Evil Dead Rise

Evil Dead Rise

Evil Dead Rise im Stream

Zwei Schwestern finden eine uralte Schallplatte, die blutrünstige Dämonen hervorbringt, die in einem Wohnhaus in Los Angeles Amok laufen und sie in einen ursprünglichen Kampf ums Überleben stürzen, während sie sich der albtraumhaftesten Version von Familie stellen, die man sich vorstellen kann.

Evil Dead Rise Kritik

Evil Dead Rise Kritik
„Evil Dead Rise“
Warner Bros.

Filmkritik „Evil Dead Rise" durch Thorsten Walch exklusiv für Serienjunkies.de

Das Necronomicon ex Mortis ist wieder da. Das Buch der Toten gießt seine mörderische dämonische Macht diesmal allerdings nicht über den zynischen Verkäufer Ash Williams aus, sondern bedroht in „Evil Dead Rise“ das Leben einer Familie in Los Angeles.

In „Evil Dead Rise“ machen drei junge Leute Ferien in einer Hütte an einem See. Eine der beiden jungen Frauen zeigt dabei ein merkwürdiges Verhalten, was von den beiden anderen als Rauschzustand angesehen wird. Plötzlich brechen brachiale übernatürliche Kräfte über sie herein, sie tötet die beiden anderen auf grauenvolle Weise und wird zur schwebenden Spukgestalt.

Einen Tag zuvor besucht Musiktechnikerin Beth (Lily Sullivan) ihre Schwester Ellie (Alyssa Sutherland), die zusammen mit ihren Kindern Bridget (Gabrielle Echols), Danny (Morgan Davies) und Kassie (Nell Fisher) in einem abbruchreifen Hochhaus in Los Angeles lebt.

Kurz nach ihrer Ankunft wird die Stadt von einem Erdbeben erschüttert. Dadurch öffnet sich in der Tiefgarage des Hauses der Zugang zu einem bisher verborgenen weiteren Untergeschoss, das von Bridget und Danny untersucht wird.

Hier finden die beiden lange vergessene Tresorräume, in denen sich unter anderem ein geheimnisvolles in Leder gebundenes Buch sowie eine Schallplatte mit einhundert Jahre alten Aufnahmen befinden.

Als die beiden in dem Buch voller scheußlicher Darstellungen blättern und dabei die Schallplatte abspielen, auf der ein Priester (Stimme Bruce Campbell) Passagen aus dem seinerzeit kürzlich entdeckten Buch der Toten vorliest, setzen sie die darin gefangenen teuflischen Mächte frei.

Einer der Dämonen stürzt sich auf ihre Mutter Ellie und nimmt deren Körper in Besitz. Nachdem Ellie gestorben und wenig später in neuer monströser Existenz wieder von den Toten auferstanden ist, macht sie Jagd auf ihre Kinder und ihre Schwester.

Auch zusammen mit zwei Nachbarn kann die Familie der mordlüsternen Besessenen nicht beikommen, stattdessen bezahlen diese ihre Hilfsbereitschaft mit dem Leben. Allerdings gelingt es Beth und den Kindern, Ellie aus der Wohnung zu werfen und auf den Flur auszusperren.

Während Danny Beth schließlich von dem Buch und der Schallplatte erzählt und diese Nachforschungen betreibt, verwandelt sich auch Tochter Bridget in eine dämonisch Besessene, da sie im Kampf gegen ihre Mutter von dieser verletzt wurde.

Tanz der Teufel-Härte

Der gering budgetierte Horrorstreifen „Tanz der Teufel“ von Sam Raimi (der später Jahre vor dem „MCU“ eine erste „Spider-Man“-Filmtrilogie inszenierte) aus dem Jahr 1981 erreichte unter Genre-Fans dieser Zeit einen legendären Status.

Realisiert mit für heutige Verhältnisse archaischer Tricktechnik zeigte der Film für damalige Zeiten geradezu unvorstellbare Brutalitäten (unter anderem die Vergewaltigung einer Frau durch einen von Dämonen besessenen Baum).

Dies führte 1984 schließlich zu seiner Beschlagnahmung und somit seinem Verbot. Erst seit 2016 ist „The Evil Dead“, wie der teuflische Tanz im Original heißt, hierzulande wieder ungekürzt mit Freigabe ab 16 Jahren erhältlich.

Während der Zeit der Beschlagnahmung kursierten freilich unzählige Bootlegs von „The Evil Dead“ in den kuriosesten Qualitäten, und vermutlich trug das Verbot dazu bei, dass der Streifen seinen Kultstatus in der Horror-Fanszene erlangte. Neue Horrorfilme wurden bezüglich ihres Härtegrades damals an „Tanz der Teufel“ gemessen - heute kann man hierüber freilich nur noch schmunzeln.

