The Walking Dead 8x07

The Walking Dead 8x07

In der The Walking Dead-Folge Time for After überwiegt bei manchen Figuren die Ungeduld. Eigentlich müsste man nur warten und den Plan befolgen, aber das ist offenbar viel zu schwierig. Scheitert daran alles?

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“ (c) AMC
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“ (c) AMC
© zenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“ (c) AMC

Die achte Staffel von The Walking Dead ist geprägt durch den Langzeitplan von Rick (Andrew Lincoln) und Co gegen Negans (Jeffrey Dean Morgan) Saviors. Eigentlich müsste man nur warten, doch bekanntlich hält Daryl (Norman Reedus) wenig davon und will zusammen mit Tara (Alanna Masterson), Rosita (Christian Serratos), Michonne (Danai Gurira) und Sniper Morgan (Lennie James) den Ablauf beschleunigen.

Parallel dazu befindet sich Eugene (Josh McDermitt) in mehreren Zwickmühlen, denn er weiß, dass Dwight (Austin Amelio) gemeinsame Sache mit Ricks Opposition macht und stellt ihn vor ein Ultimatum. Er soll aufhören, sonst muss er Negan einweihen. Von Negan hat er den Auftrag, eine Lösung für die Zombieplage rund um die Sanctuary zu finden, während Dwight ihm sagt, dass er einfach gar nichts machen muss, damit sich das Negan-Problem bald von allein löst. Dwight möchte nämlich vordergründig Negan ausschalten. Eugene ist schwer zu überzeugen und offenbar voll drin in der Negan-Gehirnwäsche, wenn auch mit leichten Zweifeln, aber mit dem Hintergedanken, möglichst viele Menschen retten zu wollen.

Dazu kommt für ihn noch das Gabriel-Problem, denn der möchte Doctor Carson retten, der Geistliche selbst ist jedoch in absolut keiner Verfassung für Rettungsaktionen und kann sich glücklich schätzen, wenn seine Organe alles überstehen. Eugene sieht jedoch wenig Hoffnung, irgendetwas zu starten. Überhaupt ist er ein sehr gefragter Mann im Sanctuary, denn er bekommt Besuch von Tanya (Chloe Aktas), die hofft, dass er ihr Radio repariert hat, aber wegen der Untoten in Verzug geraten ist. Die Bezahlung sind zwei Flaschen Alkohol, die er unbedingt nötig hat, um seine vielen Gedanken und den Stress zu ertränken. Denn obwohl er sich anderen gegenüber cool und besserwisserisch gibt, ist er eigentlich alles anderes als das.

Eugene muss sich außerdem von Tanya anhören, dass er diesen ganzen Krieg hätte verhindern können, wenn er denn ihrer Bitte nachgekommen wäre. Stattdessen ist Sasha gestorben und Negan hat weiter Schaden angerichtet. Man mag kaum glauben, wie viel auf seine Kappe geht. So viel Last lässt sich nur schwer ertragen und dann gibt Negan überdies auch zu verstehen, dass er keine Verluste möchte, wenn sich das vermeiden lässt. Die Wertschätzung Negans für Eugene lässt sich tatsächlich durch das ultimative Zeichen des Respekts, den Händedruck feststellen, den Negan nur den wenigsten Menschen überhaupt anbietet und Eugene zudem als zweitwichtigste Person überhaupt in der Sanctuary aufwertet.

