier rezensierten Film „Luther: The Fallen Sun“:
als John Luther
Dermot Crowley
als DSU Martin Schenk
Thomas Coombes
als DS Archie Woodward
Hattie Morahan
als Corinne Aldrich
Edward Hogg
als Derek Standish
Einar Kuusk
als Arkady Kachimov
Tom McCall
als Freddie - Assault Squad
Amy Trigg
als Bullpen Tech
Jess Liaudin
als Nilsson
Andy Apollo
als Barman
Samantha Pearl
als Uniformed Officer
Hugo Nicolau
als Brigida's Father
George Jovanovic
als Jacov
Yasmine Maya
als Middle Aged Asian Woman
Henry Hereford
als Brian Lee
Wayne Cater
als Trevor Underhill
Orlando Brooke
als Victim Farmer
James Bamford
als Callum Aldrich
Nicola Achilleas
als News Reporter 1
Charlotte Workman
als News Reporter 2
Guy Williams
als Tim Cranfield (Civil Servant)
Tara Fitzgerald
als Georgette