In dem Film Extrawurst geht es um einen Tennisclub in einer deutschen Kleinstadt, dessen jährliche Mitgliederversammlung aus dem Ruder läuft. Vereinsvorsitzender Heribert Bräsemann (Hape Kerkeling) möchte eigentlich nur über die Anschaffung eines neuen Grills für das Sommerfest abstimmen lassen. Doch dann bringt der übereifrige Torsten Pfaff (Christoph Maria Herbst) einen zusätzlichen Antrag ein
Für Erol Oturan, das einzige türkischstämmige und muslimische Mitglied des Clubs, soll ein separater Grill finanziert werden. Schließlich dürfen fromme Muslime ihre Speisen nicht auf einem Rost zubereiten, auf dem vorher Schweinefleisch lag
Was als pragmatische Lösung gedacht war, entwickelt sich schnell zu einer hitzigen Debatte. Die Frage nach dem Grill wird zum Stellvertreterkrieg für viel tief greifendere Konflikte. Alte Ressentiments brechen auf, vermeintliche Toleranz entpuppt sich als Fassade
Heribert versucht verzweifelt, die Versammlung unter Kontrolle zu halten, während sich die Fronten verhärten. Elisabeth Scholz, die Grande Dame des Clubs, wirft mit spitzen Bemerkungen um sich. Ihr Sohn Matthias gerät mit seiner Partnerin Antonia aneinander. Und Torsten wird von seiner Frau Melanie zur Ordnung gerufen, die seinen Antrag für kontraproduktiv hält. Erol selbst ist hin- und hergerissen. Einerseits fühlt er sich durch die Sonderbehandlung ausgeschlossen, andererseits schätzt er die Rücksichtnahme
Die Diskussion eskaliert weiter, als Hans-Günther Schnippering alte Rechnungen begleichen will. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Würstchen und Grillroste, sondern um Zugehörigkeit, Integration und die Frage, wie viel Anpassung man von Mitgliedern einer Gemeinschaft verlangen kann. Die vermeintlich harmlose Vereinssitzung wird zum Brennglas deutscher Befindlichkeiten
Extrawurst basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob aus dem Jahr 2019. Das Bühnenstück feierte seine Uraufführung am Ohnsorg-Theater in Hamburg und wurde in der Spielzeit 2021/22 zum meistgespielten Stück im deutschsprachigen Raum. Die Premiere-Produktion erhielt den Monica-Bleibtreu-Preis in der Kategorie Komödie
Bei Extrawurst führte Marcus H. Rosenmüller Regie, der zuvor mit Filmen wie „Wer früher stirbt ist länger tot“ und „Beckenrand Sheriff“ auf sich aufmerksam machte. Das Drehbuch stammt von den Autoren des Originalstücks, Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob. Als Produzentinnen fungieren Annalena Frieling, Sandrine Mattes und Robert Marciniak
Die Filmmusik stammt von Gerd Baumann, der seit Jahren mit Regisseur Rosenmüller zusammenarbeitet. Baumann komponierte bereits die Musik für „Wer früher stirbt ist länger tot“ und zahlreiche weitere bayerische Produktionen
In der Hauptrolle des Vereinsvorsitzenden Heribert ist Hape Kerkeling zu sehen, bekannt als Entertainer und Autor des Bestsellers „Ich bin dann mal weg“
Christoph Maria Herbst spielt den übereifrigen Torsten Pfaff. Er wurde durch Stromberg bekannt und war zuletzt in der Serie Merz gegen Merz sowie im Stromberg-Film „Stromberg - Wieder alles wie immer“ zu sehen
Fahri Yardm verkörpert Erol Oturan. Der Hamburger Schauspieler ist dem Publikum aus Jerks und 4 Blocks bekannt
Anja Knauer spielt Melandie Pfaff, Torstens Ehefrau. Gaby Dohm, die in den 1980ern durch „Die Schwarzwaldklinik“ zum Star wurde, verkörpert die spitzzüngige Elisabeth Scholz
Friedrich Mücke ist als deren Sohn Matthias zu sehen, während Milan Peschel und Patrick Joswig weitere Vereinsmitglieder spielen. Letzterer ist auch dem Sitcom-Publikum aus deutschen Produktionen bekannt
Die Dreharbeiten fanden vom Mitte April bis Ende Mai 2025 hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen statt. Als Hauptdrehort diente das Gelände des RTHC Bayer Leverkusen in Manfort. Fast alle Szenen entstanden in der Tennishalle und im Restaurant des Vereinsgeländes
Der Film ist eine Produktion der ARD Degeto in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern. Die Deutschlandpremiere fand am 7. Januar 2026 in Essen statt, gefolgt von einer weiteren Premiere im Münchner Mathäser Filmpalast am 8. Januar. Der reguläre Kinostart erfolgte eine Woche später
als Erol Oturan
Friedrich Mücke
als Matthias Scholz
Patrick Joswig
als Heinz Grumberger
Malene Becker
als Sabine Stortz
Milan Peschel
als Hans-Günther Schnippering
Regie
Manuel Kreuzpaintner, Marcus H. Rosenmüller
Drehbuch
Dietmar Jacobs, Moritz Netenjakob
Produktion
Kalle Friz, Jochen Gottlöber, Tom Blieninger, Annalena Frieling, Robert Marciniak, Sandrine Mattes, Jenny Bonnekamp, Elke Sasserath
Kamera
Daniel Gottschalk
Schnitt
Andrea Mertens
Musik
Gerd Baumann, Michael Vetter