Zur Hölle mit dem Plan

Daryls Plan scheint nicht bei allen anzukommen, vor allem Rosita kriegt Bedenken, denn warum nun alles riskieren, wenn man so kurz vor dem Ziel ist? Allerdings war zuletzt viel Glück im Spiel, etwa, als man die „Fat Lady“ gerade noch so aus dem Verkehr gezogen hat, während man damit gerechnet hätte, dass das Kingdom und seine Krieger überlebt, während Rick mit Jadis und ihren Müllmenschen diese Lücke schließen möchte. Zudem erfahren wir, dass Morgan einer der Sniper ist, der die Lage sondiert und schaut, dass die Zombies ihre Arbeit tun und niemand entkommen kann, der nicht soll. Tara versucht, Rosita zu überzeugen, weil auch sie vor einiger Zeit noch darauf verzichtet hat, die Gruppe über die Waffen von Oceanside zu unterrichten. Rosita reicht das nicht. Sie geht und bringt damit auch Michonne zum Zweifeln, die so kurz vor dem Sieg nicht ihren eigenen Tod riskieren möchte, wenn es denn eine andere Lösung gibt. Auch sie verabschiedet sich.

Daryl, Tara und Morgan bleiben dabei. Daryl will den Untoten den Eintritt in die Sanctuary erleichtern und rast mit einem Laster, dessen Gaspedal er mit einem Gewicht beschwert, also ins Nest des Feindes. Der Angriff trifft vor allem das einfache Volk und die Arbeiter, die sich versuchen zur Wehr zu setzen, wobei man eigentlich durch die Treppen vor Ort geschützt sein sollte (außer die Walker krabbeln übereinander irgendwie nach oben). Das Untergeschoss ist also verloren, wenn kein Rettungsplan mehr greift. Hier ist Eugene gefragt, der seine ausstehende Reparatur nutzt, um im Lager umherzustreifen, wo er auf den Sarg stößt, in dem Sasha verstorben ist - der hinterlassene iPod bringt ihn jedoch auf eine Idee... Eine Flugkonstruktion mit Geräuschen soll die Untoten vom Eingang fortlocken. Doch das sieht Dwight, der ihn davon abhalten will, im Endeffekt aber nicht auf ihn, sondern auf den Flieger schießt, der somit nicht den gewünschten Erfolg erzielt.

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“ - © AMC

Man kann wohl viel über den Sinn oder Unsinn von Daryls Plan diskutieren, der alle Beteiligten in Gefahr bringt und prinzipiell auch direkt nach hinten losgehen könnte - oder es später sogar noch tut. Denn eigentlich hätten die versammelten Sanctuary-Bewohner, wenn sie sich etwas besser organisieren würden und sparsam mit Munition oder Stichwaffen hantieren würden, sicherlich eine Chance gegen die Untoten. Zudem garantiert Daryls Brachialmethode zu keiner Zeit, dass man irgendwie ansatzweise in die Nähe von Negan kommt, der alles dafür gibt, die Gefahr zu überstehen. Warum denkt Daryl also nicht zumindest einen oder zwei Schritte weiter? Könnte man nicht Morgan damit beauftragen, Negan in sein Visier als Scharfschütze zu nehmen und abzudrücken, wenn er sich zeigt?

Eugene ist Negan

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“ - © AMC

Der verfrühte Angriff scheint Eugene endgültig auf Negans Seite zu bringen, da er inmitten der unmittelbaren Gefahr Gabriel mitteilt, dass er ihm nicht in der Carson-Angelegenheit helfen kann oder will. So witzig ich Eugene in kleinen Dosen finde, so anstrengend kann eine große Fokusepisode, in der man viele seiner Dialoge am Stück hört, sein. Obwohl hier viele Worthülsen abgefeuert werden, die inhaltsleer sind und teils einfach Phrasen wiederholen, fällt es schwer, jegliche Anspielung zu greifen und den Kern seiner Aussage zu verstehen. Eugene verschreibt sich Negans Dienst und verspricht ihm, die Munitionsproduktion anzukurbeln und das Kommunikationssystem zu reparieren. Dwight liefert er trotz allem nicht ans Messer, womit ein Funken Hoffnung bleibt, dass er doch noch die Seiten wechselt. Ob das nun Überzeugung ist, auf der richtigen Seite zu stehen, oder aus der Hoffnung heraus geschieht, dass er am Ende überlebt, ist für mich offen. Denn die Alkoholszene zeigt seine Zerrissenheit. Den Drang sich zu betäuben, aber das Unwohlsein deswegen. Weiterhin frage ich mich, ob er Abrahams Andenken wirklich aus seinem Gedächtnis getilgt hat.

