The Walking Dead 6x03

In der sechsten Staffel von The Walking Dead beschäftigt uns als Zuschauer weiterhin Ricks (Andrew Lincoln) Plan, die gewaltige Walkerherde aus Alexandria zu locken. In Thank You sind wir nun wieder bei Ricks Gruppe, die Michonne (Danai Gurira), Daryl (Norman Reedus), Abraham (Michael Cudlitz), Sasha (Sonequa Martin), Glenn (Steven Yeun), Nicholas (Michael Traynor), Heath (Corey Hawkins) sowie Nicholas (Michael Traynor) und einige andere Nebenfiguren wie Scott und Annie umfasst.
Das Horn, das die Herde abgelenkt hat, ist immer noch zu hören, weswegen Rick den Wohnwagen holen und die Untotenparade wieder zu sich locken will. Abraham, Sasha und Daryl sollen sie derweil in Bewegung halten. Rick geht, obwohl ihm Hilfe angeboten wird, auf eigene Faust los, während der Rest der Gruppe irgendwie versuchen soll, zurück nach Alexandria zu kommen. Zu Michonne meint Rick, dass man notfalls, wenn es zu knapp wird, auch die Neulinge zurücklassen soll. Heath aber hört mit und ist darüber gar nicht erfreut. Es gibt ihm Grund, Rick und Co. zu misstrauen. Nebenbei beschwert sich wieder ein namenloser Alexandrianer, dass Rick für ihren Untergang verantwortlich ist. Prompt bekommt er die Quittung durch einen Zombiebiss. Michonne zögert dabei nicht, ihn zu erlösen, bevor er sich umwandeln kann. Was das Misstrauen für den Moment nicht schmälert.
Dass die unerfahrenen Bewohner Alexandrias eine Bürde darstellen, sieht man daran, dass sowohl Annie als auch Scott sich verletzen und von den restlichen Gruppenmitgliedern gestützt werden müssen, während ein Angsthase namens Sturgess fortläuft und somit sich selbst überlassen wird.
Es ist nur logisch, dass Glenn, Michonne und auch Heath, die ersten sind, die zu den Waffen greifen, als sie von Walkern angegriffen werden. Der Rat, dass man Schusswaffen nur einsetzen soll, wenn es notwendig ist, muss schnell über den Haufen geworfen werden. Immerhin versuchen sie Widerstand zu leisten, was im Fall eines Gruppenmitglieds mit einem Biss in den Rückenbereich endet. Er findet sich mit seinem Schicksal recht schnell ab, bleibt aber so lange es geht Teil der Gruppe und darf dabei Michonne erzählen, wie sein Leben vor dem Aufenthalt in Alexandria war. Dabei gibt es durchaus Parallelen zu ihr selbst.
Anders als Rick kann Michonne nämlich nicht so einfach verdrängen, dass die Menschen um sie herum eben auch bewegte Geschichten haben. Sie weiß zwar, was dem Mann, der vor drei Monaten erst geheiratet hat, blüht. Sie Versucht aber alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit er sich vielleicht noch von seiner Geliebten Betsy verabschieden kann. Auch die humpelnden Scott und Annie will sie natürlich nicht zurücklassen. Und bald kommen sie zu dem Ort, wo Nicholas und Aiden damals versagt und einige Gruppenmitglieder zum Sterben zurückgelassen hatten.
Daryl widersetzt sich derweil Ricks Befehl und entfernt sich vom Auto, um ihm nachzufahren, während Sasha und Abraham die Herde weiter aus der Nähe der Stadt führen.