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Evil Dead

Der Tanz geht weiter

Szenenfoto aus „Evil Dead Rise“
Szenenfoto aus „Evil Dead Rise“ - © Warner Bros.

1987 und 1992 folgten zwei deutlich weniger bierernste Fortsetzungen, 2013 ein Remake von Regisseur Fede Alvarez (der derzeit an der Wiederbelebung eines anderen Franchises, „Alien: Romulus“ arbeitet), gegen das sich der Originalfilm wie Kinderkino ausnahm. Von 2015 bis 2018 schließlich legte Ash-Originaldarsteller Bruce Campbell in der für den US-Pay-TV-Sender STARZ produzierten Serie Ash vs. Evil Dead weitere 30 Folgen lang den Tanz der Teufel aufs Parkett.

Ash vs Evil Dead

Die Teufel tanzen wieder!

Evil Dead Rise“, der neueste Kinofilm der Reihe, hatte eine recht turbulente Entstehungsgeschichte: Nachdem Fortsetzungen sowohl des Remakes von Fede Alvarez als auch der Originalfilme verworfen worden waren, plante man einen von der Reihe unabhängigen Streifen, bei dem schließlich Lee Cronin („The Hole in the Ground“, 2019) Regie führen sollte, während Robert G. Tapert (Hercules, Xena: Die Kriegerprinzessin) so wie bei allen vorherigen Kinofilmen als Produzent fungierte.

Für die Hauptrollen engagierte man unter anderem Alyssa Sutherland (bekannt als Königin Aslaug in der Serie Vikings), Lily Sullivan (Miranda in Picnic at Hanging Rock), Garbrielle Echols („Reminiscence“) und Morgan Davies (The End). Die kleine Nell Fisher ist in ihrem Filmdebüt als Nesthäkchen Kassie zu sehen. Ash-Darsteller Bruce Campbell hat lediglich ein Stimm-Cameo als Priester in dem neuen Film und produzierter ferner einen Teil der Geräuschkulissen.

Ursprünglich sollte „Evil Dead Rise“, wie man den Film betitelte, seine Premiere bereits 2022 beim US-Streamingdienst HBO Max erleben. Nach aussagekräftigen Zuschauerreaktionen auf einen veröffentlichten Teaser entschied man sich jedoch schließlich für einen Kinoeinsatz, der am 27. April auch in den deutschen Lichtspieltheatern erfolgte.

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Wilde Geisterbahnfahrt

Sowohl entsprechende Kritiker als auch das Horror-affine Publikum nehmen den neuen Streifen positiv auf - zu Recht.

Statt an den Haaren herbeigezogenen Bezügen zu den früheren Filmen oder der TV-Serie erzählt „Evil Dead Rise“ eine eigenständige Geschichte, wenngleich es durchaus Anspielungen auf das Original gibt.

Als eins von mehreren Beispielen sei hier nur die Hütte im Wald genannt. Übrigens wird der in keinem augenscheinlichen Zusammenhang mit der Haupthandlung stehende Anfang des Films am Ende erklärt. Auch insgesamt gibt es zahlreiche Zitate aus anderen berühmten Horrorklassikern von „Der Exorzist“ bis „The Shining“.

In punkto Gore und Splatter kann es der neue Film allerdings mühelos mit allen Vorgängern aufnehmen. Dabei bleibt die Spannungskurve bis zum Schluss weitgehend stabil und die agierenden Charaktere angenehm nachvollziehbar, während die morbide Atmosphäre des Films auch für einen gehörigen Gruselanteil sorgt.

Zuschauer mit schwachen Magennerven (für die solche Filme ohnehin nicht geeignet sind!) dürften jedoch insbesondere im Finale von „Evil Dead Rise“ des Öfteren grün anlaufen, wenn sie es denn aushalten, im Kinosaal oder später vor dem Flachbildschirm zu bleiben. Wie schon im 1981er Original gibt es Szenen, die fast schon körperlich wehtun (Stichwort Küchenreibe).

Fazit: Solide Horrorunterhaltung, für die es keine Expertise der Filmreihe bedarf und die Genre-Fans sicherlich gut zu unterhalten verstehen dürfte. Für fünf Sterne reicht es nicht ganz - einigen wir uns deshalb auf vier von fünf abgerissenen Köpfen.

Evil Dead Rise Schauspieler

Lily Sullivan

als Beth

Alyssa Sutherland

als Ellie

Morgana Davies

als Danny

Nell Fisher

als Kassie

Anna-Maree Thomas

als Jessica

Mirabai Pease

als Teresa

Richard Crouchley

als Caleb

Jayden Daniels

als Gabriel

Mark Mitchinson

als Mr. Fonda

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