Time for After

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“ - © AMC

Jadis (Pollyanna McIntosh) und ihre Leute bleiben merkwürdig und schießen vom fast nackten Rick Fotos und zeichnen seinen Körper. Warum, ist unklar. Eine Lesart: Sie möchten ihn vielleicht zum nächsten Winslow machen, der Champion der Müllhalde, dessen Nachfolger hier gegen einen gefesselten Rick kämpfen soll, darum wollen sie ihn als Skulptur verewigen oder vielleicht seinen Kopfschmuck designen. Rick ist trotz Gefangenschaft in der Schwitzhöhle zuversichtlich und bleibt bei seinem Angebot, das inzwischen mehr zu einer Drohung geworden ist.

Rick kann den Untoten mit List gegen seine Angreifer verwenden, ihn köpfen, gegen Jadis verwenden und seinen Plan vortragen. Zusammen mit den Müllhaldenbewohnern will er zur Sanctuary, die Stellvertreter zur Aufgabe bringen und dann Negan umbringen. Ein weiterer genialer Plan also. Wie kann sich Rick auch nur im Entferntesten sicher sein, dass das klappen kann? Jegliche Spekulation einer Verstärkung von außen sind ebenfalls hinfällig. Rick hätte hier also einfach sterben können, tut es aber nicht, weil die Autoren sich das passend zurechtlegen, wie ein hässliches Mülllpeople-Kunstobjekt. Selbst wenn man gnädig ist und hereinliest, dass Rick Jadis als Anführer quasi zu Fall bringt und somit erst seine Dominanz beweisen muss, dann passt das alles nur so halb. Zudem verspricht er ihnen ein Viertel der Überbleibsel vom Sanctuary führ ihre Mühen. Wie es scheint, ist alles für die Müllkatz, denn die Sniper reagieren nicht auf seinen Walkie-Talkie-Spruch und Rick sieht nur, dass der Eingang zur Sanctuary zombiefrei ist.

Fazit

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Time for After“ - © AMC

Ich weiß beim besten Willen nicht, was ich von dieser Episode halten soll. Das dumme Verhalten so mancher Figur hat eine Grenze überschritten, die nur noch schwer schönzureden oder logisch zu erklären ist und davon gibt es in dieser Folge mehr als genug. Eugene als Schlüsselfigur ist auf den ersten Blick spannend, aber bei näherer Betrachtung auch zu viel des Guten. Darlys Plan beschleunigt zumindest den Konflikt etwas, könnte aber im Endeffekt das Gegenteil anrichten. Ricks Taktik erschließt sich mir nicht und ist hoch riskant.

Plötzlich hat zudem Eugene mehr zu tun als der halbe Cast, muss sich zahlreiche Lösungen ausdenken, dabei beide Seiten ausspielen und Geheimnisse bewahren. Eine Folge vor dem Halbstaffelfinale fühlt es sich wieder an, als wäre viel Zeit verschwendet worden. Ob bereits jetzt das Versprechen aus dem Auftakt aufgelöst wird oder wir noch länger warten müssen, bis es hier Klarheit gibt, ist für mich gerade sehr offen. Persönlich würde ich mir langsam aber eine Auflösung wünschen, damit ein neues Kapitel aufgeschlagen werden kann. Die Abnutzungserscheinungen werden nämlich immer stärker.

Trailer zur Episode How It's Gotta Be (8x08) der US-Serie The Walking Dead:

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 4. Dezember 2017

The Walking Dead 8x07 Trailer

Episode
Staffel 8, Episode 7
(The Walking Dead 8x07)
Deutscher Titel der Episode
Für danach
Titel der Episode im Original
Time for After
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 3. Dezember 2017 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 4. Dezember 2017
Autoren
Matthew Negrete, Corey Reed
Regisseur
Larry Teng

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 8x07

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