Nicholas übernimmt das Kommando
Nicholas kommt mit der Situation und dem Stress kaum zurecht, hat immer wieder Panikattacken und befindet sich in einem mentalen Tunnel, aus dem ihn Glenn mehrmals wieder herausholen muss. Die Gruppe kommt zunächst in einer verlassenen Tierhandlung unter. Selbst die sonst so wagemutige Michonne meint, dass man mit den Untoten im aktuellen Gruppenzustand überfordert sei. Also muss eine andere Lösung her. Und die kommt von Glenn: Ein Feuer soll die Walker ablenken und so die Flucht ermöglichen. Dafür muss Glenn erneut mit Nicholas zusammenarbeiten, dem er nach dem Vorfall vor wenigen Episoden zwar nicht trauen sollte, der sich aber doch zuletzt als verlässlich erwiesen hat. Bevor Glenn jedoch bereit ist, sich mit ihm zu verbünden, holt er sich Kraft, indem er Hershells Taschenuhr herausholt und ein Stoßgebet spricht. Außerdem funkt er Rick noch einmal an und nennt ihn dabei dumb ass - wie schon bei ihrer ersten Interaktion. Die Zeichen auf eine Katastrophe für Glenn verdichten sich. Rick verletzt sich derweil im Kampf gegen ein paar Walker an der Hand, läuft aber unaufhörlich weiter, bis er zum Wohnwagen kommt.

Die verletzten Annie und Scott bieten derweil an, zurückzubleiben. Doch Michonne spricht sich dagegen aus und führt eine hitzige Unterhaltung mit Heath, der die Worte Ricks wiedergibt. Allerdings knallt sie ihm die eigene Erfahrung an den Kopf und glaubt, dass Heath eine solche Extremsituation - in der diverse schwierige Überlebensentscheidungen getroffen werden müssen - bisher noch nicht meistern musste.
Für Nicholas wartet eine harte Prüfung am Wegesrand. Unter einem Auto erkennt er den 19-jährigen Will wieder, ein früheres Mitglied seiner Gruppe, das er zum Sterben dort hat liegen lassen. Nun will er ihn erlösen, während Glenn betont, dass er nicht mehr der Nicholas von früher sei. Die Schussgeräusche aus Alexandria, die wir in JSS zu hören bekamen, locken derweil die Untoten von ihrem Weg ab und in Richtung Tierhandlung. Dort gibt der gebissene Mann Michonne eine Nachricht für seine Betsy mit, während Michonne ihm Hoffnung macht, dass er sie ihr selbst überreichen kann. Obwohl die Gruppe aus zwei Humplern und einem Todgeweihtem besteht, versuchen sie die Flucht - was das Ende für Annie bedeutet.
Der Zaun als unüberwindbare Hürde
Die Überbleibsel von Michonnes Gruppe versuchen über einen Zaun zu klettern, wobei Heath, Scott und sie selbst es schaffen, der Gebissene allerdings zurückbleibt. Und mit ihm seine Botschaft an Betsy. Die anderen können nur noch zuschauen, wie er gefressen wird. Interessanterweise ist es Heath, der die Gruppe zum Weitergehen ermahnt und somit einsieht, dass man nicht jeden retten kann.
Glenns Plan löst sich derweil in Wohlgefallen auf, denn das Gebäude, das Nicholas für die Ablenkung vorgesehen hatte, ist nicht mehr vorhanden. Das überfordert ihn erneut und bietet den Untoten die Möglichkeit, die beiden zu umzingeln. Mit letzter Mühe schaffen sie es, auf einen Container zu steigen. Doch von dort sieht der PTSD-Geplagte Nicholas wohl keinen Ausweg für sich mehr, bedankt sich bei Glenn - und schießt sich selbst in den Kopf.
RIP Glenn?

Es folgt eine Szene, die für manche Zuschauer sicherlich klar einen Sachverhalt darstellt, die man aber auch durchaus kritisch hinterfragen sollte: Der leblose Nicholas reißt Glenn mit nach unten, direkt in die Walkermeute. Dort sehen wir mit musikalischer Begleitung wie jemand - und wir sollen annehmen, dass es Glenn ist - zerfleischt wird. Schaut man sich die Szene genauer an, dann sieht man Glenn zuerst fallen und Nicholas eventuell auf ihm landen. Demnach ist nicht auszuschließen, dass alles eine Finte ist. Wir sehen Glenn schreien (oder leiden), gleichzeitig dürften Nicholas Innereien dafür sorgen, dass Glenn davon bedeckt und nicht erkennbar wird. Außerdem hält die Kamera verdächtig auf Glenns Gesicht drauf, ohne dass je ein Zombie seinen Kopf angreift oder beißt.
Natürlich könnte man auch die Comicversion heranziehen und - nein, ich werde hier nichts dazu Spoilern. Aber zumindest zu Protokoll geben, dass Glenn nicht genau dieses Schicksal erwartet. Wenn Ihr das in den Kommentaren besprechen wollt, dann benutzt bitte die entsprechenden Spoilertags. Für Glenns Tod spricht der Rückbezug auf die Taschenuhr und das dumb ass gegenüber Rick. Allerdings fühlt sich der Moment selbst nicht ganz vollständig an und gewisse Behind-the-Scenes-Gepflogenheit wurden ebenfalls nicht eingehalten. Ich würde mich geistig also noch nicht endgültig von Glenn verabschieden.
Rick in der Falle

Rick ist beim Wohnwagen angekommen, sieht aber keinen Rauch, weil Glenns Plan nicht aufgeht. Außerdem erreicht er weder Glenn noch Tobin, nur Daryl kommt per Funk zu ihm durch. Ihm gegenüber meint er, dass man trotz der vernehmbaren Schüsse aus Alexandria mit dem Fortlocken fortfahren müsse. Allerdings wird Rick dann ausgerechnet von dem Wolf angegriffen, den Morgan (Lennie James) hat ziehen lassen. Und da Wölfe selten allein kommen, hat er noch einen Kollegen dabei. Trotz Verletzung kann Rick die beiden nach einem kurzen Kampf töten. Daryl hört den Angriff über Funk und legt einen Umweg ein.
Rick entdeckt bei dem umgebrachten Wolf Babynahrung in der Tasche und ist kurz davor, den Verstand zu verlieren. Sicherlich gilt seine Sorge seiner Tochter. Eine weitere Gruppe von Wölfen erhascht er dabei im Rückspiegel und schießt mit seinem Gewehr ergiebig in deren Richtung. Allerdings könnte das zu Ricks Verhängnis werden, denn die Untotenherde läuft nun schnurstracks auf ihn zu, und sein RV will einfach nicht anspringen.
Fazit
Man kann den Bewohnern von Alexandria viel Unfähigkeit vorwerfen, aber inzwischen muss Ricks Plan immer weiter hinterfragt werden. Durch ihn (oder seine unmittelbaren Konsequenzen) sind bereits zahlreiche Menschen gestorben. Und weitere könnten noch folgen. Langsam frage ich mich auch, warum man in dieser Situation nicht zum bereits etablierten Mittel der Zombieinnereien als Tarnmittel zurückgegriffen hat. Die Verletzten wären dadurch geschützt und auch Ablenkungen ließen sich besser organisieren.
Die aktuelle The Walking Dead-Folge Thank You ist nicht ganz das Actionfeuerwerk wie JSS, aber allein das Fragezeichen um Glenns möglichen Tod bietet einen emotionalen Moment, der sich gewaschen hat. Zudem bekommt Michonne endlich einmal wieder mehr zu tun, und wir sehen eine weitere Alternative zu Ricks harter Linie, die sich um jedes Leben bemüht.
Dass Rick aus seine Bredouille herauskommt, dürfte eigentlich klar sein. Spannend ist nur, wie die Autoren das präsentieren werden. Für mich also eine gute, wenn auch nicht überragende Episode von The Walking Dead, das mir in der sechsten Staffel ziemlich gut gefällt.
Der Serientrailer zur Episode Locked Inside der Serie The Walking Dead (6x04):
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 26. Oktober 2015The Walking Dead 6x03 Trailer
(The Walking Dead 6x03)
Schauspieler in der Episode The Walking Dead 6x03
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